Neonicotinoide im Honig

  • Neonicotinoide im Honig



    Eine von der Universität Wien im März 2010 veröffentlichte Diplomarbeit mit dem Titel “Development of a Method for the Analysis of Neonicotinoid Insecticide Residues in Honey using LC-MS/MS and Investigations of Neonicotinoid Insecticides in Matrices of Importance in Apiculture” beschäftigt sich mit dem Nachweis von Neonicotinoiden im Honig. Sie enthält Informationen zu den in Deutschland in 2008 gefundenen Rückständen von Neonicotinoiden, die bisher eher nur Fachkreisen bekannt waren. Die Funde in Deutschland:


    Zitat

    In May 2008 the CVUA Stuttgart analysed 24 honey samples from Southern Germany with focus 36 on the following neonicotinoid insecticides: acetamiprid, clothianidin, imidacloprid, nitenpyram, thiacloprid and thiamethoxam. In 75 % of the samples, thiacloprid was detected in concentrations ranging from 2 to 110 μg/kg. Traces of thiamethoxam (1 μg/kg) were found in one honey sample while no other neonicotinoids insecticides were detected in the samples (Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart 2008a). In June to August 2008 the CVUA Stuttgart analysed another 67 honey samples for pesticide residues. Only 18 % of them contained pesticide residues. Thiacloprid was found in four honey samples at concentrations of 7 to 45 μg/kg (Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart 2008b). Further, the content of clothianidin was analysed in 65 honey samples from areas affected by honeybee colony losses in Southern Germany. In seven samples clothianidin was detected in the range of 1.1 to 2.3 μg/kg.


    aus: Diplomarbeit Gina Tanner


    75 % der 24 Honigproben aus Süddeutschland enthielten Thiacloprid in Konzentrationen von 2 bis 110 μg/kg. In einer Probe wurde Thiamethoxam gefunden (1 μg/kg).


    18% der 67 weiteren Honigproben, wobei in vier Proben Thiacloprid in Konzentrationen von 7 bis 45 μg/kg gefunden wurden.


    7 der 65 Honigproben aus dem Gebiet des Bienensterbens 2008 enthielten Clothianidin in Konzentrationen von 1,1 bis 2,3 μg/kg.


    Weiter führt Gina Tanner in ihrer Diplomarbeit zu Funden von Neonicotinoiden im Honig aus:


    Zitat

    In diesem Zusammenhang war das Hauptziel dieser Diplomarbeit die Entwicklung und Validierung einer analytischen Methode für die simultane Bestimmung von Neonicotinoiden in Honig sowie die anschließende Untersuchung von österreichischen Honig- und Nektarproben. Die Methode umfasste insgesamt acht Neonicotinoide (Acetamiprid, Clothianidin, Dinotefuran, Flonicamid, Imidacloprid, Nitenpyram, Thiacloprid und Thiamethoxam) und vier Metabolite (IM 2-1, TFNA-AM, TZMU und TZNG). Die Probenaufarbeitung basierte auf einer Extraktion mit Acetonitril und anschließender Aufreinigung mittels dispersiver Festphasenextraktion. Der Nachweis und die Quantifizierung der Analyte erfolgte mit LC-MS/MS. Drei Neonicotinoide konnten in den Honigproben nachgewiesen werden: 18 von 41 Proben enthielten Thiacloprid, zwei Proben Acetamiprid und eine Probe Spuren von Thiamethoxam. In Honigproben von Bienenvölkern, welche von Bienenverlusten betroffen waren, konnte Thiacloprid häufiger und in höheren Konzentrationen nachgewiesen werden als in normalen Monitoringproben.


    Weiters enthielten Blütenhonige durchschnittlich höhere Thiacloprid-Rückstände als Waldhonige. Neun von elf Nektarproben enthielten ebenfalls Thiacloprid. Eine Korrelation zwischen den positiven Proben und Gebieten mit hohem Anteil an Mais- und Rapsanbau konnte nicht festgestellt werden.


    aus: Diplomarbeit Gina Tanner


    Besonders interessant im Hinblick auf: http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=22067


    Stichwort: Biscaya.


    Viele Grüße
    Bernhard

  • ...trotzdem gleichzeitig verwirrend der Fund! - Mich überrascht, daß ausgerechnet im Gebiet des Bienensterbens die geringsten Funde und niedrigsten Verunreinigungen gefunden wurden...

    Robert - Versuch macht kluch... - und natürlich: KISS ME - keep it simple and stupid and most efficient!

  • ...verwundert mich nicht. Da waren kaum noch Flugbienen da die Honig sammeln konnten.
    Für mich eine echt erschreckende Feststellung.
    Allerdings steht damit fest, dass Imker und ihre Bienen ein ausgesprägtes Empfinden für Veränderungen in der Umwelt haben.
    Was folgt daraus als Konsequenz?
    Werden wir jetzt unseren Honig nicht mehr los oder dürfen ihn nicht mehr verkaufen?


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Moin,
    Also habe ich meine 2 Trachtvölker mit der Honigzwischenfütterung(wie vermutet)umgebracht !!!!
    Das erinnert mich an ein Gespräch mit einem Berufsimker :
    Wir suchen beim kanadischen Honig nicht nach Genpollen, dafür suchen die in unserem nicht nach Pestiziden.
    Nun ist es aber raus!
    Ich bin kein Tierquäler, und sollte deshalb eigentlich die Imkerei einstellen
    gruß
    Helmut

  • ...Ich bin kein Tierquäler, und sollte deshalb eigentlich die Imkerei einstellen


    Moin Helmut,


    dann haben die Bienen aber gar keine Chance mehr. :roll:
    Also quäle weiter - zum Überleben der Bienen.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • :evil::evil::evil:


    Zitat daraus:
    "In den vergangenen Jahren wurden vom Maiswurzelbohrer befallene Maisäcker e r f o l g r e i c h mit einem zugelassenen und bienenungefährlichen Insektizid behandelt. Flankierend dazu wurde auf bestimmten Feldern eine Fruchtfolge behördlich verfügt." Zitat ende.


    Das ist nicht nur ein Schlag, sondern ein Tritt in`s Gesicht der Imker!
    "erfolgreich", "bienenungefährlich" - ich fasse es nicht.


    Und eine Selbstverständlichkeit für einen Landwirt, nämlich eine Fruchtfolge, muß behördlich angeordnet werden...


    Was lernen die heute eigentlich?

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • :evil::evil::evil:
     
    Das ist nicht nur ein Schlag, sondern ein Tritt in`s Gesicht der Imker!
    "erfolgreich", "bienenungefährlich" - ich fasse es nicht.


     
    Moin , Moin aus Hamburg,
    diesen Tritt spürst Du ??
    Dabei ist das Gesicht der Imker eigentlich doch durch eine Maske
    geschützt. Diese sollte eigentlich erfolgreich gegen solche Tritte schützen können. :roll:
    Vielleicht ist es aber nur eine Tarnmaske die letztendlich dafür sorgt, dass der kleine Imker nicht gesehen wird, Ihn aber vor den Tritten nicht schützt.
     
    Gruß aus dem Norden
     
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Dabei ist das Gesicht der Imker eigentlich doch durch eine Maske geschützt. Diese sollte eigentlich erfolgreich gegen solche Tritte schützen können.


    Das hast Du völlig mißverstanden.
    Soll nur gegen Stiche schützen.:p
    Die Tritte spür` ich wohl...:evil:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Das hast Du völlig mißverstanden.
    Soll nur gegen Stiche schützen.:p
    Die Tritte spür` ich wohl...:evil:


     
    Da müßte ich mit einer eisernen Maske imkern um diese Tritte nicht zu spüren.
    Mais bzw. Monokulutur hat Parallelen zur Loveparade 2010.
    Beides geht nicht gut aus. :-( 
    Zu viel auf engstem Raum.
    Wie lange noch?
    Wo ist meine Insel?
    ........
    Jörg