Langzeitrisiken von Imidacloprid unterschätzt

  • http://www.cbgnetwork.de/3482.html


    Zitat:



    "Der niederländische Toxikologe Dr. Henk Tennekes weist in einer aktuellen Untersuchung nach, dass die Langzeitrisiken der Insektizide Imidacloprid und Thiacloprid weitaus größer sind, als bislang angenommen. Dies könne eine der Ursachen für die Bienenvolksterben in aller Welt sein. Die Studie The toxicity of neonicotinoid insecticides to arthropods is reinforced by exposure time erschien am 23. Juli in dem Fachmagazin Toxicology (online).
    Dr. Henk Tennekes zu seinen Ergebnissen: "Das Risiko von Pestiziden wie Imidacloprid und Thiacloprid wird wahrscheinlich enorm unterschätzt, besonders für Wasserlebewesen und Bodenorganismen. Die bislang gültigen Grenzwerte wurden weitgehend aus Kurzzeit-Tests abgeleitet. Würde man Langzeit-Versuche durchführen, könnten schon bei wesentlich geringeren Konzentrationen verheerende Schäden auftreten. Damit kann erklärt werden, wieso schon geringe Mengen Imidacloprid längerfristig Bienensterben verursachen können“. Tennekes zeigt sich besorgt über die hohe Belastung von Oberflächengewässern mit schwer abbaubaren Agrochemikalien. So wiesen Messungen der niederländischen Umweltbehörde bis zu 320 Mikrogramm Imidacloprid pro Liter (µg/l) nach. Der EU-Grenzwert für Trinkwasser hingegen liegt bei 0,1 µg/l."


    Mit freundlichen Grüßen
    Rubikon

  • Studie: Langzeitigrisiken unterschätzt



    Die niederländische Studie The significance of the Druckrey–Küpfmüller equation for risk assessment—The toxicity of neonicotinoid insecticides to arthropods is reinforced by exposure time des Toxikologen Henk A. Tennekes steht vor der Veröffentlichung in dem wissenschaftlichen Journal Toxicology. Siehe auch:


    Science Direct online


    Grob übersetzt bedeutet der Titel der Studie: Die Bedeutung der Druckrey-Küpfmüller-Gleichung für die Risikobewertung - die Toxizität von neonicotinoiden Insektiziden auf Gliederfüßler verstärkt sich mit der Zeit der Exposition.


    Grundsätzlich geht es um die Frage, wie die Langzeitwirkung der Neonicotinoide, insbesondere Imidacloprid und Thiacloprid auf Gliederfüßler zu bewerten ist, wozu Insekten und damit auch die Honigbienen gehören. Ein Abstract der Studie findet sich hier:
    www.bijensterfte.nl (Niederländische Webseite zum Bienensterben)


    Einige Ergebnisse aus der Studie werden vorab über die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBGnetwork) bekannt.


    So schreibt CBGnetwork:

    Zitat


    Dr. Henk Tennekes zu seinen Ergebnissen: “Das Risiko von Pestiziden wie Imidacloprid und Thiacloprid wird wahrscheinlich enorm unterschätzt, besonders für Wasserlebewesen und Bodenorganismen. Die bislang gültigen Grenzwerte wurden weitgehend aus Kurzzeit-Tests abgeleitet. Würde man Langzeit-Versuche durchführen, könnten schon bei wesentlich geringeren Konzentrationen verheerende Schäden auftreten. Damit kann erklärt werden, wieso schon geringe Mengen Imidacloprid längerfristig Bienensterben verursachen können“. Tennekes zeigt sich besorgt über die hohe Belastung von Oberflächengewässern mit schwer abbaubaren Agrochemikalien. So wiesen Messungen der niederländischen Umweltbehörde bis zu 320 Mikrogramm Imidacloprid pro Liter (µg/l) nach. Der EU-Grenzwert für Trinkwasser hingegen liegt bei 0,1 µg/l.


    Imidacloprid wird unter den Handelsnamen Gaucho, Provado und Admire angeboten, der Wirkstoff gilt als meistverkauftes Pestizid weltweit. Thiacloprid wird unter den Namen Biscaya, Proteus und Calypso vertrieben. Beide Wirkstoffe gehören zur umstrittenen Wirkstoffklasse der Neonicotinoide, die u.a. zur Behandlung von Saatgut verwendet wird. Hersteller ist die Bayer CropScience AG, die im vergangenen Jahr allein mit Imidacloprid 606 Millionen Euro erlöste. Saatgutbehandlungsmittel von Bayer hatten vor zwei Jahren das großflächige Bienensterben in Süddeutschland verursacht.


    Der ganze Artikel findet sich hier: CBGnetwork


    Die seit Jahren seitens der Imker geäußerten Befürchtungen und aufgezeigten Mängel bei der Risikobewertung der systemischen Insektizide, werden hiermit erneut durch wissenschaftliche Arbeiten untermauert.


    Die Behörden reagierten zwar in der Vergangenheit, doch sehr eingeschränkt und sehr spezifisch. Die in der Studie erwähnten Stoffe Imidacloprid und Thiacloprid sind weiterhin weitläufig im landwirtschaftlichen Einsatz. Neben weiteren Neonicotinoiden und anderen systemischen Insektiziden. Im Gegenteil warten weitere neu entwickelte systemische Insektzide auf ihre Zulassung.


    Die Forderung seitens der Imkerei und den Naturschutzverbänden, das Vorsichtsprinzip walten zu lassen, wurde seitens der Behörden und Ministerien nicht aufgenommen. Ein Verbot systemischer Insektizide zum Schutze des Naturhaushalts oder wenigstens ein Aussetzen der Zulassung aller systemischen Insektizide bis zur Klärung der Sachlage wurde nicht umgesetzt.


    Dass diese Stoffe und deren Metabolite in hohen Dosierungen im Trinkwasser zu finden sind, wie es die oben genannte Studie erneut belegt, und damit auch den Menschen erreichen, für den - genau wie bei den Gliederfüßlern - die Langzeitrisiken vielleicht falsch bewertet werden - dass ist eine unhaltbare Situation. Vor allem vor dem Hintergrund, wie in der Vergangenheit von den Behörden solche Belastungen gehandhabt wurden. Siehe auch: Imkerdemo: Pflanzenschutzmittel im Trinkwasser


    Die Risikobewertung und die Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel sind in jedem Fall den neuartigen Wirkstoffen anzupassen. Bis dahin sollten die Zulassungen für systemische Pflanzenschutzmittel zumindest ruhen.


    Viele Grüße
    Bernhard

  • Und es bestätigt auch, das sich die Böden immer mehr damit anreichern,
    und in alles was nachwächst damit jahrelang vergiftet.
    Alles darf noch nachgespritzt werden mit "bienenungefährlichen" Biskaya.
    Gruß
    Helmut

  • Am heutigen 1. November erscheint das Sachbuch „A disaster in the making“ des holländischen Toxikologen Dr. Henk Tennekes über die Ursachen des europaweiten Bienen- und Vogelsterbens.


    http://www.lifegen.de/newsip/shownews.php4?getnews=2010-11-01-4006&pc=s01


    "Dr. Tennekes legt darin dar, dass der drastische Rückgang zahlreicher Vogelpopulationen, unter anderem Spatzen, Bachstelzen, Stare, Kiebitze oder Feldlerchen, mit der Dezimierung von Insekten durch den Einsatz von Neonicotinoiden in Zusammenhang steht."

  • Bin echt mal gespannt wie darauf reagiert wird, bzw. wie diese Studien versucht werden zu wiederlegen.
    Es stimmt einen sehr bedenklich, wenn man diese massiven Auswirkungen liest.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Schönen Abend, liebe Leut,
     
    die wahre Tragik ist beehead/Rubikon, daß zwar die Ursache erkannt ist, sich aber auch gar nichts verändert.
     
    Man weiß, wie die Geschichte enden wird, setzt sich deshalb trotzdem zusammen, erstellt Protokolle, diskutiert über Thun und Orang, vergleicht Interessen, wägt ab, setzt sich Ziele (unerreichbare oder unverwirklichbare), geht mit Versprechungen und Händeschütteln auseinander und vergißt am nächsten Tag. weshalb man eigentlich tagte.
     
    Doch abzusacken und rumzuhängen, bringt auch nichts!
     
    Deshalb ist für mich so mancher "input", ausgehend von diesem forum so wichtig.
     
    Ich bin ja kein Akademiker, noch hab ich Abi, nur ich pick mir hier so manchen highlight raus, den ich in meine kleinen Vorträge einbaue, so gesehen bin ich schon ein kleiner Dieb.:wink:
     
    Nur sollte man versuchen, was man tun kann, zu tun, nicht um nur irgendwas zu tun, was idiotisch wäre.
     
    Aber wir Imker haben die Pflicht, zu mahnen, zu warnen, auch Alternativen müssen aufgezeigt werden, sonst ist alles umsonst.
     
    Jeder, so wie er kann, in seinem Rahmen, so wie er meint, etwas beitragen zu können, auch wenns mühsam ist.
     
    Ich möcht nur mal Danke sagen, nicht weil ich heut meine senti-Phase habe, sondern einfach mal, für die wertvollen "links" mercy sagen.
     
    Schönen Abend
    Simon

  • Okay - wer reicht eine Petition beim Europäischen Parlament ein?
    Für einen Bann der Neonicotinoide?
    Juristen hier an Bord?

    Zitat

    arsch huh, Zäng ussenander


    Wir haben Rechte - die sollte man jetzt einfordern.


    Wer traut sich?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • @ Bernhard,


    danke für die Links, es kommt immer mehr Licht ins Dunkel. Bin gespannt wie sich
    "Die Dunkelheit" versucht auch dagegen zu wehren...


    @ Molle,
    bei Deinem Schlussatz stellt sich die Frage:" War Johannes Mehring" Hellseher zu seiner Zeit...":roll:

    Die Natur ist Perfekt, die Fehler macht nur der Mensch. (Sepp Holzer)