Abkehren - wie geht´s richtig???

  • :-?
    Bitte helft mir doch mal für´s nächste Mal: was habe ich falsch gemacht?


    Ein schwarmlustiges Volk von mir hat erst nur noch Drohnenbrut, dann gar keine Brut mehr gehabt (letzter Schwarm von Ende Mai).
    Eine zugehängte Weiselzelle aus einem immer noch unternehmungslustigen Jungvolk wurde abgebaut, eine Weiselprobe wurde auch nach 1 Woche nicht angenommen,
    keine Brut, dafür immer perfekter im Kamikaze-Mode unterwegs.


    Darufhin dachte ich: ihr hattet Eure Chance - und habe sie vorgestern auf unsere Obstbaumwiese geschleppt, Flugloch weit geöffnet und erwartet, dass sich die Flugbienen Richtung "Heimat" begeben
    (ca. 500 m entfernt - in den Garten wollte ich sie nicht kehren,
    er schien mir nicht groß genug für mich und dieses Volk...:wink: )


    Gestern bin ich auf die Wiese, um den "Rest" abzukehren
    (2 Jungvölker zum Einbetteln stehen 50 m entfernt...) - Beute eingeräuchert
    (mit Rainfarn, nicht mit Stachelbeere oder Stechapfel...),
    Deckel auf - und dann hüpfte ich auch schon wie ein junges Reh
    quer durch hüfthohen, abgeblühten Senf, Mohn und Kornblumen :eek:


    Ich habe es dann in über 1 Stunde geschafft, die Beute einigermaßen bienenfrei zu bekommen - umzingelt von sehr wütenden Flugbienen (meine Stiche trotz Vollmontur zähle ich gar nicht mehr...)


    Aber warum sind die Flugbienen nicht vorher abgeflogen?
    Und was habe ich falsch gemacht?


    Habt Ihr einen Rat für´s nächste Mal?
    Oder ist das etwa normal?


    Vielen Dank im voraus! :p_flower01:

  • Hallo,


    ich denke schon das viele der Flugbienen an den alten Standord geflogen sind und sich da in andere Völker eingebettelt haben.


    Aber ich vermute mal was anderes. Überleg mal. Oft nachsehen, Angst beim Nachsehen, Jahreszeit, keine Brut, warscheinlich kaum tracht. Die Haben Hunger, und verteidigen ihre letzten Reserven. Ich könnt Wetten das unter den wenn überhaupt vorhandenen Honigkränzen kaum bis garkein offenes Futter war.
    Wenn nix xreinkommt brüten die auch nicht!


    Gruß Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Die Haben Hunger, und verteidigen ihre letzten Reserven. Ich könnt Wetten das unter den wenn überhaupt vorhandenen Honigkränzen kaum bis garkein offenes Futter war.


    Danke für Deine Antwort!


    Hunger hatten die bestimmt nicht - wir haben die Beute zu zweit runtergetragen (Scheunenboden),
    die war sehr schwer. :wink:
    Und beim Abkehr-Versuch habe ich ein über mehrere Waben verhonigtes Brutnest gesehen
    (die würden doch wohl nicht ganz ohne Brut schwärmen wollen :confused: ),
    die anderen Waben waren voll Honig und Pollen.


    Erst vor 1 guten Woche hatten wir die letzte Honigernte nach guter Tracht:
    nach 4 erfolgreich (und stichfrei) abgeernteten Völkern wollte ich bei diesen hier noch mal eben sehen, ob sie nicht doch noch nachziehen oder in Brut gegangen sind:
    sie haben mir dann ruck-zuck gezeigt, dass ich vergessen hatte, die Hose in die Socken zu stecken
    und dass mein "Visier" auch nicht vollständig geschlossen war :lol: .


    So besonders ängstlich bin ich eigentlich auch nicht, mein 1. Volk war auch nicht gerade besonders sanftmütig und hat mir schnell gezeigt, dass es besser ist, die Kombi anzulassen, alleine damit sich keine Bienen in Haaren + Brille verfangen :oops:


    Beim Suchen hier bin ich aber auf einen uralten Fred von Henry gestoßen:
    "Stecher im April" - ich glaube, seine Ur-Ur-Enkelin hat es mittlerweile ins Rheinland geschafft... :wink:

  • Hallo,


    ich hatte auch mal einen Ableger mit unbegatteter Königin. Hab sie gesehen! War auch Drohnenbrütig, die waren auch nicht besonders friedlich beim Abfegen. Und das war "nur" ein Ableger.Selbst wenn bei deinem Volk alle Flugbienen zurück fliegen sind immernoch MINDESTENS 75% des ursprüglichen Volkes in der Kiste.
    Komisch bei dir ist das die erst Drohnenbrütig waren und dann garkeine Brut mehr hatten.


    Gruß Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Hallo,


    dazu kann ich aktuell erzählen, dass ich ein ursprunglich schon sehr sanftmütiges Volk, Nachschwarm vom Juni, auch drohnenbrütig mit aktuell keiner Brut mehr, gestern abgefegt habe, ca. 10 m vom alten Standort entfernt, zweites volk zum Einbetteln steht neben dem alten Standplatz.
    Königin wohl nicht begattet, ich fands auch komisch, dass dann gar keine Brut mehr drin war. Die Königin hab ich auch nicht gesehen.
    Das hat ohne Probleme geklappt, kein Aggressivitäten. Ich hatte eine Imkerbluse und Jeans an (nicht in den Socken :wink:) Zwei Rauchstöße ins Flugloch, noch was vorbereitet. Dann weggetragen, aufgemacht und gefegt. Die hatten Honigkränze und sonst noch Futter genug drin.
    Ursprünglich sich gesammelte Bienen am Ständerwerk des alten Standortes sind heute verschwunden bis auf ein Rest Drohnen.


    Ich sehe da nun keine Untrschied zu Deiner vorgehensweise, bis auf die Tatsache, dass du schon vorher verstellt hattest, was Dir ja lediglich ein Minus an Flugbienen verschafft haben sollte.


    :confused:


    Liebe Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • So einen merkwürdigen Ableger hatte ich auch. Eigentlich sollte eine Königin drin sein, so mein Pate, der ihn mir geschenkt hat. Aber nach 4 Wochen bei mir (ohne irgendwelche Eingriffe von mir, abgesehen vom Futterteig drauflegen) gabs keine Brut, die Damen heulten nach Mutti und waren auch sehr angriffslustig. 2 Weiselproben wurden nicht angenommen. Letzte Woche sah ich dann einige merkwürdig gewölbte Brutzellen und hab die Bienen etwa 50m entfernt abgefegt. Quasi sicherheitshalber, weil ich nicht 100% überzeugt war, daß es Buckelbrut war, was ich gesehen habe, aber auch nicht riskieren wollte, daß mir meine schöne nachgezogene Königin hops geht, wenn ich den weisellosen Ableger einem anderen aufgesetzt hätte.
    Es summte ordentlich und auch wütend um mich um, aber Stiche gabs nicht. Die abgefegten Waben sind sofort in eine Zarge mit Boden (Flugloch geschlossen natürlich) und Deckel gewandert. Ein paar Verirrte fanden sich später in darin, aber die waren auch leicht zu Gehen zu überreden.
    Der Rest des Ablegers ist zurück zum alten Standplatz geflogen und hat sich vorzugsweise direkt bei den beiden Nachbarablegern eingebettelt. Die Kästen saß nun proppevoll mit Bienen. Ich hab beiden am nächsten Tag eine zweite Zarge mit Mittelwänden und den abgefegten Futterwaben aufgesetzt. Jetzt füttere ich mit Futterteig und hoffe, beide vernünftig einwintern zu können.


    Gruß


    Dirk

  • Selbst wenn bei deinem Volk alle Flugbienen zurück fliegen sind immernoch MINDESTENS 75% des ursprüglichen Volkes in der Kiste.
    Komisch bei dir ist das die erst Drohnenbrütig waren und dann garkeine Brut mehr hatten.
    Gruß Thorsten


    Soo viele :eek: ? Ich hatte doch mit weniger gerechnet
    (ok, ich habe gar nicht gerechnet... :wink: )


    "Drohnenbrütig" ist wahrscheinlich falsch ausgedrückt - es schlüpften zum Schluss nur noch die Drohnen, alles andere war geschlüpft - und es kam halt keine neue Brut nach.
     


    Königin wohl nicht begattet, ich fands auch komisch, dass dann gar keine Brut mehr drin war. Die Königin hab ich auch nicht gesehen.


    Ich sehe da nun keine Untrschied zu Deiner vorgehensweise, bis auf die Tatsache, dass du schon vorher verstellt hattest, was Dir ja lediglich ein Minus an Flugbienen verschafft haben sollte.
    :confused:
    Marion


    So sah es bei mir auch aus - ich denke, dass eine Königin drin war.
    Und eigentlich hoffte ich, sie gegen eine neue sanfte tauschen zu können,
    aber ich habe sie auch nicht gefunden.
    Und dieses Volk am Stand (oben auf dem Scheunenboden...) durchsieben
    hielt ich nicht wirklich für realistisch :-?


    Es tröstet mich, dass ich zumindest theoretisch nicht so viel falsch gemacht habe, danke.

  • Ich habe auch gerade zwei Völker aufgelöst, weil die kö nicht mehr so gut war.
     
    Ich gebe immer sehr viel Rauch in die Beute und warte einige Minuten, so dass sich alle Bienen nochmal mit Honig vollsaugen können. Dann nehme ich eine Sperrholzplatte und lege diese vor das Flugloch, wo die abgefegten zu laufen sollen. Und danach fege ich Wabe für Wabe auf die Speerholzplatte und zum schluß auch die Zarge und den Boden. Bis alles leer ist, die leeren Waben kommen in eine Bienendichte Beute/Kiste. Wenn noch Brut vorhanden ist, kommt die oben drauf auf das Nachbarvolk. Geht nur bei nicht dohnenbrütigen Völkern. Mit Honig vollgepumpte Bienen können sich ganz leicht einbetteln und stechen selten. Und wenn man sie dierekt vor die neue Beute auf eine Speerholzplatte fegt, fliegen wenig Bienen auf und wandern einfach in die andere Beute.
     
    Drohnenbrütige Völker sollten in einer Entfernung von 50 bis 100 m einfach ins Gras gefegt werden, aber auch mit viel Rauch geben und dies mit zeitlicher Verzögerung von 5 min.
     
    Also meine abgefegten Bienen waren ganz friedlich und sind einfach ins neue Volk mit eingezogen, die Kö wird nicht eingelassen und abgestochen (in 90 % der Fälle).

  • Hallo Barbara,


    ich denke, dein Fehler war einfach die Wartezeit von einem Tag. Da sind die Bienen die nicht zurückgeflogen sind gerade dabei, sich neu einzufliegen. Das ganze Volk ist nach dem Transport noch in Aufruhr aber nicht mehr verstört und unorganisiert sondern wieder geordnet und als Volk in dem Willen sich gegen alle erneute Unruhe zu verteidigen geeint. Dazu dürfte noch kommen, das die Beute sicherlich nicht sauber ausgerichtet sondern irgendwie schief in der Wiese stand, was weitere Unruhe ins Volk bringt.
    Heftige Angriffe sind da eigentlich zwingend.


    Ich habe am Wochenende ein Stechervolk aufgelöst, das bei der kleinsten Störung aggressiv wurde. Da sie sensationell gut gesammelt haben, hatte ich die Waldtracht noch abgewartet.
    Bei der überfallartigen Aktion: Einräuchern, 5 Minuten warten, Volk ein Stück wegtragen, Wabe für Wabe abstoßen, gabs gerade mal zwei Stiche.


    Das selbe Volk hat mich früher bei Volltracht mehrmals zur Einstellung der Arbeiten gezwungen. Mehr als einmal habe ich schließlich die Flucht ergriffen.

  • Was meint Ihr denn, wie lange man warten sollte, bis so ein großer Teil der Flugbienen abgeflogen ist?


    Ansonsten merke ich mir:
    VIEL mehr Rauch - und dann etwas länger warten
    (ich hatte nur ca. 1 Minute gewartet)


    So einigermaßen gerade stand die Beute auf dem freien Platz vor der Baby-Linde...

  • Hallo Barbara X!


    Zitat

    Und was habe ich falsch gemacht?


    Ich glaube, dass du die Bienen schon im eigenen Garten abkehren hättest sollen. Vermutlich haben sie sich dort neu eingeflogen, da ihnen die Umgebung nicht bekannt vor kam. Vergleiche dazu die Erkenntnisse von:


    Umsetzung von Beuten auf kurze Distanz
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=12017&highlight=kurze+distanz


    Die 50 m Entfernung zu den anderen Völkern kommt mir auch zu viel vor, wie sollten die dort hin finden.


    Deine Befürchtung, dass es wegen "dem Stecher" im eigenen Garten zu Schwierigkeiten kommen könnte ist unbegründet. Sobald die Bienen in "Nichtstechern" integriert sind, sind auch diese Bienen friedlich.


    Ich hätte in deinem Fall das Volk sofort aufgelöst und anstelle vom schwarmtriebigen Volk einen Ableger gemacht. Das hätte den Vorteil gehabt, dass das schwarmtriebige Volk entlastet worden wäre und der Ableger hätte auch einen idealen Start gehabt.


    Die Beweiselungsversuche durch selbst gezogene Königinnen sind nicht ideal, es vergeht einfach zu viel Zeit und meistens sind die Bienen schon alt.


    Meine Devise ist, im zeitigen Frühjahr genug Ableger erstellen und die Saison über die Völker die aus welchen Grund auch immer, nicht taugen einfach auflösen. Das geht bei mir recht schnell. Beute zur Seite gestellt, ein Rähmchen nach dem anderen gezogen und vor die Fluglöcher der anderen Völker geschüttelt und fertig. Die Bruträhmchen werden anderen Völkern zugegeben.



    MfG
    Honigmaul

  • Hallo Barbara X!
    Vermutlich haben sie sich dort neu eingeflogen, da ihnen die Umgebung nicht bekannt vor kam.


    Au weh - daran habe ich gar nicht gedacht! :oops:
    (Dabei habe ich gerade eben auch erst 2 Beuten nach diesem Schema (erfolgreich) versetzt).
    Ich dachte, wenn das Flugloch sofort weit auf ist, kommen die gar nicht auf den Gedanken, sich neu einzufliegen.


    Die 50 m Entfernung zu den anderen Völkern kommt mir auch zu viel vor, wie sollten die dort hin finden.


    DAS zumindest scheint geklappt zu haben: meine beiden Juni-Schwärmchen auf der Wiese waren heute zumindest proppenvoll, und auf der Wiese sind mir auch keine Bienenansammlungen mehr aufgefallen.
    Den Abstand habe ich gewählt, weil ich Angst vor Drohnenmütterchen hatte:
    keiner konnte mir genau sagen, wie weit die denn tatsächlich kommen.


    Deine Befürchtung, dass es wegen "dem Stecher" im eigenen Garten zu Schwierigkeiten kommen könnte ist unbegründet. Sobald die Bienen in "Nichtstechern" integriert sind, sind auch diese Bienen friedlich.


    Meine (nicht unberechtigte) Sorge war eher die Zeit bis zum Integrieren :wink:


    Ich hätte in deinem Fall das Volk sofort aufgelöst und anstelle vom schwarmtriebigen Volk einen Ableger gemacht. .


    Ich habe mir meine Daten noch mal durchgelesen:
    1. Mai - 1. Weiselzelle
    9. Mai - Ableger mit 3 WZ erstellt
    23. Mai - Schwarm
    29. Mai - HR leer, keine offene Brut
    danach gab es noch mal kurz Drohnenbrut, dann nix mehr, aber auch kein Nachziehen der Weiselprobe...


    Mit dem Auflösen tue ich mich noch sehr schwer
    (normalerweise versuche ich "Vereinigungsköniginnen" vor der neuen Beute zu retten... :oops:)


    Wenn ich denn sicher wüsste, dass da nur eine nicht-legende Königin drin ist, hätte ich mir und den Bienen das Leben sicher einfacher gemacht :-(


    Vielen Dank für Deine Erklärungen - sie helfen mir schon viel weiter!