Winterbienen

  • Hallo Imkerfreunde,


    ich habe einen Ableger auf 1 Zarge und habe dazu ein paar Fragen, die ihr mir
    vielleicht beantworten könnt.


    Was ist zu tun, um der Königen genügend Platz für die Brut der Winterbienen
    zu verschaffen.


    Ich habe davon gehört, dass der Brutraum nicht "verhonigt" sein darf.


    Wie ist die Vorgehensweise und wenn eine Honigwabe entnommen werden muss,
    an welchen Stelle wird die neue Wabe eingesetzt (als Anfänger habe ich nur
    leergeschleuderte Honigwaben, keine Brutwaben).


    Vorab schon einmal vielen Dank für eure Hilfe.


    Viele Grüße und eine gute Nacht
    wünscht Blaubiene

  • Hallo, Blaubiene.


    Leerwaben und auch Mittelwände an den Rand des Brutnests.
    Dort werden sie ausgebaut, ohne dass das Brutnest auseinandergerissen wird.


    Zitat

    Ich habe davon gehört, dass der Brutraum nicht "verhonigt" sein darf.


    "Nicht verhonigt" heißt hier: nicht alles zugekleistert.
    Schlechtwetterreserven auf den aüßeren Waben und im Honigkranz sind aber normal.
    Wenn Du Honig von einem Ableger schleuderst, dann bitte darauf achten, dass er noch etwas Reserven hat.

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Moin,
    und unter ständiger, aber dünner Fütterung sollte auch die zweite Zarge vorm Winter noch ausgebaut werden.
    Ableger sollten nicht unbedingt als Einzarger überwintern.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Guten morgen Blaubiene,


    wenn es ein Ableger ist, so würde ich ihn auf einer Zarge überwintern, da er nicht größer ist, nur weil Du eine zweite aufsetzt. Der Wärmehaushalt und die Frühjahrsentwicklung wird dadurch bedeutend besser sein! Futter braucht er aber genug ...so 15 kg würde ich ihm mit in den Winter geben.


    Gruß Andreas

  • Moin,
    es sind noch mehr als zwei Monate bis zum Herbst, und vernünftig ab Erstellung gefütterte Ableger sollten bis dahin ordentliche Zweizarger sein - mit genug Platz für Brut und ausreichend Futter.
    Je stärker sie eingewintert werden, desto besser die Auswinterungschancen.:Biene:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,
    einigen neueren Beiträgen in diesem Forum entsprechend, vor allem von Henry, füttere ich nicht verdünnt, sondern mit konzentriertem Sirup aber eingeengtem Zugang zum Futter. Hierdurch kann eine große Menge auf einmal gegeben werden, ohne dass es zu Gärung kommt. Die Einengung ist so ausgelegt, dass die Bienen ca. 500g Sirup/Tag aufnehmen können.
    Gruß Ralph

  • Und warum?
    Der Zuckergehalt von Blütennektaren ist in etwa gleich einem Zucker/Wassergemisch von 1 zu 1.
    Wenn ich Bienen also eine echte Tracht vortäusche bzw. *ersetze*, treten die angestammten Eigenschaften, wie
    z.B. Bautrieb wieder in zutage. Wenn ich Ablegern oder sonstigen Völkern (aus welchem Grund auch immer) täglich
    einen halben Liter über Kopf verabreiche, werden in den kommenden 6 Wochen leicht noch 8 Mittelwände ausgebaut.
    Wichtig ist, dass die Brutwaben im Brutraum einen schönen, dicken Futterkranz haben. Dann brüten die Bienen nicht mehr in den 2. Raum durch.
    Ich verwende für die Ableger einen 10 cm Futteraufsatz, sodass ich mittels halb Liter Beutel die Bienen ober der Folie (mit Loch) ohne Beunruhigung und Beeinträchtigung füttern kann.
    Ist halt auch nur eine der vielen Methoden und Ansichten. Das ist das Schöne.


    Fritz

  • Hallo sabi(e)ne,


    ist denn noch ausreichend Tracht vorhanden, um eine zweite Zarge aufbauen zu lassen?


    Wir haben zwar noch 2 Monate bis zum Herbst, doch das Nahrungsangebot und die Temparaturen nehmen stetig ab.


    Macht es da noch Sinn, eine zweite Zarge aufzusetzen?


    VG
    Blaubiene

  • @ Fritz Wieland,


    könntest Du die Methode mit dem Halblieterbeutel näher erklären? Ich möchte nämlich einige Völker auf einer Zarge überwintern und nur langsam füttern, da im Moment der Platz für Brut gebraucht wird.

  • Langsam füttern und Zuckerplärre gibt Jauche. Es ist dann nötig kontinuierlich die Tagesabnahmen restfrei nachzufüttern. Schon das Befüllen bzw. nachfüllen benutzter Futtergefäße verkürzt die Zeit bis zum Gammeln ungemein.
    Wer täglich 250ml 1:1 gegen Abend - am besten in der Flasche - aufsetzen kann, wer also die Zeit hat und bei den Bienen ist der kann so das Optimung ausreizen.


    Ableger, die jetzt schon vollgefüttert sind, haben einzargig zu wenig Platz für Brut. (11W DNM) Denen setzt man folglich keine MW-Zarge auf, sondern eine Drechswabenzarge unter in die sie der weitere Futterstrom hineindrückt. Hat man als Anfänger ausschließlich MW, dann muß man Waben und MW so auf die zwei Zargen verteilen, daß dennoch ein zusammenhängendes kugeligen Brutnest umgeben von MW erhalten bleibt. An besten wird nahe am und über dem Brutnest gebaut. Hängt man also die mittleren Waben samt Brut nach unten und umrahmt die mit MW und gibt oben in die Mitte MW und umrahmt die mit den FW von unten, dann hat man das ungefähr erreicht ...


    Einzargige Überwinterung erhöht das Ausfallrisiko im Frühjahr und die Schädigung bei Behandlungen ganz erheblich.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Wieviel Brut muss vorhanden sein, um ein Volk auf 2 Zargen überwintern zu lassen?


    Eine 2.Zarge mit Waben aufzusetzen, lohnt doch sicher nicht für kleine Völker.

  • MW = Mittelwand,
    MW-Zarge = Zarge, die nur Rähmchen mit nicht ausgebauten Mittelwänden enthält.


    Bei Abkürzungen lohnt sich ein Blick ganz nach oben auf der Forumsseite und der Klick auf Glossar.


    Robert

    Was auch immer geschieht: nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken! (E. Kästner)