Ab wann spricht man bei Warré von einem "Mickervolk"?

  • Hallo @ Naturbau- und Warré-Imker!


    Nach Bernhards Beitrag hier zur Wabenvielfalt und dem Lesen der PDF http://www.immenfreunde.de/Warre_Management.pdf
    bin ich ans Nachdenken geraten bzgl. meiner beiden Völker, weil von Einwinterung von "Mickervölkern" abgeraten wird:


    Schwarm 1 ist vom 3.6., in die Warré am 5.6., erster Polleneintrag 6 Tage später. Sehr guter Flugbetrieb, die Trachtsituation ist wirklich gut hier, Konkurrenz habe ich auch keine. Angebotenes Flüssigfutter 1:1 abends haben sie kaum angenommen bzw. nehmen nur so 50 ml langsamer Anstieg seit ca einer Woche.
    Es sind vor gut 10 Tagen viele Drohnen geschlüpft, allerdings auch junge Arbeiterinnen beim Einfliegen zu sehen. Drohnenanteil m.E. nach nicht >10%.
    Meine Bedenken: Es ist noch immer kein Baubeginn in der unteren Zarge zu erkennen, obwohl abends durch das Fenster, das ich in der unteren Zarge habe, eine Traube zu sehen ist bzw. ein ordentliches Durchhängen des Volkes: sogar die Wände und der Boden sind bienenbesetzt. Im Vergleich zum Volk zwei ist aber der Flugbetrieb und auch der Polleneintrag ist schwächer geworden. (Könnte mir denken, die haben still umgeweiselt und grad ne Pause? s. Drohnen)
    Die obere Zarge ist voll seit ca 2 Wochen, auch viel Nektar drin. Einzelne Waben habe ich nicht angeschaut, da ich keine Unruhe wollte.


    Volk zwei ist eine Woche später dazugekommen, bereits nach 5 Tagen Polleneintrag. Erst wesentlich schwächer als Volk 1, so als Schwarmgröße in der Traube ca Kaffekanne würd ich sagen. Die haben mittlerweile durchgestartet, haben keine Drohnen bisher. Schleppen sehr gut Pollen und es herrscht fleißiger Flugbetrieb. Seit einer knappen Woche steigt auch die Futterannahme auf jetzt täglich 200g Zucker flüssig in 1:1 Lösung.
    Hier ist vielleicht noch ein winziger Rest zum Ausbau frei in der oberen Zarge (die Ecken noch frei).
    Aber auch hier: Kein Baubeginn in der unteren, obwohl sie durchhängen.


    Frage:
    Ist eine Einwinterung solcher Völker auf einer Zarge nicht sinnvoll?
    Sollte ich schon mal über eine Vereinigung mit Wegnahme der Königin aus Volk 1 im Herbst nachdenken, weil beides Einzarger sind bisher?
    Oder passiert da mit weiterer Fütterung noch was in den unteren Zargen bis in den Spätherbst? Wie sind da Eure Erfahrungen?
    Es ist klar, dass ich evtl. nicht fertig ausgebaute unteren Zargen zur Einwinterung wegnehmen würde.


    Oder ist es generell noch zu früh, um diese Volksstärkenfrage überhaupt zu stellen? (Volk zwei hat jetzt schon eine Entwicklung hingelegt, mit der ich auch nicht gerechnet hatte und Läppertracht gibt es hier wirklich gute.)


    Bin gespannt auf Meinugen.


    Liebe Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Marion.


    Wir hatten im letzten Jahr auch ein absolutes Warré-Mickervolk. Kaum Flugbetrieb - im August nur eine Zarge ausgebaut. Futter haben sie keines abgenommen unsd so auf nur 5 kg Honig überwintert(!). Ich haben ihnen im Herbst unter die eine Zarge ein leeres, unbespanntes Heukissen gestellt, um wenigstens ein würfeliges Volumen zu erhalten, weil ich ein besseres Gefühl dabei hatte, als bei reiner Einzargen-Überwinterung.


    Eigentlich hatte ich das Volk abgeschrieben. Aber in diesem Frühjahr ging es plötzlich "ab, wie Schmidts Katze" und hat sich mittlerweile zu meinem besten Trachtvolk entwickelt. Aus Mickerlingen kann also durchaus noch was werden.


    Liebe Grüße
    Mandy

    "Keine Rähmchen - keine Mittelwände - wenig Arbeit." (Émile Warré)

  • Hallo Mandy,
    na so ein Kandidat hab ich auch gerade. Ist ein kleiner Schwarm den ich einloggiert hatte und dann kam der grosse Regen im Mai. Selbst da nahmen Sie kaum Futter ab und bis jetzt haben Sie gerade mal eine Zarge ausgebaut. an der 2.ten Zarge ist gerade mal eine Wabe angefangen. Bin gespannt was da noch geht.
    Allerdings hatte ich letztes Jahr bei meinen Ablegern auch beobachtet, dass Die im August nochmal richtig Gas gegeben haben und noch ne ganze Zarge ausgebaut haben.


    Die Bienen wissen eben mehr als wir, was für Sie gut ist. Wir müssen es nur ganz sachte lenken.


    Sonnige Grüsse,
    Markus

    Die Natur ist Perfekt, die Fehler macht nur der Mensch. (Sepp Holzer)

  • Hallo Lothar,


    ja, das werden wohl Flugdamen sein, sonst müßte da bautechnisch richtig was vorwärts gehen an den besetzten OTs, dabei sieht`s so gut aus: schön halbrund mit Bienenketten nach unten durchhängend... na ja.
    Heut hab ich in der oberen Zarge des zweiten, so gut aufgeholten Volkes gesehen, dass es zügig in die letzten Winkel geht und dass da in ein bis zwei Tagen absolutes Bauende sein dürfte. Die platzen bald raus :wink:. Jede fünfte Biene hatte heute gegen 11:00 dicke Pollenhöschen. 300 ml 1:1 war heute abend innerhalb 1,5 Stunden weggeschlürft.


    Ich mach mir dann mal nach Hopis Aussage Hoffnungen, dass bis in ein paar Wochen unten noch ausreichend was geschafft wird. Ansonsten wage ich es, sie einzargig in den Winter gehen zu lassen, es sei denn, Volk eins würde noch mickeriger, dann überleg ich an der Vereinigung nochmal neu.


    Wenn man als Anfänger keine Erfahrungswerte hat und zwei Startvölker, dann werden die natürlich penibelst beobachtet, interpretiert, begrübelt etc. :lol:
    Bloß gut, dass die Warré mir (wie erwünscht) sozusagen auf die Finger klopft, ständig in den Bienen rumzuwurschteln :wink::roll:


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo,


    schreibe mit Absicht vom Mißerfolg, damit andere da noch was profitieren können. Verschont mich mit Gemecker :roll:


    Zitat

    Wenn man als Anfänger keine Erfahrungswerte hat und zwei Startvölker, dann werden die natürlich penibelst beobachtet, interpretiert, begrübelt etc.
    Bloß gut, dass die Warré mir (wie erwünscht) sozusagen auf die Finger klopft, ständig in den Bienen rumzuwurschteln


    Hätt ich mal besser!!:-(
    gut, dass ich heute doch in mein eines „Mickervolk“ geguckt habe.
    Drohnenbrütig!
    Brut - wohl allesamt zum Schluß nur noch Drohnen – ausgelaufen bis auf einzelne Buckelzellen, keine Stifte, keine offene Brut. Nur noch wenige Bienen bzw. nicht genug, um eine Königin noch zuzusetzen, wie ich jetzt mal allein entschieden habe.


    Hätt ich auf mein Bauchgefühl gehört! Schon vor zwei Wochen kam mir das so viel vor mit den Drohnen, dann fiel auf, dass sie weniger Futter abnahmen im Vergleich zum zweiten Volk. Mein Imkerpate meinte, das sei OK, weil auch Jungbienen da waren, nicht zu viele Drohnen, die seien nur schubweise geschlüpft und hätten Vorspiel gehabt. Besser in Ruhe lassen, könne auch sein, dass die still umweiseln. Bei randverbauten Waben (kurz unters Tuch geguckt) würde es jetzt nur ein Riesengematsche geben, dabei evtl. Weiselzellen zerstört. Mist, dass nur unten ein Fensster in der Zarge ist.
    Heute waren`s mir einfach massig zu viele Jungs! Volk zwei hat gar keine.


    Ich hab sie heute abseits aufgelöst/abgestossen. Hoffentlich klappt bei den meisten Restbienen vollgetankt das Einbetteln.
    Vereinigen hab ich mich nicht getraut wegen der doch evtl. schon längeren Drohnenbrütigkeit.


    Die Königin war wohl nicht richtig begattet. Die erste verdeckelte Brut, die ich gesehen habe im Juni, das war KEINE Buckelbrut und auch keine Drohnenbrut. Dann fleißig Pollentragen und ich hab nicht mehr reingeschaut.
    Und das nächste mal hör ich auf mein Bauchgefühl…


    Gefrustet


    Marion


    …dafür entwickelt sich „Völkchen“ zwei ganz prächtig. Baubeginn unten. Wenigstens etwas. Damit bin ich jetzt Einvolkbesitzerin :-(

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

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  • Anregung: Wofür könnte ein drohnenbrütiges Volk noch von Nutzen sein?


    Viele Grüße
    Bernhard

  • Hallo Bernhard,
    hatten wir das nicht schon mal?:wink:


    Ging es nicht darum, dass Drohnen keinen Papa haben? Und dass Drohnen eigentlich weiblich sind?
    Mich haben die Verwandtschaftsverhältnisse der haploiden Drohnen auf jeden Fall ziemlich verwirrt.:lol:


    Herzliche Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Hallo Alle!


    Ich wollt mal kurz noch berichten, dass mein allereinziges Völkchen jetzt ganz schön aufholt.


    Baubeginn war doch erst vor zwei Tagen unten, ich hatte mich da am 27.7. doch verguckt, was das vermeindliche Wabenstück am Start betraf.
    Allerdings jetzt mit beachtlicher Geschwindigkeit: Am nächsten Tag schon eine handgroße Wabe und die ganze untere Zarge ist proppevoll mit Bienen! Die OTs daneben were sicher auch schon begonnen, ich seh aber durch das Fenster vor Lauter Bienen nix.
    Egal, denn stören werd ich dafür nun bestimmt nicht.


    Es besteht also noch Aussicht auf Ausbau von Zarge Nr 2 und ich freu mich da ganz immens drüber!


    Es grüßt Euch


    Einvolkbesitzerin


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Marion,
    so langsam drückt ja auch das Futter den Bienensitz nach unten.
    Irgendwohin muss man ja jetzt mit der Brut hin,
    also zwangsläufig erfolgt jetzt auch der Ausbau der unteren Zarge.
    Zumindest soweit, wie die Bienen meinen es tuen zu müssen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.