Bienen auf dem Balkon, was tun?

  • Liebe Bienenkundige, ich bräuchte einen Rat. Ich bin schon länger nur zum Gießen auf dem Balkon, nie ist mir etwas aufgefallen. In einer Woche ziehen wir um, daher wollte ich nun gestern den Balkon räumen. Dort stehen Balkonmöbel, Töpfe usw. und dazwischen eine "geparkte" große Plastiktüte (so ein großer Müllsack) mit Stoffresten. Als ich in dieser Ecke räumen wollte, erhob sich ein recht lautes Summen, und viele Bienen schwirrten auf einmal herum. Ich habe es dann erstmal gelassen und beobachtet. Die Bienen flogen, so wie ich das beobachten konnte, in diesen Sack ein und aus.
    Heute morgen sehe ich wieder nur einzelne Bienen fliegen, jetzt fallen sie wieder nicht weiter auf, aber ich weiß, was ich gestern gesehen habe. Was macht man denn in so einem Fall, bitte dringend um Auskunft, da wir wie gesagt in nur einer Woche umziehen! Sonst wäre es mir nicht so dringend.
    Ich habe hier im Forum schon gelesen, man ruft dann einen Imker. Ist hier vielleicht ein Imker aus Hamburg, der bald hierherkommen könnte (noch diese Woche)? Oder kann mir jemand einen empfehlen?
    Vielen Dank und Gruß


    P.S.: Während des Forumsupdates habe ich einen Imker in meiner Nähe angerufen, der mir sagte, ich müsse einen Schädlingsbekämpfer anrufen, der die Bienen dann vernichtet, es seien wohl Wildbienen und die nützten ja nichts. Ich habe daraufhin die Feuerwehr angerufen, die mir Ähnliches sagten, also daß man sie vom Schädlingsbekämpfer vernichten lassen müsse.
    Hat jemand noch ne andere Idee, möglichst eine bessere als das! Es muß doch auch ein paar Bienenfreunde unter den Imkern geben!

  • Hallo,


    Zitat

    ...habe ich einen Imker in meiner Nähe angerufen, der mir sagte, ich müsse einen Schädlingsbekämpfer anrufen, der die Bienen dann vernichtet, es seien wohl Wildbienen und die nützten ja nichts


    Da hast Du den falschen Imker angerufen, das kann ja wohl überhaupt nicht angehen so etwas.
    Drohne Daniel, hier aus dem Forum, ist schon informiert, sobald er online ist, wird er sich sicherlich dazu melden. Der kommt immer wenn Bienchen in Gefahr sind ;-)


    Beste Grüße
    Hartmut

  • Also ich vermute mal stark daß das gar keine Bienen sind, sondern Wespen - meistens gehen sächsische Wespe oder auch manche Kurzkopfwespen an solche Plätze. Ich würde abwarten ob das Nest nicht Ende August verlassen ist. Sollte es Mitte September noch rege fliegen, ist es wohl eine Kurzkopfwespe und dann braucht es zum Absterben etwas länger. Muß denn der Sack jetzt unbedingt weg? Schließlich sind die da ja schon eine Weile und bisher war das ja auch problemlos. Man kann sowas bei Dunkelheit auch recht gut umsiedeln (mitsamt Sack eben versetzen) aber dann müssen sie mindestens 5 km weit weg sonst fliegt es da tagelang herum...


    Melanie

  • Hallo Hartmut,
    Du glaubst gar nicht, wie erleichtert ich bin, daß Du das auch so siehst, daß man diese Bienen nicht vernichten sollte! Ich war so entsetzt, als ich das hörte.
    Dann warte ich mal auf Drohne Daniel und seine Vorschläge.
    Beste Grüsse
    Balkonbienchen

  • Hallo Melanie,
    wir ziehen nächste Woche um, daher brauche ich eine schnelle (und natürlich möglichst gute) Lösung. Ich kann nicht mal nur den Sack stehen lassen, erstens, weil ich das vermutlich nicht darf (Mietwohnung), aber auch, wenn ich die Möbel drumherum wegnehme, fällt er um.
    Gibt es denn Wespen, die wie Bienen aussehen? Eine "normale" Wespe kann ich schon von Bienen unterscheiden, also diese großen gelb-schwarz gestreiften.


    Beste Grüsse an Dich
    Balkonbienchen

  • Hallo nochmal,
    ich habe sie mir nun nochmal genauer angesehen, es sind vielleicht doch Wespen, eine wie ich finde sehr kleine Art, aber sie sehen schon gelb-schwarz gestreift aus - ach, ich weiß einfach nicht. Ich habe nun einen solchen "Schädlings"bekämpfer angerufen, der mir versprochen hat, wenn es Bienen sind, wird er sie mitnehmen und umsiedeln, er kommt morgen, sich die Tierchen ansehen. Wenn es Wespen sind, wird er sie aber vermutlich töten, sagt er, weil oft die Königin "rausfällt" oder so, wenn ich ihn richtig verstanden habe. Es gäbe dann keine andere Möglichkeit, weil sie dann immer wieder zurückkämen. Er vermutet eher Wespen, weil wenn es Bienen wären, wären es schon weitaus mehr, so sagte er. Ich bin darüber nicht sonderlich glücklich und hoffe echt, daß die Königin nicht "rausfällt" aus dem Sack.
    Habt Ihr Erfahrung, wie oft das gelingt, die Königin mit zu erwischen?

  • Ohje, der Typ siedelt nichts um und da fällt auch keine Königin raus wenn man die richtig umsiedelt. Das Problem dürfte eher sein, wohin mit dem Sack und den Wespen? Wenn man den bei Nacht zumacht hat man sie zwar alle drin aber dann muß der Sack eben möglichst schonend versetzt werden und daran hapert es in der Regel. Sie müssen eben weit genug weg. Gehen tut das also mit etwas gutem Willen aber dafür braucht es einen qualifizierten Umsiedler - gibt auch guute Schädlingsbekämpfer die das machen. In der Beraterdatenbank bei www.hymenoptera.de findest Du solchen; manche inserieren auch entsprechend in den gelben Seiten.


    Melanie

  • . Der kommt immer wenn Bienchen in Gefahr sind ;-) Beste Grüße Hartmut


    Moin Moin aus Hamburg !
    Scheinen wirklich Wespen zu sein .Wenigstens ein Balkonbienchen:wink:
    Das können wir dann gerade so noch durchgeheen lassen :cool:


    Ich könnte mir das ja mal ansehen ......bei Licht. Der Rest ist dann ein Einsatz bei schummerigen Licht :cool:


    Schick mir mal eine PM mit Deiner Nummer :wink:


    Viele Grüße
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo Melanie,
    ich habe es ja unterdessen fast vermutet, daß Du die Betreiberin bist (Dein Avatar und auch Dein Name). Drohne Daniel wird es sich ja heute abend ansehen (vielen lieben Dank an der Stelle schonmal!), vielleicht kann er es ja irgendwie einpacken und mitnehmen. Dem "Schädlings"bekämpfer (der auf seiner Website übrigens durchaus auch von möglicher Umsetzung der Wespen spricht, nur anhand der konkreten Lage bei mir meint er, es geht wohl eher nicht) habe ich erstmal abgesagt, er ist aber bereit, zeitnah dann noch zu kommen, falls ich ihn doch noch brauche (was ich sehr nett finde).
    Euch allen vielen Dank für Eure Hilfe!

  • Die Sumsen sind nun weg von hier, bis auf ein paar Vereinzelte. Gefunden wurde erst ein Scheinnest, und dann wäre die Suche fast beendet worden, weil der Wespenfänger von einem Marder oder so ausging, der die WEspen gefressen haben muß. Dann jedoch, in einer kleinen Tüte mit Wolle, (die ich heute morgen noch achtlos von einer Ecke auf dem Balkon in eine andere verfrachtet habe...), fanden sich schließlich zwei große Garnrollen, in denen das Nest (oder die Waben, wie heißt das genau?) waren. Es hieß, daß es so ungefähr 400 Tiere sind. Gut, daß mich der Mann gefragt hatte, ob ich irgendwas weggeräumt habe von dem großen Plastiksack. Jo, diese kleine Tüte mit Wolle nämlich, schon gleich als ich die Wespen entdeckt hatte, so hatte ich sie ja entdeckt, nur vermutete ich sie nicht in jener kleinen Tüte, sie flogen und krabbelten m.E. nur an dem großen Sack herum. Es handelt sich um die gemeine Wespe, und sie wird in einen eigens dafür gepachteten Wald ihr weiteres Dasein als Erdwespe verbringen. Der gute Mann, der das nun gemach hat, war vermittelt von Herrn/Frau Baur (aus Melanies Homepage von oben) in Hamburg, gekostet hat es 125 Euronen plus 5 Euronen Trinkgeld. Ich finde es einerseits teuer, andererseits ist es mir ziemlich egal, hauptsache, das Nest ist weg von hier und versorgt. Ich sehe das so, daß ich sie ja mit meinem Stoff- und Wollelager auf dem Balkon dort zum Nisten eingeladen habe schließlich. Sowas werde ich natürlich nun nicht mehr machen - ich hatte ja keine Ahnung.
    Wie ich heute morgen zufällig erfuhr, hätte mein Vermieter auch jemanden geschickt, der die Wespen aber getötet hätte (das wäre für mich kostenlos gewesen). Die Kosten sind mir allerdings trotzdem egal, noch bin ich zwar nicht Krösus... aber siehe oben, ich sehe da eben schon eine Ursache bei mir selbst.
    Es war spannend und interessant für mich zu sehen, wie das gemacht wird, welche schöne Ruhe der Mann ausstrahlte (im Gegensatz zu mir, als ich die Wespen erstmalig entdeckte). Es verlief alles schön friedlich ohne Stiche und ohne wildes Rumgesumme oder so.
    Der Wespeneintüter ist ein sehr netter Mensch, der wie gesagt mit viel Ruhe und Freundlichkeit "seine" Wespen einsammelte. Seine Wespen- und Hornissen usw. Leidenschaft entdeckte er mit 7 Jahren, als er im elterlichen Schrebergarten sein erstes Nest umsiedelte. Er hat noch mehr tolle Geschichten erzählt, und am Sonntag ist eine Reportage über ihn in der Hamburger Bild Zeitung (wenn ich ihn richtig verstanden habe). Ich habe keine Ahnung, wie er heißt, und werde mir wohl selbst deshalb diese Bild Zeitung kaufen.
    Er hat jedenfalls ein Interesse, richtiges Verhalten und auch Wissen über diese Tiere zu vermitteln, das finde ich gut.
    Ich bedauere, daß ich die Königin nicht sehen konnte, die blieb in ihrer Garnrolle.
    Das war also die Wespengeschichte mit gutem, und für mich lehrreichen, Ausgang.