Probleme mit der Zucht

  • Hallo zusammen,


    dieses Jahr ist bei mir echt der Wurm drin was meine Zucht angeht. Ich habe bereits mehrere Serien von Königinnen angesetzt und dabei ist wenig zählbares herumgekommen.


    Die erste Serie habe ich in einem Anbrüter wie er von der Imkerei Lange verwendet wird ziehen lassen. Dabei werden die Bienen eines starken Volkes mit Rauch durch das Absperrgitter in den Honigraum getrieben, der dann abgenommen wird und auf einen Boden gestellt wird. Dieser wird dann noch mit Arbeiterinnen von den Brutwaben verstärkt und ist nach wenigen Stunden einsatzbereit. Beim Verschulen der Weiselzellen nach 5 Tagen waren diese schon reichlich verbaut, so dass ich sie mit der Schere freischneiden musste. Dies war auch der Grund, warum ich bereits nach 5 Tagen Verschult habe, ich wollte einen weiteren Verbau der Zellen verhindern. In den Zellen fanden sich am Schlupftermin überwiegend tote Königinnen, deren Entwicklungsstadium nicht festzustellen war, da diese nur noch schwarze schleimige Klumpen waren.
     
    Die weiteren Serien habe ich nach Lothars Methode in den schwarmwilligen Ertragsvölkern ziehen lassen. Nachdem ich die alte Königin per Kunstschwarm aus dem Volk entfernt hatte, habe ich nach 9 Tagen die Nachschaffungszellen gebrochen und einen Zuchtrahmen zugehängt. Verschult wurde wieder nach 5 Tagen, wobei wieder der Großteil der Zellen verbaut wurde. Zum Schlupftermin waren die meisten Larven dann verstorben. Interessanterweise waren diese schon weiter entwickelt, als am Tag des Verschulens zu erwarten war. Viele wiesen schon die drei Teile des Körpers auf, waren also schon weiter als Streckmaden. Insgesamt sind mir auf diese Weise 3 Serien fast vollständig ausgefallen.


    Die letzte Serie habe ich in einem Sammelbrutableger angesetzt, der nach 9 Tagen mit Zuchtstoff versorgt wurde. Diesmal gab es keinen Verbau der Zellen. Verschult wurde wiederum nach 5 Tagen. Viele der toten Königinnen hatten das Puppenstadion nicht erreicht und befanden sich als schwarzer Klumpen am Grund der Zelle. Das viel beim Verschulen der Zellen auf.


    Aktuell habe ich eine weitere Serie in dem Sammelbrutableger angesetzt. Diese Serie werde ich erst nach 9 Tagen verschulen.


    Ich habe bei keinem meiner Völker Brutkrankheiten, das habe ich schon penibel kontrolliert. Die Faulbrutuntersuchung dieses Frühjahr ergab auch nichts.


    Wo könnte mein Fehler liegen?

  • Hallo Boris!


    Bei verbauten Weiselzellen ist meistens die Schlupfrate schlecht. Die Baubienen erzeugen zu viel Wäme. Das vertragen die Jungköniginnen nicht gut und sterben ab.


    Weiters ist das Verbauen der Zellen immer ein Zeichen von mangelnder Pflegebereitschaft. Insbesondere kommt das im weiselrichtigen Volk vor.


    Ich wünsche dir für die letzte Zuchtserie viel Erfolg. Aber zu dieser fortgeschrittenen Zeit lauern auch noch andere Gefahren, wie z.B. Räuberei bei den Begattungsvölkchen.


    War bei deinem Anbrüter auch verdeckelte Brut vorhanden? Verd. Brut ist für das Brutnestklima und für die Pflegewilligkeit von Vorteil.



    Meine Empfehlung (sollte nicht heißen, dass andere Verfahren nicht funktionieren):


    Königinnenzucht zur Zeit der natürlichen Völkervermehrung im schnell entweiselten Volk und unbedingt auf Pflegewilligkeit achten.




    Ich gehe dazu wie folgt vor:


    Etwa um den 20. 04. herum lege ich bei einem Volk (das möglichst alleine stehen sollte) zwischen die beiden Bruträume ein Absperrgitter ein. Weiters wird von anderen starken Völkern je eine Brutwabe (ohne Bienen) entnommen und dem zukünftigen Pflegevolk über einem weiteren Absperrgitter aufgesetzt.


    Nach 9 Tagen wird der Teil mit der Königin auf ein neues Bodenbrett und zur Seite gestellt. Die anderen Brutwaben werden abgeschüttelt (ist wichtig, ansonsten übersieht man schnell eine Nachschaffungszelle) und die schönsten Brutwaben wo noch viel verdecklete Brut vorhanden ist, kommen in eine Zarge und verbleibt am Platz. Zuchtrahmen zusetzen. Die restlichen Brutwaben werden dem weiselrichtigen Volksteil (ohne Bienen) aufgesetzt.



    Was ist geschehen:
    Das Pflegvolk wurde von einer Sekunde auf die andere weisellos (keine Drohnenmütterchen usw).
    Da das Pflegevolk alleine steht, wandern keine Bienen zu weiselrichtigen Völkern ab.
    Vom weiselrichtigen Volksteil fliegen die Flugbienen noch dem Pflegevolk zu. Täglich schlüpfen von den verbliebenen Brutwaben noch tausende Bienen. Das Volk geht so richtig über, die Pfegewilligkeit ist in vollem Umfang gegeben.


    Ab dem 5 Tag können die Schlupfkäfige aufgeschoben werden und ev ein Honigraum aufgesetzt werden. Das schützt weitgehend vom Verbauen der Weiselzellen.


    MfG
    Honigmaul

  • Ein gutes Honigjahr ist ein schlechtes Königinnenjahr.
    Auch bei mir klappte die Zucht nicht. Wegen des Honigeintrages. Ein entweiseltes Volk war so auf Sammeln eingestellt, dass es selbst vergass, Nachschaffungszellen zu ziehen, so schlimm war das.

  • Nur wer zu spät dieses Jahr die Vermehrung laufen lies,
    hatte diese Probleme.
    Wer trotz Wetter auf seine Völker hörte,
    der hätte auch hier im IF gelesen,
    dass er in der letzten Aprilwoche Schwarmableger hätte machen sollen.
    VVS und VNS waren dieses Jahr kompliziert zu machen!


    Dafür flogen manchen die Schwärme um die Ohren!


    Der
    Drohn

  • Hallo,
    obwohl die Zuchtsaison ja vorbei ist von mir noch ein kurzes Statement hierzu. Ich beginne mit der Zucht, wenn die Völker die Drohnenrahmen mit dem Anfangsstreifen ausgebaut haben und die Drohnen schlüpfen. Die Dohnen sind dann in 21 Tagen geschlechtsreif und meine gezogenen Königinnen brünftig. (Vorraussetzung gutes Wetter).
    Außerdem ziehe ich immer im Sammelbrutableger, dem ich nach 9 Tagen die "wilden Zellen" breche und dann die Zuchtrahmen einhänge. Der Erfolge ist zwar unterschiedlich aber im Schnitt zwischen 12 - 30 Weiseln. Und wenn die Königinnen schlüpfen werden die Bienen aus dem Sammelbrutableger abgefegt, um die Begattungseinheiten zu füllen.


    LG


    Frank