Wollmilchsaubeuten (wie wäre es mit einer kompatiblen Heroldeinfachbeute?)

  • Hi,


    da ich noch keine Beute habe, mein Imkermentor auch keine zuviel hat und das Angebot in Shops einerseits verwirrend unterschiedlich, andererseits gerade ausverkauft ist, habe ich auch (wie so viele) an Selbstbau gedacht.


    Im Verein dominiert DNM. Ein Freund in Süddeutschland imkert auf Zander. Im Shop wurde ich auch auf die viel griffigeren und stabileren Oberträger von Zander hingewiesen. Da liegt eine Beute nahe, die sowohl Zander als auch DNM aufnehmen kann. So würde ich mir erstmal alle Optionen und eine gewisse Kompatibilität zu meinem Mentor offenhalten, falls ich tatsächlich auf Zander setzen sollte.
    Zufälligerweise imkert er übrigens auch hauptsächlich mit Heroldbeuten, alle mit DNM im Warmbau bestückt. Sind allerdings alte Zargen und von unterschiedlicher Art, nicht alle untereinander kombinierbar. Scheint auch heute noch so zu sein: es gibt verschiedene Heroldbeuten mit unterschiedlichen Außenmaßen.
    Die alten Heroldbeuten habe ich mal vermessen: Innenbreite 380 mm. Hm, bei einer Breite von 370 mm für DNM-Rähmchen wären das nur 5 mm Luft auf jeder Seite, etwas eng für die Bienen. Bei einer neuen Heroldzarge (von Bergwinkel, glaube ich) das gleiche: 380 mm Breite. Kein Beespace an den Seiten...?


    Dann gibt es auch noch die Dadantbefürworter, und mit dem System der Kompatiblen Beuten der Magazinimker auch Möglichkeiten, zwischen Zander und Dadant zu wechseln ohne alles neu kaufen zu müssen.


    Deshalb habe ich mich gefragt, ob es wohl eine Heroldbeute mit den Außenmaßen des kompatiblen Systems gibt. Dann könnte ich jetzt erstmal mein Volk in einer Zarge DNM aufbauen, kompatibel zu meinem Mentor. Und nächstes Jahr könnte ich entscheiden, ob ich mit Zander oder Dadant weitermachen will, oder evtl. doch bei DNM bleiben.


    Nach längerem Grübeln habe ich vorhin im Baumarkt endlich ein paar Fichtenleimholzbretter (Ähnlichkeit zu Sabi(e)nes Beuten) zusägen lassen: Seitenteile 516*230 mm. Front und Rückseite 390*219 mm. Das ca. sechs Zentimeter breite Restholz in 390 mm lange Stücke schneiden lassen, als Griffleisten vorne und hinten.
    Die Zargen werden im Prinzip denen der Hohenheimer Einfachbeute ähneln. Etwas unschön ist die Auflage für die DNM-Rahmen quer: die Längsseiten werden eine Nut brauchen, und die Auflagefläche wäre mit ca. 2-3 mm auf jeder Seite etwas gering. Deshalb werde ich dort wahrscheinlich zusätzlich kleine Leisten oder Blechwinkel anschrauben müssen.


    Bei der Hitze bin ich leider nicht in der Lage, alle Details zuende zu denken. Z.B. frage ich mich, wie sich diese Nut eigentlich auf Abdichtungsbemühungen der Bienen auswirkt. Da liegen die Oberträger auf, direkt darüber die nächste Zarge. Die Bienen könnten also nur zwischen den Oberträgern ihren Kopf reinstecken um an die Fuge zwischen den Zargen zu gelangen, aber nicht die Fuge auf der ganzen Länge zukitten.
    An der Nut ist die Beutenwand natürlich auch etwas dünner, könnte im Winter eine Kältebrücke geben.


    Wenn ich die erste Zarge samt Nuten fertig habe mache ich ein Bild.


    Grüße,
    Robert

  • Ja,
    das Problem kenne ich auch, ich schwanke zwischen DNM und Zander und habe deshalb mehrere Heroldbeuten gekauft. Aber die haben auch ihr Gewicht, musste ich Vorgestern wieder feststellen. Fragt nicht bei welcher Gelegenheit, ist eine unvergessliche Nacht und habe viel daraus gelernt. Z.B., dass ich meine Völker nie mehr weiter von einer befahrbaren Straße oder einem befahrbaren Weg wegstelle, als die Entfernung zwischen Fahrertür und Heckklappe. Dass ich warte, bis wirklich alle Bienen schlafen, und wenn es Spätherbst werden sollte, und dass es saudoof aussieht, wenn zwei Leute in Vollmontur 5o km durch die Nacht fahren, inkl. Schleier. Gott sei dank sind wir nicht angehalten worden. Auf die Unterhaltung mit dem Polizisten hätte ich mich gefreut. Na, auch ein Bienenstich gefällig? Jedenfalls solltest Du an das Gewicht denken, wenn du erst mal so alt wirst wie ich mich dabei gefühlt habe,
    Viele Grüße
    Wolfgang, der nie wieder über Mädchenzargen, oder halbe Mädchenzargen mit Griff lästert, versprochen

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Na viel Spaß bei der Suche - am Ende landen sowieso alle bei ... na ihr wisst schon ( nein kein Spoiler an dieser Stelle) :)
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Inzwischen habe ich die erste Zarge gebaut, fertig ist sie aber noch nicht. Die Auflage für die DNM-Rähmchen ist nicht so geworden, wie ich es mir vorgestellt hatte, muss da noch nachbessern. Vielleicht schaffe ich es morgen, ein Foto zu zeigen.


    Ich hatte die Zarge heute zu einem Treffen am Belegstand mit, um die Meinung der anderen zu erfahren. Meine Kiste stieß auf einige Skepsis: zunächstmal die Tatsache, dass die Oberseite der Oberträger auf der Höhe der der Oberseite der Zarge liegt, der Bienenabstand also gewissermaßen nur unter den Rähmchen ist. Ich dachte, dass sei egal, aber die anderen hatten Bedenken, dass mit einem Deckel drauf die Bienen nicht mehr über die oberen Oberträger laufen könnten. Ich meinte, dass der Deckel so gebaut wird, dass es auch dort diesen Abstand gibt, aber sie meinten, die Folie unter dem Deckel würde zu dicht aufliegen. Hm, irgendwie fehlt mir da die Praxiserfahrung, denn bisher kann ich den Unterschied zu den Beuten mit Falz in dieser Hinsicht nicht so richtig erkennen, denn die Folie liegt ja eh irgendwie schlaff auf.


    Ein anderer Punkt war die Wandstärke. Ich habe 18 mm Fichtenholz, dass schien etwas wenig. Mir ist klar, dass das hier schon ausführlich diskutiert sein dürfte. Trotzdem als Info was mir heute gesagt wurde: auf unserem Belegstand stehen Segeberger Beuten (also dickes Styropor) und einige wenige Heroldbeuten aus 27 mm Holz. Die Völker in den Styroporbeuten seien im Frühjahr zum Trachtbeginn immer deutlich stärker entwickelt. Wenn ich nun statt 27 mm Holz nur 18 mm Holz hätte, würde das wahrscheinlich noch schlechter aussehen...
    Ich meine verschiedentlich gelesen zu haben, dass die Verbreitung von DNM in Seegeber Styroporbeute in Norddeutschland mit dem "rauheren Klima" begründet wird. Das scheint mir aber irgendwie fadenscheinig, denn die Winter in Bayern sind ja nicht unbedingt milder. Vielleicht zieht sich die nasskalte Übergangszeit im Süden nicht so lange hin?


    Meine Überlegungen, vielleicht etwas anderes als DNM zu nehmen, erzeugten auch Verwunderung. Warum etwas anderes als DNM, wenn die allermeisten anderen DNM haben? Und warum das internationale Langstroth/Dadantmaß erwägen, wenn ich doch gar keine Waben mit Imkern im Ausland tausche...?


    Mir persönlich missfällt an DNM am meisten der dünne, sich leicht verbiegende Rahmen und die kurzen Ohren. Immerhin habe ich heute gesehen, dass es auch modifizierte DNM-Rähmchen mit 19 mm Oberträger gibt, der die Bienen offenbar auch sauberer bauen lässt (weniger Wildbau über den Oberträgern).
    Die 27 mm Ohren der Zanderrahmen würden perfekt zu einer Selbstbaubeute aus 18 mm starken Brettern im Stil der Hohenheimer passen (keine Nuten nötig).


    Ob der Brutraum nun geteilt oder ungeteilt ist - da gibt es für beides Befürworter. Unterschiedliche Rähmchen für Brut- und Honigräume wollte ich eigentlich vermeiden, würde also wenn schon internationales Maß vermutlich 1/1 oder 2/3 Langstroth für alles verwenden. Fragt sich halt, warum dann nicht doch Zander...


    Na viel Spaß bei der Suche - am Ende landen sowieso alle bei ... na ihr wisst schon ( nein kein Spoiler an dieser Stelle) :)
    Olli


     
    Ich müsste jetzt vermutlich das ganze Archiv durchforsten, um herauszufinden, was du meinst. Bitte lass mich nicht dumm sterben. Notfalls PM...


    Grüße,
    Robert

  • Meine Überlegungen, vielleicht etwas anderes als DNM zu nehmen, erzeugten auch Verwunderung. Warum etwas anderes als DNM, wenn die allermeisten anderen DNM haben? Und warum das internationale Langstroth/Dadantmaß erwägen, wenn ich doch gar keine Waben mit Imkern im Ausland tausche...?


    Servus!


    Egal was Du jemals für Beuten verwendest, tausche niemals Waben mit anderen Imkern!!! Es ist nur wichtig das gleiche Maß zu haben wie alle anderen (Deiner Umgebung) wenn Du beabsichtigst Ableger zu verkaufen! Ansonsten ist es völlig egal welches Maß Du hast! Ich bin seit 4 Jahren Imker, noch nie war ich darauf angewiesen was die anderen Imker im Verein für ein Maß haben. Es ist nur wichtig was für Dich das praktikabelste ist!


    Ich geb Dir einen Tipp:
    Von jeder Beute die Du im Kopf hast, bau oder kauf Dir eine. Teste sie und dann entscheide Dich für genau eine und bau Deine Imkerei danach auf! Lass Dir von anderen nichts einreden, jeder muss das finden was für ihn persönlich am besten passt! Die perfekte Beute oder Maß für jeden gibt es nicht, sondern nur das perfekte für Dich!


    Viel Glück


    mfG ChrisM

  • hallo, Honig hat recht: Am Ende landen alle bei Dadant.


    Honig hat doch gar nicht verraten, wo seiner Meinung nach alle landen!?


    Und was heißt "am Ende landen alle bei" - selbst bei der Umfrage hier im Forum ("Euer Rähmchenmaß") sind bisher nur 12% Dadant herausgekommen. Außerhalb des Forums dürfte es eher noch geringer sein. Ist vielleicht gemeint, dass die Imker spätestens wenn sie alt und gebrechlich werden (also "am Ende...") die Betriebsweise mit flacheren Honigräumen bevorzugen, die Dadant mit sich bringt?


    Zitat

    Ich würd keinen raten mit was anderen anzufangen.
    Die Probierphasen haben alle durch, aber manchmal ist lernen mehr oder weniger schmerzhaft, oder teuer oder zeitaufwendig......
    Gruß Peter


     
    Na deshalb wollte ich ja eine Wollmilchsaubeute, in das alle drei hineinpassen: DNM, Zander, Dadant... wobei für Dadant eine andere Höhe notwendig wäre und etwas an den Schmalseitenwänden verschoben bzw. eingeschoben werden müsste. Immerhin könnten Böden, Deckel, Futterzargen, Bienenfluchten gleichbleiben.


    Wenn ich dich richtig verstehe, dann hast du also auch verschiedene Systeme durch. Kannst du mir nochmal beschreiben, weshalb dir z.B. Zander nicht zusagte und du schließlich bei Dadant gelandet bist? Oder zumindest ein Hinweis, in welchem Thread du das bereits dargelegt hast?
    Ich habe u.a. den Thread Dadant oder Zander gelesen. Der ist ist schon etwas älter, von 2002, und ich konnte da kein Fazit erkennen, außer dass Flachzargen für Honigräume angenehm sein können. Bezüglich geteilter oder ungeteilter Brutraum scheinen beide Seite gute Argumente zu haben. Also weshalb ist es deiner und Honigs Meinung nach klar, dass Dadant das Rennen macht?



    Grüße,
    Robert

  • Hallo Robert,


    m.E. machst du einen Denkfehler, du bist nur auf die Beute fixiert.


    Kern deiner Ueberlegungen sollte die Betriebsweise sein, die im wesentlichen von deinen Trachtverhaeltnissen (z.B. was und wann ist Haupttracht, Wandern ja/nein, usw), und deinen oertlichen Umweltgegebenheiten wie dem Klima, wobei da einige km schon Unterschiede machen koennen, bestimmt wird. Eine weiterer, nicht unwesentlicher Faktor, der die Betriebsweise beeinflusst, ist deine persoenliche Imkerphilosophie, was ist dein Beweggrund um Bienen zu halten, Honig oder Bienen.


    Beute und Biene sind nur Betriebsmittel, die fuer die von dir gewaehlte Betriebsweise moeglichst gut geeignet sein sollten.


    Du solltest dir darueber im klaren seien, dass erfahrene Imker in deiner naeheren Umgebung, auch wenn sie vielleicht nicht die gleiche Einstellung zur Imkerei wie du haben, bei ihrer Betriebsweise zumindest Tracht- und Umweltbedingungen, die auch fuer dich zutreffen, beruecksichtigen. Als Anfaenger wuerde ich fuer das Erlernen einer Betriebsweise etwa 5 Jahre ansetzen, um eine neue Betriebsweise zu erproben solltest du mindestens 3 Jahre ansetzen, jedes Jahr ist anders. Du bist daher sicherlich nicht schlecht beraten, wenn du dich in Betriebsweise, Beute und Biene zunaechst an den Imkern deiner Umgebung ausrichtest.


    Ansonsten wuerde ich keine Kombikisten bauen, sondern immer so einfach wie moeglich, 4 Bretter, Aussparungen zum Einhaengen der Raehmchen, 2 Griffleisten, ggfs. Tragleisten/Abstandshalterkombination, mehr nicht. Zum Thema Dadant, ich habe schon einige Jahre Bienen, und schon vor ueber 30 Jahren nach dem Hype um Br. Adam Kehrle damit angefangen, die Kisten sind inzwischen zu Flachzargen verarbeitet worden. Im uebrigen gibt es auch fuer Dadant min. 3 deutlich unterschiedliche Betriebsweisen, eben bezogen auf Trachtverhaeltnisse.



    Gruss
    Heinrich

  • Hallo Robert
    Die Dadant ist eigendlich eine Wollmilchsaubeute.
    Umfragen sind nicht wertig, denn die richtigen Profis schreiben hier nur wenig.
    Ich selber hab Erfahrung von 28 J. mit der Langstrothflachzarge und liebäugele mit Dadant. Honig kenn ich inzwischen und was erwill.
    Und warum immer wieder was Neues erfinden, alles ist schon mal dagewesen, schau doch mal bei den Magazinimkern vorbei,
    da steht alles was Du suchst.
    Gruß Peter

  • Hallo Heinrich,


    m.E. machst du einen Denkfehler, du bist nur auf die Beute fixiert.


    Ähm... nein. Der Eindruck entsteht vielleicht dadurch, dass ich versuche ontopic zu bleiben, und hier im Unterforum Bienenbeuten ist das halt die Beute. Aber man kann eine Adressliste sowohl nach Namen als auch nach Straßen sortieren.


    Ich informiere mich auch über andere Dinge, und denke auch über meine "Betriebsweise" nach (was auch immer das nun genau ist, ich persönlich denke dabei an Standort bzw. Standortwechsel, Völkervermehrung bzw. -erneuerung, Wachskreislauf und Varroabehandlung.)
    Aber ich gehe davon aus, dass es sinnvoll wäre, bis zum Frühjahr zumindest zwei Beuten und vierzig Rähmchen zu haben. Das ist schon eine Investition, und Entscheidung muss getroffen werden.


    Zitat

    Kern deiner Ueberlegungen sollte die Betriebsweise sein, die im wesentlichen von deinen Trachtverhaeltnissen (z.B. was und wann ist Haupttracht, Wandern ja/nein, usw), und deinen oertlichen Umweltgegebenheiten wie dem Klima, wobei da einige km schon Unterschiede machen koennen, bestimmt wird.


    Hm, schon richtig, aber irgendwie käme mir ein Thread "Welcher Betriebsweise soll ich mich verschreiben" seltsam vor. Da kann ich mir viel ausdenken - ohne Erfahrung ist das Makulatur. Ich wohne in Berlin - da gibt es an Tracht alles außer Raps und Heide... ;-)
    zwei, drei Standortveränderungen pro Jahr (ist das schon wandern?) könnte ich mir schon vorstellen, aber eher nicht im ersten Jahr.
    Das Klima... tja, ist halt ostdeutsches Flachland. Kein Gebirge, kein Meer. Ich glaube, viel mehr kann man dazu nicht sagen, denn das Klima bzw. das Wetter unterscheidet sich von einem Jahr auf das andere stärker als von hier nach z.B. Heilbronn. Der letzte Winter schien mir eher kalt und vor allem lang, aber vor wenigen Jahren trieben verschiene Sträucher schonmal im Februar aus.


    Zitat

    Eine weiterer, nicht unwesentlicher Faktor, der die Betriebsweise beeinflusst, ist deine persoenliche Imkerphilosophie, was ist dein Beweggrund um Bienen zu halten, Honig oder Bienen.


    Beides natürlich! :-) 
    Einerseits ist da der Bien als Lebewesen, ebenso wie die einzelne Biene. Andererseits ist so ein Bien samt Behausung auch ein wenig etwas, woran man 'schrauben' kann (und manchmal muss). Z.B. verschiedene Arten, Drohnenbrut zu schneiden (Baurahmen oder Hochboden), andere Deckelkonstruktion (Luftfeuchte/Tauwasser), optimale Varroabehandlung finden... (könnte man vermutlich alles auch unter Betriebsweise einordnen)
    Andererseits ist da Honig, Wachs und Propolis. Meine Bienenhaltung wird sicher kein Hochleistungsbetrieb, aber als reines Hobby mit ein paar Glas Honig nebenbei wäre es für mich doch etwas zu teuer. (Ja, ich weiß, dass sich Bienenhaltung für Hobbyimker betriebswirtschaftlich nicht rechnet. Würde ich aber wenn, dann lieber woanders diskutieren.)
    Kurz: wenn die anderen Imker hier in der Umgebung pro Volk ca. 30-40 kg Honig pro Jahr ernten, dann ist das auch mein Ziel.
    Hey, ich habe mir sagen lassen, dass Berlin eine Spitzenregion für Hobbyimker ist. Wir haben nicht nur Akazien und Linden in Massen als Straßenbäume, sondern wir haben auch jede Menge Gewässer, weshalb die Bäume dort mehr Nektar bringen sollen als an trockeneren Standorten. Und die vielen Gärten bieten das ganze Jahr über immer etwas für Bienen.


    Zitat

    Beute und Biene sind nur Betriebsmittel, die fuer die von dir gewaehlte Betriebsweise moeglichst gut geeignet sein sollten.


    Gut, dann mal Butter bei die Fische: was bedeutet das in der Realität? Gib doch mal ein paar Beispielkombinationen von Beute und Betriebsweise. Welche Betriebsweise deutet in Richtung Zander, weg von DNM, und welche Betriebsweise lässt sich mit Langstroth besser machen als mit den anderen?


    Dass ich lieber nur ein einheitliches Rähmchenmaß hätte, und dass ich vom Gewicht voller Honigzargen zumindest eine vage Ahnung habe und deshalb die Möglichkeit flacherer Zargen zumindest im Hinterkopf habe, hatte ich ja schon geschrieben.


    Zitat

    Du solltest dir darueber im klaren seien, dass erfahrene Imker in deiner naeheren Umgebung, auch wenn sie vielleicht nicht die gleiche Einstellung zur Imkerei wie du haben, bei ihrer Betriebsweise zumindest Tracht- und Umweltbedingungen, die auch fuer dich zutreffen, beruecksichtigen. Als Anfaenger wuerde ich fuer das Erlernen einer Betriebsweise etwa 5 Jahre ansetzen, um eine neue Betriebsweise zu erproben solltest du mindestens 3 Jahre ansetzen, jedes Jahr ist anders. Du bist daher sicherlich nicht schlecht beraten, wenn du dich in Betriebsweise, Beute und Biene zunaechst an den Imkern deiner Umgebung ausrichtest.


    In der Theorie sicher richtig, aber ganz ehrlich: mein Eindruck ist, jeder Imker macht was er will. Die meisten haben DNM, weil das hier am gebräuchlichsten ist, nicht weil sie nach reiflichem Nachdenken über ihre Betriebsweise entschieden haben, dass das mit DNM besser funktioniert als mit Zander. Es gibt aber auch Einzelfälle mit Zander, und ich weiß von jemandem, der auf "dieses amerikanische Maß" umgestiegen ist, weil ihm seine Honigzargen zu schwer wurden und er flachere wollte...
    Es gibt Leute mit einem flachen geschlossenen Boden und welche mit hohem Gitterboden. Einer verwendet Plastikwaben.
    Die meisten füttern mit Sirup, aber manche auch mit Futterteig und einer überwintert normalerweise auf Honig.


    Die Tracht- und Umweltbedingungen schwanken wie schon oben gesagt von Jahr zu Jahr deutlich.


    Wie gesagt, die Theorie ist das eine, aber die Schwankungen in den bisherigen "Messwerten" (soll heißen: die anderen Imker, das Wetter, die Tracht) sind so groß, dass ich daraus keine Schlüsse ziehen kann. (außer, dass Heideimkerei wohl eher keine Rolle spielen wird)


    Zitat

    Ansonsten wuerde ich keine Kombikisten bauen, sondern immer so einfach wie moeglich, 4 Bretter, Aussparungen zum Einhaengen der Raehmchen, 2 Griffleisten, ggfs. Tragleisten/Abstandshalterkombination, mehr nicht.


    Hört sich an wie meine Kisten.


    Zitat

    Zum Thema Dadant, ich habe schon einige Jahre Bienen, und schon vor ueber 30 Jahren nach dem Hype um Br. Adam Kehrle damit angefangen, die Kisten sind inzwischen zu Flachzargen verarbeitet worden. Im uebrigen gibt es auch fuer Dadant min. 3 deutlich unterschiedliche Betriebsweisen, eben bezogen auf Trachtverhaeltnisse.


    Hast du nun nur noch Flachzargen, auch für den Brutraum?
    Was sind die Punkte in deiner Betriebsweise, die genau dein verwendetes Rahmenmaß zum geeignetsten machen und bei denen die anderen Systeme nachteilig wären?


    Grüße,
    Robert




    Gruss
    Heinrich[/QUOTE]

  • Hallo Robert
    Die Dadant ist eigendlich eine Wollmilchsaubeute.
    Umfragen sind nicht wertig, denn die richtigen Profis schreiben hier nur wenig.


    Ok, was verwenden denn die richtigen Profis? Alle Dadant? In Deutschland?


    Zitat

    Ich selber hab Erfahrung von 28 J. mit der Langstrothflachzarge und liebäugele mit Dadant.


    Der Unterschied wäre für dich im wesentlichen ein großer, ungeteilter Brutraum bei Dandant, oder?


    Zitat

    Honig kenn ich inzwischen und was erwill.
    Und warum immer wieder was Neues erfinden, alles ist schon mal dagewesen, schau doch mal bei den Magazinimkern vorbei,
    da steht alles was Du suchst.


    Ich wollte ja nichts neues erfinden, im Gegenteil. Ich wollte möglichst kompatibel zu bestehendem sein.
    Bei den Magazinimkern habe ich bereits vorbeigeschaut. Von dort habe ich mir u.a. bestätigt, dass die Beute falzlos sein soll. Und ich habe deren Außenmaße übernommen, eben weil Dadand/Langstroth noch eine Option ist.
    Aber ich versuche halt zu verstehen, welche Gründe denn nun wirklich für oder gegen ein Maß sprechen.
    Die DNM-Rähmchen gefallen mir nicht, vor allem die kurzen Ohren und der dünne Oberträger (weiß erst seit kurzem, dass es die auch mit 19 mm Oberträger gibt).
    Die naheliegende Alternative wäre Zander, da sind die Ohren lang, bei der Selbstbauzarge müsste ich nichtmal Nuten fräsen, denn die Brettdicke passt als Auflagefläche. Und in Hohenheim (sowie anderen Instituten?) ist Zander Standard, Bücher und Veröffentlichungen beziehen sich darauf.


    Die Magazinimker scheinen überezeugte Langstroth/Dadant-Anhänger zu sein, wobei ich als Begründung primär herausgelesen habe, dass das halt international und seit langer Zeit bewährt sei.
    Tja, aber wenn ich nun als Anfänger auf Dadant setze und andere Imker fragen mich "warum nimmst du das?", und meine Antwort ist "weil das das international gebräuchlichste ist", dann ist die nächste Frage zurecht: "Na und, was spielt das für eine Rolle?"
    Ich wüsste die Antwort auf diese Frage gerne, bevor sie mir gestellt wird... :roll:


    Grüße,
    Robert

  • Re-Mark
    Wende Dich doch mal an die Berliner Langstrothimker am Tegler See. Da kannst Du die kompaktibelen Teile alle ansehen.


    Kann ich machen, zusätzlich. Aber vielleicht wird ja auch hier noch jemand etwas konkreter. Konkrete Gründe von Leuten, die von einem auf das andere System umgestiegen sind, spezielle Vorteile des einen oder anderen Systems, Beispiele bei denen sich jemand ein anderes System gewünscht hätte...


    Grüße,
    Robert



    (weiter oben in der Antwort an Mellibär wollte ich überflüssige Zeilen löschen (ganz unten) und zwei kleine Fehler korrigieren, aber es gelingt mir nicht das Posting zu editieren. Bzw. ich kann es zwar ändern, aber nach Klick auf 'Speichern' passiert nichts. Was ist da los?)