aktuelle Varroasituation

  • Einen schönen Abend,


    ich habe heute mal die Bodenschieber auf Varroaabfall kontrolliert. Bei den meistens Völkern sind an einem Tag 0-3 Milben gefallen. Ein Volk jedoch hat 23 tote Milben an einem Tag gehabt. Leider ist das ja recht viel.
    Wie würdet ihr nun vorgehen? Abschleudern kann ich leider erst in 2-3 Wochen. Meint ihr das Volk hält so lange durch?
    Die einzige Idee die ich hätte wäre, einen der zwei Bruträume incl. der alten Königin wegnehmen, an einen anderen Standort fahren und sofort behandeln. Den anderen Brutraum mit dem Honigraum stehen lassen und nach 9 Tagen eine begattete Königin einweiseln. Dann gleich nach dem Abschleudern in 2-3 Wochen behandeln.


    Außerdem würde mich interessieren wie es bei euch momentan so mit Varroabefall ausschaut?


    Liebe Grüße

  • Vielleicht die bessere Möglichkeit: den Honigraum auf ein anderes Volk drauf oder mit drauf setzen und das "Varroa"-Volk sofort behandeln. Ich habe nämlich auch mal wegen des HR´s gewartet und Anfang August konnte ich dann ein totes Volk abräumen. Ich würde heute nicht mehr warten.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hi Feuerwehrbiene
    Haben diese Völker geschwärmt, oder wurde Schwarmverhinderung gemacht, und wenn ja, welche (Zellenbrechen etc)?
    Meine Völker schwärmten fast ausnahmslos, und die Varroasituation ist so gut wie lange nicht mehr.
    Frage: wieso kanns du nicht schleudern? Zeitmangel?

  • Guten Morgen,


    jo ein Teil der Völker ist geschwärmt. Ansonsten habe ich teilweise etwas Drohnenbrut geschnitten. Ich denke, dass diese zwei Sachen dafür verantwortlich sind, dass es weniger Varroa gibt als die Jahre davor. Schleudern kann ich momentan nicht, da ich mitten in der Prüfungszeit bin und erst ab 23.07. die Semesterferien anfangen.


    Ich werde jetz mal nachlesen, wie man das mit der Brutentnahme macht. Hab damit noch keine Erfahrung. Danach entscheid ich dann was ich mach, entweder den Honigraum runter und dann behandeln oder die Brutentnahme.
    Wär es nicht auch eine Option, das Volk zu teilen da es ja zwei Bruträume hat? Quasi so noch einen Ableger bilden und dann einräumig überwintern. Eine unbegattete Königin und auch eine bereits begattete hätte ich derzeit noch über genau so wie schlupfreife Nachschaffungszellen (einem frühen Ableger ist wohl die Königin abhanden gekommen). Ich würde bei der Vorgehensweise halt nicht die ganze Brut entnehmen sondern lediglich die Hälfte. Reduziere ich damit nicht auch stark den Varroabefall? In zwei bis drei Wochen würde ich ja eh abschleudern und behandeln.
    Wie würdet ihr um die Zeit jetz behandeln? Nachdem es ja immer tagsüber um die 34 Grad und es Nachts immer noch über 20 hat bei uns verdampft meiner Meinung nach die AS zu schnell auch wenn man sie vorher kühlt. Oder mach ich mir da umsonst gedanken?


    Liebe Grüße

  • Wie Günther B. Die Brut würde ich vernichten und das Volk mit OS behandeln. Die Honigwaben würde ich vorher entnehmen und damit verfahren wie Holmi. Falls keine Tracht ist, sofort füttern. Das sollte einen Großteil deines Honigs und auch das Volk retten.
    Bei mir kann ich keinen Varroatotenfall und auch keine Krüppelbienen finden. ich werde mich jedoch nicht darauf verlassen, sondern in 2 Wochen die Völker mit der Puderzuckermethode untersuchen.
    Gruß Ralph

  • Hallo zusammen,


    Gibt es denn irgendwo eine Tabelle, wann wieviele Varroen (noch) ok sind? Auch bezogen auf die Volksstärke...


    Denn das schwankt ja sehr im Jahreslauf bzw steigt uU exponenziell, und die im Imkerkurs pauschal genannten Zahlen sind mir zu wage...


    Ich möchte nächste Woche mal zählen, aber wenn es so heiß bleibt, habe ich Skrupel die Varroalade einzuschieben und dadurch die Hauptlüftung wegzunehmen. Bei uns ist es jeden Tag über 31 Grad und es soll so bleiben! Und auf die Auswaschmethode habe ich wenig Lust... aber warten sollte ich auch nicht mehr viel länger...


    Gruß und Dank
    Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Hallo Jule,


    auf Wunsch eines Foranten zählte ich mal den natürlichen Totenfall der Varroen. Das Volk mit einem natürlichen Totenfall von fast 10 Varroen pro Tag ist heute meine stärkstes Volk. Die Bienen können mehr aushalten, als man uns glauben lassen will, wenn man sie läßt.


    Lass dich also nicht mit Zahlen verrückt machen.


    Gruß


    Werner

  • Moin Imkers,
    wer hat denn bei diesen Temperaturen Lust in den Kisten rumzuvorwerkeln.
    Die Mädels haben es jetzt auch nicht leicht das Stockklima zu halten.
    Meine rudern jedenfalls ganz schön vorm Flugloch.
    Ich denke man sollte auch nicht gleich in Aktionismus verfallen wenn mal ein Paar Varroen
    auf der Windel liegen.
    In zwei Wochen ist es (hoffentlich) kühler, die Haupttracht ist entgültig vorbei (bei uns jedendenfalls),
    der Honig verdeckelt und dann ist noch reichlich Zeit eine ordentliche Varroabehandlung zu beginnen.
    Wichtig ist dabei, dass wirklich die erforderliche Menge AS verdunstet um eine ausreichende Konzentration
    über den gesamten Zeitraum in der Stockluft zu haben.
    Das geht mit 60%iger genauso wie mit 80%iger AS.
    Der schlampige Umgang beim Verdunsten ist einer der Hauptfehler,
    wie ich bei Recherchen in unserem IV herrausgefunden habe.
    Ich kann mich Werner's Aussage nur anschließen.


    nur so'n Gedanke: Vielleicht braucht das ein oder andere Volk gar keine Varroabehandlung.

    "Wenn Neider, Hasser dich umringen, dann denk an Götz von Berlichingen."

  • Ich habe jetz heute bei dem einen Volk mit starken Varroabefall (116 Stück an zwei Tagen) eine komplette Brutentnahme gemacht. Die Brutwaben hab ich zusammen mit Bienen in ein Magazin getan. Heute haben werde ich da eine AS Behandlung vornehmen. Die Säure ist schon im Gefrierschrank damit sie nicht so schnell verdunstet bei der Hitze.
    Nach ein paar Tagen werde ich dann eine Königin zusetzen. Somit hab ich wieder einen Ableger mehr.


    Liebe Grüße

  • Nee, ich lass mich nicht verrückt machen, aber da mir die langjährige Erfahrung fehlt, wieviel meine Bienen "aushalten" hätte ich gern Zahlen... Denn 5 Varroen in einem Ableger sind ja nicht gleichzusetzen mit 5 Viechern im 2-zargigen Großvolk...


    Meinen letztjährigen Ableger hatte ich nur "bissl" (das heißt nicht gründlich) mit 15% Milchsäure behandelt, die standen perfekt da im September bis Frühling, andere waren August mit AS behandelt worden, volles Programm, die hatten im September mehr Varroen denn je... also nochmal behandelt. Alle meine Völker haben den Winter gut überlebt. (obwohl meine Einfütterung angstmachend schlecht war. Es gab Gründe.)


    Also wieviel Totenfall Varroa pro Tag ist jetzt im Juli "normal"?


    Bei 36,6 Grad grüßt euch


    Jule, die sicher nicht bei der Hitze in Kisten rumwühlt ,-)

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • @ Beetle
    NICHT-Behandeln ist aber nichts für Anfänger mit wenigen Völkern. Mit den Völkern stirbt auch die Lust am Imkern. Alle anderen können ruhug herumexperimentieren mit Nichtbehandlungsbetriebsweisen.
     Schliesslich hörte das leidige Nosema-, Ruhr-, und Innenmilbenproblem auch erst auf, als man keine wirksamen Medikamente mehr dagegen hatte.

  • Gibt es denn irgendwo eine Tabelle, wann wieviele Varroen (noch) ok sind? Auch bezogen auf die Volksstärke...


    Entsprechende Angaben gibt es in der Schrift "Varroa unter Kontrolle". Der Varroatotenfall ist aber ein unzuverlässiges Indiz. Achte auf Ameisen.

    Ich möchte nächste Woche mal zählen, aber wenn es so heiß bleibt, habe ich Skrupel die Varroalade einzuschieben und dadurch die Hauptlüftung wegzunehmen.


    Ich habe die Schublade in der Brutzeit immer drin. Die Bienen vertragen das wunderbar. Bei mir stehen die Segeberger Styropor in der knalligen Sonne. Selbst bei 40°C lagern die Bienen nicht vor. Vermutlich haben die Bienen unter natürlichen Bedingungen auch keine Lüftungsgitter.

    Und auf die Auswaschmethode habe ich wenig Lust... aber warten sollte ich auch nicht mehr viel länger...


    Dann nimm die Puderzuckermethode. Die Bienen bleiben am Leben und können zurück gegeben werden.
    Gruß Ralph

  • Wie geht die Puderzuckermethode?


    Hier gibts den Tipp, die Varroaböden einzufetten, damit die runtergefallenen Varroen auch drauf bleiben, bis man sie zählt. Das habe ich letztes Jahr gemacht, ging gut.


    Dieses Jahr würde ich die Varroen aber lieber zuhause zählen. Ich dachte, ich lege da einfach ein Din A3 Zeichenblockpapier auf die Schale. Entnehme es, falte es und zähle daheim mit der Lupe ...Arme zu kurz :cool::wink: Geschickterweise würde ich es auch gern klebrig machen... aber ob ich es dann wieder auseinandergefaltet bekomme??? Wie macht Ihr das?


    Übrigens: in der "Varroa unter Kontrolle" steht: "Sofern bereits im Juli mehr als 5 bis 10 Milben pro Tag abfallen, muss umgehend behandelt werden...." ja toll:roll: das ist eine Spanne von 100% ...


    Gruß Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.