Holzarten für Beuten



  • Ja die liebe Ökologie ... Schau mal unter der bayerischen Forstanstalt nach, was die dazu sagen. Und nicht vergessen: Ohne Förster wären 80% des deutschen Waldes Laubwald. Kiefern und Fichten sind keinesfalls "natürlich". Bzgl. Transport stimme ich zu.

  • Hallo Guenter_67, Hallo Hans Holzwurm,
    sicherlich ist Buche nicht besonders geeignet für Außenverwendung.
    Aber was spricht dagegen, für den Boden, insbesondere bei direkter Freiaufstellung ohne Bock,
    härtere Holzarten zu verwenden?
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar,
    klar sind härtere Holzarten für den Boden besser, aber nicht alle "harten" Hölzer sind auch im Freien dauerhaft! Buche stockt, mit der hast du keine Freude. Meine Böden sind aus Eiche und Esche.
    Laß mal ein Gartengerät, z.B. Hacke das ganze Jahr, incl. Winter, im Freien stehn, eins mit Buche-, eins mit Fichte-, eins mit Eschestiel und dann beobachten, welcher Stil zuerst abbricht - es ist nicht der Fichtestil sondern der aus der harten Buche, weil verstockt.
    Wichtiger ist der "konstruktive Holzschutz" - das Holz muß die Möglichkeit haben abzutrocknen, also keine Auflageflächen, die lange feucht bleiben, dann hält es viel länger. Geht aber leider nicht immer, beim Boden hast du irgendwo eine Auflagefläche und da staut die Nässe. Es gibt so Kunststoffabstandhalter für Terrassenbeläge, die werde ich bei Gelegenheit mal ausprobieren, die sind genau für den Fall entwickelt worden.

  • Inzwischen ist mein Beitrag, der aus einer Frage entstand, ja gut 2 Jahre alt und ich kann daher nun über wirkliche Erfahrungen berichten. Zunächst einmal sind viele Vorurteile gegenüber Paulownia(Blauglocke) verständlich, aber schlicht falsch. Das Holz ist sehr leicht und ich habe es gerade deshalb damit versucht, weil ja viele Imker auf Styroporbeuten gehen wegen des hohen Gewichtes der üblichen Holzarten. Gegenüber der immer schwerer zu bekommenden Weymouth-Kiefer hat Palowniaholz nochmals ein erheblich geringeres Gewicht. Das allein macht es schon interessant, wenn man denn bei Holz als Beutenmaterial bleiben will. Hinweise zu den Eigenschaften finden sich reichlich, z.B. unter http://www.paulownia-online.de/support.html . Ansonsten wiegt Paulownia 300kg/m3 und Weymouth eben 450 kg/m3. Macht den Honigkasten jetzt sicher auch nicht entscheidend leichter, aber wenn man das Brett in der Hand hat, ist der Unterschied deutlich - man meint man habe Balsaholz in der Hand. Der erste Eindruck bzw. die Fehleinschätzung von an Begriffen wie Härte, Dichte etc. (Wissenswertes hierzu findet sich unter http://www.garten-treffpunkt.de/lexikon/baeume.aspx#hartholz - dort lernt man, dass es objektive Härte für Holz nicht gibt und dass z.B. die Briten das völlig anders definieren als es bei uns der Fall ist) kann im ersten Moment schnell wieder von diesem Holz ablenken. "Hart" bedeutet jedenfalls nicht hart im Sinne von unzerstörbar. Paulownia gehört nach manchen Eigenschaften eben zu den Harthälzern, obwohl es eigentlich eher ein Weichholz ist. Daher bekommt das Holz beim Bearbeiten sehr schnell tiefe Macken, wenn man nicht achtgibt. Es ist aber eben dennoch (bei flächigem Druck) recht druckfest, dabei sehr biegsam und verzieht sich auch im Aussenbereich und bei Nässe kaum. Eben Eigenschaften, die man ihm im ersten Moment absolut NICHT zutraut und die es für den Imker interessant machen. Zudem ist es sehr gut isolierend, nimmt kaum Feuchtigkeit auf und ist superleicht zu sägen, feilen, bohren etc. (Lustigerweise riecht es beim Sägen etwas nach "Chinagericht Nr. 5 süßsauer"). Man muss aber aufpassen, dass man die Schrauben, so man denn welche verwendet, nicht unabsichtlich zu tief versenkt, denn das geht wirklich sehr leicht. Gewöhnt man sich aber schnell dran. Für den Hobbybastler ideal. Das Sägen kann man sich sparen, wenn man es bei Bauhaus kauft. Für meine Hohenheimer Beuten lasse ich mir die Bretter gleich dort (kostenlos bei Kauf !) in 21 bzw. 22,7 cm breite Streifen schneiden, und die dann nochmals in Stücke von 52 bzw. 38 cm Länge. Dann brauche ich nur noch Griffleisten und Leim sowie ein paar Schrauben, und es kann losgehen mit dem Zusammenbau. Die Griffleisten mache ich übrigens noch aus Kiefer/Fichte, weil das mit den erhältlichen Paulownia-Bretter- Restleisten etwas aufwändig ist.


    Es gibt also aus meiner Sicht rein technisch keinen Grund, es nicht mit Paulownia zu versuchen.


    Nun aber zur Erfahrung nach 2 Wintern und fast 3 Sommern - ich begann im Mai 2010 mit dem Imkern: Ich behandle die Kisten nicht, verwende also keinen Lack, keine Firnis, keine Imprägnierung (das Holz saugt nach dem o.g. Link auch kaum etwas auf, und ich mit Lack oder Öl also auch keine Erfahrung). Inzwischen habe ich 12 Zargen aus Paulownia permanent im Einsatz. Das Holz dunkelt aussen schnell, wird auch durchaus unansehnlich und an manchen Stellen flächig grau/schwarz. Bei einer Kiste habe ich das probeweise mal abgeschmirgelt und dabei festgestellt, dass der (vermutlich Pilz) nur die Oberfläche betrifft. Die Überlegung, doch einmal Leinöl zu verwenden habe ich deshalb für mich beiseite gelegt, weil ich im Langzeitversuch sehen will, was mit dem Holz geschieht. Probiere ich aber ab 2013 sicher mal mit 2 oder 3 neuen Zargen aus. Im Innenraum verändert sich das Paulowniaholz jedenfalls kaum. Risse sind bis auf einen in einer Kiste (sinnigerweise nicht da, wo vom Hersteller verleimt wurde) bisher nicht zu beobachten. Dieser eine Riss ist unproblematisch und es ensteht auch nach fast 1 Jahr dort kein Spalt. Alle Kisten sind bis heute vollkommen verzugfrei, auch Schwund kann ich nicht beobachten.


    Mein Fazit: Wen an Paulownia irgendetwas fasziniert oder wer eben gern etwas Neues ausprobiert, selbst gern bastelt oder sich einfach platzsparende Bausätze hinlegen will, um bei Bedarf mal eben an einem Abend 2 oder 3 Kisten zusammenzuschrauben, statt festzustellen, dass Weymouth-Kisten beim Händler gerade mal wieder aus sind (:)), der sollte und kann es für Bienenkästen ruhig versuchen. Die Verarbeitung gelingt sehr leicht, das Holz ist sehr leicht und widerstandsfähig, wenn man von den Kerben absieht, die man mit harten Werkzeugen leicht hineinmacht, dem Holz aber keinen Abbruch tun. Meine Kosten (ohne Arbeit) liegen immerhin so bei ca. 9,-€ je Kiste inkl. Schrauben. Es besteht also rein wirtschaftlich sicher kein Grund, die Kisten selbst zu bauen, wenn man Kisten beim Imkerbedarf aus Weymouth für 18,-€ fertig kaufen kann. Dennoch hat es mir eben bisher Spaß gemacht und ich werde es weiter damit versuchen.


    Nachahmer dürfen gerne fragen, andere Erfahrungen sind für mich ebenfalls interessant. Einzige Bezugsquelle, die ich bisher fand, ist bauhaus.

  • Update April 2015:
    Ich habe inzwischen über 40 Liebig Zander Kisten (Einfachbeute), die ersten Kisten aus 2010 stehen weiterhin ohne jede Behandlung draussen, es hat sich nichts verzogen und ich hatte in genau 2 Fällen einen Riss in der Seitenwind, entlang der Verleihung der Platten aus dem Baumarkt. Die habe ich weder neu verleimt noch anders geflickt, es sind auch keine Lücken entstanden und es fault auch nichts weg. Das Holz verhält sich nahezu verzugsfrei (ich benutze 4 Schrauben je Eckverbindung) und die Isolation ist auch bei nur 18 mmm Dicke hervorragend, wie man übrigens auch im Holzlexikon nachlesen kann. Die Paulownia oder Blauglocke ist bekannt dafür, das das Holz sehr gleichmäßige Poren besitzt und kleine Lufteinschlüsse, die es isolierend machen. Ich habe inzwischen 10 Völker und seit 3 Jahren keinen Winterverlust mehr gehabt. Das liegt sicher eher an der Behandlung und ein wenig Glück ist ja immer dabei, aber zumindest sollte das zeigen, dass die Isolation hier nicht das Thema ist. Es gibt auch heute nur zwei Nachteile: 1. sollte man die Kisten nicht herumwerfen und mit harten,s Chargen Werkzeugen vorsichtig sein. Da man die beim Imkern aber meist nicht braucht, ist das für mich kein Problem. 2.sehen sie außen nicht so schön aus, weil sich die Oberfläche ungleichmäßig färbt, u.a. in schwarz bzw. dunkelgrau. Ich behandle sie aber absichtlich nicht und dieser Belag bildet sich nur von außen. Hauptvorteil für mich sind a. die leichte Verarbeitung -sägen, bohren, schrauben und schleifen ist kinderleicht! und b. das sehr geringe Gewicht, etwa 1/3 leichter als Weymouth-Kiefer. Zudem schneidet der einzige mir bekannte Händler Bauhaus mir die Platten so zu, wie ich sie brauche, ohne Gebühr. Die Griffleisten mache ich aus rohen Latten von 95 x 22 mm, die ich mit der Handkreissäge im 45 Grad Winkel der Länge nach teile (asymmetrisch d.h. 3,5 und 6 cm Breite). Aus einer 240 cm langen Latte werden bei der Einfachbeute (38 cm Stirnseite) somit Leisten für 3 Kisten. Einmal mit dem Schleifer drüber, fertig.

  • Hi,


    ich hatte auch ein paar Zargen aus Paulownia von Bauhaus gebaut. Aber die Kisten wurden ziemlich schwarz, sieht aus wie Stockflecken, und es gab auch innen Schwärzungen. Deshalb habe ich es nicht weiter verwendet. Aber das Gewicht und die Verarbeitbarkeit waren wirklich nett. Vielleicht sollte ich es doch nochmal versuchen, aber diesmal streichen (z.B. mit Propolislösung)...


    Grüße,
    Robert

  • Magst mal wieder ein Update geben?

    Sehr leicht, sehr weich, Vorsicht bei der Verschraubung. Gut in Baumarkt zu bekommen, teilweise inkl. kostenlosem Zuschnitt.
    - wird sehr schnell unappetitlich Schwarz ohne entsprechenden Anstrich

    - zu weich für den Stockmeißel

    - mit den 18mm aus dem Baumarkt gefühlt auch irgendwie zu dünn, neigt zum Verzug

    + manche Hersteller schwören drauf und vertreiben es als Beute, wenn auch in 20mm, da sind mir gleich die Zargen gerissen ohne Anstrich


    Ich bin wieder davon weg