Wie kann ich Waldhonig ernten

  • Hallo Leute,
    im Bezug auf "Waldhonig" mal eine echte Anfängerfrage. Schäme mich schon ein bisschen :oops:


    Waldhonig ist im weitesten Sinne ja Honig aus Honigtau. Der wohl bekannteste dürfte der Tannenhonig sein. Zu dieser Kategorie gehören allerdings auch Blatthonige.


    Als Honigtauhonig kenne ich nur Tannenhonig aus Schwarzwald und Vogesen. Dort Wird Tanne oder Weißtanne anvisiert.


    Nun meine eigentliche Frage: Muss ich unbedingt in einen solch selektiven Bestand?
    Bei mir steht Tanne, Kiefer, Waldkiefer. Natürlich auch Blattgedöns drunter jedoch mehr Nadelbaumlastig.


    Ist es auch hier möglich einen Dunklen Flüssigen Waldhonig zu ernten oder wird dieser dann eher wie Wald/Blüte? Birke,Buche Eiche kann Ihn mir ja nicht "Verblüten" sollte doch dann nichts ausmachen?


    Wie groß und wie beschaffen muss der Bestand für 5 Kasten sein?


    Oder gibt es nur eine Möglichkeit, rein damit und gucken was rauskommt?


    Danke für Euere Hilfe

  • Hallo Dennis,
    damit Deine Bienen Honigtauhonig eintragen können, sind Honigtauerzeuger (Rindenläuse) erforderlich. Diese müssen in großer Zahl auftreten. Ob es in Deinem anvisierten Bestand der "Nadellastigen" solche gibt, erkennst Du jetzt zu dieser Jahreszeit u.a. an Honigtautropfen unter den "Nadellastigen". Im Ernst ich empfehle Dir neben der Waldbegehung mit offenen Augen, das Studium des Buches von Dr. Liebig "Die Waldtracht". Außerdem ist es sicher Hilfreich Imker aus Deiner Gegend zu diesem Thema zu befragen. Nicht alle, auch nicht die Alten, mauern, wenn sie zu diesem Thema befragt werden.
    Gruß Eisvogel


    PS: Auch die Jäger können manchmal zur Informationsgewinnung herangezogen werden.

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Einen reinen Tannenwald wirst Du nirgends finden. Einen 100% reinen Tannenhonig dürfte deshalb auch noch niemand geerntet haben. Deine Beschreibung hört sich da nicht schlecht an. Auf die tatsächliche Zusammensetzung des Honigs hast Du auch bei einem reinen Tannenwald kaum einen Einfluss. Brombeeren und andere Blüten am Waldrand und in Aufforstungsflächen innerhalb des Flugkreises machen immer einen gewissen Anteil am Eintrag aus.
    Hier in Baden-Württemberg honigt der Wald momentan wohl flächendeckend mit guten bis sehr guten Tageszunahmen, für Tannenhonig dürfte es noch zu früh sein.
    Ich vermute, dass es im Pfäzer Wald ähnlich gut aussieht. Wenn der Wald so honigt wie hier, dann ist jedes normale Waldstück für deine 5 Völker mehr als die Bienen eintragen können.


    Stell sie einfach rein und warte ab was reinkommt.

  • Das Thema interessiert mich auch. Frage dazu: wann erntet man denn "Waldhonig"? Einfach grundsätzlich nachdem die Linde als letzte Massentracht durch ist? Wartet man also einfach länger mit der Varroabehandlung? Wollte mir jetzt eigentlich nicht gleich Fachliteratur anschaffen sondern nur ein Gefühl dafür bekommen ob es lohnt darauf zu warten/zu hoffen...


    Danke
    Melanie

  • Das Thema interessiert mich auch. Frage dazu: wann erntet man denn "Waldhonig"? Einfach grundsätzlich nachdem die Linde als letzte Massentracht durch ist? Wartet man also einfach länger mit der Varroabehandlung? Wollte mir jetzt eigentlich nicht gleich Fachliteratur anschaffen sondern nur ein Gefühl dafür bekommen ob es lohnt darauf zu warten/zu hoffen...
    Melanie


     
    Dein Thema bez. Varroa interessiert mich auch. Jedoch gibt das denke ich ein eigenes Thema. Da denke ich, mach ich noch einen Thread auf wenn es keinen gibt. Meine Varroa soll bis Ende Juli abgeschlossen sein. Alles was danach ist, ist mir zu riskant. An die Waldimker interessiert mich ob sie die Waldvölker zwecks Varroabehandlung auflösen und als Kunstschwärme behandeln.


    Ich guck das ich nächstes Jahr 5 Kasten habe die ich nach der Linde, Kastanie in den Wald bringe und die Menge der Honigtauerzeuger zu schätzen lerne je nachdem was hinterher in der Kiste ist. Ich denke, beobachten und daraus lernen ist die beste Methode.

  • ...in den Wald bringe und die Menge der Honigtauerzeuger zu schätzen lerne je nachdem was hinterher in der Kiste ist. Ich


    Hallo Dennis,
    umgekehrt wird ein Schuh daraus. Waldbeobachtung und dann, bei entsprechendem positiven Ergebnis, die Bienen in den Wald. Einfach in den Wald stellen und vorher noch alle Honigvorräte (wg. Sortenreinheit) ausgeschleudert kann sehr schnell zur Notsituation bei den Völkern führen.
    Gruß Eisvogel

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  • Gibts was gutes um eine Prognose zu erlernen ausser Liebig?


    Hallo,
    selbst beobachten ist das Beste.
    Dazu die Biologie der verschiedenen Lachnieden und Lekanien lernen. Imker die in Waldtrachtgebieten leben bzw. die Waldtrachtgebiete anwandern befragen. Die LA Hohenheim hat in der fraglichen Zeit (meist ab Mai) ein Trachttelefon eingerichtet das Jedermann/Frau abhören kann, allerdings für die Waldtrachtgebiete BW. Gibt es das auch in anderen Bundesländern mit Waldtracht? Bayernwald z.B.
    Gruß Eisvogel

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