Brutscheune mit oder ohne Königin

  • Hallo,
    da jetzt bald wieder die Varroabekämpfung losgeht, möchte ich gerne das Thema "Brutscheune" diskutieren, das sich kürzlich in einem anderen Diskussionsstrang schon angedeutet hat.
    Üblicherweise wird die Brutscheune weisellos gebildet, was zur Folge hat, dass
    - das Königinnenpheromon fehlt,
    - nach kurzer Zeit auch die Pflegebienen fehlen,
    - und die schlüpfenden Varroen in die phoretische Phase gezwungen werden.
    Dadurch steigt die Anzahl der Varroen auf den Flugbienen stark an.
    Es gibt den Einwand, dass man ja mit AS behandeln könnte, aber wie?
    - Stoßbehandlung: Wirkt gut auf die phoretischen Milben, aber nur mangelhaft in die Brut. Schutz der Weiselzelle?
    - Langzeitbehandlung: Wirkt nur teilweise auf die Milben, wirkt auch in die Brut, tötet aber die offene Brut. Schutz der Weiselzelle?
    Eine Königin unter diesen Umständen nachzuziehen, scheint mir nicht möglich.
    Nach dem Auslaufen der Brut mit OS behandeln: Funktioniert, aber leider verlassen über ca. 2 Wochen phoretische Varroen mit den Flugbienen den Stock und befallen die anderen Völker.
    Aber da ist ja zum Glück der rettende Vorschlag: Die Brutscheune aus dem Flugkreis heraus bringen - der dort ansässige Imker kann mit den Varroen sicherlich etwas anfangen.:lol:
    Ich finde, dass diese Art der KBE mit Brutscheune kein sinnvolles Varroabekämpfungskonzept ist. Deshalb stelle ich zur Diskussion:
    - Bei der KBE werden die Brutwaben in einem Volk mit legender Königin gesammelt.
    - In diesem Volk befindet sich die legende Königin in der untersten Zarge, darüber befindet sich ein Absperrgitter.
    - Bis zum Auslaufen der Brut über dem Absperrgitter wird dieses Volk nicht geöffnet, um den Verflug von Stockbienen, die die Hauptvarroaträger sind und ihr Flugloch noch nicht kennen, zu vermeiden.
    - Nach dem Auslaufen der Brut über dem Absperrgitter erfolgt die KBE der Brutscheune. Dabei ist zu beachten:
    -- Die Brutwaben werden vernichtet, da sie stark befallen sind.
    -- Die KBE erfolgt vor Flugbeginn, wobei die Fluglöcher der anderen Völker zu verschließen sind und so lange verschlossen bleiben, bis sich die herum fliegenden Bienen wieder an der Brutscheune gesammelt haben.
    -- Die Bienen sollten direkt in die Beute gekippt werden, nicht vors Flugloch.
    -- Da der Befall der Brutscheune besonders hoch ist, sollte sofort eine OS-Behandlung erfolgen (träufeln zwischen die abgefegten Bienen, Königin schützen).
    Ich bitte um Diskussion.
    Gruß Ralph

  • Ich dachte auch schon daran, in einer Flachzarge eine Kö weiter legen zu lassen und diese Waben dann zu vernichten.


    Alle 7 Tage mit Milchsäure zu behandeln wäre auch eine Möglichkeit, sollte theoretisch funktionieren.

  • ...ich glaub nassauer hat unter der Brutscheune Ableger.


    Falls es so gemeint ist: Unterste Zarge ein Ableger, dann ein Absperrgitter, darüber die den Völkern entnommenen Brutwaben. So werde ich es machen.

    Unser Remstalimker käfigt eine Nachschaffungszelle, das beruhigt die Meute.


    Das verstehe ich nicht. Das bringt weder offene Brut für die Varroen, noch Pflegebienen, noch Königinnenpheromon. Wozu soll das gut sein?

    Ich spiele mit dem Gedanken, die Brutscheune dann einfach in ein paar Ableger aufzuteilen, wenn meine letzte Serie ausgelaufen ist. Soll auch zum Königinnen parken verwendet werden.


    Ich denke, dass eine Brutscheune nur unter größter Sorgfalt geöffnet werden sollte. Ansonsten verteilt man die mit viel Mühe in der Brutscheune zusammen gezogenen Varroen durch Stockbienenverflug wieder über den ganzen Stand.
    Gruß Ralph

  • Falls es so gemeint ist: Unterste Zarge ein Ableger, dann ein Absperrgitter, darüber die den Völkern entnommenen Brutwaben. So werde ich es machen.


    So war das gemeint.

    Zitat


    Das verstehe ich nicht. Das bringt weder offene Brut für die Varroen, noch Pflegebienen, noch Königinnenpheromon. Wozu soll das gut sein?


    Offene Brut haste doch in der Brutscheune.
    Pflegebienen sind doch auch schon da.
    Eine Nachschaffungszelle gekäfigt, beruhigt die Bienen in der Brutscheune. Am Ende kann die ja ausgetauscht werden oder was weiß ich. Haste bestimmt falsch verstanden nehme ich an.



    Zitat


    Ich denke, dass eine Brutscheune nur unter größter Sorgfalt geöffnet werden sollte. Ansonsten verteilt man die mit viel Mühe in der Brutscheune zusammen gezogenen Varroen durch Stockbienenverflug wieder über den ganzen Stand.


    Das passiert dir sowieso.
    Ne Brutscheune hermetisch abzuriegeln bringt in meinen Augen nix.
    Fluglöcher schließen ist, meine Meinung, Käse. Verflug ist da, passiert täglich.
    Dann lieber gut beobachten und reagieren, behandlungstechnisch.


    Grüße!
    Arnd

  • @ Kleingartendrohn


    Ich kann Deine Panik auch nicht so recht verstehen. Wenn Du wirklich so Angst hast, das die Milben auf andere Völker verteilt werden, dann behandle die Scheune einfach oder verwende Fangwaben.


    Das ist ja grad das schöne, da keine legende Kö drin ist, stehen Dir alle Verfahren zur Verfügung.
    AS, oder auch Milchsäure alle Woche einmal sollte die Milben so weit reduzieren, das keine Gefahr besteht.


    Ansonsten macht man ja im Winter noch eine Behandlung, wo die restlichen dann erledigt werden.

  • Arndt : "Offene Brut haste doch in der Brutscheune." In den letzten 11 Tagen nicht mehr.
    Arndt : "Ne Brutscheune hermetisch abzuriegeln bringt in meinen Augen nix.". Will ich nicht. Aber auch nicht unnötig die Bienen verstreuen. Nach jedem Eingriff sammeln sich an der Vorderfront der Völker Bienen - nicht nur an dem Volk, wo der Eingriff geschieht.
    Günther B. : "...dann behandle die Scheune einfach " Königin nachschaffen und gleichzeitig behandeln - schädigt das nicht die werdende Königin?
    Günther B. : "...oder verwende Fangwaben." Ein guter Vorschlag. Der untergesetzte Ableger liefert die Fangwaben. Bei Weisellosigkeit müssten aber Fangwaben nachgeliefert werden, wozu die Brutscheune geöffnet werden müsste. Empfinde ich außerdem als Frickelei.
    Günther B. : "...AS, oder auch Milchsäure alle Woche " Ich bin kein Freund von AS. Brut und Jungbienen werden bei Langzeitbehandlungen getötet, die Bienen in sehr starke Unruhe versetzt. Mit AS-Stoßbehandlungen habe ich keine Erfahrung, gebe ich zu. Milchsäure muss gesprüht werden - das geht nur, wenn die Waben einzeln gezogen werden - mit den schon oben genannten negativen Effekten.
    Ich gebe zu, dass ich in diesen Fragen sehr unsicher bin. Wenn es meine Zeit zulässt, werde ich versuchen, parallel zum beschriebenen Ablauf ein Varroa-Monitoring zu machen (Puderzucker-Methode) und so zu Aussagen über die Reinvasion von Milben aus den Brutscheunen in die Völker zu kommen. Dabei sollte zumindest heraus kommen, ob die Vorsichtsmaßnahmen nützlich sind.
    Gruß Ralph

  • Hallo,


    der Schlüssel liegt aus meiner Sicht in den (einzuschmelzenden) Fangwaben - am Besten auf Drohnenbau! Damit kann die Varroa-Population signifikant verringert werden und die Brutscheune ist für die Umgebung keine besonders auffällige Milbenquelle mehr. Da die Altvölker nach der KBE sowieso massig offene Brutwaben haben, ist es kein großes Problem, an Fangwaben zu kommen.


    Viele Grüße


    Michael

    * Du kannst dein Leben nicht verlängern oder verbreitern - aber vertiefen! *

  • Hallo,


    warum gehts Du nicht hin und nimmst die Königin nach dem ersten Abschleudern nicht mit einer Wabe aus der Beute?


    Dann habt das Volk fast 4 Wochen keine Brut und somit fast keine Milben.


    Den 1 Waben Ableger kann Man auch Weisellos machen und mit Milchsäure behandeln!


    Bis denne anennana