Zarge aufgequollen

  • Hallo,


    ich habe quadratische Holzbeuten von Holtermann (mit zusätzlichen Griffklötzen und Falz, komplett unbehandelt, keine Farbe o.ä.). Eine Zarge steht als Honigraum auf einem Volk, Folie drüber und Deckel drauf. Die ganze Beute befindet sich in einem Unterstand, ist also nicht dem Regen ausgesetzt. Außerdem ist es hier seit Tagen heiß und trocken. Als ich vorgestern einen kurzen Blick in den Honigraum warf, ging der Deckel schon schwer runter und später nicht wieder richtig drauf. Bei genauerem Hinsehen stellte sich raus, daß die Bretter anscheinend aufgequollen sind und sich leicht nach Außen biegen. Dasselbe passiert auch mit den Falzen und deswegen paßt auch der Deckel nicht mehr. ICh hab den Deckel so gut es eben ging wieder draufgelegt. Die Folie ist ja auch noch dazwischen, es "zieht" den Bienen also nicht, und einen Backstein draufgelegt.


    Hat das schon mal jemand gehabt ode passiert das regelmäßig bei Holzbeuten?
    Trocknen die Bienen denn soviel Wasser aus dem Nektar, daß so eine Zarge derart aufquellen kann? Ich hatte das Gleiche schon mal, da war bei der Honigentnahme aber wieder alles prima und der Deckel paßte.


    Gibts da irgendwas, das helfen könnte? Lüftungslöcher reinbohren? Von innen versiegeln mit Wachs? Oder einfach das Schleudern abwarten und bis dahin nicht mehr reingucken? Vielleicht sollte ich bei den leeren Zargen noch ein paar Schrauben zusätzlich reinjagen.


    Gruß
    Dirk

  • Hallo Leidensgenosse:


    Habe mit dem gleichen Artikel des gleichen Lieferanten auch diese Probleme, einmal wurde mir schon gratis Ersatz für eine vollkommen zerrissene Zarge geschickt.
    Richtig behoben ist das Problem selbst mit nachgeschraubten Zargen nicht, das Holz war offensichtlich zu frisch und hat sich massiv geschüsselt und ist gerissen.
    Am Besten sind die Zargen geblieben, welche ich aussen mit weisser Wandfarbe gestrichen hatte, da ist die Austrocknung nach aussen nicht so dominant und das Holz behält insgesamt mehr die innere Feuchte und damit auch das korrekte Mass.


    Siggi (Schreinersohn und Chemiker)

    Jedes Volk ist ein Unikat - behandle es auch so !

  • Auch ich hatte die gleichen Probleme mit Holtermann-Zargen, das Holz der Brutzzargen riss mehrmals pro Zarge, Risse bis 3 mm, die Bretter bogen sich oben weg, der Deckel war kaum runter zu bekommen. Dies unabhängig, ob die Beuten im Regen oder voll regengeschützt standen. Stark betroffen waren 9 Zargen. Man hat mich dann aufgeklärt, dass Holz "arbeitet".


    Es könnte sein, dass es vermehrt Probleme gibt, weil Holtermann neuerdings darauf hinweist, dass die Beuten innen mit Leinöl gestrichen werden sollten:


    "Holz ist ein Naturprodukt und arbeitet. Zum Schutz vor Witterungseinflüssen ist ein Außenanstrich erforderlich. Um Risse und Spaltmaße zu minimieren ist ein Schutzanstrich von innen sehr zu empfehlen, z.B. mit Leinölfirnis, Art. 2121"


    Auch Wewber weist auf den Umstand hin, dass Beuten innen zu streichen sind, weil es sonst keine Gewährleistung gibt.


    Ich kenne allerdings niemanden, der seine Beuten innen streicht :roll:

  • Falls Ihr es noch nicht wisst:


    Nach dem Besetzen durch ein Bienenvolk entsteht im Inneren
    des Bienenkastens ein neues Raumklima. Temperatur und
    Feuchtigkeitsgehalt unterscheiden sich vom Klima außerhalb
    des Bienenkastens. Dadurch kommt es im Inneren zur Bildung
    von Kondensfeuchte. Dieses kann sich durch Entstehung von
    Spaltmaßen und Rissen zeigen.


    (Information der Fa. Holtermann)

  • Einige Zargen sind mir fast auseinander geflogen und andere der gleichen Bestellung nicht, obwohl alle dem gleichen Stockklima ausgesetzt waren.
    Das Verhalten hatte ich bisher bei anderen Herstellern nicht so ausgeprägt.
    ... von daher ist das eine Materialschwäche, in meinen Augen.


    Grüße!
    Arnd


  • Weber hat übrigens noch den Zusatz, dass die Zargen besser 2 Jahre gar nicht behandelt werden sollten.


    Ich habe auch einige Beuten von Bienenweber und wenn ich mich richtig erinnere, dann soll man:


    • die Beuten innen gar nicht streichen, da die Bienen die Wände mit Propolis versiegeln
    • außen erstmals nach 2 Jahren mit Leinöl streichen, wenn das Holz vollständig getrocknet ist
    • eine weitere Behandlung nach weiteren 2 Jahren wird empfohlen.


    (Die Originalquelle konnte ich auf die Schnelle nicht mehr finden.)

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Mich wundert`s...
    Mit meinen billigen Selbstbauzargen "nach Art Sabine" habe ich diese Probleme nicht.
    Den Stülpdeckel mach ich auch nicht so eng, daß da was klemmen könnte.
    Und wenn sich mal was verziehen sollte und es zwischen den Hölzern mal nicht so dicht ist - die Bienen sind meine besten Dichter...:cool:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Moin Imkers,
    Dass sich die "klimatischen" Bedingungen in und an einer Beute ändern, sollten die Hersteller wohl wissen. Hin und wieder kann natürlich ein Brett dabei sein das, maserungsbeding, verspannt ist.
    Ich glaube aber, dass die Massenfertigung mit Präzisionsmaschinen, geringere Toleranzen zu lassen
    die vielleicht im Maschinenbau üblich sind, dem Werkstoff Holz aber nicht gerecht werden.


    So wie Hardy fertige ich meine Kästen nicht zu knapp. Nichts klemmt, nichts klappert!


    schön Tach
    Bernd

    "Wenn Neider, Hasser dich umringen, dann denk an Götz von Berlichingen."

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  • Also das Einzige, was das Quellen/Schwinden und das damit zusammenhängende verziehen von Holz-Magazinen ganz ausschließt, sind Styroporbeuten.


    Seit Jahrtausenden versuchen Generationen von Tischlern/Schreinern das "Arbeiten" von Holz zu beherrschen, ist aber nie 100%ig gelungen. Warum wurde Spanplatte, MDF usw. erfunden? Um die natürlichen Eigenschaften von Holz zu zerstören. Spanplatte ist Leimholz in Potenz. Viele kleine Leisten (Späne) die mit Chemie wieder verbunden werden um die ungewünschte Eigenschaft des Holzes, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben und damit die Form zu ändern, zu unterbinden (zumindestens teilweise).


    Bedenkt doch mal, wie viel Wasser die Bienen mit dem Nektar reinschleppen, Waagvolkzunahme abend und früh messen, da sind mal locker 2 Liter Wasser über Nacht verschwunden, davon auch was ins Holz.


    Bei meinen Eigenbaumagazinen kommen einfach mehr Schrauben rein, auch weiter oben an der Kante, damit der Rand sich halt nicht so sehr nach außen biegen kann, Deckel mit mind. 5mm Luft, und wenn er doch mal nicht runter geht, paar Tage warten, dann geht es wieder. Risse machen, wie Radix schon schreibt, die Bienen selbst zu, besser als jeder Holzkitt und Leim!


    Und wenn doch mal eine Zarge sich so sehr verzieht, das es nicht mehr zu akzeptieren ist, dann reklamieren (bei gekauften - ist sehr schnell festzustellen und wird bestimmt umgetauscht) oder markieren (bei Eigenbau) und bei nächster Gelegenheit dem Kachelofen anvertrauen.


    Beetle - für Massenfertigung gibt es eben die Spanplatte, weil Holz als natürlicher Werkstoff eben nicht Massenfertigungstauglich ist, weil eben Natur und jeder Baum anders und selbst innerhalb eines Baumes Talseite und Bergseite anders......


    Auch ein Bienenvolk ist nicht wie das Andere, eben auch Natur, wird auch keine Massenfertigung und auch mal zum Stecher - aussondern:wink:.


    Also akzeptiert doch die Natur oder nehmt Styropor!


    Schönes Wochenende und schwitzt nicht so sehr bei der Honigernte"

  • Faktum ist:


    Die Kästen werden so billig wie möglich eingekauft und so teuer wie möglich verkauft. Irgendwann, wenn die Gier überhand nimmt und der Lieferant immer mehr im Preis gedrückt wird, ist die Qualität dann scheisse.

  • Faktum ist:
     
    Die Kästen werden so billig wie möglich eingekauft und so teuer wie möglich verkauft. Irgendwann, wenn die Gier überhand nimmt und der Lieferant immer mehr im Preis gedrückt wird, ist die Qualität dann scheisse.


     
     
    Bei mir reissen die Zargen von Holtermann ebenso wie die von Bergwinkel, oder auch nicht.
    Es reissen die weiss gestrichenen ebenso wie die unbehandelten, oder auch nicht.
     
    Es klemmen die Falze an einem Tag, am anderen nicht. Wenns geregnet hat, bekomm ich die hintere Verschlußleiste nicht raus, ich warte, bis es trocken ist, oder setze den Stockmeissel an.
     
    Standort, Witterung, Bienenbesatz. Alles wirkt sich aus. Ich würde die Kritik an den Herstellern etwas relativieren.
     
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Bei mir auch bei den Dadant HR so geschehen.
    Die Dinger gehen wieder zurück!


    das ist auch meine Erfahrung, die Deformation geht wieder zurück.
    Mir ist das bisher nur im Frühjahr passiert, wenn die Völker den HR nicht schnell annahmen und es draußen noch kühl war. Es war dann aber auch richtig nass oben drin und die Bretter bogen sich am oberen Rand nach außen.
    Sobald die Zargen bevölkert werden schrumpfen sie auf ihr altes Maß. Da verhalten sich auch nicht alle Zargen gleich, Holz ist eben ein natürlicher Werkstoff.
    Klaus