Ärger mit dem Nachbarn

  • Hallo,


    ich bin auch neu hier und habe vor Kurzem zwei Ableger Buckfast bekommen. Ich habe die Bienen in meinem Garten und zunächst an der Hecke zum Nachbarn stehen gehabt, Flugrichtung jedoch weg von ihm. Die Hecke ist ca. 2,50 hoch.


    Gestern nun habe ich ein Gespräch mithören können, indem er sich lauthals darüber beschwert hat, was für eine Frechheit das sei und dass er schon beim Anwalt gewesen sei, der ihm aber gesagt habe, dass man da ncihts machen könne.


    So, heute nun geht er schon die ganze Zeit missionieren bei den anderen Nachbarn (mit denen er nciht zerstritten ist) und beschwert sich über uns. Ich habe ihn dann im Auto aufgehalten und gefragt, ob es ein problem gäbe. "Ja, mit den Bienen." Er hätte am Sonntag Leute bei ihm gehabt und plötzlich wären sie in einem Bienenschwarm gestanden (was definitiv nciht der Wahrheit entspricht.) Ich habe ihm nur gesagt, dass ich die Bienen eh vom dem Standort entfernt hätte und warum er da nciht zuerst mit mir spricht und stattdessen sofort zum Anwalt rennt. Er müsse sich da erst erkundigen, weil das in einer Siedlung nicht geht. Siedlung ja, aber er betreibt sein Geschäft (Schreinerei) auch von Zuhause aus, genau wie ich mein geschäft. Also, nix reine Wohnsiedlung.


    Ich bin jetzt echt sowas von sauer, aber denken hätte ich mir das können. Früher haben seine Eltern immer Stress gemacht (seine Mutter ist ständig am Balkon gestanden und hat runtergerotzt, im wahrsten Sinne des Wortes, stundenlang, ganz ehrlich), und Mamasöhnchen führt die Tradition jetzt fort. Die andere Nachbarin musste € 500,- Strafe zahlen, weil sie, als sie ihrem Gärtner zeigen wollte, wo er ihre Hecke schneiden sollte (die auch an diesen Nachbarn angrenzt), kurz auf seiner Einfahrt stand.


    So ein Depp, ich könnte heulen vor Wut, weil ich weiß, dass demnächst ein Brief vom Anwalt hier anflattert. Können die jetzt wirklich Stress machen? Zwei Ableger, ca. 10 Meter von seinem Grundstück entfernt, Fluglöcher genau entgegengesetzt? Alle anderen Nachbarn freuen sich über die Bienis, aber der...naja, das ist sowieso einer, der keine einzige Pflanze im Garten hat und alles sofort wegspritzt.


    LG,
    melissa

  • Kühle mal runter Melissa und paß mal auf, daß Du Dich nicht auch im Tone vergreifst oder blind wirst, für Sachverhalte! (Spuckmutties oder sonstige Nachbarschaftsbeziehungen sind dreckige Wäsche, hier geht es um die Bienenhaltung)


    Regel Nr. 1: Über Schreiben vom Anwalt ärgert man sich frühestens, wenn sie da sind und man weiß was drinne steht.
    Regel Nr. 2: Auch dann ärgert man sich nicht, sondern freut sich, daß der Andere bereits für die erste Kontaktaufnahme sein schönes Westgeld ausgibt, denn umsonst arbeitet der gemeine Anwalt nicht.
    Regel Nr. 3: Erst dann denkt man drüber nach, ob dem Andern überhaupt Ansprüche zustehen und wie man bereit ist, die gegebenenfalls zu erfüllen oder ihnen entgegenzutreten.


    Beispiel: Nachbar fordert: "... keine Bienen mehr im Abstand von 5m zur Grundstücksgrenze unabhängig von der Flugrichtung zu halten ..." Danke! Das kommt der Gestattung einer Bienenhaltung im Abstand von 5,05m Flugloch in seine Richtung gleich. Fliegen die Bienen halt jetzt über die Hecke ... wo ist das Problem.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Melissa,
    leider kann man andere Menschen nicht ändern, nur sich selbst. Bitter, wenn sich so ein A... in der Nachbarschaft so aufführt, weil er sonst zu wenig Aufmerksamkeit bekommt.


    Lass Dich nicht kirre machen. Bleib gelassen und lass Dich von so einem Verhalten nicht ärgern. (ich weiß, dass es schwer ist! weil es mir auch immer wieder mal passiert)


    ich schreib mal von mir, welche "Waffe" ich für solches Verhalten entwickelt habe: ich grüße solche Leute einfach freundlich, lasse mich nicht auf Diskussionen ein oder im schlimmsten Fall ignoriere ich sie (auch wenn mich das Verhalten am Anfang tierisch aufregt und ich Herzklopfen vor oder nach jedem Kontakt habe).
    Dadurch dass ich so tue, als würde mir das nichts ausmachen, macht es mir dann tatsächlich irgendwann nichts mehr aus.. und als wüssten diese Idioten das, hab ich dann meistens keine so großen Schwierigkeiten mehr, sondern sie lassen mich in Ruhe.... im besten Fall, ist mir auch schon passiert, sind sie plötzlich sogar sehr freundlich zu mir. (ist wahrscheinlich wie bei einem Hund: wenn man Angst hat, dann beißter er, weil er es unbewußt wahrnimmt)



    Liebe Grüße mit viiiiiiel Gelassenheit
    wünscht dir Adelheid
    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

    Adelheid (Bioimkerin aus Leidenschaft) - „Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie an und handelt.“ Dante Alighieri

  • Hallo nochmal,


    Ihr habt beide Recht! Mittlerweile habe ich mich auch wieder beruhigt. Ich kenne den Menschen ja schon, seit ich auf der Welt bin, und gegen so jemanden kann man einfach ncihts machen. Denen passt immer irgendwas nicht in den Kram und nun sind es halt meine Bienen.


    Aber klar, ich warte jetzt einfach mal ab. Hatte ihm ja heute gesagt, dass ich es verstehen kann, wenn ihn die Nähe stört und dass ich sie eh schon weiter weg gesetzt habe. Er meinte dann auch, dann passe das schon, aber dass er sich noch weiter informieren wird. Was bei ihm heißt, er bohrt solange, bis er was findet. Aber gut. Ich werde jetzt erstmal einige Pflanzen kaufen, damit die Hecke wieder richtig schön dick und blickdicht wird (er schneidet auch regelmäßig Löcher in die Hecke) und dann muss ich ihn wenigstens nicht mehr ansehen, wenn cih im Garten bin.


    Ansonsten warte ich jetzt einfach mal ab. Danke für's Zuhören und wieder auf den Boden bringen. Ich bin im Akutfall immer sehr impulsiv, aber wenigstens nur in mir drin.


    Viele Grüße,
    melissa

  • Hallo melissa,


    ich habe Gott sei Dank diese Probleme (noch?) nicht.
    Ich habe meine Bienen (12 Völker) im Kleingarten und das wörtlich! 150m² d.H. 10mx15m.
    Für mich ist es wichtig das meine Nachbarn sehen"Die tun ja gar nix", aus diesem Grund arbeite ich teilweise nur in Badehose an den Bienen (ist schwierig, gerade wenn ein Schwarm abgeht und der Himmel sich verdunkelt...).
    Würde ich wie ein Kosmonaut an die Bienen gehen ich glaube ich könnte auf dei Uhr schauen wann die ersten Proteste kommen....


    Ich wünsche Dir starke Nerven und viel Tolleranz mit Unterstützung von den anderen Nachbarn!
    Frank

    Hätten wir was getan, als noch Zeit war, bräuchten wir uns nicht vorzustellen, wie es wäre, wenn wir was getan hätten, als noch Zeit war.

  • Hallo Frank,
    da ich eine Allergie attestiert bekommen habe, kann ich derzeit nur in Vollmontur zu den Bienen... das darf es nicht ausmachen!
    Meine Nachbarn mögen es trotzdem und finden unser Engagement mit den Bienen (und gegen Gentechnik) gut.
    Glück gehabt! Es gibt auch immer wieder mal ein Gläschen Honig und sie kaufen diesen auch bei uns (obwohl wir "teuer" sind)
    Grüßle Adelheid

    Adelheid (Bioimkerin aus Leidenschaft) - „Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie an und handelt.“ Dante Alighieri

  • Hallo Adelheid,


    laß Dich da nicht unterkriegen. Privat habe ich auch 5 Bienenvölker im Hausgarten stehen und unsere Gärten sind so klein, daß wir in der Nachbarschaft auf Zäune verzichtet haben. Die Nachbarn haben einen Hund, der unseren Garten mitbenutzt und ich noch zusätzlich vier Kartäusermiezen, die ebenfalls Nachbarsgarten frequentieren. Ab und an hängt am Kirschbaum des Nachbarn mal ein Bienenschwarm und trotz der beiden Kleinkinder (Nachbarsenkel), die da im Sommer rumtoben, passiert auch nichts. Die Bienen stehen etwa 8m von unseren beiden Terrassen entfernt. Stiche hat es noch nie gegeben.


    Im Anfang gab es Irritationen, weil ein Imkervorgänger vor langen Jahren stechlustigere Bienen hatte und das noch gut in Erinnerung war, aber da ich auch Buckfast halte und ohne Schutzschleier geschweige denn Handschuhe an den Bienen arbeite, haben die Nachbarn gemerkt, daß meine Bienen friedlich sind. Übrigens sind wir hier in einem reinen Wohngebiet. Mit etwas Toleranz geht es immer und ich ertrage im Gegenzug schonmal lautstarke Fußballsessions oder Grillparties im wöchentlichen Abstand.


    Standfest bleiben und mit Ruhe auf die friedlichen Bienen verweisen.


    Die Allergie würde ich allerdings ernster nehmen. Ich habe eine Anfängerin, die eine wirklich starke Allergie hat und sich desensibilisieren läßt, weil sie einerseits nicht von den Bienen lassen will und andererseits einen Allergiegrad hat, aufgrunddessen es wirklich notwendig ist, sich desensibilisieren zu lassen. Solche Allergien können sich verstärken. Bei ihr war es auch so, die ersten Stiche bekam sie in meinem Beisein, ohne stärkere Reaktion und irgendwann bekam ich dann einen Anruf von ihr aus dem Krankenhaus... Sie hatte es gerade noch geschafft, den Notarzt zu rufen, bevor sie zusammenbrach.


    In der Bonner Uniklinik gibt es eine hervorragende Allergologie, die sich auch schwerer Fälle annimmt. Bei ihr kam dazu, daß schwere Reaktionen noch auf geringste Dosierungen auftraten und dies sogar 8 h nach der Injektion, als sie schon längst wieder zuhause war.


    Mit dem Thema Allergie ist nicht zu spaßen, damit würde ich mich an Deiner Stelle intensiver auseinandersetzen und eine Beratung in einem Allergiezentrum in Anspruch nehmen. Hautarzt reicht nicht, die meisten Vor-Ort-Allergologen wagen sich wegen des Risikos höchstens an die Folgebehandlung ran, nachdem im Krankenhaus die "Grundeinstellung" erfolgte.


    Gruß, Klaus

  • Nie entscheidet über eine Anzeige der Anwalt oder ein Polizist,
    sondern immer nur ein Richter!!
    Versicherungen können auch kaum helfen! ;-)


    Erfahrungen aus dem Leben eines Drohns!
    Alle wollen nur Dein Bestes!, was DIE meinen es wär Dein Bestes!
    Dein Geld!


    Der
    Drohn

  • Hallo Melissa,


    hatten auch das gleiche Problem mit unserem Nachbarn, als ich vor vier Jahren die ersten Bienen bekam. Der fing dann auch irgendwie an, das wäre gegen das Gesetz und so (hatte die erforderlichen Abstände aber eingehalten). Seine Frau wandte auch noch ein, sie hätte Allergie gegen Bienenstiche. Meine Frau sagte ihr dann ganz cool "dann solle sie gucken, daß sie immer Medikamente vorrätig hätte". Da blieb ihr aber die Luft weg.
    Inzwischen haben sie aber wohl gemerkt, daß meine Bienen kein Problem darstellen und der Nachbar winkt mir sogar rüber, wenn ich in Vollmontur an den Bienen arbeite. Zum Glück hatte ich noch keinen Schwarm in seinem Garten.
    Also mal ein paar Jahre ins Land gehen lassen.


    Wenn du aber ein paar bösartige Bienen für deinen Nachbarn brauchen solltest, kann ich dir auch gerne aushelfen. Besonders, wenn du den Bienenstock bei gutem Flugbetrieb einige Meter umstellst, bekommst du deinen Nachbarn außer Sichtweite. Solltest dann aber auch selbst das Freie meiden.
    Nur als Scherz gedacht. Wäre ja kontraproduktiv.
    Gruß
    Fritz

    Wer jedes Volk retten will, schadet langfristig den Bienen.

  • Hallo Fritz
    Ich will eine.....von den Biestern .Bekommst von mir auch eine andere.Muß aber eine Carnica sein.Auch wenn schon Sommersonnenwende war noch sind genügend Drohnen für mein Vorhaben vorhanden.
    mfg Stephan

  • Liebe Leute,


    es wirkt natürlich auch nicht gerade als glaubwürdiger Beweis für die friedlichen Bienen, wenn man in Vollmontur an den Stöcken arbeiten muß. Wenn ein unbedarfter Nachbar das sieht, muß er natürlich den Eindruck haben, daß das anscheinend gefährlich ist, wenn schon der Besitzer der Bienen Schutz braucht.


    Was habt ihr denn bloß für Bienen? Vollschutz habe ich zuletzt in Ghana und Nepal gebraucht, aber doch nicht hier in Deutschland?


    Gruß, Klaus