Neue Königin ja oder nein?

  • Hallo
    Mich würde gern eure Meinung zu einem schwach ausgewinteren Volk interessieren.
    Ich habe ein Volk das ganz schwach ausgewintert hat. Ich habe es mittlerweile so aufgepäpelt das es auf einer Segeberger Zarge sitzt. Es hat jetzt auch ein gutes Brutnest. Meine Frage ist nun da das so lang gedauert hat bis es so stark geworden ist ob es ratsam wäre dort eine neue Königin nachziehen zu lassen und die Alte abzudrücken. Die sollte jetzt laut Aussage von demjenigen wo ich das Volk letztes Jahr herbekommen habe mittlerweile 2 Jahre sein.
    Vielen Dank für eure Antworten


  •  
    Hallo Erzgebirgsbiene .
    Kann Uwe nur bestätigen :


    Mit imkerlichem
    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo,


    ich bin zwar Anfängerin, wage es aber mal hier nachzufragen:


    Es wird nicht geschrieben, warum das Volk schwach auswinterte, wie stark es geschwächt war bzw. wie es in den Winter gegangen ist - wie es rausgekommen ist, was es für ein Volk gewesen ist ( auf Rähmchen gekauft, Ableger, Schwarm, Fegling...), was es für eine Königin ist, wie das Volk behandelt wurde, wann der Wechsel und wie stattfand etc.


    Und dann kommen sofort die Empfehlungen, die Königin abzudrücken.
    Das finde ich jetzt vorschnell.
    Oder nicht?
    Es wird doch geschrieben, sie haben sich erholt, jetzt sogar ein schönes Brutnest.
    Sollte man da nicht dem Volk mit der Königin ne Chance geben?


    Ich bin halt nicht der klassisch konventionelle Imker und auch nicht auf Honigproduktion auf Biegen und Brechen aus.
    Wirtschafltich gesehen sind solche "Experimente" natürlich ggf ein Fehlschlag. Einem Volk einfach mal noch etwas Zeit geben.


    Oder lieg ich jetzt völlig daneben?


    Könnte auch wieder so eine "Glaubensfrage" sein.


    Klärt mich auf:wink:


    beetic

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Uwe,


    das ist mir ja klar.
    Aber es ist doch schon so, dass gar nicht mehr gefragt wird, ob es denn am schlechten Material liegt oder eventuell an anderen Umständen.


    Sicherheitshalber wird eine neue Königin eingesetzt, dann kann die Auslesefrage abgehakt werden.
    Andere Argumente fehlen mir aber jetzt schon.
    Warum liegt es an der schlechten Königin, mal konkret gefragt?


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo


    ich versuche mal zu erklären


    Seine Königin ist schon 2 Jahre
    man kann ihr so lange Chancen geben bis die Bienen sie umweiseln
    wozu sie hat bewiesen das sie nichts bringt.


    Natürlich könnte es an anderen Sachen liegen,
    aber ich nehme mal an das es nicht sein einziges Volk ist.
    Die anderen scheinen es aber zu können.


    Auslesefaktor wird hier nicht abgehakt sondern durchgeführt.


    Bienenzucht ist meist auch Leistungszucht
    und hier kommt man mit Fragezeichen nicht weiter.


    Wenn ich so rumeiern würde hätte ich immer noch Bienen
    die Stechen wie die Blöden
    schwärmen wie irre
    und kaum Honig eintragen.


    Natürlich hat jeder das Recht nach seinem Empfinden zu arbeiten.


    Gruß Uwe

  • Hallo Marion,
    ich finde, dass du deine Fragen zu Recht stellst. Deshalb sollte Erzgebigsbiene deine Fragen erst einmal beantworten. Es ist wie beim Arzt. Erst einmal die Umstände erfragen, dann behandeln. Aus den näheren Umständen kann man abschätzen, ob es wirklich an der Königin liegt.
    Gruß Ralph

  • Hallo
    Ich versuche mal den Velauf zu beschreiben: Ich habe letztes Jahr im Juli 4 Carnica Völker bekommen (Wirtschaftsvölker). Ich denke das da was bei der Behandlung gegen die Varooa schiefgelaufen ist. 3 der Völker haben den Winter nicht überstanden. Das Volk wo ich überlege die Königin zu tauschen saß Anfang April auf 3 Waben. Ich habe dort durch ein Schied eingeengt und dann immer mal eine Futterwabe aufgerissen und dazugehängt. Außerdem hat es im Mai so war zumindest mein Eindruck einen leichten Rückschlag erhalten als es nochmal so kalt wurde.
    Außerdem habe ich ApiLiveVar Streifen draufgelegt weil noch ziemlich viel Varooen da waren trotz Behandlung mit Ameisensäure und Oxalsäure. Letzten Sonntag habe ich das erstemal eine Mittelwand reingehängt und sie fangen an sie auszubauen ebenfalls haben sie erst jetzt die ersten Drohnenzellen bestiftet. Auch an diesem Sonntag habe ich die ganze Zarge freigegeben da jetzt 4 Brutwaben 3/4 gefüllt ausläuft. Meine Überlegung war mit einer jungen Königin in den Winter zu gehen nicht das die alte zu geschwächt sein könnte und das Volk den Winter nicht übersteht.
    (Im Frühjahr hatte ich mir auch noch ein Volk dazugekauft und habe davon auch schon einen Ableger. Also wieder 3 Völker)
    Viele Grüße

  • Hallo!


    Allein die Info, dass die Könign zwei Jahre alt ist, reicht mir, um die Empfehlung zu geben, die alte Dame zu tauschen. An meinem Stand gibt es zurzeit nur Kö mit Zeichenfarbe grün (d.h. einjährig aus 2009) oder blau (d.h. diesjährig).


    Wenn eine Königin ihr drittes Lebenjahr erleben will, muss sie mich schon mit besonderer Legeleistung beeindrucken. Bei der heute üblichen Volksgröße (bedingt durch die Haltung im Magazin) geht i.d.R. die Legeleistung der Kö im dritten, allerspätestens im vierten Lebensjahr, deutlich zurück. Wenn sich die Lebens-Legeleistung der Kö ihrem Ende nähert, wird das Volk eh umweiseln. Ich kann mich nicht erinnern, schon mal eine Kö im vierten Lebensjahr gehabt zu haben. Selbst Kö, die mir gut gefallen haben und die ich gern behalten hätte, wurden vor Erreichen des vierten Jahres von den Bienen ausgetauscht.


    Jetzt werden sich hier bestimmt einige melden und mit mehr als sechs Jahren prahlen. Das ist wie bei den Anglern: meine Forelle war sooooooo groß...


    Gruß vom Sammler


  • die Stechen wie die Blöden
    schwärmen wie irre
    und kaum Honig eintragen


    ... Wenn ich so rumeiern würde


    Du hast damit sicherlich Recht, Uwe.
    Aber liegt es nicht in der Natur der Biene, sich durch Stechen zu verteidigen, sich durchs Schwärmen fortzupflanzen und Nektar der Volksstärke entsprechend einzutragen?


    Es gibt bestimmt auch Leute, denen es nicht (nur) auf den Ertrag ankommt.


    Man darf sich auch nicht wundern, dass es den Bienen nicht gefällt, wenn man sie mit einem Laubsauger (weil es ja viel rationeller ist) aus den Wabengassen pustet.
    Werden die dann doch Böse, wird die Alte abgedrückt weil schlechtes "Material".


    Gruß
    Frank

  • Meine Überlegung war mit einer jungen Königin in den Winter zu gehen nicht das die alte zu geschwächt sein könnte und das Volk den Winter nicht übersteht.


     
    also ich würd sie an Deiner Stelle austauschen, und zudem nicht unbedingt weiter züchten. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass eine "feine Dame" (ich nenn sie so, wenn sie bei jedem kleinen Kälteeinbruch gleich mit dem Legen runterfährt, bzw. auch sonst sehr verhalten legt) über den Winter nicht besser wird. Es muss ja einen Grund geben, warum sie immer wieder nachlässt (ist nicht immer nur die Wärme) sondern vielleicht auch der Samenvorrat. Wenn auch das Brutnest nicht wirklich überzeugt, liegt es vielleicht auch an den Genen. Schon zweimal haben wir so ein Volk im Frühjahr aufgepäppelt, bzw. es ist uns drohnenbrütig geworden, bevor Brut angelegt wurde im Frühjahr, bzw. nachdem wir es aufgepäppelt hatten. Das lohnt sich überhaupt nicht, vor allem weil ich (bzw. wir beide) das abkehren von Bienen auch als sehr unangenehm empfinden.

    Adelheid (Bioimkerin aus Leidenschaft) - „Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie an und handelt.“ Dante Alighieri