Was gibt mehr Honig? Wenige große oder viele kleine Völker?

  • Liebe Kollegen,
    mal so die Frage an die Altvorderen: Aufgrund der vielen Umweiselei und Schwärmerei in diesem Jahr habe ich nun reichlich Königinnen und Bienen...leider eben nur alle so aufgeteilt daß ich viele kleine Völker habe. Momentan blüht die erste Lindengruppe hier; die nächsten stehen in den Startlöchern.


    Mir ist bereits jetzt klar daß ich keinesfalls mit allen Völkern in den Winter gehen will - ich will nur ein paar "Sicherheitsköniginnen" für den Herbst aufbewahren; ansonsten werde ich so einige vereinigen müssen.


    Nun aber in Anbetracht der Trachtsituation frage ich mich, ob es eigentlich sinnvoller ist, diese Vereinigung vorzuziehen und bereits jetzt Völker zusammenzuschmeissen um die Tracht besser auszunutzen.


    Liefern wenige, aber große Völker mehr Honig als viele kleine Völker? Gibt es dazu Erfahrungen? Teilt sie doch mit mir!


    Danke!


    Melanie

  • Hallo Melanie!


    Auf jeden Fall bringen die großen Völker mehr Honig. Die kleinen Völker haben im Verhältnis zur Bienenzahl weniger Sammelbienen und sind überwiegend mit der Brutpflege beschäftigt.


    Also die überzähligen Völker mit den zukunftsträchtigen Völkern vereinigen. Ich mache es immer so wie es Karl Pfefferle in seinem Buch " Imkern mit dem Magazin" beschrieben hat, die aufzulösenden Völker vor den anderen Fluglöchern abkehren und die Brutwaben den Völkern ohne Bienen zugeben. Die abgekehrten Bienen betteln sich bei den anderen Völkern ein. Auf diese Weise ist auch gesichert, dass es zu keiner Beißerei kommt. Weiters bracht auch keine Königin gesucht werden.




    MfG
    Honigmaul

  • Hallo Melanie,
    aber bitte nicht gleichzeitig bei einem Volk unten Bienen durchs Flugloch einlaufen lassen und oben Waben reinhängen.
    Wäre zuviel Stress für ein Volk.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Ich möchte noch anfügen: Und vor dem Abwischen gut sättigen lassen, das heisst mit Rauch arbeiten und sich Zeit lassen dann geht die Sache viel friedlicher. Wenn möglich auch bei Flugwetter und Tracht versteht sich.

  • Hai, Melanie,
    ich finde meine Beiträge dazu grad nicht wieder (die Suche suckt echt :roll:), aber google mal nach Farrar, der hat die Versuche dazu gemacht, wie viele Bienen pro Volk wieviel Honig bringen.
    Aus dem Kopf kriege ich nur noch hin, daß wenn ein Volk von 10.000 Bienen 100% bringt, eins mit 20.000 Bienen nicht nur 200%, sondern 220%, bei 30.000 Bienen 360% bringt, also keine lineare, sondern eher exponentielle Reihe...
    Ich kann das aus meiner Erfahrung mit den CB-Völkern bestätigen, da kam pro Volk sehr deutlich sehr viel mehr raus, als aus der gleichen Menge Bienen in 3 Einzelvölkern...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ja, Sabienes Beobachtungen stimmen prinzipiell mit meinen überein. Jedoch möchte ich anfügen, dass man "gross" und "klein" oder "stark" und "schwach" nicht so einfach über einen Kamm scheren kann. Ich erlebe es immer wieder das gleichstarke Völker unterschiedlich stark eintragen. Das kann in der Genetik verborgen liegen (mehr Eiablage = mehr Brutpflege), Wetter, Standort, Sonneneinstrahlung auf den jeweiligen Stock, Windeinfall oer einfach nur Zufall: z.B. fliegt ein Volk abends noch stark oder früh stärker als die anderen weil sie was gefunden haben, was den anderen vorborgen blieb.


    Auch kann es sein, dass das eine Volk an einer Tracht arbeitet die einfach weiter weg ist, als eine Andere und verbrauchen somit mehr "Engerie" auf dem Hinflug. So einfach ist die Frage also nicht zu beantworten.


    Eindeutig kann ich sagen, das 20 Völker an einem Ort sich nicht die Tracht wegnehmen - wenn wo was honigt dann immer soviel, dass alle genug abbekommen, wenn sie was finden. Da sind dann eher wieder andere Faktoren limitierend: Wetter also die Länge der Zeit in der etwas honigt.


    Thor


    Ps.: Und ja, klein ung goss sind relativ - "kleine" Völker bringen seltener Honig, und "ganz kleine" nix.

  • Danke schön für die Antworten - habe heute auch entsprechend "Tabularasa" gemacht und teilweise vereinigt; teilweise aufgelöst. Außerdem eine kleine Zwischenschleuderung gemacht und doch noch erstaunliche 30 kg aus 4 Völkern abgeschleudert. Bemerkenswerterweise waren viele Waben nicht oder nur geringfügig verdeckelt. Ich habe aber stichprobenweise den Wassergehalt aus einzelnen Zellen ermittelt und dann die Schleuderung gewagt - alles rund um 17% Wassergehalt; kann man nicht meckern...sieht nach bester Robinie aus; mal sehen was die Experten in Hohen Neuendorf dann dazu sagen...schmecken tut er jedenfalls...hmmmmm.


    Melanie


  • ... Ich mache es immer so wie es Karl Pfefferle in seinem Buch " Imkern mit dem Magazin" beschrieben hat, die aufzulösenden Völker vor den anderen Fluglöchern abkehren und die Brutwaben den Völkern ohne Bienen zugeben. Die abgekehrten Bienen betteln sich bei den anderen Völkern ein. Auf diese Weise ist auch gesichert, dass es zu keiner Beißerei kommt. Weiters bracht auch keine Königin gesucht werden.
    MfG
    Honigmaul


    Was geschieht in diesem Fall mit der Königin des aufzulösenden Volkes? Verhungert im Gras? Das klingt nicht schön, aber immerhin will man sie ja loswerden.


    Gerhard

  • Wenige große oder viele kleine Völker?


    Da man das nur beschränkt beeinflussen kann, gibt es für mich persönlich nur eine Antwort: mehr Völker. Dann habe ich keinen Druck und alles soll so kommen, wie es kommt (und es die Bienen wollen).

  • Hallo Gerhard!


    Das Schicksal der Königin ist ungewiss, wird abar auf die eine oder andere Weise tragisch enden. Entweder im Gras verhungern, von einem Vogel gefressen oder wenn sie es bis zu einem der Fluglöcher schaffen sollte, dann wird sie wohl von den anderen Bienen bekämpft werden.


    Ich sehe das nicht so tragisch, immerhin sterben rein rechnerisch von jedem Volk im Sommer durchschnittlich auch etwa 2000 Bienen täglich, dagegen steht, dass auch wieder etwa gleich viel das Licht der Welt erblicken.


    MfG
    Honigmaul