Ablegerbildung

  • Liebe "Altimker",
     
    wir halten seit 2 Monaten 4 Bienenvölker. 2 Völker haben sich so gut entwickelt, dass wir noch Ableger bilden wollen. In der Fachliteratur liest man, dass Ableger auf einem anderen Stellplatz untergebracht werden sollen. Da wir nur einen Bienenstand haben, werden wir die Ableger dort aufstellen müssen. Kann mir jemand sagen, was dann passiert oder welche Auswirkungen das hat?
     
    Martina

  • Hallo Martina,


    die Flugbienen werden zum alten Volk zurückfliegen und dein Ableger wird damit schwächer.
    Im Extremfall kann es passieren, dass die Abfliegenden Bienen eine neue Trachtquelle melden, nämlich deinen Ableger, was zu einer Räuberei führen kann.
    In Anbetracht dessen, dass die Sommersonnenwende nicht mehr weit ist, sollte dein Ableger eine entsprechende Stärke aufweisen.


    Wenn du in einem kleinen Dorf in Sachsen wohnst, wird es sicherlich einen Bauern geben, bei dem du die Ableger für 3 Wochen hinstellen kannst.
    Ich habe auch die gute Erfahrung gesammelt, dass Jagtpächter und/oder Förster dir da auch weiter helfen können. Alle drei Berufsgruppen wissen in der Regel wie wichtig Bienen sind.


    Wenn alle Stricke reissen, frag doch mal einfach deinen Verein.
    Da gibt es bestimmt den ein oder anderen Kollegen, der vorübergehend deine Ableger auf seinen Stand lässt.



    Grüße!
    Arnd

  • Die ältesten Bienen, die sogenannten Flugbienen, fliegen wieder alle zum alten Standort.


    D. h. das Jungvolk hat keinerlei Flugbienen.
    Das ist aber nicht so dramatisch, man muss den Ableger nur etwas stärker bilden (Bienen von Brutwaben zum Ableger fegen) und Ihn ausreichend füttern, da die Flugbienen ja schließlich für den Honig-, Wasser- u. Polleneintrag sind.


    Bei Bildung des Ablegers also auf jeden Fall ausreichend Futter (Futterwabe aus Altvolk) und mind. eine Pollenwabe zuhängen - anschließend regelmässig mit Flüssigfutter 1:1 versorgen.
    Manche behaupten auch, man muss eine ausgebaute Leerwabe aufgefüllt mit Wasser (einfach Wasser in die Zellen kippen!) einhängen - bin mir da aber nicht sicher, ob das wirklich zwingend nötig ist.

    ...schon zwei Minuten gespielt und noch immer enorm hohes Tempo...!

  • ...ich mache meine Ableger immer auf denselben Ständen. Zwei Punkte sind aber zu beachten, da die Flugbienen tatsächlich zum Stammvolk zurückfliegen:


    - genug Bienen, genug Brut


    - füttern

    Robert - Versuch macht kluch... - und natürlich: KISS ME - keep it simple and stupid and most efficient!

  • An alle vielen Dank für die Tipps, doch es gibt schon die nächsten Fragen:


    Kann man jetzt noch Ableger bilden oder ist es fast schon zu spät. Wie versorgt man einen Ableger der jetzt noch gebildet wird am besten mit einer Königin? Schaffen es die Bienen noch sich selbst eine nachzuziehen die dann auch noch zur Einablage kommt oder sollte man lieber eine zusetzten? Die Anfänger haben eben immer tausend Fragen...


    Martina

  • Hallo Martina,
    von der Ablegerbildung bis zur Eiablage musst du mit ca. 20-30 Tagen rechnen. Wenn du heute den Ableger bildest, beginnt bis ca. zum 17.7. die Eiablage.
    Danach ist es wichtig, dass die Brut nicht geschädigt wird, da die Bienen sonst überaltern - also keine Ameisensäure für die Varroabekämpfung. Die Varroabehandlung sollte möglichst unmittelbar nach dem Auslaufen der Brut, spätestens aber dann erfolgen, wenn die neue Brut noch im Frühstadium ist, am besten mit Oxalsäure. Um kein Risiko einzugehen, entweder bedampfen oder die Königin abfangen, träufeln und Königin wieder zusetzen.
    So könnte es gerade noch klappen. Der Ableger sollte gut ausgestattet werden, mit mindestens 5 Brutwaben + Bienen von noch einmal 5 Waben, damit die Zarge nach dem Auslaufen der Brut voll ist und die Königin sich sofort ausbreiten kann.
    Ich würde versuchen, die Begattung der Königin abzusichern, indem ich von den Nachschaffungszellen (falls es mehrere sind) nach der Verdeckelung eine in einen kleinen Begattungsableger (1 Wabe) überführen würde, um eine Reservekönigin zu erhalten.
    Gruß Ralph

  • Hallo Martina,


    starken Ableger aus verdeckelten BW mit ansitzenden Bienen bilden und wenn möglich, über Ausfresskäfig eine begattete Kö zusetzen.
    So langsam wird die Zeit knapp.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Du kannst auch unbegattete Kös kaufen und selbst im Apidea begatten lassen. Ist was für den schmalen Geldbeutel. Eine begattete kostet min. 20 Euro eine Reinzucht 30 oder mehr.
    Eine Unbegattete 5.