Nachschwärme vereinigen?

  • Bei mir (Anfänger) stellt sich folgende Frage:


    Von einem befreundeten Imker habe ich die letzten 2 Wochen 2 Nachschwärme erhalten - mein "Pate" meinte eher kleinere (habe sie nicht gewogen):


    Nachschwarm 1: Alter 10 Tage, beginnt zu stiften.
    Nachschwarm 2: Alter 8 Tage, keine Eiablage bisher.


    Da ich auf der einen Seite genügend Völker habe, auf der anderen Seite auch keinen Beutemangel stellt sich folgende Frage, die ich an die erfahrenen Imker hier richten möchte:


    Sollte ich beide Völker vereinigen? oder beide belassen? ... Trachtangebot ist durch große Bienenweideflächen in direkter Nähe kein Problem!


    Ich persönlich tendiere zur Vereinigung, vor allem weil ich dies bisher noch nicht gemacht habe!


    Wann wäre der beste Zeitpunkt für eine Vereinigung?


    Mir wurde folgende Vorgehensweise empfohlen:
    1. Königin eines Volkes entfernen
    2. Zeitungspapier mit Löchern auflegen
    3. Weiselloses Volk aufsetzen
    4. Abwarten und Tee trinken



    ... nur wann sollte dies am besten getan werden (wenn überhaupt)?


    So ich hoffe nun auf zahlreiche Tips


    Es grüsst:


    Einer der hundert Markus(e) :lol:

  • Hallo Markus,
    nur 4.!
    Vereinigen von Nachschwärmen gibt nur Beißerei und Tote.
    Die meisten Nachschwärme, noch so klein, ergeben gute Völker,
    spätestens im nächsten Jahr.
    Viele Grüße
    Lothar (nicht ganz so häufig)

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Markus,


    Nachschwärme, wenn sie noch in der Traube am Baum hängen, ist es kein Problem sie zu vereinigen wenn du eine Königin wegnimmst. Die sammeln sich dann in einer Kiste. In deinem Fall würde ich der Königi ohne Stifte noch eine Frist von insgesammt 20 Tagen geben. Habe vergangene Woche auch eine Weiselprobe mit einer Brutwabe,bei einem meiner Ableger gemacht, heute hatte die Königin schon auf 3 Waben ein schönes Brutnest.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Ich schließe mich meinen Vorrednern an - nach relativ "so langer Zeit" noch zu vereinigen, gibt nur Chaos. Die fühlen sich jetzt schon als einzelne "Völker" :Biene:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Vielen Dank an alle die sich meines Problems angenommen haben!


    Die Aussagen gehen ja klar in eine eindeutige Richtung.... keine Vereinigung, und genau das werde ich auch tun!


    Wie wäre es gewesen, wenn ich den Nachschwarm praktisch gerade "vom Baum gepflückt" hätte?? ... wäre dann eine Vereinigung sinnvoll, wenn ich die Kö entfernen würde? ... oder ist es auch in einem solchen Fall sinnvoller nicht zu vereinigen?


    Gruß


    Markus

  • Hallo Markus,
    auch das mache ich nicht!
    Du entfernst eine Königin aus dem Nachschwarm -
    von wievielen?
    Über Schwärme habe ich zuerst gelernt:
    Vorschwärme enthalten eine Königin, Nachschwärme können mehrere haben.*
    Es wäre doch schade, wenn nach den Vereinigen mehrere Königinnen tot auf dem Boden liegen** und die überlebende Königin beschädigt ist.
    Unter Umständen so sehr, das sie nicht ausfliegen kann, dadurch nicht begattet wird, das Volk letzlich verloren ist weil drohnenbrütig.
    Außer vermeintlich mehr Bienenmasse hat man nichts gewonnen dadurch.
    *manchmal habe ich den Eindruck, das sie sich schon vorher eine aussuchen
    **neben zahlreichen abgestochenen Bienen
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Es wurde schon in den 50iger Jahre von versierten Imkern hier in Lux beobachtet, dass sich die Bienen im Voraus auf eine Königin festlegen. Aber wie es so oft ist, wurde das Wissen vergessen. Den Test hierzu hatte ich aber in einer alten Bienenzeitung gelesen.

  • Hallo Miteinander,
    vergessen oder verdrängt?
    Nachschwärme galten oder gelten als imkerliches Missgeschick oder Nichtkönnen.
    Dabei sind das doch Jungköniginnen fürs nächste Jahr ohne Zusetzrisiko.
    Vorausgesetzt natürlich eine gute Auslese bei den Muttervölkern.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • ... schön, dass sich so viele Kommentare zu meinem Problem ergeben.


    Ich habe mich jetzt nocheinmal mit meinem Paten besprochen. Er ist an die 90 Jahre, über 50 Jahre imkert er schon. Er gibt an, dass er nie eine aktive Schwarmverhinderung betrieben hat all die Jahre. "Schwärme sind gut" - so imkert er ein halbes Jahrhundert lang.
    Er meint aber, dass ihm Völker ohne Nachschwärme immer lieber waren, da die Nachschwärme im Folgejahr auch wieder schnell und stark schwärmen.


    @ Lothar:
    Sicherlich hätte der befreundete Imker alle bis auf eine Nachschaffungszellen ausbrechen können (waren tatsächlich nicht meine Völker - ich würds zugeben:wink:).
    Ich bin jetzt mal gespannt, wie sich die beiden Schwärme generell entwicklen und vor allem wie sie sich im Bezug auf Schwarmlust im nächsten Jahr verhalten.
    Meine Befürchtung ist jetzt, dass ich nun 2 Schwarmvölker habe, was ich persönlich gerne vermeiden würde... bin gespannt und beobachte aufmerksam...


    Gruß


    Markus

  • Hallo,


    Du meinst also das mein kleinster Schwarm hier, der nichtmal 2 Waaben besetzt und gerade eine fläche eines Honigglasdeckels bestiftet hat noch Überwinterungsstärker erreicht?
    Dazu müssten die ja quasi bis September/ Oktober MINDESTENS die 4 Fache Bienenmenge produzieren die sie jetzt selber sind...


    Gruß Thorsten


    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Hallo Thorsten,
    stell die selbe Frage mal dem Drohn!
    Viele Grüße
    Lothar
    der übrigens Deine Frage mit JA beantwortet.

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo,


    Wenn ich mir das mal so überleg. 4 fache Bienen menge, das wären ja "nur" 3 Brutdurchgänge, also etwa gut 9 Wochen. Das schaffen die ja locker wenn genug Tracht da ist.
    Na dann lass ich das mit verstärken mal....


    Gruß Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....