Wo sind Korn und Mohn geblieben?

  • Wenn ich so die letzten Tage meine Runden dreh, fällt auf, keine Korn- (blumen), kein Mohn mehr auf den Feldern, nicht mal mehr am Rand.

    Was ist geschehn?

    Sind das die Halmverkürzer?
    Oder sind die Sorten so gut gereinigt?

    Wie soll da Nährhumus entstehen?

    Wann wird man jeh verstehn? Wann wird man jeh verstehn?

    Meine Augen leiden durch das Einheitsgrün.

    Keine Farbe mehr in meinem Gemüt!

    Ich komm mir schon wie Momo vor, mit ihren grauen Männern!

    Aufwachen! - Aufstehen!

    :Biene: ....deren zu Liebe!

    Schönen Aufdnacht!

  • Hab die Tage zwei Felder gesehen, wo massig Mohn drinn steht sah herlich aus, überall rote Blüten.
    Liegen aber leider ausserhalb des Flugradius meiner Bienen.

  • Das ist mir auch aufgefallen. Die großen Felder nur noch Mono in Reinkultur. Viell. liegts auch dran das Glyphosat billiger geworden ist und damit wird wohl erst mal alles freigeräumt. Man freut sich über jedes kleine Handtuchfeld mit paar Kräutern drin.
    Was mir noch aufgefallen ist das eine AG heuer auf denselben Schlag wie 09 schon wieder Mais gesät haben. Die haben ne neue Biogasanlage am laufen und brauchen natürlich "umweltfreundliche" Energiepflanzen.

  • Mais kann man jahrelang hintereinander anbauen. Bei meinen Eltern im Ort gibts ein Stück, wo seit mind. 15 Jahren immer nur Mais steht. Die Fläche ist patschenaß, so daß man im Frühling nicht drauf kommt, um sie zu bearbeiten. Und die Ernte im Herbst grenzt manchmal auch an eine Schlammschlacht. ABER- der ewige Maisanbau verbessert das Ganze natürlich auch nicht. Sowas wie eine vernünftige Fruchtfolge mit reichlich blühenden Haupt- und Zwischenfrüchte, möglichst noch ökologisch angebaut. Würde Wunder wirken. Aber ich schweife ab....:wink:

  • Mohn- und Kornblumen? Da hat wer g`schlampert g`spritzt oder koa Geld für Spritzmittel. D`Baywa muaß a leb`n.
    OH du schönes Land der Baywa (der systemimmanente Saat- und Giftverkäufer in unseren schönen bayrischen Landen )!
    Nicht Aufgeben !!!

  • Mein Gespräch mit dem Landwirt dieses Frühjahr erbrachte, dass Kornblumen und andere Beisaat sehr unerwünscht ist weil es das Korn verunreinigt was den Landwirt dann weniger Geld einbringt. Auf der einen Seite ist das verständlich, auf der anderen Seite frag ich mich wo das Problem ist bei den guten Kornsäuberungsmethoden.

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Wer gegen die Spritzmittel und für die Fruchtfolge ist, der sollte Bioprodukte kaufen und sich auch dazu bekennen. Wenn wir nicht beim Einkaufen zeigen was wir auf den Feldern wollen, dann sind wir selbst schuld, wenn draußen nichts mehr für die Bienen zu holen ist.


    Gemüse usw. aus dem Eigenanbau (narürlich Bio), ist natürlich am besten.


    Doris

  • Hi Leute,
    der Landwirt bezahlt für sein Saatgut richtig Kohle. Da kannn er schon verlangen, dass es nur Getreide ist und nix anderes. Also wird mit Druckluft Fremdsaat ausgeblasen. Eigentlich ist das "Unkraut" nur dann drinn, wenn der Bauer sein eigenes Saatgut gewinnt, so wie es früher auch gemacht wurde. Die meisten kaufen das Saatgut ein und haben entsprechende Verträge, die eine Eigengewinnung ausdrücklich untersagt. Die chemische Keule erledigt dann den Rest. Was dann aufkommt lag ungekeimt im Boden. Es lebe die Industrie! Dass mann Begleitpflanzen auch als Bodenverbesserer verstehen kann und nicht nur als Konkurenzpflanzen hat sich noch nicht rumgesprochen.
    Knäcke

  • Es gibt auch noch ganz andere Ansätze. Aus Norddeutschland kenne ich Felder, an deren Seitenrändern ganz bewusst ein etwa 2m breiter Streifen mit Bienenweide ausgesät worden ist. Sieht wunderschön aus und alles summt...


    Schöne Grüße aus der blühenden Eifel


    Ute

    ...to bee or not to bee, that is the question

  • Hallo Miteinander,
    wenn meine Eltern von der Ernte "früher" reden,
    erwähnen sie häufig die "Windfege", mittels Luftzug/Wind wurden die Samen von Wildkraut vom schwereren Korn getrennt.
    Rein mechanisch oder natürlich.
    Es gab sogar einen Auffangsack für diese Samen.
    Keine Ahnung, was damit geschah.
    ES gab keineswegs verunkrautete Felder, aber genug Ackerwildkräuter, um daraus Honig zu ernten.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Ich habe gerade die neueste Ausgabe von Acres USA erhalten, mit Beiträgen wie:


    Soil as a Superorganism, a holostic view
    und
    6 steps to grass based breeding success


    Dieses amerikanische Heft hat mir schon jahrelang bei der Führung unseres Biobetriebes geholfen und immer wieder neue Ideen geliefert. Seit wir einige der Methoden angewandt haben, ist unser Biobetrieb wie verwandelt, die Tiere sind extrem gesund und zufrieden und die Weiden sind voll von Wildkräutern, Insekten, Vögeln usw.


    http://www.acresusa.com/magazines/magazine.htm


    Leider nur auf Englisch; der Gründer Charles Walters war aber deutscher Abstammung.


    Doris

  • ...erwähnen sie häufig die "Windfege", ...
    Es gab sogar einen Auffangsack für diese Samen. Keine Ahnung, was damit geschah.



    Dann gab es noch den Trieur. Da rutsche der Samen über verschieden große Siebe für die Trennung.


    Der so gewonnene "Abfall" war Hühnerfutter oder für die Schweine.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.