Merkwürdiges Verhalten eines eingefangenen Schwarms

  • Hallo,
    am letzten Wochenende hatte ich einen nicht sehr großen Schwarm eingesammelt, der frei an einem Ast schon ein ca. faustgroßes Wabengebilde gebaut hatte, in dem einzelne Stifte aber keine Brut waren. Mein Imkernachbar meinte, dass der schon mindestens 14 Tage gehangen haben müsste. Aus den wenigen Stiften nach dieser Zeit folgere ich, dass hier eine frisch begattete Jungkönigin am Werk ist.
    Dieser Schwarm hat sich nach der Einquartierung weiter als Traube um die Bannwabe herum zusammengezogen und in der vergangenen Woche 2 Mittelwände teilweise ausgebaut, die von der Königin auch schon bestiftet waren. Außerdem hatte das Volk massenhaft Weiselnäpfe gebaut die auch bereits bestiftet waren.
    Mein Eindruck ist, dass das Volk noch von seiner Freilufterfahrung gaga ist. Ich habe alle Weiselzellen ausgebrochen und zwischen die bestifteten Waben Mittelwände eingeschoben, um das Volk zu zwingen, nach dem Schlüpfen der Maden die Traube aufzulösen. Vielleicht verschwindet dann auch dieser doch recht anormale Schwarmtrieb.
    Oder will das Volk umweiseln, weil es der Königin die Schuld an seinem Pech gibt? Dafür sind es aber viel zu viele Weiselzellen.
    Mal sehen, ob die Maßnahmen greifen.


    Gruß Ralph

  • Moin,
    bei eurem Wetter in den letzten Wochen: wie wär's denn mal mit Füttern?
    Und versuch mal, ob du sie mit einer gedeckelten Brutwabe aus einem anderen Volk nicht überzeugen kannst (evt. noch Bienen aus dem HR dazu geben, falls der Schwarm zu klein ist).
    Wenn die wirklich schon zwei Wochen da gehangen haben, sind die völlig ausgepowert, das gäbe dann einen Hungerschwarm...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,
    vielen Dank für deine Antwort. Das erste was ich versucht hatte, war flüssig füttern - sie haben nichts angenommen. Sie sind über dem Futter hin und her gelaufen, haben aber ihren Rüssel nicht hinein gesteckt. Ist aber nicht so sehr verwunderlich, da der Raps viel leckerer war. Als sie noch am Baum hingen, war das direkt neben dem Rapsfeld. In dem dortigen Wabengebilde war aber kaum Nektar. Die Bannwabe, die ich ihnen gegeben hatte, hatte einen dicken Futterkranz. Diese Wabe enthielt damals offene, jetzt gedeckelte Brut. Bei der heutigen Durchsicht war auch reichlich Futter vorhanden.
    Ich denke schon, dass sie am Baum ziemlich gelitten haben. Im Schwarm sind viele Bienen, die keine Filzbinden mehr haben, völlig abgeschabt, vielleicht durch das Aufregnen auf die Schwarmtraube verloren.
    Ich habe den Schwarm nicht wiegen können und kann daher nicht angeben, wie groß er ist. Aber ich schätze nach Augenmaß, dass er ungefäht 5 Wabengassen DNM besetzen könnte, wenn er seine Traube auflöste.
    Gruß Ralph

  • Zitat


    ...die keine Filzbinden mehr haben...


     
    äääähm...der Wald honigt schätzungsweise nicht bei Euch. Was KANN das also noch bedeuten?
    Untrerstellen wir mal Gesundheit! Ich möchte wissen, ob Du die KÖ gesehen hast? Sind die Stifte alle unten mehr oder weniger mittig oder auch seitlich angebracht?
    Thor

  • Hallo Thor,
    vielen Dank, du spielst auf Drohnenmütterchen an. Nein, die Stifte sind mustergültig und einzeln auf dem Boden der Zellen, auch der Weiselzellen abgelegt. Ob es sich um Drohnenstifte oder Arbeiterinnenstifte handelt (unbegattete Königin), werde ich am nächsten Sonnabend sehen. Nein, die Königin habe ich nicht gesehen.
    Ich habe den Schwarm jetzt in die Gewichtsüberwachung hinein genommen, um zu kontrollieren, ob er sammelt. Die Waage ergibt Brut + Bienen + Futter = 5kg; ich schätze Brut+Bienen auf ca. 2kg, somit ergeben sich 3kg Futter im Stock. Falls die Futtermenge abnehmen sollte, werde ich Futterwaben aus anderen Völkern einhängen, da der Schwarm kein Futter annimmt.
    Gruß Ralph