Hoher Wassergehalt

  • Hallo zusammen,


    gestern wollte ich Honig ernten/schleudern. Habe von einem Stand A (momentan nur ein Wirtschaftsvolk) nach Spritzprobe die zentralen Honigwaben geholt und dachte er sei reif. Daheim viel mir dann aber auf, dass der Honig doch zu viel Wasser enthält, insbesondere die verdeckelten Bereiche. Tatsächlich waren es unglaubliche 20,5% Wasser. :-(


    Nach dem Honig auf Stand B habe ich dann erst gar nicht geschaut, zumal das Wetter mittlerweile besch... geworden war. Nachdem ab heute schönes Wetter ist, würde ich morgen Vormittag nachschauen.


    Meine Hoffnung ist, hinreichend trockenen Honig ernten zu können, so dass ich in der Summe auf 18% Wasser komme. Allerdings glaube ich irgendwie nicht so recht daran. Insbesondere verwundert mich, dass bei dem abgeernteten Volk der Wassergehalt so dermaßen hoch war. Schließlich ist seit Tagen kein frischer Nektar eingetragen worden und ich dachte der letzte Tag der Schlechtwetterperiode sei ideal. Falsch gedacht? Habt ihr Tipps/Kommentare?


    Danke und Gruß
    Martin

  • Das ist dieses Jahr quasi vorprogrammiert - erst lange nix, dann alles auf einmal. Die Bienen schaffen ran und knallen rein, was geht. Und kommen nicht schnell genug dazu, den Wassergehalt des Nektars zu reduzieren. Hier etwa haben sie sehr viel Raps eingetragen - in gezwungenermaßen deutlich kürzerer Zeit als etwa im vergangenen Jahr. Da wird es dann schnell in Sachen Wassergehalt haarig.

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Ich habe heute geschleudert und hatte dabei sehr viele Waben mit nur teilweise erfolgter Verdeckelung. Erstaunlicherweise aber lagen die Wassergehalte dieser offenen Zellen zwischen 16,6 und 19,6 % - in Summe ergab dann einen 18,8%-Honig; ausreichend für meinen Geschmack und sehr lecker.
    Ist aber halt ein Risiko; miss verschiedene Waben an verschiedenen Stellen und wenn es wirklich so hoch bleibt muß der Honigraum eben noch drauf bleiben...bei diesem nassen Mai ist es auch wirklich nicht ungewöhnlich wenn es länger dauert!


    Melanie

  • Hallo zusammen,
    kann das oben geschriebene bestätigen....habe vor drei Wochen die Frühtracht geschleudert - alles ok, weil unter 17% Wasser. Dann zwei Wochen später den Raps (anderer Standort). Obwohl bereits ganz gut verdeckelt; am Ende dann 18,4% laut Refraktometer. Der Wert ist seit ca. 7 Tagen konstant und der Honig kandiert auch bereits ganz gut. Nun ist 18,4 nicht 20,5 - aber ich bin mir nicht so sicher, was die Lagerfähigkeit angeht....hat da jemand Erfahrung von Euch ? Habe etwas Angst davor, dass der Honig dann beim Kunden "umkippt"....

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • Hallo Melanie,


    puuhh, dann bin ich ja beruhigt, ehrlich. Ich möchte nämlich wirklich Qualität liefern - und dafür dann lieber weniger zur Not ! Ich kann mich eigentlich vor Nachfrage kaum retten :-). Und das, obwohl mein onig eher "hart" ist. Diesen richitig cremig, flüssigen a la "nutella" kriegt ich trotz rühre nicht hin. Ein befreundeter Imker lässt den hart werden,"" taut den dann im Wärmeschrank auf und rührt den dann durch. Der hat dann diese Konsistenz, aber so etwas kommt eigentlich für mich nicht in Frage sowas finde ich nicht so doll, wegen nicht frisch verarbeitet und so....oder haste einen Tipp, wie man den trotzdem so richtig feincremig hinbekommt ?

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • :lol: Frag mal NdsChristian nach seinem Rührgerät - das ist die "Kunst".
    Der ist nicht umsonst beim IFT jedesmal ganz oben mit seinem Rapshonig - null Kristalle, wie Schlagsahne...:daumen::Biene:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Also das ist echt kein Problem - die Honigverordnung erlaubt 20% und das aus gutem Grund. Natürlich braucht es bei 18% eben weniger lange "Offen stehen lassen" als bei 16% aber schmecken tut er und halten tut er ansonsten auch.


    Melanie


     
    Hallo Melanie,
    ich habe leider die Erfahrung gemacht, dass ein Honig mit 19-20% Wassergehalt nicht länger als ein Jahr hält.
    Mein letztjähriger Honig ist mittlerweile komplett in Gärstimmung.
    Im Januar musste ich schon einige "gekippte" Gläser von Kunden umtauschen....


    Ich habe übrigens im selben Keller noch 2 Gläser aus meiner 07er Ernte mit 16,5% Wassergehalt stehen. Der Honig darin ist immer noch unverändert.


    Viele Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Ok, kurz noch wie es weiter ging: Habe am WE dann vom Stand B (augenscheinlich nur reifen) Honig geerntet, welcher dann auch <18 % Wassergehalt hatte. Habe diesen separat abgefüllt, der dann in den Verkauf gehen soll. Den Eimer mit dem wässrigen Honig habe ich auch vollends aufgefüllt - da muss ich noch messen was dabei rausgekommen ist. Dieser ist dann quasi der "Familienhonig" und geht nicht in den Verkauf. Soweit also nochmal gut gegangen...

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  • Hi zusammen,


    mir ist es ähnlich ergangen, die Waben hatten schon eine Woche nicht mehr gespritzt, verdeckelt war ca. die Hälfte, vorm Schleudern am Donnerstag war auch kein dolles Trachtwetter, und trotzdem ist der Honig grenzwertig ...


    Nun war ich übers WE fort und habe die Eimer nicht geöffnet oder so, und nun kommt es mir so vor, als sei er noch flüssiger geworden (muss mir das Refraktometer nochmal ausleihen).


    Hat schon mal jemand versucht, den Honig im Eimer mit Salz zu "trocknen"? Ich meine das so wie die Raumluftentfeuchter funktionieren, Speisesalz in untropfbarem Gefäß im geschlossenen Eimer aufhängen. Salz ist ja ein Lebensmittel und neutral vom Geruch ... was haltet Ihr von der Idee?


    Gruß Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Hallo Jule,


    bedenke, dass man dem Honig nichts enziehen darf....ebensowenig wie zusetzen verboten ist.....und Wasserentzug fälllt sicherlich auch darunter. Ich habe meinem Honig mit 18,4% Wassergehalt einfach eine Haltbarkeit vom nur 11 Monaten zugestanden (laut Etikett). Darüberhinaus mache ich auf meiner Internetseite darauf aufmerksam, dass ich mich an die 20% laut Honigverordnung auf jeden Fall halte, ansonsten aber den natürlichen Wassergehalt nicht manipuliere. Interessierten Kunden erkläre ich das auch gerne direkt beim Honigverkauft. Ich habe noch nicht von einem einizigen etwas negatives darüber gehört. Ich denke, dass man so sehr gut damit umgehen kann. Nun habe ich keine Erfahrungen, aber ich würde aus heutiger Sicht sagen, dass ich Honige ab 19% aufwärts ziemlich sicher gar nicht erst anbieten würde. Mit dem Raps ist es echt so eine Sache in diesem Jahr, die zweite Schleuderung vom Wochenende hat ebenfalls 18,2% ergeben...also auch nicht DIB-tauglich.
    Also mit Salz rumexperimentieren würde ich da nicht....dann leiber ehrlich und den Kunden dann entscheiden lassen !

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • Hallo, ich habe meine Völker gestern auf fünfte Zarge gestellt, da die Bienen schleppen wie wild. Aber der Honig wird nich trocken und wird nich trocken. Eine vollkommen Verdeckelte Wabe ergab über 20% und die sind alle so. Kriegen die Bienen den ganzen verdeckelten Honig noch trocken und jetz geht die Rubinie bei uns los - soll ich noch ne Zarge drübersetzen? Also ich hatte diese Situation noch nicht - der Honig war immer trocken genug - von daher auch keine Ahnung - steht ja immer nur nicht zu nassen Honig schleudern ;-) aber was tun damit - echt einfach nur warten?
    Gruß Daniell

  • ...Nun war ich übers WE fort und habe die Eimer nicht geöffnet oder so, und nun kommt es mir so vor, als sei er noch flüssiger geworden


    Ja Jule, Honig ist schwerer als Wasser und sinkt ab.
    Oben bleibt das Wasser.
    Nennt man "Phasentrennung".

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.