Ein Schwarm-Rätsel (nicht nur für Warré-Imker)

  • Liebe Imkerfreunde!
    Gestern mußte ich meinen ersten Schwarm fangen, mutterseelenallein, mit allen Anfängerproblemen, Strömen von Angstschweiß, Notabsprung von kippelnder Leiter - aber die Bienen sind in der dritten Warré-Beute. Stichwortartig: Habe am 29. April zwei Naturschwärme (2,2 und 2,4 kg) von einem Imker bekommen, der seit Jahrzehnten imkert, aber nach eingenen Aussagen nie neue Königinnen kauft. Beide Völker haben sich gut entwickelt (nach Einfütterung mit je 2kg Zuckerlösung wegen anfänglich schlechtem Wetter). Daher habe ich vor 14 Tagen den 2 Warré-Zargen eine dritte untergesetzt, die noch nicht ausgebaut ist (Blick von unten durch die offenen Gitterböden).
    Sah gestern nach den Bienen, bemerkte, dass das sonst stärker fliegende Volk deutlich schwächer flog, sah dann einen ca. handballgroßen Schwarm etwa 3 Meter hoch im Baum hängen. Aus dem Schwarm heraus hörte ich tutende? zirpende? Geräusche.
    Meine Fragen and Euch:
    1. Stammt der Schwarm von meinem "nachlassenden" Volk?
    2. Wenn ja, warum entwickelt sich so schnell ein neuer Schwarm, ohne das die Zargen ausgebaut sind?
    3. Sind die beobachteten Erscheinungen Hinweise auf besonders schwarmfreudige Bienen?
    4. Kann/soll man derartige Schwärme verhindern? (was in der Warré-Beute ja schlecht geht!)


    OK - ich hätte sicher noch mehr Fragen, aber ich will Eure Gutmütigkeit auch nicht überanspruchen! Vielen Dank für hilfreiche Antworten!


    Euer Bienvenu

  • wenn du eine Kö hast, die nicht über mehrere Zargen steigt (hatte ich schon mal im Miniplus), dann hat sie keinen Platz mehr in der Zarge. das führt dazu dass weniger gelegt wird und mit nachlassender Eierlegung wird auch das Pheromon weniger. dadurch bauen die Bienen Weiselzellen und wenn die Kö sonst keinen Platz hat belegt sie wohl auch die Schwarmzellen.
    warum der Schwarm allerdings so klein ist:confused:, deutet doch wohl eher auf einen Nachschwarm und nicht auf die Altkö hin.


    Alles gibt es wohl. hatten mal einen Kö Ableger und dachten damit ist alles ok. Die Nachschaffungskö hat aber nur wenig Brut angelegt und viele Weiselzellen und das Volk hat sich fast leer geschwärmt, bis wir es nach einer Woche entdeckt haben, dass die geschwärmt sind.
    das wäre also Antwort auf Frage 1 und 2
    3. und 4. mh schwer zu sagen, da man ja niht weiß welche Faktoren da noch mit reinspielen, da sind mal die Warre-Imker gefragt, kenn ich mich nicht aus
    Grüßle

    Adelheid (Bioimkerin aus Leidenschaft) - „Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie an und handelt.“ Dante Alighieri


  • 2. Wenn ja, warum entwickelt sich so schnell ein neuer Schwarm, ohne das die Zargen ausgebaut sind?
    3. Sind die beobachteten Erscheinungen Hinweise auf besonders schwarmfreudige Bienen?


    Möglicherweise sind auch Krankheiten im Spiel - oder einfach mehrere Königinnen im Schwarm. Möglichkeiten gibt es viele.



    4. Kann/soll man derartige Schwärme verhindern? (was in der Warré-Beute ja schlecht geht!)


    Natürlich lassen sich Schwärme in der Warré-Beute verhindern. Durch Flugling, Brutableger, Entweiseln .... eigentlich so ziemlich jede Methode, die in Magazinen üblich sind. Zellenbrechen wird etwas schwierig, aber diese Mehto halte ich eh für eine Geste der Hilflosigkeit in der Völkerführung.


    Größere Schwärme sollten am besten von Anfang an drei Zargen bekommen. Wenn Du merkst, daß sie nach der zweiten Zargen einen Baustopp einlegen, kommt die leere Zarge oben drauf. Das hilft auch nicht immer. Sobald Schwarmstimmung aufkommt, teile ich der Einfachheit halber die Brutzargen auf und mache zwei Ableger daraus.


    Pro Brutzarge einen Boden vorbereiten.


    Eine leere Zarge mit Anfangsstreifen darauf:


    Eine Brutzwarge obendrauf - hier mit starkem Honigkranz:


    Deckel drauf. Fertig.


    Das ist die Einfachversion ohne Suchen der Königin. Wenn die schon in Schwarmstimmung waren, wirst Du ein paar Weiselzellen gesehen haben.



    Meistens in beiden Zargen. Die sind also versorgt. Geht einer der Ableger schief = weisellos, einfach wieder rückvereinigen.


    Brutableger funktionieren wie Schröpfen und das geht ganz gut. Bei diesjährigen Schwärmen ist das nicht so kritisch, daß sie durch das Schröpfen weniger Honig sammeln gehen können, da sie ja für das nächste Jahr als Vollvölker aufgebaut werden.


    Gruß
    Bernhard

  • Genau so habe ich es dieses Jahr zwangsläufig auch machen müssen.
    Nach dem Raps wollte ich den oberen Honigraum wegnehmen.
    Als ich ihn mit Draht von der darunter befindlichen Zarge getrennt und angekippt hatte, stellte ich fest, daß es kein Honigraum war.
    Es war die obere Hälfte vom Brutnest mit drei belegten Waiselzellen.
    Habe zwei Zargen mit leerem Wabenbau untergestellt, Deckel Darauf und feddisch.
    Das Restvolk bekam natürlich auch noch nen Deckel.
    Gestern, bei einer Hörprobe am Restvolk, konnte ich das Tuten von zwei verschiedenen Waiseln hören.


    Grüße aus dem Vorharz


    Jörg