Die Biene 06/10

  • In der vorderen Hälfte ist ein Bericht vom Hessischen Imkertag, u.a. mit der Zusammenfassung eines Vortrags von Prof. Tautz, der darauf hinwies, daß "schöne komplett gedeckelte Brutwaben" eigentlich Mist sind, weil dann die leeren Zellen fehlen, die die Bienen für die Heizung brauchen (wer beim IFT 08 war, wird sich an den Vortrag vom Dr. Maier erinnern, daß die leeren Zellen in einem Muster vorkommen, die es jeweils einer Heizerbiene erlauben, 6 andere Zellen um die herum und noch welche auf der anderen Seite zu wärmen...)
    Nur, was bedeutet das für uns?
    Die Bienen sind ja in erster Linie auf Fruchtbarkeit und schnelle Vermehrung im Frühjahr ausgelesen worden, um "schlagkräftig" (was fürn blödes Wort :roll:) die Frühtracht nutzen zu können.
    Haben wir uns damit selbst ins Knie geschossen?
    Sollten wir wieder etwas bescheidener werden, was die Volksgröße im Frühjahr angeht, damit die Bienen es einfacher haben?


    Im gleichen Magazin gibt es hinten auch noch einen Kommentar, der aus der 28kg WinterFuttergabe der Autorin der Monatsbetrachtungen ableitet, daß daraus wohl unzweifelhaft Honigverfälschungen resultieren müßten, er habe 18 Zanderwaben als BR, und dann wären ja nur noch 4 Waben als Wintersitz frei...boah, was hab ich mich aufgeregt....:roll:
    Vor 40 Jahren hätte er ja vielleicht recht gehabt, aber heute?
    Die Völker sind deutlich größer, deutlich früher mehr in Brut, und nicht selten auch sehr lange in Brut - und jeder weiß, wie besch*** es ist, im März noch *irgendwie* nachzufüttern, da ist es doch besser, lieber vorher gut zu füttern, und im Bedarfsfall im Frühjahr wirklich überschüssige Futterwaben gegen ausgebaute Waben auszutauschen.
    Abgesehen davon, daß die Randwaben eh nie angetastet werden, wie soll dann noch Zucker/Sirup in den Honig kommen?
    Grad in einem Frühjahr wie diesem, wo die Frühtracht bis fast Mitte April auch so schnell wieder weg war, wie sie reingekommen ist - wie soll dann noch Futter in die HR kommen?
    Ich reg mich echt darüber auf, daß sich da jemand hinstellt und sagt, alle, die gut füttern sind Honigverfälscher, und "früher waren alle noch ehrlicher, da passierte sowas nicht".
    *Meine* (und nicht bloß meine!) Bienen würden mit seinen errechneten 9,6kg Futter für den Winter jämmerlich verhungern....:evil::roll: (von August bis März, seiner Rechnung nach!).
    Und wieviel ist denn in "schönen 10cm breiten Honigkränzen"?
    Lächerlich.
    Unfaßbar.:roll:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen


  • Im gleichen Magazin gibt es hinten auch noch einen Kommentar, der aus der 28kg WinterFuttergabe der Autorin der Monatsbetrachtungen ableitet, daß daraus wohl unzweifelhaft Honigverfälschungen resultieren müßten,...


    Ich bin sowieso der Meinung, dass Honigverfälschung durch Futter umtragen in das Land der Imkermärchen gehört. Honigverfäschung passiert nur durch das Umhängen von Futterwaben in den Honigraum.


    Das Futter im Brutraum wird im Frühjahr verbrütet. Und wenn's zuviel ist und damit die Königin keinen Platz zum Eier legen hat, dann begünstigt es nur den Schwamtrieb....

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Da muss ich ja mal auch widersprechen. Traut keiner mehr der Biene etwas zu? Haben wir durch unsere Zucht wirklich das letzte Quäntchen aus dem Erbgut an Vernunft gepresst? Wenn Bienen geschlossene Brutflächen für vertretbar halten, werden sie diese anlegen. Wenn es zu kalt ist, bin ich mir sogar sehr sich, wird einfach Brut geopfert und dann in den leergeräumten Zellen geheizt. Wieso sollte so etwas nicht vorkommen? Bienen sind ökonomisch und dass weil sie damit überlebt haben. Heizerbienen wurden gerade erst entdeckt und sofort müssen überall solche auch zu Tat schreiten.
    Ich mein, den Ball flach halten. Bienen wissen was sie wann zu tun haben.
    Mit dem Futter hat Sabine schon treffend kommentiert :)


    Dominik

  • Sabine schreib doch mal einen Leserbrief :)

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Ich bin sowieso der Meinung, dass Honigverfälschung durch Futter umtragen in das Land der Imkermärchen gehört. Honigverfäschung passiert nur durch das Umhängen von Futterwaben in den Honigraum.


    Das Futter im Brutraum wird im Frühjahr verbrütet. Und wenn's zuviel ist und damit die Königin keinen Platz zum Eier legen hat, dann begünstigt es nur den Schwamtrieb....


     
    Wer weiß schon, wo sie das Futter überall hintragen ?! Einzige Möglichkeit wäre, das Winterfutter mit Lebensmittelfarbe einfärben und im Frühjahr sich dann die Farbenpracht im Volk mal genauer anzuschauen.
    Interessieren würde es mich schonmal .... Wer machts mal ?! ;)

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Wer weiß schon, wo sie das Futter überall hintragen ?! Einzige Möglichkeit wäre, das Winterfutter mit Lebensmittelfarbe einfärben und im Frühjahr sich dann die Farbenpracht im Volk mal genauer anzuschauen.
    Interessieren würde es mich schonmal .... Wer machts mal ?! ;)


     
    Das mit dem einfärben hatten wir schon mal: in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es für Imker vergünstigten Zucker zu kaufen. Der war nicht nur mit einem Bitterstoff versehen damit ihn die Hausfrau nicht nutzte sondern auch mit einem roten Farbstoff. Da konnte man schön sehen wo die Bienen den Zucker hintaten --- und bei entsprechend guter Bevorratung fandest du die rote Farbe auch im Honig. Aber zu dieser Zeit war man eher sparsam. Und damit habe ich einen guten Übergang zu Ewald Brust, ich kenne ihn persönlich. Und er ist einer der Imker vom "alten Schlag", so wie auch Karl Dreher (und mein Vater) und andere. Ich denke dass diese Imker in einer Zeit groß geworden sind wo die Sparsamkeit UNBEDINGT notwendig war. Auf der anderen Seite frage ich mich aber auch wirklich, was das für Bienen sind, die noch 28 kg Futter verbrauchen. Ich denke Jovita Lange wird es wissen; aber auch Ewald Brust wird es wissen, er imkert lange genug. Aber die 1,2 kg Abnahme im Monat ist doch sehr wenig. So muss halt jeder für sich "seine" Futtermenge finden; da werden der Bienenstamm, der Kasten und nicht zuletzt der Standort die bestimmenden Faktoren sein.


    Alois


  • Im gleichen Magazin gibt es hinten auch noch einen Kommentar, der aus der 28kg WinterFuttergabe der Autorin der Monatsbetrachtungen ableitet, daß daraus wohl unzweifelhaft Honigverfälschungen resultieren müßten, er habe 18 Zanderwaben als BR, und dann wären ja nur noch 4 Waben als Wintersitz frei

    Und wenn zu wenige Zellen frei sind, macht das gar nichts, wenn's der Imker rechtzeitig bemerkt und unten Platz schafft. Die Wintertraube überwintert nämlich herrvorragend unter den Rähmchen. Verdeckeltes Futter wird nicht in nennenswerten Mengen vom Brutnest weg transportiert, eher in die umgekehrte Richtung. Sommerbienen schränken zuerst das Brutgeschäft ein, bevor sie an gedeckelte Vorräte gehen! Je fortgeschrittener die Saison desto stärker. Ein Volk, dass trockene und unbestiftete Zellen zwischen Brut und verdeckeltem Futter aufweist, leidet NOT! Das rächt sich spätestens im nächsten Winter!


    Wer mit dem Futter spart und Trachtlücken von länger als einer Woche zulässt, spart defintiv am falschen Ort! Dann lieber weniger Völker und die richtig versorgen.

  • Da konnte man schön sehen wo die Bienen den Zucker hintaten

    Die Bienen lagern ja keine Saccharose ein sondern Zuckerarten, die im Honig üblicherweise vorkommen. So lange man sensorisch und mit Pollenanalysen keine Vermischung feststellen kann, sehe ich keine Gründe, deshalb die Völker vorsorglich hungern zu lassen.

  • Moin,
    ich habe es bereits getestet.
    Alle Völker mit Zucker und Holunder stark aufgefüttert.
    Das gesamte Winterfutter, etwa eine DNM Zarge, wer dadurch lila eingefärbt.
    die Randwaben waren im Frühjahr immer noch lila.
    Aber keinerlei Verfärbung in der Frühtracht !!
    Für MICH war damit klar, ich betone für MICH : Es wird nichts hochgetragen.
    Irgendwo hier im Forum habe ich es aber bereits mitgeteilt.
    Ich meine Bienen Siggi wollte es auch ausprobieren.
    Gruß
    Helmut

  • Hallo,


    schade dass es keinen steuerlich begünstigten, mit Eisenoxyd vergällten Futterzucker mehr gibt, dann wüsstet ihr alle, ob Futter in den Honig geraten ist,


    Habe mich diesebezüglich gerade noch mal mit meinem "alten Herrn" unterhalten. Er sagte, 1958 war so ein Jahr, wo es keinen Honig gab und die Imker gefärbten Zucker (damals gab es hier noch Lebensmittelmarken!) für ihre Bienen bekamen, damit sie nicht verhungerten. Da wurde im nächsten Frühjahr nix im Honigraum gefunden, blieb alles im Brutraum.


    Honigverfäschungen durch Winterfutter gibt es nur, wenn der Imker so geizig ist und Futterwaben aus dem Brutraum mit auschleudert bzw. Futterwaben in den Honigraum hängt!


    Wer's nicht glaubt, kann gerne einen Eigenversuch machen mit gefärbten Zucker.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Früher war Umhängen der Waben Standard. Da MUSSTE ja Winterfutter in den Honig kommen. Ich schliesse mich voll Sabines Meinung an, in beiden Fällen.
    Und der Tautz, ich hab ihn gelesen, war anfangs begeistert, ist meines Erachtens ein Populist. Ich halte nicht mehr viel von ihm.