Honig aus bebrüteten Waben?

  • Hallo,


    im Forum wird an vielen Stellen behauptet, dass man Honig nur aus unbebrüteten Waben gewinnen dürfe; Honig aus bebrüteten Waben sei dreckig.
    Andererseits: Die Imkerei in Hinterbehandlern produziert genau solchen Honig, da sie folgendermaßen funktioniert:
    - Im Frühjahr sitzt das Volk im unteren Raum, der Zwischenboden ist geschlossen, darauf liegen Wärmematten.
    - Der Imker erweitert das Volk im unteren Raum nach Bedarf, bis dieser gefüllt ist.
    - Nun legt der Imker das Absperrgitter ein (im vorderen Bereich) und hängt verdeckelte Brutwaben nach oben, bis das Absperrgitter vollständig innerhalb des Bienenraums liegt. Er erweitert unten und stellt damit wieder Platz zum Stiften zur Verfügung.
    - Im weiteren Verlauf hängt der Imker immer wieder Waben aus dem Brutraum von unten nach oben und gibt damit der Königin neuen Platz zu Stiften und beseitigt verhonigte Brutwaben aus dem Brutraum.
    Aus dieser Betriebsweise ergibt sich:
    1. Der Honig stammt überwiegend aus bebrüteten Waben.
    2. Die von den Magazinimkern vielfach beschriebenen Probleme mit der Annahme des Honigraums sind bei Hinterbehandlern unbekannt.
    Der Magazinimker dagegen hat die Möglichkeit, Honig aus unbebrüteten Waben zu gewinnen. Er sieht das als großen Vorteil und bezeichnet Honig aus bebrüteten Waben als "dreckig".
    Aber hat er damit Recht? Könnte der dunkle Honig aus bebrüteten Waben möglicherweise sogar wertvoller sein, da hier offensichtlich weitere Stoffe aus dem Bienenstock hinzu gefügt sind? Oder handelt es sich um schädliche Stoffe? Was meint die Wissenschaft zum Thema? Ist Honig grundsätzlich eklig, da die Bienen ihn bei der Herstellung immer wieder aufnehmen und wieder heraus würgen? Wie ist Honig einzuschätzen, den die Bienen aus Blattlauskacke herstellen? Wie wird Ekelgefühl generiert?


    Nachdenkliche Grüße


    Ralph

  • Moin,
    Honig aus alten Brutwaben hat einen deutlichen Nachgeschmack - dafür muß man die Waben nicht mal gesehen haben, man schmeckt es, und bei Rapshonig kann man den Unterschied sogar sehen....
    Wir reden hier nicht von hellbraunen Waben, sondern von richtig alten Schinken, die in der Schleuder absolut unkaputtbar sind (und wohl deshalb so gerne im Einsatz :roll:).

    Zitat

    Wie ist Honig einzuschätzen, den die Bienen aus Blattlauskacke herstellen?


    Beschäftige dich doch mal mit Anatomie der Blattläuse :lol: - die haben ein Extrasystem zur Honigtauausscheidung, ebenso wie die Bienen einen Honigmagen haben, der zum Darm hin verschließbar ist....:wink:


    edit: außerdem möchte ich gar nicht wissen, was in den richtig alten Dingern noch so an Varroamitteln drin ist, was heute schon verboten ist - man kann heute noch in manchen Mittelwänden in Spuren DDT finden, was damals über die Pestizide reinkam - aber danach sucht kein Labor mehr ohne Anweisung, wie bei vielen anderen Dingen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin


    Mach doch m,al nen kleines Experiment: nimm eine schöne alte gut ond oft bebrütete Wabe.
    Schneide ein Stück daraus heraus und lege es in ein Glas Wasser.
    Nach 24 Stunden rieche und schmecke mal am Wasser.


    So, und nun überleg mal in welchem Zustand Nektar in die Völker reinkommt.


    Für mich gibt es eigentlich nur einen Honig, der aus bebrüteten Waben kommen darf: Heidehonig.
    Aber eben nicht aus alten Schinken ;-)


    Gruß
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Dieses, scheint mir, ähnlich wie sizilianische KS , ein sehr ergiebiges Thema zu sein .
    Habe heute aber Null Meinung dazu etwas sinniges einzubringen .
    Wünsche allerdings in die Runde frohe Pfingsten und weiterhin einen guten Flug ( natürlich Bienenflug ) .


    Gruß hannes

  • :lol: Sagen wir mal so, alle, die so vehement gegen alte Schinken im HR sind, HABEN diesen Zungentest gemacht, und wissen, wovon sie reden.
    Propolis pur in Alk ist richtig lecker dagegen...:cool:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne,


    ich ziehe schon gelegentlich mal Brutwaben in den Honigraum,
    dass er schneller angenommen wird.
    Erstaunlich finde ich immer wieder, dass die Bienen anscheinend
    alte Schinken sowohl zum Bebrüten als auch zur Einlagerung von
    Honig neuen unbebrüteten Waben vorziehen.


    Gruß
    Schilling

    Es ist schwieriger ein Vorurteil zu zertrümmern, als ein Atom.

  • Ich hab das Umhängen vom BR in den HR, so gelernt.
     
    Ist auch eine Schwarmverhinderungsmethode.
     
    Aber nicht immer!
     
    Dazu gehört auch feeling.
     
    Und zwecks Wabenbruch: die program. Schleudern machen das so geschickt, daß
    Jungfernbau ohne Draht, kein Problem ist.
     
    Ich krieg immer das Lob, ich hätt den besten Honig von der Welt.
     
    Das stimmt natürlich nicht!
     
    Die haben nur bisher Honig vom Imker gegessen, der Umgehängt hat.
     
    Würd ich heut nochmals von Neuem beginnen, würde nur eine Presse im "pressroom"
     
    stehen haben, oder eine Kundschaft , die nur noch Wabenhonig isst.
     
    Und dann machen wir mal die Kostprobe:
     
    Wabenhonig aus Jungfernbau - und einer aus einer 10mal bebrüteten Wabe!
     
    Viel Spaß dabei.
     
    Gruß Simmerl

  • Also, liebste Sabi, versprechen tu ich nichts bei meiner Reiseunlust, aber was nicht ist, kann ja noch werden.:p
     
    Und der Ho. von den Bienen, der ist meist ein Gemantsche von vielen Standorten, was eigentlich getrennt werden sollte.
     
    Aber....
     
    - - - geht man vom biol. Ablauf beim Bienenvolk aus, dann wird der Ho. nat.
    in den bebrüteten Waben eingelagert.
     
    But the taste makes the difference, maybe.....
     
    Deshalb: Probierts einfach aus und trefft Eure Entscheidung!
     
    Ich geh in die Heia!

  • Wenn ich mal kurz reinreden darf: Honig aus 1-2 Mal bebrüteten Waben ist einfach sehr gut und der aus unbebrüteten Waben vielleicht ein klein wenig besser.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)