Alle Völker bis auf eins sind Nachts ruhig

  • Hallo.
    Am Sonntag vor einen Woche ist eins unserer Völker geschwärmt.
    Alles gut, der Schwarm hing im Pflaumenbaum auf 2,0m Höhe und wir waren zuhause und konnten das Volk einsammeln und die sind auch fleißig und bauen alles neu.
    Aber das Restvolk macht mir sorgen.
    Wir haben am Donnerstag alle bis auf eine Weiselzelle gebrochen und die guten dann in ruhe gelassen.
    Am Samstag sah es so aus als wär alles in Ordung. Es gab immer einen Haufen von Bienen die auf dem Flugbrett einfach nur rumgesessen haben der war von Samstag und bis heute abend weg. Und jetzt 21:00 Uhr ist der haufen wieder da und es summt in den Volk wie wild.
    Wir haben seit dem 27.4.2010 Bienen und daher nahezu keine Ahnung. Ist das Normal bei einen geschwärmten Volk ? Was können wir tun.

  • Hallo Arthur,
    Meine Ferndiagnose:
    Weisellosigkeit!
    Die alte Königin ist im Vorschwarm, Du hast alle, bis auf eine, Weiselzellen entfernt.
    Was, wenn die "taub" war?
    Die Larve abgestorben, oder beim Eingriff verkühlt, oder vom Futter abgerutscht?
    Was, wenn diese noch sehr empfindlich war und den Eingriff ins Volk nicht überlebt hat?
    Nicht umsonst haben die Bienen mehrere Schwarmzellen angesetzt.


    Wer verbreitet eigentlich immer diese Angst vor Weiselzellen?
    Einfachstes Vorgehen, gerade für Anfänger, ist es, den Vorschwarm auf den Platz des Muttervolks stellen, das Muttervolk auf anderen Platz stellen und abfliegen lassen.
    Dadurch wird das Schwarmvolk mit Flugbienen verstärkt, das Muttervolk geschwächt und verliert somit die Schwarmlust.
    Zusätzlich bekommt dieses eine junge Königin aus eigener Zucht und Auswahl (der Bienen).
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar,
    erst mal Danke für Deine Antwort.
    Ich hab mich vielleicht nicht richtig ausgedrückt. Mit wir war der Imkerpate und meine Familie gemeint.
    Wie ja bereits oben erwähnt haben wir erst sehr kurz Bienen, und sind zu denen auch gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Mein Sohn (12 Jahre) geht seit 1 1/2 Jahren in seiner Schule in die Imker AG. Sein Imkerlehrer war über die Begeisterung von unseren Jungen so begeistert das er Ihm 3 Völker inklusive Ausrüstung versprochen hat. Leider ist dieser gute Mann im Februar verstorben, hat aber seiner Familie diesen Wunsch hinterlassen. Und die waren so gut diesen Wunsch zu entsprechen, drängten jetzt aber darauf (alles keine Imker) das wir die Pflege der Bienen selber übernehmen.
    Nun zu Deinen Fragen nach dem Angstverbreiten :
    "Wer verbreitet eigentlich immer diese Angst vor Weiselzellen?"
    Keine Ahnung, aber wir sind zur Zeit, auf Grund unserer noch vorhanden Unwissenheit einfach auf die Ratschläge des Imkerpaten angewiesen.
    Wir besuchen zwar auch einen Imkerlehrgang der war aber erst 3 mal und eben noch nicht wieder.
    Das Umstellen der Beuten ist bei uns leider nicht ganz so einfach. Den Schwarm haben wir in einer neue Magazinbeute untergebracht während das Restvolk in einer alten Hinterbehandlungsbeute wohnt.
    Trotzdem erst mal danke für deine Ratschläge und Hinweise, wir werden sie beim nächsten mal probieren diese Variante umzusetzen.
    Gruß Arthur

  • Hallo Grauerartur,
    hänge dem Volk ein/zwei Waben mit Stiften und allerjüngster Brut von einem anderen Volk mitten ins Brutnest. Dann lass das Volk einfach mindstens vier Wochen in Ruhe. Sie werden auf den zuhängten Waben Nachschaffungszellen ansetzen und sich in dieser Zeit eine neue Königin nachziehen.
    Wenn alles gut geht wird diese Königin nach ca 20 - 25 Tagen begattet sein. Zellen ausbrechen brauchst du nicht. Die Bienen werden selbst dafür sorgen das nur die beste Jungweisel am Leben bleibt. ( Das können sie nämlich viel besser als wir. :wink: ) Einen Schwarm durch mehrere Nachschaffungszellen hast du nicht mehr zu befürchten. Nach ca. 4 Wochen eine kurze Nachschau auf Brut. Wenn du die siehst brauchst du nicht länger im Volk zu wühlen. Es ist dann alles OK, die Mami ist da, irgendwo, und legt.
    Um diese Jahreszeit dürfte das kein Problem darstellen.
    ( Oder du kannst dir schnell eine begattete Weisel besorgen und zusetzen ?)


    gruß Finvara


    ansonsten, wie Lothar schon zum Ausdruck brachte : der Imker muß nicht immer alles besser wissen. Viele Schwarmzellen dienen auch der natürlichen Auslese. Einige schlüpfen gar nicht, und von den geschlüpften kommt nur die beste zum Zuge. usw.

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Hallo Finvara,
    Danke für Deinen Tip.
    Wie viel Zeit habe ich für den Eingriff mit den Brutwaben noch ? Bei uns ist ein sch... Wetter (Regen und kalt). Da will ich nicht zwei Völker ausräumen und umbauen wenn es nicht sein muß.
    Wo kriegt man eine begattete Weisel her und wie Transportiert man die? Im Auto ist schon klar, aber ich kann die ja schlecht in die Hosentasche stecken.
    Alternativ wäre es auch denkbar einen der anderen Völker die Weisel zu klauen und in das seit 10 Tagen Weisellose Volk zu geben und darauf zu hoffen das sich das neue nun Weisellose Volk eine neue Weisel zieht, die müssten ja jüngste Brut haben, denn ich habe keine Ahnung wie ich jüngste Brut erkennen soll ?
    Gruß Arthur

  • Hallo, ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, wenn ein Volk geschwärmt hat, sind reichlich 7 Tage zeit um die Weiselzellen auszubrechen. dann merkt man schon das die Besten zellen von vielen bienen umringt sind, Vor allem sind dann die Weiseln fast schlüpfreif.Ich hatte vergangenes Jahr auch zu zeitig ein 3er Segeberger Magazin mit Waben und Weiselzelle bestückt und eine Weisel ist auch nicht geschlüpft.
    Also immer ruhig Blut.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Reinhard,
    Der Schwarm war aber eben mittlerweile vor 10 Tagen, und ich denke mittlerweile die Idee vom Imkerpaten alle Weiselzellen bis auf eine zu brechen war keine so gute. Aber wie kann ich jetzt noch weiteren Schaden vom Volk abwenden?
    Da jüngste Brut haben die keine mehr. Und ich möchte vermeiden das es dazu kommt das die Arbeitsbienen anfangen Eier zu legen. Wie viel Zeit haben wir bis das passiert ? Nach wie vielen Tagen ohne Weisel fangen die damit an?
    Danke für diese Infos.
    Gruß aus den Nassen und Kalten Sachsen
    Grauerarthur

  • Hallo Grauerarthur,
    wenn dein Imkerpate keine Weisel hat bleibt nur der Zukauf von fremden Imkereien. Schau mal hier im Forum in den " Imkermarkt " (gelbe spalte). Dort wirst du bestimmt fündig.
    Weiseln werden gleich in kleinen Zusetzkäfigen mit einigen Begleitbienen per Briefpost verschickt. Du brauchst also nur den Käfig ins Volk hängen. ( Natürlich vorher den Verschluß ausbrechen. Der Ausgang ist für die Weisel mit Zuckerteig versperrt. Die Bienen fressen die Weisel dann frei. ) Mehr Info dazu über Suchefunktion.
    Ansonsten bleibt nur trotz schlechten Wetters Waben entnehmen. Ich nehme an deine anderen Völker sitzen auch in Hinterladern. Um diese Jahreszeit müssten sie auch einen Eingriff bei Schlechtwetter vertragen. Wenn du dir bei der Brut nicht sicher bist nimm eine Wabe mit Stiften. Dann kann nichts schiefgehen. ( Stifte sind die winzigen Stäbchen die am Zellenboden kleben. Meist findet sich auf solchen Waben ohnehin Brut in allen Stadien. Du mußt nur schnell arbeiten damit die Brut nicht verkühlt. )
    Wenn die Beuten nebeneinanderstehen dürfte das kein Problem sein. Um diese Jahreszeit dürfte spätestens die dritte ,vierte Wabe von hinten zum teil mit Stiften belegt sein.


    Für jedes Volk einen Wabenbock ( Wabenablage ) bereitstellen !


    - Beide Völker im Brutraum öffnen .(Ordentlich Rauch)


    - Dem Empfängervolk die erste Wabe entnehmen und auf den Wabenbock stellen.


    Spendervolk: ... die ersten zwei / drei Waben auf den Wabenbock, Sobald die erste Wabe mit Stiften gefunden ist, Bienen abstoßen , und Wabe in das Empfängervolk hängen. Die darauffolgende Wabe kann gleich unbesehen hinterhergehängt werden. Sie enthält meist ebenfalls junge Brut.
    WICHTIG: beide Waben abstoßen, oder abkehren, sonst besteht die Gefahr das die fremde Königin mit in das fremde Volk gerät.


    Deckwabe vom Wabenbock als Abschluss einhängen,... beide Völker schließen.
    Vor dem Eingriff unbedingt schauen ob in das Empfängervolk noch zusätzliche Waben reinpassen ! Sollte dies nicht der FAll sein , dann gleich einplanen das die Waben in den Völkern GETAUSCHT werden !
    Gute durchdachte Vorbereitung ist hier alles. Der Eingriff selbst geht dann sehr schnell.


    Wenn du aus einem anderen Volk eine Weisel zusetzen willst, ( was machbar wäre ! ) dann nur im Zusetzkäfig unter Zuckerteigverschluß. Die Bienen könnten/würden sie sonst wegen des fremden Stockgeruches abstechen !


    gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Danke Finvara,
    wir haben uns gedacht das es ja im neuen Volk, das mit der Königin jetzt in einer Magazinbeute relativ einfach sein sollte eine Wabe mit frisch bestiften Zellen zu finden. Wir wollen morgen aus diesen Volk eine Wabe mit Stiften und oder jüngster Brut entnehmen, da Magazin kein so großer Eingriff in das Volk. Die Sitzen auf 2 Zargen DNM und haben schon fast alle neuen Mittelwände komplett ausgebaut. Da wir nichts hatten haben die nur Mittelwände bekommen.
    Im Problemvolk (Hinterbehandlung) wollten wir den Baurahmen rausnehmen und dafür die gezogene Brutwabe reinsetzen.
    Wir haben bei unseren Völkeren, außer den im Magazin, ein Platzproblem da sind die Hinterbehandlungsbeuten teilweise über Anschlag voll. Im Problemvolk sind es 13 oder 14 Rämchen in der Hinterbehandlungsbeute da ist nicht mal mehr Platz für die Isolierung von hinten. Ich weiß das wir einen Ableger bilden müssen um die Situation zu entschärfen aber bei den Wetter wollten wir den guten das nicht antun.
    Ist es Grundsätzlich ein Fehler die Brutwabe aus dem geschwärmten Volk zu entnehmen ?
    Ansonsten würde wir das bevorzugen da diese auch die bravsten sind, von denen hat uns noch nie eine gestochen, und die Entnahme der Brutwabe auch am einfachsten (Magazin).
    Folgende Vorgehensweise hatten wir gedacht:
    Spender (Magazin) Deckel auf, Brutnest läßt sich im Magazin relativ gut von oben erkennen,
    Wabe Raus,
    Mittelwand rein und fertig.
    Beim Empfänger Rückwand auf (Hinterbehandlung), Baurahmen raus und der bleibt erstmal weg.
    Noch zwei Waben raus,
    Spenderwabe rein
    die zwei entnommen Waben rein
    und Kiste wieder zu.
    Soweit zum von uns gedachten Ablauf.
    Ist da schon ein Grundlegender Fehler dabei ? Spender Weisel ist gezeichnet und daher gut zu erkennen, damit wir die nicht aus versehen ins SpenderVolk bringen.
    Ist in unseren Plan ein grundsätzlicher Fehler, Honig-Ertrag ist für uns sekundär, wir wollen erst mal das großzügige Erbe antreten und die Bienen am Leben erhalten und Erfahrung sammeln.
    Können wir eventuell für diese Aktion noch bis Donnerstag warten ? Da sind immerhin 18 Grad angesagt für morgen nur 11.
    In der Hoffnung auf viele Hilfreiche Hinweise der
    Ahnungslose GrauerArthur mit Familie

  • ich denke das funktioniert.
    Aber .... haben deine Rähmchen auch die gleiche Ohrlänge ??? ( Rämchen in Magazinen haben meist deutlich längere Ohren als Rämchen aus Hinterladern und passen daher nicht in Hinterbehandlungsbeuten. )
    deswegen hatte ich diese Variante ausgeklammert. Du kannst die Ohren allerdings auch einfach mit einer scharfen Kneifzange abkneifen. Geht , hab ich auch schon gemacht. Auf Schönheit kommt es ja nicht an.
    Ansonsten wäre deine Lösung optimal. Donnerstag reicht.


    gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Hallo Finvara,
    ja die Rähmchen sind kompatibel, da haben wir darauf geachtet das alles für alles geht. Diese unterschiedlichen Rähmchenmaßprobleme hatten wir auch gleich beim Umzug. Der Imker von dem alles ist hat auf Freudenstein geimkert und die Beuten die wir bekommen haben sind alle DNM, das war kein Problem leiste oben dran und rein in die Kiste, aber die Probleme treten beim Betrieb auf. Daher haben wir darauf geachtet das die neue Beute zu unseren "alten" Beuten paßt.
    Also einfach noch mal zur sicherheit nachgefragt:
    Aus dem geschwärmten Volk (alt weisel) eine Brutwabe, frisch gestiftet und/oder jüngste Brut raus
    und diese ins zur Zeit Weisellose Volk rein?
    Müssen wir die Bienen von der Spenderwabe abkehren? Das sind ja bei dieser vorgehensweise Schwestern, ehemals ein Volk. Die eventuellen Flugbienen würden ja in ihr neues oder ins alte Zuhause fliegen ganz wie sie wollen und den Jungbienen sollte es ja auch egal sein.
    gruß Arthur

  • Wenn du sicher bist das die Altweisel nicht auf der Wabe ist brauchst du nicht abfegen. Die Bienen auf der Wabe vertragen sich da ja gleicher Geruch.
    (Ansonsten muß sich das Magazinvolk eine neue Weisel nachziehen. Da beide Völker noch den gleichen Geruch besitzen dürfte die Weisel auch wieder im alten Volk willkommen sein.)
    In dem Fall ist also alles möglich. Ich würde die Alte allerdings im Magazin belassen. Ein Schwarm ohne Weisel gedeiht nicht gut. Und bis die neue soweit wäre , und die von ihr produzierten Bienen schlüpften wäre dein Magazinvolk einfach zu sehr geschwächt.


    gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Danke Finvara,
    für deine Hinweise, ja das mit der Altweisel ist mir auch verständlich. Da die aber gezeichnet ist, traue selbst ich mir sie zu sehen und diese Wabe nicht zu verwenden.
    Mal schauen wie das Wetter morgen ist. Ansonsten warte ich noch bis Donnerstag und auf besseres Wetter.
    Schaun wir mal wie das ausgeht. Ich hatte keine Ahnung wie spannend das mit den Bienen ist. Und jeden Tag lernt man was neues.
    Gruß
    Arthur