Biodiversität rund um das Nutztier Honigbiene

  • Biodiversität rund um das Nutztier Honigbiene Tagung der Evangelischen Akademie Loccum vom 28. bis 30. Mai 2010
    in Kooperation mit dem Deutschen Imkerbund e.V.


    http://www.loccum.de/programm/p1022.html

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • DANKE!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Das ist nur 20km von mir, ich glaub, da muß ich hin...:lol::Biene:


    edit: da kann ich dann gleich Herrn Maske fragen, wie gründlich er uns vergessen hat - es sind exakt 3 Monate seit dem IFT und hier hat sich nichts getan von seiner Seite aus, gar nichts....


    edit2: wer von euch kommt noch?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

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  • Moin, Helmut,
    Manne war nicht da.
    Und Prof. Tautz hatte auch kurzfristig abgesagt, trotz eines Jahrs Vorlauf.
    Wer mir schwer gefehlt hat, war Bernhard und/oder toyotafan, aber Ende Mai ist auch ein unmöglicher Termin für Imkers.
    Gesamtteilnehmerzahl knapp über 80.
    Der Freitagnachmittag/abend war schon sehr beeindruckend, der erste Vortrag war von Prof. Wittmann/Bonn und hätte statt des langen offziellen Titels auch einfach "Ko-Evolution der Pflanzen und ihrer Bestäuber" heißen können. Er hat viel in den Tropen geforscht und brachte nicht nur supertolle Bilder von Blüten und den jeweiligen Bestäubern mit, sondern erklärte auch sehr gut.
    Der zweite Vortrag war von Dr. Saure, Büro für tierökologische Studien, Berlin, der uns über die Vielfalt der anderen 359 Bienenarten in D und deren Spezialisierung auf wenige oder gar nur eine einzige Pflanze aufklärte (einer von sehr wenigen Menschen, die die auch alle sehr gut auseinanderhalten können - ich war schwer beeindruckt :wink:).


    Nach dem Abendessen ging es nochmal für fast 2 std in den Vortragsraum, Thema "Honigbienen, Organismen, Lebensräume - Erlebte Biodiversität?" in Gesprächsrunden, und eine längere Diskussion mit den beiden Herren.
    Es berichtete fast jeder Teilnehmer von der Verwunderung, was man an Vielfalt bei Tier und Pflanze allein schon auf einem kleinen Stück Land finden kann, was ein oder zwei Jahre schlicht ignoriert und nicht irgendwie bearbeitet wurde.
    Es wurde von den Referenten auch klargestellt, daß es drei Dinge braucht, um jede Art dauerhaft anzusiedeln: Habitat, Requisiten und Ernährung - bedeutet, passenden Lebensraum, passende Nistgelegenheiten, und passende Nahrung - eigentlich logisch.
    Danach begann der gemütliche Teil des Abends, und es wurde ziemlich früh...:cool:(kennt man vom IFT...:lol:).


    Am Samstagmorgen ging es weiter mit Herrn Schlepps, Referent für Umweltpolitik &-recht, Landvolk Hannover, "Biodiversität als landwirtschaftliches Produktionsziel?", und Frau Dr. Westphal, Göttingen "Wie managen wir die Ökosysteme der tierischen Bestäuber?", danach folgte Dr. von der Ohe mit dem Thema "Streß trotz Blütenmeer?" (die Antwort ist "ja").
    Nach der Mittagspause war die nächste Referentin Dr. van Saan-Klein, Umweltbeauftragte der Diözese Fulda und Biologin, mit dem Thema "Hat biologische Vielfalt einen ethischen Mehrwert?" (wir befanden uns in einer Evangelischen Akademie, und hier kam der Bezug zur christlichen Ethik, der aber in der Sache auch Zustimmung in der säkularen Ecke fand - war ein sehr guter Vortrag).
    Danach wurde es schwierig, weil 4 parallele Diskussionforen gab (alle 4 waren sehr, sehr interessant, aber man konnte halt nur zu einem...
    1. "Welchen Stellenwert hat die natürliche Vielfalt in Nutzökosystemen?"
    2. "Wie schützt man Pflanzen, ohne daß die Bienen sterben?"
    3. "Ist wegen der Bestäuber anders mit GVO umzugehen?"
    4. "Blühende Landschaften - warum zählt der eigene Garten?"


    Nach dem Abendessen gab es noch einen furiosen Vortrag von Prof. Alexandra Klein, Uni Lüneburg, der vom originalen Thema* etwas abwich, und uns einen tiefen Einblick in die Bestäubung und lokale Ökologie der Mandelplantagen in Kalifornien gab - faszinierend, wenn uns die schiere Menge an Infos auch fast überforderte. Fazit war da: die Honigbiene ist allein aufgrund ihrer Kopfzahl pro Volk unersetzlich, und ist aufgrund der Umweltbedingungen niemals durch andere lokale Bestäuber ersetzbar, die können nur unterstützen.
    Danach wurde es wieder gemütlich, und noch etwas früher als am Vorabend...:cool:


    Am Sonntagmorgen (warum fallen Kirchenglocken-dBA eigentlich nicht unters BIMS?) gab es die Zusammenfassungen aus den 4 Einzelforen des Vortages, und eine zweistündige Podiumsdiskussion mit Politikern und Wissenschaftlern, wobei Plenumsfragen *meiner* Meinung nach arg zu kurz kamen, und *mir* das irgendwie zu sehr in Richtung "wir sind uns ja eigentlich alle einig" ging.


    Die Moderation der gesamten Tagung von Frau Prof. Müller möchte ich ausdrücklich hoch loben, auch wenn die Mehrheit der Teilnehmer diese parallelen Diskussionsforen am Samstag (jeder wäre gern zu allen 4 gegangen) und die Podiumsdiskussion (unsere Fragen wären deutlich andere gewesen) etwas unglücklich fanden.


    Das Haus und sein Ambiente sind toll, die Vollwertküche auch für Normalesser lecker, und die gesamte Stimmung sehr offen, locker, kommunikativ, fruchtbar.
    Faszinierend war der sehr unterschiedliche Hintergrund der Teilnehmer (von 19-91 Jahre!!)und ihre Beweggründe, an dieser Tagung teilzunehmen - es bewegt sich doch was in Deutschland....:daumen::Biene:



    *:"Wie bedeutend ist Bestäubung im internationalen Handel und für die Welternährung?"

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    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabiene,
    vielen Dank für deinen Bericht.
    Für meine alte Rübe ist das ganz schön viel.
    Auf Mannes Fragen hat der Mühlen immer versucht abzulenken.
    Im nachhinein hat Manne festgestellt, das eine Referentin von Bayer war.
    Er hat gesagt, das du zweimal mit Peter Maske gespeist hast, was hast du aus ihm rausgeleiert ?
    Kennt er die Creme überhaupt noch ?
    (ich glaube du hast Manne gar nicht erkannt, so ohne Zipfelmütze und Bienengalgen.Geh mal in die Demobilder von Braunschweig und Berlin)
    Gruß
    Helmut

  • Schade, ich hatte an diesem Wochenende leider keine Zeit, von hier sind es nur 6 km...
    Wen's interessiert: man kann von jeder Tagung in der Akademie ein Tagungsprotokoll anfordern, kostet je nach Umfang zwischen 8 und 18 Euro.
    Gruß,
    zonia

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Moin,
    Asche auf mein Haupt, aber

    Zitat

    ich glaube du hast Manne gar nicht erkannt,


    :oops: Ja. Sorry.
    Von den Damen war eine von Bayer? *kopfkratz*
    Die einzige, die nicht für eine Uni arbeitet, ist da: Pestizid-Aktions-Netzwerk und auch unverdächtig.:confused:
    Herrn Maskes Thema waren statt PSM die GVO, und nein, bei Tischgesprächen bin ich höflich, da "leiere" ich nix.:wink:

    Zitat

    Auf Mannes Fragen hat der Mühlen immer versucht abzulenken.


    Jooo, und er ist absolut ausgerastet auf die Frage nach den Winterverlusten: "Wir haben 5000 Imker befragt, aus dem Bienenmonitoring, und es waren 16,5%!!!!!!!!!" (muß man sich gebrüllt vorstellen :lol:)
    Und

    Zitat

    Für meine alte Rübe ist das ganz schön viel.


    :lol: Der älteste Teilnehmer war 91(!!!!) und ziemlich wach dabei...:wink:



    zonia : die "Loccumer Protokolle" brauchen aber immer etwa 9 Monate, bis sie gedruckt vorliegen.:wink:


    Die nächste interessante Tagung ist leider mitten in der Woche (21-23.Juni): "Wem gehört das Schwein? Patente auf Lebewesen", wird mit Sicherheit auch spannend.

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  • [quote='sabi(e)ne','https://neu.imkerforum.de/forum/thread/?postID=235642#post235642']
    zonia : die "Loccumer Protokolle" brauchen aber immer etwa 9 Monate, bis sie gedruckt vorliegen.:wink:


    Oh, das wußte ich nicht. Auch wenn das Thema in 9 Monaten noch aktuell ist- DAS ist ein bischen lang!

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Moin Sabiene,
    vielleicht habe ich ihn ja auch falsch verstanden, und es war keine Referentin,sondern ein Gast.
    Die, die Mühlen bei der Ablenkung geholfen hat ?
    Ist aber auch eine gute Taktik für diese Veranstaltungen.
    Ist mir auf der grünen Woche auch schon aufgefallen.
    Im Publikum einige Gegner plazieren.
    Könnten wir draus lernen, nur nicht zusammen sitzen.
    Würde mir gut gefallen bei Diskussionen von mehreren Stellen Unterstützung zu erhalten.
    Gruß
    Helmut

  • Vielen dank Sabiene, für den Bericht. :) 

    Es berichtete fast jeder Teilnehmer von der Verwunderung, was man an Vielfalt bei Tier und Pflanze allein schon auf einem kleinen Stück Land finden kann, was ein oder zwei Jahre schlicht ignoriert und nicht irgendwie bearbeitet wurde.
    Es wurde von den Referenten auch klargestellt, daß es drei Dinge braucht, um jede Art dauerhaft anzusiedeln: Habitat, Requisiten und Ernährung - bedeutet, passenden Lebensraum, passende Nistgelegenheiten, und passende Nahrung -


    Dann leben auch wieder wilde Honigbienen in Mitteleuropa...



    Helmut
    ich werde es mir merken.:daumen:

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Hi Molle,
    das kann ich auf meinem Grundstück auch feststellen(Zitat von Sabiene)
    Die 4000 Qm.(3 Jahre ignoriert) reichen tatsächlich aus um unglaublich viele Insekten/Wildbienen,/Hummeln zu etablieren.
    Der einzige Nachteil meiner Oase im Maiswald, das sich hier jetzt alles konzentreiert.
    Im Winter haben die Hasen, trotz liegengebliebenen Baumschnitts , einige Obstbäume abgeschält
    ImApril ein millionenfacher Überfall von Haarmücken und sonstigen Blattfressern.
    Alle Obstbäume haben nur noch löchrige Blätter.
    Aber die Vögel sind zurückgekehrt.
    Die heimischen Schmetterlinge entwickeln sich auch sehr gut.
    Nur die Wanderschmetterlinge sind noch nicht zurückgekehrt.
    Gruß
    Helmut

  • da kann ich dann gleich Herrn Maske fragen, wie gründlich er uns vergessen hat...


    .. das du zweimal mit Peter Maske gespeist hast, was hast du aus ihm rausgeleiert ?


    SaBiene  
    Und was hat Peter Maske zu seiner Ankündigung sich hier im Forum zu melden nun gesagt ???

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“