Wilde Bienen, dicke Himbeeren - SZ, Di, 11.05.2010, WISSENs-Seite

  • Hab mir grad mal o.g. Artikel durchgelesen; mich würde interessieren was Ihr dazu sagt?


    Ich finde, dass hier Informationen mit unsicherer Aussagekraft und Herkunft zusammengetragen und miteinander verknüpft wurden. Insgesamt finde ich den Artikel nicht gelungen.


    Dass Wildbienen durch unterschiedliches Verhalten, verglichen mit dem der Honigbiene, ebenfalls wichtige bzw. anders geartete Bestäubungsdienste leisten, ist klar. Aber gerade die Blütenkonstanz ist es ja, die es möglich macht, dass Bienen innerhalb kurzer Zeit große Mengen an gleichen Blüten bestäuben. Ob die Bienen eines Stockes auch immer nur den selben Baum in einer Plantage von Obstbäumen anfliegen, halte ich auch für eine sehr gewagte These.
    Gerade im Frühjahr ist das Wetter oft noch sehr unbeständig. Das führt dazu, dass eine große Menge von Blüten innerhalb weniger Tage bestäubt werden muss. Wie dies mit den mehr oder weniger einzeln lebenden Wildbienen möglich sein soll, ist mir ein Rätsel (Obwohl die Wildbienen wohl einen größeren Temperaturtoleranzbereich haben). In dem Artikel heißt es, man benötigt 600 Wildbienen/Hektar Obstplantage (Bei 55 cent / Biene)...


    Was meint Ihr dazu?


    Grüße


    Hucho

    10 Völker, 5 auf kl. Hoffmann im Bienenhaus, 5 auf Dadant im Garten

  • In dem Artikel steht aber auch, dass die sogenannten Wildbienen von Krankheiten bedroht sind.
    Solitärbienen im Masseneinsatz werden nämlich ähnlich wie Honigbienen von den verschiedensten Schädlinge befallen - etwa 30 verschiedene Parasiten hat der Anbieter in seinen Züchtungen bereits gezählt, Pilzkrankheiten nicht mitgerechnet.


    Wer den Text aus der Süddeutschen Zeitung nachvollziehen will - er steht hier: http://www.sueddeutsche.de/wissen/682/510797/text/


    Beste Grüße, Bienen-Freund

  • vielleicht wurde der Bericht ja auch geschrieben, um das abzumildern, was in den "Bienensterben-Berichten" in den letzten Wochen immer mehr veröffentlicht wurde/wird... damit die Leute denken, ach ist doch nicht so schlimm....
    Wenn Honigbienen ein Problem haben, das auf den Feldern zu finden ist (Spritzmittel, Beizmittel, etc.) haben es die Solitärbienen auch. Wenn es sich um Behandlungfehler (chem. Behandlungsmittel, Farben, Lacke der Behausungen) oder Imkerfehler handelt, haben es nur die Honig- oder Bestäubungsbienen. Wenn ich in dem Film von Arte "Das Geheimnis des Bienensterbens" höre, dass gegen die Wachsmotten behandelt wird (vermutlich chemisch?), und ich weiß, dass gegen die Amerkanische Faulbrut in USA Antibiotika eingesetzt werden, dann haben diesen Nachteil die Solitärbienen nicht.
    Gruß aus Oberbayern

    Adelheid (Bioimkerin aus Leidenschaft) - „Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie an und handelt.“ Dante Alighieri