Rapsspritzung

  • Hallo Imker!
    Am WE hat ein Landwirt, welcher im Flugradius meiner Bienen wirtschaftet, Großkampftag in seinen Rapsschlägen gehabt.
    Wie man mir berichtete, wurde das Insektizid Fastac SC und das Fungizid Cantus eingesetzt. Beide Mittel sind als Tankmischung kombinierbar. Bei den Auflagen (NB6623) von Fastac steht:... an blühenden Pflanzen und an Pflanzen, die von Bienen beflogen werden, nur abends nach dem tägl. Bienenflug bis 23:00 Uhr angewendet werden,es sei denn, ..., ist ausweislich der Gebrausanleitung des Fungizids auch während des Bienenfluges ausdrücklich erlaubt.
    Nun habe ich in der Anleitung nichts gefunden. Mein Interesse wurde deshalb geweckt, da der Bauer zur schönsten Flugzeit über Mittag mit seiner Spritzung begann und meine Mädels massiv mit gelben Punkt an der Stirn nach Hause kamen.
    Wisst ihr mehr darüber?
    Gruß Peter

  • Hallo,


    das kann ich nur bestätigen, das am Sonntag bei Sonnenschein und Bieneneflug die Rapsfelder ebenfalls gespritzt wurden.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Miteinander,
    verklagen?
    Auf was?
    Wochentage stehen ja nicht in der Bienenschutzverordnung...
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • the czar
    Ja leider, Fastac in der Mischung mit Cantus wird als nicht Bienengefährlich eingestuft. B 4
    Fastac ist ein Pyrethroid- Fraßgift und Cantac ist der Wirkstoff Boscalid- vergleicht mal mit Honiguntersuchungen...........war da nicht schon was?
    Nur Fungizite aus der Gruppe der Ergosterol-Biosynthese- Hemmer machen aus der Mischungein B 1.
    Ich konnte Cantac micht zuordnen. Vieleicht gibt Dir Dein zuständiges Pflanzenschutzamt eine Eingruppierung oder kann "wer" helfen.
    Die Sicherheitsdatenblätter sind bei googel einzusehen- alles Gift...!
    Gruß Peter

  • ...Fastac in der Mischung mit Cantus wird als nicht Bienengefährlich eingestuft. B 4...war da nicht schon was?


    Hier wurde Boscalid und Co. schon oft im Zusammenhang mit Bienenvergiftungen gefunden:


    http://maps.yourgmap.com/v/c_17w_Bienenvergiftungen.html
     
    Allerdings sind bei den Cocktails (siehe linke Spalte) Vergiftungserscheinungen nicht weiter verwunderlich.


    Die Kategorisierung B1-B4 ist total veraltet.
    Das gesamte Zulassungsverfahren ist veraltet.
    Und es fehlt die Gewaltenteilung. Die Zulassungsstelle JKI/BVL überprüft auch die Bienenvergiftungen. Da müssten die Stellen eigene Fehler eingestehen, wenn die Zulassungsverfahren die Bienen und den Naturhaushalt (ganz zu schweigen von den Verbrauchern) nicht ausreichend schützen.


    Warum wird dem Umweltbundesamt nicht mehr Gewalt zugesprochen, zum Beispiel die Überprüfung der Bienenschäden und das Recht, ein Veto auf bereits ausgesprochene Zulassungen auszusprechen?


    Eins steht fest: So wie jetzt, geht es nicht mehr lange gut.


    Bernhard

  • Hallo,


    heute spritzte bei mir ein Bauer sein Rapsfeld, nach seiner Aussage mit einem Fungizid-Mix aus Harvesan und Bor gegen die Weißstängeligkeit (Sklerotina). Nach seiner Aussage nicht gefährlich für Bienen. Er lud mich dazu ein, meine Bienen in das Rapsfeld zu stellen, da bin ich aber nicht drauf eingegangen. Diese Rapstherapie soll besonders wirksam in der Vollblüte sein, habe ich im Internet gefunden. Die Aktion scheint also normal zu sein. An meinem Bienenstand konnte ich nur hektische Betriebsamkeit feststellen, keine Vergiftungserscheinungen.


    Gruß Ralph

  • [quote='Kleingartendrohn','https://neu.imkerforum.de/forum/thread/?postID=233318#post233318']Hallo,


    Er lud mich dazu ein, meine Bienen in das Rapsfeld zu stellen,


    Richtig so
    Wer spritzt, braucht keine Bienen. soll er sie doch selber halten.

  • luxnigra
    Ich möchte die Landwirte nicht verteufeln. Auch die möchten etwas ernten, nicht nur die Imker. Gepritzt wird überall (auch bei BIO), man ist nur nicht immer zur Stelle, um das zu bemerken. Ich denke, dass wir als Imker landwirtschaftliche Maßnehmen tolerieren müssen, wenn sie nicht den Bienen gefährlich sind. Auch wenn sie zu geringen Rückständen im Honig führen. Die nehmen wir ohnehin in Kauf, wenn wir Produkte beliebiger Art aus der Landwirtschaft verzehren.
    Ich denke eher, dass wir den Kontakt zu ortsansässigen Landwirten suchen sollten, um Informationen über die Pflanzenschutzmaßnahmen zu erhalten und evtl. Absprachen mit ihnen zu treffen.


    Gruß Ralph

  • Mich hat der Bauer Gestern gefragt ob es ok wäre wenn er nach 20 Uhr spritzt.
    Besser miteinander sprechen als gegeneinander zu arbeiten.


    Gruß
    Schilling

    Es ist schwieriger ein Vorurteil zu zertrümmern, als ein Atom.

  • Mich hat der Bauer Gestern gefragt ob es ok wäre wenn er nach 20 Uhr spritzt.


    Hallo Schilling,
    kommt ganz auf das Mittel drauf an!!
    Ich konnte noch keinen Bauern dazu überreden, dass er auch bei B4 Mitteln nach Bienenflug fährt. (Meine Bienen wurden vor 2 Jahren auch mit B4 Mitteln vergiftet und lagen zu tausenden vor der Beute) Wir haben hier Felder im dreistelligen Hektarbereich. Das bekommen die hier nicht auf die Reihe.
    Der 2. Grund ist, gegen Abend steigt der Feuchtigkeitsgehalt in den Pflanzen und diese knicken bei Spritzung schneller um. Deshalb fahren hier die Bauern um die Mittagszeit los.

  • @czar: Der Bauer hier hat auch um die Mittagszeit gespritzt. Den Bienen ist aber nichts Sichtbares passiert. Weißt du, was bei dir damals gespritzt wurde?