Zuchtrahmen (Nicot)

  • Hallo zusammen,


    ich möchte das erste Mal mittels Sammelbrutableger vermehren und habe mir das Nicot Zuchtsystem besorgt. Dazu hätte ich noch ein paar Fragen, die mir sicherlich jemand beantworten kann:


    Spricht eigentlich etwas dagegen, die Systemsockel für die Weiselnäpfe direkt am Öberträger anzubringen? Diese werfen ja genagelt und da verstehe ich nicht ganz, warum eine extra Zuchtlatte notwendig ist. Oder ist der (einzige) Grund der, dass man die Zuchtlatte drehen kann, so dass noch eine weitere Reihe im Rahmen untergebracht werden kann?


    Lasst ihr den Rähmchenunterträger beim Zuchträhmchen weg, so dass der Rahmen nach unten offen ist (so wie es in der Anleitung vom Bienenweber empfohlen wird)?


    Vielen Dank und Gruß
    Martin

  • Hallo zusammen,


    ich möchte das erste Mal mittels Sammelbrutableger vermehren und habe mir das Nicot Zuchtsystem besorgt. Dazu hätte ich noch ein paar Fragen, die mir sicherlich jemand beantworten kann:
    Spricht eigentlich etwas dagegen, die Systemsockel für die Weiselnäpfe direkt am Öberträger anzubringen? Diese werden ja genagelt und da verstehe ich nicht ganz, warum eine extra Zuchtlatte notwendig ist. Oder ist der (einzige) Grund der, dass man die Zuchtlatte drehen kann, so dass noch eine weitere Reihe im Rahmen untergebracht werden kann?


    Ja, weil es sonst kein System mehr ist :-D Der dunkelbraune Grundsockel wird genagelt und darauf steckst du den hellbraunen Systemsockel, der dann mit dem Schutzkäfig versehen ist, verschult werden kann. Die schlupfreife Weiselzelle aus dem evtl. angenalgeten Systemsockel an der Zuchtlatte zu poppeln geht in 50% der Fälle schief, du wirst die Zelle nicht unbeschadet raus bekommen. Ich hatte vor Jahren die gleichen falschen Gedanken wie du und dann reuevoll eine Zuchtlatte mit Grundsockel genagelt. Man spart an der falschen Stelle sonst.


    Zitat

    Lasst ihr den Rähmchenunterträger beim Zuchträhmchen weg, so dass der Rahmen nach unten offen ist (so wie es in der Anleitung vom Bienenweber empfohlen wird)?

    Nein, mache ich nicht, ist aber bei Zander eine gute Idee. Bei mir (Dadant) wird das Rähmchen sonst zu wabbelig.


    Zitat

    Vielen Dank und Gruß
    Martin

    Gerne


    Servus
    Reiner

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Ja, weil es sonst kein System mehr ist :-D Der dunkelbraune Grundsockel wird genagelt


    Ich denke, Martin will schon den dunkelbraunen Grundsockel mit den vier Löchern am Oberträger annageln. Es gibt aber Zuchtrahmen zu kaufen, wo diese Grundsockel auf drehbare Zuchtlatten genagelt sind. Im Schweizermass sind es dann 3 Stück für 24, 27 oder gar 30 Zellen.


    Da man die Nicot-Zellenträger aber nach dem Belarven problemlos auf die dunkelbraunen Grundsockel aufstecken kann, ist es nicht notwendig, dass die Zuchtlatten drehbar sind. Drehbar (oder herausnehmbar) müssen sie sein, wenn man die Näpfe mit Wachs an die Zuchtlatten lötet.


    Man spart damit höchstens etwas Abstand wenn man mehrere Reihen übereinander haben will und dann da noch die Schutzkäfige aufstecken will.


    Ausserdem ist es natürlich möglich, die Nicot-Zellenträger in eine Zuchtlatte mit U-Schlitzen zu klemmen, dann haben am meisten Zellen in einem Rahmen Platz. Die Nicot-Schlüpfkäfige lassen sich dann allerdings bei normaler Holzstärke (8-10mm) nicht mehr befestigen.

  • Man spart damit höchstens etwas Abstand wenn man mehrere Reihen übereinander haben will und dann da noch die Schutzkäfige aufstecken will.


    Das würde vom Platz her tatsächlich reichen, wenn ich die Systemsockel der oberen Reihe direkt am Oberträger anbringe?
    Ich könnte aber auch einfach zwei Zuchtrahmen mit je einer Reihe ins Pflegevolk einbringen, oder würde da etwas dagegen sprechen?

  • Ich könnte aber auch einfach zwei Zuchtrahmen mit je einer Reihe ins Pflegevolk einbringen, oder würde da etwas dagegen sprechen?


    Mit Zander habe ich keine Erfahrung. Im Schweizermass bietet sich das nicht so an, höchtens wenn man mit halben Waben (Mini-Swiss) arbeitet. Wenn die Bienenmenge zur Anzahl Zellen passt, dürfte es aber funktionieren.

  • Moin,


    Antwort vom Praktiker:


    Wenn ein Pflegevolk ein richtiges ist, dann ist das voller Bienen. Randvoll. Überall sind dann pflegewillige Jungbienen. Total überall. Und jetzt will der imker mal die Zellen sehen. Er hebt den Rahmen mit den Zellen am Oberträger nach oben aus der Wabengasse. Ist ja schon lange kein Hinterbehandler mehr - unser Züchter. Oh schreck nur, daß an dem Rahmen ein Unterträger dran ist und daß an den Zellen mehr Bienen hängen als er sich vorstellt. Also lassen paar von denen los und fallen in die Gasse. Doch da kommt ihnen der Unterträger entgegen, den der Züchter aus was für Gründen auch immer - wahrscheinlich um's Rähmchen zu erhalten - dran gelassen hat und zerrt und quetscht sie nach oben raus.


    Dann beguckt sich der Neuzuchtimker seine Parzellen und parzelliert die die vielleicht mit Nicot-Lockenwicklern. Inzwischen flohen ganz viele Philipinen in die hohle Gasse in die nun aber erst der Unterträger quetscht. Kaum ist der durch quetschen die Lockenwickler. Super!


    So als Tipp: Als Zuchtlatte eignen sich die Unterträger von DNM-Flachzargenrähmchen und drüber 'ne MW gegen allerschlimmstes Verbauen und netten Sitz auch obenrum oder schlicht und einfach ein alter Oberträger ohne Abstandshalter. (Enge Gasse -> weniger Verbau!) Eine zweite Latte kann in einer weiteren Gasse eingelegt werden. Rahmen mit mehreren Etagen sind in Oberbehandlung unpraktisch und anstrengend, fies, blöd und gemein. Einzelne Latten lassen sich problemlos ohne Runterzuquetschen in eine offen gelassene Gasse geben, in der sich pflegegeile Kinderschwestern schon aufketten ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Henry, danke für den klasse Tipp... :u_idea_bulb02: :p_flower01:
    Ich baue meinen Zuchtrahmen sofort um! :daumen:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.


  • Antwort vom Praktiker:...
    So als Tipp: Als Zuchtlatte eignen sich die Unterträger von DNM-Flachzargenrähmchen und drüber 'ne MW gegen allerschlimmstes Verbauen und netten Sitz auch obenrum oder schlicht und einfach ein alter Oberträger ohne Abstandshalter. (Enge Gasse -> weniger Verbau!) Eine zweite Latte kann in einer weiteren Gasse eingelegt werden. ... Einzelne Latten lassen sich problemlos ohne Runterzuquetschen in eine offen gelassene Gasse geben, in der sich pflegegeile Kinderschwestern schon aufketten ...


    Hallo lieber Praktiker,
    der Neuzuchtimker hat ein paar Fragen zum Nicot System:
    1) Die Idee mit dem Anbringen der dunkelbraunen Sockel an einem Unterträger einer Halbwabe, hatte ich auch gehabt, aber weil Dadant im Honigraum Halbzargen hat, fand ich besser, die Sockel an einem Oberträger eines Honigrähmchens zu nageln und drüber ein anderes Rähmchen mit ner MW einzuhängen. So kann ich die Zuchtlatte zu Bearbeitung einfacher entnehmen, ohne dabei das ganze Rähmchen mit der MW mit zu schleppen
    2) Wie eng soll/darf die Gasse mit der Zuchtlatte sein? Ich habe mein 28,5 mm breiten Oberträger, an dem ich 16 Sockel festgenagelt habe, auf ca 22 mm abgehobelt (also auf die Breite der Sockel bzw der Nicot-Käfige abgehobelt). Meine Abstandshalter sind die 7,5 mm Pilzköpfe. Wenn ich nun auch von den beiden ausgebauten Nachbarwaben, die Abstandshalter wenn lasse, bleibt für die Zuchtlatte genau eine 22 mm breite Gasse frei. Reicht das für die dicken Weiselzellen? Die Zuchtlatte wird also dicht an die Nachbarwaben kleben und deren Zellenöffnung auf der gleichen Höhe zuschließen-->daraus kann also keine Brut mehr schlüpfen, aber die Zuchtlatte ist ja nur 10 bis 15 mm dick. Ist das ein Problem? Soll ich das so wie geplant lassen oder lieber mehr Platz um die Zuchtlatte frei lassen, damit die Bienen um die WZ und von den gegenüber liegende Zellen in den beiden Nachbarwaben noch durch laufen können?
    3) Ich mache keinen Sammelbrutableger, sondern werde ich ein Volk 9 Tage vor dem Umlarven mit 6 Dadant Brutwaben verstärken und es als Pflegevolk missbrauchen.


    Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt!


    LG aus dem gerade sehr kalten Magdeburg
    Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Salsero ()

  • Die Zellen sollen gerade nicht eng eingeschlossen sein. Es muß der Verschulkäfig drüber passen ohne angebaut zu werden. Die Zelle soll voll in den Bienen hängen. Allseitig umbient. Unterträger von Halbrähmchen ist gut, man muß aber einen Ständer dafür bauen. Zuchtlatte und drüber Halbzarge ist besser.


    Ich regele den Abstand um die Zuchtlatten nach Gefühl. Oft kommt dann wohl genau der übliche Abstand raus.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • danke Henry für die schnelle Antwort.
    Könntest du mir deine Gefühle genauer mitteilen :roll:
    weil es meine erste Serie wird, habe ich dafür noch keine Gefühle, Außerdem bin ich ein rationaler :lol:
    Ich weiß nicht wie breit eine WZ wird, die Schutzzellen bei Nicot haben einen inneren Durchmesser von 1,5 cm, so gehe ich davon aus, dass die WZ nicht dicker wird. So hat eine 15mm breiten WZ in der Mitte auf jeder Seite 4 mm freien Platz, wo die Bienen durchlaufen können.
    Du hast gesagt, du lässt die Abstandshalter weg, wie breit sind deine Oberträger und Unterträger (haben die Nachbarwaben dann ihre Hoffmann-Abstandshalter, oder sind sie überall gerade)? Wenn die Abstandshalter weg sind, hängt das Halbrähmchen dann dicht zwischen die Nachbarrähmchen und keine Bienen können durch, stimmt? Die WZ werden bestimmt dünner sein, dass sie doch von allen Seiten umbient werden können, habe ich das richtig verstanden?

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Meine Zuchtlatten sind bzw. Waren schlicht Oberträger ausgesonderter Rähmchen. Die haben keinerlei Abstandszeug dran. Alle meine Waben haben Hoffmänner. Ich setze die Zuchtlatte so mit augenmaßigen 5mm zu den Hoffmannsseiten der Nachbarwaben ein. Manchmal wohl - gleich nach dem Belarven - fast ganz ran. Später mehr. Und wenn die Verschulkäfige drüber sind, dann so, daß die bequem zu ziehen sind und nicht etwa festgebaut Königinnen beim Rausheben der Latte ausbüchsen lassen.


    Ich denke auf den mm kommt es so genau nicht an. Ist der Abstand aber genau wabengleich, bauen die manchmal eine Wabe. Startet man schmaler passiert das nicht.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • okay, ich denke um einen Platz für eine Wabe zu haben, brauchen sie mindestens 30 mm. Wenn die Gasse kleiner ist, werden sie dich länger überlegen, was sie damit machen, aber so lange bleiben die WZ nicht drin.Dann werde ich um meine 22 mm breiten Zuchtlatte (abgehobelter Oberträger) jeweils ca 4 mm Platz auf jeder Seite zur Nachbarwabe lassen, so können die Bienen überall durch und die Gasse ist insgesamt ca 30 mm breit, wo sie hoffentlich nicht mehr auf die Idee kommen, eine Wabe dazwischen zu quetschen.
    Es wird bei mir so bleiben, bis die WZ verdeckelt sind, dann werden die WZ gekäfigt und in einer normalen Gasse für Dickwaben in den Honigraum landen, so bekommen die Käfige mehr Platz und werden hoffentlich nicht angebaut

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Laß sie doch auch mit Käfig dort. Das Volk hat sich darauf eingestellt.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ich habe im vergangenen Jahr gesehen, dass bei zu weitem Abstand die Bienen die Weiselzellen in eine Wabe einbauen (wenn die Zuchtlatte auf der Ebene der Oberträger der Nachbarwaben liegt). Das ist an den Stellen passiert, wo die benachbarten Waben stark überstehende Futterkränze hatten. Das Herausschneiden der WZ aus der Wabe zum Verschulen ist ein ausgesprochen mühsehliges Geschäft und für die Königinnen darin gewiss nicht optimal. Meine Erfahrung in Königinnenzucht ist nicht gerade umfangreich, aber ich würde beim Einlegen der Zuchtlatten darauf achten, dass die Nachbarwaben nicht zu dicke Futterkränze haben.
    Mit dem von Henry beschriebenen Abreißen der Verschulkäfige durch Anbau an die Nachbarwabe hatte ich auch zu tun, dass lässt sich aber vermeiden, indem man bei Entnahme der Zuchtlatte die Nachbarwaben abrückt und die Käfige vorsichtig ablöst. Ich empfand das Anbauen der Käfige (bei zu kleinem Abstand) nicht als so kritisch wie den Verbau der Weiselzellen in einer Wabe (bei zu großem Abstand). Daher würde ich die Nachbarwaben so nah an die Zuchtlatte heranrücken, dass die Käfige noch mit ca. 2mm Spiel zu beiden Seiten an den Futterkränzen vorbei kommen.


    Gruß Ralph