Probleme mit den Nachbarn Bienenhaltung

  • Hallo,


    heute Post vom Landratsamt bekommen meine überaus Aggresiven und Angriffslustigen und über
    aus "Lauten ! :daumen:" Bienen müssen leider aus dem Garten vom Schwiegervater entfernt / reduziert ! werden ( Der BSV und ich haben keinen Schleier gebraucht beim Untersuchen)


    Wahrscheinlich ist der Garten doch zu klein für 14 Bienenvölker Stand 3.2010 .
    2000 m² Grund mit Bäumen zugewachsen.


    Aber leider liegt das ganze in einem, Allgemeinen Wohngebiet nach § 4 Baunutzungsverordnung vorwiegend dem Wohnen. :oops:


    Das einige Völker zu nah an der Grundstückgrenze und auch zum Nachbarn stehen gebe ich zu :-( !
    Kann man ja nach Rücksprache mit Mir wegstellen !


    So weit so Gut aber der Nachbar sprach meinen Schwiegervater an (böser Fehler da kammen alle Streitigkeiten seit der Gründung des Wohngebietes auf den Tisch)


    Auszug aus dem Schreiben:


    Die Hobby- Tierhaltung findet ihre Grenzen dort, wo sie die Rechte andere in diesem Gebiet wohnender Menschen beeinträchtigt.
    Im vorliegenden Fall ist diese Grenze überschritten. Die Haltung von 14 Bienevölkern kann nicht eine dem Wohnen- als Hauptnutzung- untergeordnete Freizeitbeschäftigung angesehen werden. Die mit den Bienenvölker verbundenen Einwirkungen auf die Nachbargrundstücke (Stiche, bedrohliche oder störende Flugtöne:daumen:) (finde ich eher beruhigend die Töne, nicht die Stiche, die tun immer noch weh!. Schwiegervater schläft dabei immer gut ein).


    So weit so gut aber jetzt kommt`s !


    Wir bitten daher die Zahl der Bienenvölker auf maximal 2 Bienestöcke zu reduzieren.


    Was tun ?


    Bienen abschwefeln (der Herr vom Landratsamt muß aber das Streichholz an den Schwefel halten )


    Das Grundstück ist zwar groß aber wegen der Bäume ziemlich Dunkel habe deshalb die Biene auch etwas zu nahe am Grundstück des Nachbarn gestellt Sorry :oops: 3,5m. Aber ich habe gedacht das eine über 2m hohe Mauer aus KS reicht.


    Warum meine Frau die Leider bei dem Herrn Landratsamt angerufen hat, und nicht ich als Besitzer der Völker, angeschrieben wurde ist mir auch unklar. Schwiegervater ist ja bei dem ersten Brief ja schon díe Wand hoch, wen der wüßte was in diesem steht würde es ziemlich Laut werden und das ist noch untertrieben :-(.



    Gruß Ruben


    PS. vor 2 Jahren standen ca. 22 Völker im Garten da habe ich vom Nachbar nichts gehört . Habe ein Ausweich Grundstück aber dieses liegt in der Nähe der heute üblichen Monokultur auf einer Anhöhe im Herbst uind Winter haut es die Beute durch den Wind fast um :-(.

  • ...die 2 Meter hohe Mauer bei 3,5 Meter Abstand entsprechen eigentlich den Abstandsvorschriften. Problem ist tatsächlich das reine Wohngebiet. Wie wir seit Richter Demeters Urteil in Augsburg wissen, sehen die Gerichte Bienen tendenziell eher als Bedrohung. Ich selbst würde keinen Prozeß riskieren, auch wenn ich mich im Recht fühlte, sondern den Standort aufgeben...

    Robert - Versuch macht kluch... - und natürlich: KISS ME - keep it simple and stupid and most efficient!

  • Ruben, wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter und bis dahin waren auch 22 Völker möglich.
    Die Lage hat sich geändert und da gilt es einen Kompromiss zu finden.
    14 Völker sind doch recht viel in einem Wohngebiet, aber 2 halte ich für willkürlich ausgewählt und zu wenig. Ich würde versuchen 5-7 auszuhandeln, wenn aushandeln überhaupt möglich ist.


    Da ich ein konfliktscheuer Mensch bin, betreibe ich eine gute Nachbarschaftspflege, auch wenn mir einige nicht sonderlich sympatisch sind. :oops:

    "Wenn Neider, Hasser dich umringen, dann denk an Götz von Berlichingen."

  • ARebours  
    Danke für das Gerichtsurteil da hat man echt keine Chance.


    Ein Bekannter hat mir mal gesagt, das er Erst fragt was die Sanktionen sind, bevor er etwas macht.


    Hat jemand eine Ahnung was da auf mich zukommen kann?
    Werde mich mal auf der Gemeinde schlau machen wegen Baugebiet / Bebauungsplan.
    Schwiegervater hatte da auch schon eine Geflügelzucht und 2 Pferde auf dem Grundstück.


    Gruß Ruben

  • Hi Ruben,
    ist der Karren denn schon so im Dreck? Vielleicht tut es ja eine Einladung zur Völkerbesichtigung und etwas Kaffee und Kucken, oder Honigbrot?
    Rechtsstreit ist immer das letzte Mittel und wird leider in Deutschland viel zu oft völlig übertrieben. Die Nachbarschaftsstreitigkeiten sind dabei glaub ich ziemlich hart vertreten, leider.
    Viel Glück
    und mein Mitgefühl, wo ich doch dieses Jahr auch meinen geliebten und sehr guten Standplatz verliere.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Nööö Summ, das ist klug.


    Ich meine doch nicht, dass ich deswegen heuchle. Nur, solange man miteinander reden kann
    hat man doch die Möglichkeit die Dinge nicht zum Streit ausarten zu lassen.


    BTW ich war lange Jahre Vorsitzender der Konfliktkommission in unserem Betrieb,
    95% Frauen, das übt ungemein. :-D


    Ruben hat, so wie es aussieht, nur mit der "sanften" Tour eine Chance, denk ich mal so...oder?


    schön Tach
    Bernd

    "Wenn Neider, Hasser dich umringen, dann denk an Götz von Berlichingen."

  • Nööö Summ, das ist klug.


    Ich meine doch nicht, dass ich deswegen heuchle. Nur, solange man miteinander reden kann
    hat man doch die Möglichkeit die Dinge nicht zum Streit ausarten zu lassen.




    OK, ich verstehe, was Du mit Nachbarschaftspflege meinst. Kommunikation aufrecht erhalten.


    Ich wurde informiert, dass einem hier in Österreich, wenn man die Gesetze (also Abstände etc.) einhält, niemand die Bienen verbieten darf. In Deutschland ist das also anders. oder ist meine Info nicht richtig? Da kann doch nicht so ein Unterschied sein?


    Gruß,


    Summ!

  • Hallo,


    massgebend ist der Flächennutzungsplaan der Gemeinde. Wenn es reines Wohngebiet ist- muss auch als solches im Plan deklariert sein- ist nichts mit Bienenhaltung- normalerweise auch keine 2 Völker-. Da jedoch 2 Völker zugestanden werden gehe ich davon aus, dass es sich hier um sogen. "Mischgebiet" handelt, dann ist Bienenhaltung grundsätzlich statthaft.
    Die Anzahl der Völker wird letztlich nur gerichtlich im Rahmen eines Vergleiches festzustellen sein.
    PS: die Beschreibung des Grundstückes lässt auch den Schluss zu, dass hier "Mischgebiet" vorliegt.


    Grüße aus dem kalten Hunsrück,


    Peter

  • Wenn es reines Wohngebiet ist- muss auch als solches im Plan deklariert sein- ist nichts mit Bienenhaltung


    Hm, das sieht bei uns etwas anders aus. Ich wohne in einem reinen Wohngebiet, allerdings im ländlichen Bereich. Bienenzucht ist in unserem Landkreis grundsätzlich ortsüblich, daher muss der Bienenflug des Nachbarn als Naturgegebenheit gedulded werden. Allerdings sollte man es als Imker natürlich nicht übertreiben. Speziell meine Nachbarn sind ungemein bestechlich, Honig wirkt immer :wink:


    Schöne Grüße,
    Jan

  • Kann man die Völker nicht an einen uneinsehbaren Teil des Gartens stellen? Zahl würde ich dann auch reduzieren aber 2 sind wirklich albern wenig. Allerdings wissen wir ja daß es schwer ist, die Zahl der Bienenvölker zu ermitteln. Haben sie denn geschrieben WANN im Jahr die 2 erreicht werden sollen ;-)?
    Nach Winterverlusten könnten es ja zwei werden; würde daher mal nicht unter 8 einwintern ;-))
    Und wie gesagt uneinsehbar aufstellen, hohe Hecken pflanzen und wenn einer nachzählen kommen will, dann muß er das bitte schön 4 Wochen vorher anmelden!


    Melanie

  • Es ist mir ein Rätsel, dass jemand bestimmen darf, wie viele Völker ich in meinem 2000m2 Garten stehen habe, solange sie niemanden ernsthaft belästigen. Meine Nachbarin hat meine 34 Völker vollkommen cool genommen. Sie sagt, hie und da ist eine Biene in Ihrem Schlafzimmer, dann fängt sie die Biene ein und trägt sie nach draußen. Ist doch nett, nicht? Der zweite Nachbar ist etwas beunruhigt, den lade ich jetzt zu einer Bienenbeschau ein, er ist sehr interessiert. Ich habe auch 2.000 m2, allerdings bin ich der letzte Grund und dann ist bald Wald. Die Bienen haben also keinen Nachbarn gegenüber dem Flugloch.


    Gruß,


    Summ!

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Gast041 () aus folgendem Grund: korr.

  • Hallo Ruben,


    ist die amtliche "Mühle" erst mal angelaufen, dann sieht's nicht so günstig aus. Derjenige, der die zwei Bienenvölker festgelegt hat, kann Dir ja nicht ohne Gesichtsverlust eine nennenswert höhere Anzahl genehmigen. Also bleibt nach meiner Einschätzung jetzt nur


    a) den Rechtsweg zu beschreiten (blöde, weil der Ausgang absolut nicht eingeschätzt werden kann...)
    b) die Situation als Chance sehen


    Wenn Du b) bevorzugst, dann würde ich Dir raten:
    => nimm den Brief und fahr auf's Landratsamt. Such genau den, der den Brief geschrieben hat und frage ob der Landkreis vielleicht geeignete Flächen hat auf denen Du deine Bienen hinstellen kannst. Du kannst ja darauf hinweisen, dass Du sonst die Bienen abtöten musst und das ja vor dem Hintergrund der ökologischen Bedeutung sicherlich nicht gewollt wird ;-)
    => den gleichen Versuch würde ich auf dem Liegenschaftsamt deiner Gemeinde starten
    => nächste Anlaufstelle wäre für mich dein zuständiger Revierförster. Das sind im allg. Leute, die der Natur zugetan sind und die wissen, wo gute Standplätze für Bienen sind


    Ich weiß von Imkerkollegen aus unserem Verein, die über Landratsamt/Liegenschaftsamt an gute Plätze gekommen sind. Ich selbst habe gute Erfahrungen mit den Revierförstern um meine Gemeinde herum gemacht.


    Ich wünsche Dir, dass Du über diese Wege zu einem guten Standplatz kommst und hinterher vielleicht denkst:"...gut, dass damals der Brief vom Landratsamt gekommen ist."


    Gruß Wolfgang

  • Hallo Ruben,


    bist Du im Imkerverein? Ich hoffe, ja. Wenn dem so ist, dann wende Dich an Deinen Landesverband oder den DIB und erbitte eine rechtliche Beurteilung zu Deiner Situation. Erst dann würde ich mir Gedanken zum weiteren Vorgehen machen.


    Ich habe 1800 m² als Eckgrundstück. Im letzten Jahr hatte ich zwölf Völker auf diesem Grundstück. Die Beuten standen im Kreisbogen mit Flugöffnung nach Osten bis Süden. Dahinter nach Norden waren ca. vier bis fünf Meter Abstand zur Grundstücksgrenze mit einer 1,80 m hohen Buchenhecke. Auf dieser Abstandsfläche wachsen Büsche und Bäume. Auf der Ostseite steht bis zur einen Straße ca. 20 m breit ein Mischhoch"wald" von 400 m². Nach Westen stehen zwei 1,8 m hohe Buchenhecken im Abstand von ca. 14 m und dazwischen diverse Bäume (Birken Buche, Eiche, Kirsche, Wallnuß, Apfel). Somit ist die große Einflugschneise nach Süden. Dort ist noch 30 m Grundstück und die zweite Straße.


    Welche Wirkung hinterließen die Bienen bei den Nachbarn? Keine Wortmeldungen! - Als ich einigen nach der Heidehonigernte Gläser mit Presshonig verschenkt habe, waren alle erstaunt, dass ich Bienen besitze und regelmäßig wurde gefragt, wo ich die Bienen denn stehen habe. Auch die direkten Nachbarn auf der Nordseite, die uns seit 30 Jahren wegen unserer Bäume Stress bereiten, obgleich Sie vor dem Bau Ihres Hauses per Vertrag den Baumbestand anerkannt und als gegeben hingenommen haben, hatten nichts von den Bienen bemerkt. Ihre Terrasse ist ca. 15 m von meinem Stand entfernt. - Der Honig schmeckte dem Hausherren so gut, dass seine Frau gerne weiteren gekauft hätte. Dafür kam Sie zu uns. Das hat es seit vielen Jahren nicht gegeben. Meine Faru sagte ihr, dass ich keinen Honig zu verkaufen hätte. Dann saßen wir zusammen, u.a. mit unserem Sohn, der promovierter Jurist ist und die angespannte nachbarschaftliche Beziehung kennt, und überlegten, wie auf diese Anfrage zu reagieren sei. Ich habe dann von unserem kleinen Restbestand, die ganze Ernte im Anfangsjahr 2009 waren nur 15,5 kg und ich hatte schon reichlich verschenkt an Familie, Freunde und Nachbarn (Man kann das auch 'Anfüttern' nennen.), ein Glas genommen und bin zu diesen Nachbarn gegangen um ihnen dieses Glas Heidepresshonig zu schenken. - Diese zwei Glas Honig haben unser nachbarschaftliches Verhältnis vollständig und positiv verändert. Eine in jeder Hinsicht hervoragende 'Investition'!


    Ich neige auch dazu actio mit reactio zu beantworten. Es ist nicht immer sinnvoll. - Ich wünsche Dir, wenn Du Deine Rechte kennst, eine Lösung, mit der alle leben können; denn seine Nachbarn kann man nicht aussuchen und meistens hat man sie auf Dauer. Evtl. ist es auch sinnvoll, wenn es diese Einrichtung bei Euch gibt, einen Schiedsmann als Schlichter und Vermittler einzubinden. Diese arbeiten eine Ebene unter den Gerichten und haben tatsächlich überwiegend mit Nachbarschaftsstreit zu tun.


    Viel Erfolg für ein gütliches Zusammenleben wünscht
    heidjer Wolfgang

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)