Wirtschaftsfaktor Imkereibedarf

  • Hallo Leute,


    ich habe mit ein paar Imkern diskutiert und wollte mal eure Meinung hören. In allen Lebensbereichen nimmt das Internet ja den Händlern vor Ort Marktanteile ab. Was glaubt ihr wird dies beim Imkereibeadrf genau so sein. Einerseits ist es denkbar, aber so ganz ohne Beratung ist ja auch nichts.


    Mich würde einmal interessieren wie viele Imkerfachgeschäfte es gibt in Deutschland und wie sich das über die Jahre verändert hat. Kennt jemand eine gute Liste wo man die ganzen Geschäfte einsehen kann und auch noch sieht wie die räumlich verteilt sind.


    Freue mich auf eine Diskussion


    Gruß Eddy:daumen:

  • Aloha,

    Zitat

    In allen Lebensbereichen nimmt das Internet ja den Händlern vor Ort Marktanteile ab


    Das liegt aber dann an den Händlern, die die veränderten Ansprüche ihrer Kunden nicht wahrnehmen wollen.
    Wenn der lokale Buchhandel mir das gewünschte Buch auch bis zum übernächsten Tag besorgen kann, kauf ich es da - wenn nicht, macht einer der Internethändler mit garantierter schneller Lieferung das Geschäft.
    Imkereibedarf ist sehr speziell, weil
    a) Imker geizig sind, und zwei Stunden zum Klönschnack im Laden rumhängen und dann doch nur ein Paket Mittelwände kaufen,
    b) die Zielgruppe sehr klein ist und nur selten neue Mitglieder hinzukommen, die von Grund auf neu auszustatten wären,
    c) die "Großen" mit Vollsortiment und langer Geschichte über Generationen eh die Hauslieferanten der Kleinen sind,
    d) die Preise eh überall gleich sind, plusminus ein paar Cent - da bestelle ich angesichts der Versandkosten nicht Teil A dort und Teil B da, sondern beides bei einem,
    e) die Imker zu 99% wegen Futter und Gläser in den Laden kommen, und das sind die beiden Sachen, wo am wenigsten dran verdient wird, weil von nur sehr wenigen Herstellern verfügbar, also Oligopol (es gibt Nordzucker, und es gibt Südzucker - und es gibt auch nur zwei oder drei Hersteller von Stärkesirup - kein echter Wettbewerb; bei Gläsern ist es noch enger).

    Zitat

    Kennt jemand eine gute Liste wo man die ganzen Geschäfte einsehen kann und auch noch sieht wie die räumlich verteilt sind.


    Die kannst du dir selbst basteln - ruf beim jeweiligen Landesverband an, laß dir eine Liste der Vereine geben, und telefonier die ab, welche Läden es in ihrem Beritt gibt...:cool::wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ja,
    das Internet spielt hier eine große Rolle. Ich bin letztens fast 1oo km gefahren ( hin und rück ) und habe das, was ich gesucht habe in dem Laden nicht bekommen. Bin dann mit zwei Päckchen Mittelwänden enttäuscht wieder zurück, um mir das, was ich brauchte dann im Internet zu bestellen.
    Aber die großen haben sich ja sehr gut auf das Internet eingestellt und verkaufen sicherlich den größten Teil ihrer Wahren bereits übers Netz.
    Händler vor Ort, das gibt es beim Imkereibedarf sowieso nicht, es seihe denn, Du wohnst in Trossin, oder bei Holtermann um die Ecke.
    Das Wort Wirtschaftsfaktor ist in dem Zusammenhang vielleicht etwas hoch gegriffen, zumindest klingt es etwas zu gigantisch, wenn bei einem Imkereibedarfshändler 3 Leute aus der eigenen Familie eingespannt sind oder er vielleicht 3 Telefonistinnen und 2 Lager- und Versandabteilungsmitarbeiter hat, und 2 für den Einkauf. Ein Mc Donalds- Restaurant hat manchmal mehr Angestellte, was keine Wertung sein soll.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Moin Imkers,
    Hier mal ein Beispiel wie es um die Händler steht.
    Ein Bekannter von mir hat dieses Jahr mit der Imkerei begonnen.
    Da er reichlich Kohle hat ist er zu einer Händlerin gegangen und hat das volle Programm bestellt,
    Preis, so um die 2000€. Nach ein paar Tagen rief die Händlerin an und "beklagte" das dies eine große Bestellung sei und sie könne das nicht vorfinanzieren. Er solle doch bitte erst mal Geld überweisen, dann könne sie bestellen.Im I-net hätte es diese Probleme nicht gegeben.
    Ein Vorteil hat der Kauf allerdings, im I-net wird der Versand von den "Großen" übernommen und die sind nicht flexibel, was Ort und Zeit der Lieferung betrifft.
    In der Gartenanlage meines Freundes ist die Zufahrt nur Freitagnachmittag geöffnet.:evil:


    Wir haben in der Nähe noch einen kleinen Nebenerwerbshändler der aber, wegen zu geringer Nachfrage, demnächst schließt.:-(


    schön Tach
    Bernd

    "Wenn Neider, Hasser dich umringen, dann denk an Götz von Berlichingen."

  • ...Ein Mc Donalds- Restaurant hat manchmal mehr Angestelle ...


     
    Mehr Personen wohl, aber zu welchen Konditionen? 400-EURO-Job?


    @ Bernd:


    Erstaunlich ist für mich nur, dass die Händlerin nicht sofort bei Entgegennahme der speziellen Bestellung um eine ordentliche Anzahlung gebeten hat. Dieses ist doch seit Jahrzehnten in vielen Handelsbereichen üblich, insbesonderen dann, wenn die Parteien sich nicht kennen. - Na ja, mir "schmeckt" so etwas auch nicht.


    heidjer Wolfgang

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Hallo Leute,
    bei 100 verschiedenen Beutenarten und 400 verschieden Rähmchen, 50 Sorten Smokern... kann der Händler vor Ort nur eine Grundausstattung der gängigen Sachen am Start haben. Der hat auch nicht 50 Schleudern da! Also wird er eine Bestellung aufnehmen und wo bestellt er??? Bei den Großen!! Lieferzeit 14Tage bis 3Wochen. Dann muss ich 2* hin, bestellen und abholen, 100km bei den Spritpreisen. Bestell ich selber bei den Großen, kann ich zwar nicht angucken und nur hoffen das die Qualität stimmt (siehe Beutendiskussion). Wenn die Menge und die Kaufsumme stimmt, ist das Porto kostenlos. Mit UPS und Co kann der Lieferort noch abgestimmt werden, der freundliche Nachbar... und dann passt es.
    Auf der Strecke bleibt der Händler vor Ort. Schade, denn nur er kann beraten und ist Treffpunkt und "Laberecke" für uns Imker.
    Knäcke

  • Hallo Freunde,
    bitte nicht böse sein, aber wenn mir jemand sagt, er bräuchte einen Vorschuss, weil er als Händler die Lieferung nicht vorfinanzieren kann, dann wäre ich sehr hellhörig. Ein ordentlicher Betrieb muss seine Rechnung auch nicht sofort oder im Voraus zahlen. Es seihe denn, er war schon öfters in Zahlungsschwierigkeiten. Jemandem, bei dem es schon brennt noch Geld im Voraus zu zahlen, davon möchte ich dringend abraten. Geld gegen Ware, das ist sicher. Ab und zu hat auch mal ein windiger Fensterbauer das Geld oder einen großen Teil davon im Voraus haben wollen, Das ist dann ein recht eindeutiges Anzeichen für eine anrückende Zahlungsunfähigkeit oder eine bereits bestehende Insolvenz. Wer da Geld hingibt, ist wohl sehr freigiebig.
    Sorry, aber wenn man den Laden nicht führen kann, dann soll man es lassen.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Moin,


    ich glaube Ihr diskutiert hier einem Thema hinterher, das sich schon längst erledigt hat. Es hat sich nicht nur längst erledigt, die allermeisten haben sogar schon bemerkt, daß es so ist. Und damit meine ich die Imkerfachgeschäfte. Denen sterben nicht nur die Kunden weg, sondern auch die Besitzer. Die ganze Ladensparte stirbt aus und das kann man nun finden wie man will. Das ist ein Fakt.


    Sicher überleben einige Wenige spezielle irgendwo, wie Tankstellen mit Bedienung oder Läden die Strümpfe repassieren. Der große Rest verschwindet, denn Handel ist Logistik und Logistik ist teuer und nur über schiere Masse aufzufangen.


    Es gibt keinen Grund irgendwo wegen 6kg MW DNM hinzufahren und schlangestehend ein Beratungsbgespräch über Bienenfutter abzuwarten, sich anzumelden oder Beuten im Vorraus zu bestellen. Die großen Logistiker - die ich haßte, weil sie meinen Fachhändler ruinierten - sind - und da gibt es eben keinen Zweifel - haushoch - nein hochhaushoch - überlegen. Ich habe z.B. heute beim Holtermann wieder eine Bestellung mit etwa 30 Einzelpositionen abgegeben mit Lieferadresse in der Pampa und Termin mit Uhrzeitfenster. Noch nie gab es da Probleme (abgesehen von meinen Ansprüchen an Rähmchendrahtungen) Geh' doch mal bitte einer zu einem Imkereifachhandel und bestelle mal 30 Artikelpositionen imkerlicher Bedarfsartikel vom Smokereinsatz edelstahl bis zur Jahresfarbe blau, vom Wachs in Kuntzsch hoch bis zu Bodenreparaturgittern Varioboden und von EWK-Glasklammern bis zu Deckelspangen für Segeberger. Jede Wette daß von den von mir heute bestellten Artikeln ein örtlicher Händler nicht die Hälfte auf Lager hat, sondern bestellen muß.


    Und wo? Na wo wohl? Beim Holtermann!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Wolfgang hellhörig wird man da auf jeden Fall. Allerdings würde ich eher denken, dass der betreffende Händler Angst davor hat dass der Käufer abspringt und er auf dem bestellten sitzen bleibt weil Rückgabe gibts ja bei B2B nicht.
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Davon abgesehen, dass ich jetzt gerade nicht weis, was B2B bedeutet,
    so hat natürlich der Händler auch ein gewisses Risiko. Wobei ich allerdings nicht für jeden Liveranten bestimmen kann, ob eine Rückgabe durch den Händler möglich ist oder nicht. Auf jeden Fall, und im ungünstigsten Fall hat der Händller sein Lager aufgestockt, kann dann alles an den nächsten Kunden verkaufen. Das ist natürlich bei Warree-Beuten aus Eukalyptus mit Marmordeckel aus Carrara schwerer, als bei Liebigbeuten.
    Auf jeden Fall ist Vorfinanzieren, weil der Händler kein Geld hat, keine so gute Idee.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der auch gern mal Honorar kassieren würde, bevor er anfängt zu arbeiten ;-)

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Business2(to)Business also Geschäftskontakte unter Firmen. Die Frage ist aber ob, gesetzt du hast einen Imkereifachhandel, du glücklich wärst, wenn du 10 Zanderzargen in einem DN Gebiet auf Lager haben würdest und die Erfahrung zeigt dass man die nicht los wird ... . Allerdings ... es gibt ja imkermarkt.de ;))
    Es gibt auch Modelle, wo eine Vorfinanzierung erstellt wird z.B. bei einer aufwendigen Angebotsrecherche. Diese wird bei Auftragserteilung verrechnet. Solche wankelmütige Leute gibt es einige und denen auf den Leim gehen fetzt echt nicht.
    Allerdings kann ich auch verstehen, dass eine Vorfinanzierung keine wirkliche Lösung ist. Bei allem Verständnis der Lage des Händlers würde ich das auch nicht machen :)
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • ungünstigsten Fall hat der Händller sein Lager aufgestockt, kann dann alles an den nächsten Kunden verkaufen.

    Nur leider will der Segeberger oder 5.000l Met. und das wär ein gutest Geschäft, nur leider steckt das Geld in den beuten im Lager. Tolle Wurst.


    Im eBay zahlt a jeder für jeden Scheiß Vorkasse. Dabei hat da der Händler den Schrutz schon ewig auf Lager. Wer hier gegen Vorkasse redet, hat zu wenig Erfahrung mit flügge gegangenen Kunden und Besuchen des Vollziehers.


    Mit der Grundproblematik des Fachhandelsterbens und der fehlenden Partnerschaft zwischen Kunde und Liferant hat das aber schon zu tun. Beim Holtermann muste nämlich auch keine 10 Beuten per Vorkasse löhnen. Vom Fachhandel verlangst Du aber, dasser das mit hunderten seiner Kunden macht. Das kann der nicht oder nur mit Preisaufschlag und dann kaufst Du ja doch beim Holtermann direkt ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ich persönlich,
    habe echte Probleme mit Vorkasse bei Ebay. Mache ich eigentlich nur, wenn es um Kleinigkeiten geht. Bienenkisten, die ich über Ebay bekomme hole ich mir vor Ort ab und bezahl sie auch gleich vor Ort bei Abholung. So passiert das übrigens auch bei gebrauchten Jollen. Aber was solls, ich hatte noch nie ein Problem mit Holtermann, war immer zufrieden. Und wenn ich Klönschnack suche, gehe ich zum Imkerverein oder ins Forum.
    Viele Grüße
    Wolfgang dem gesagt wurde, man kann gut Geld verdienen mit i(I)mkern, und dazu mass man nicht mal Bienen haben ;-)

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Ein ordentlicher Betrieb muss seine Rechnung auch nicht sofort oder im Voraus zahlen. Es seihe denn, er war schon öfters in Zahlungsschwierigkeiten. Jemandem, bei dem es schon brennt noch Geld im Voraus zu zahlen, davon möchte ich dringend abraten. Geld gegen Ware, das ist sicher. Ab und zu hat auch mal ein windiger Fensterbauer das Geld oder einen großen Teil davon im Voraus haben wollen, Das ist dann ein recht eindeutiges Anzeichen für eine anrückende Zahlungsunfähigkeit oder eine bereits bestehende Insolvenz. Wer da Geld hingibt, ist wohl sehr freigiebig.
    Sorry, aber wenn man den Laden nicht führen kann, dann soll man es lassen.
    Viele Grüße Wolfgang


    Moin , Moin aus Hamburg ,
    urteile nie über einen Menschen, in dessen Schuhen Du nicht wenigstens ein paar Meilen gelaufen bist.:evil:
    Hast Du jemals Handel betrieben ? Was weist Du über die Zahlungsmoral in Deutschland ?
    Bist Du jemals auf vorfinanzierter Ware sitzen geblieben? Bist Du jemals auf die Idee gekommen, das man auch als Händler sehr oft Ware im Voraus bezahlen muß, weil alle die gleichen Probleme haben ?
    Ich wäre vorsichtig mit solchen vermutlich unüberlegten Verallgemeinerungen.
    Sinkende Deckungsbeiträge machen eine Vorfinanzierung in vielen Bereichen fast unmöglich.
    Deine Aussage ist für mich unterstes Stammtisch Niveau und macht mich stinksauer weil Du u.a mich damit pers. angreifst.
    Grüße aus dem Norden von einem der sich seit 20 Jahren alles anzahlen lässt und deshalb weder reich noch pleite ist.


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)