Ergebnisse Überwinterung

  • Hallo!
    Ich fange dieses Jahr mit dem Imkern nach Warré an und es gibt so viele Fragen, die ich noch habe...


    Von den (konventionellen) Imkern in meiner Gegend habe ich gehört, dass diesen Winter viele Völker eingegangen sind. Ich nehme an, dass das nicht nur an der Milbe lag, sondern auch am strengen Winter.


    Jetzt wüsste ich aber ganz gerne, wie das bei euch naturnahen Imkern aussieht:
    Falls jemand einen Vergleich hat - haben die Bienen den Winter im Naturbau besser überstanden als in konventionellen Beuten?
    Überstehen sie besser auf Honig als auf Zuckerwasserfütterung?
    Merkt man überhaupt einen eindeutigen Unterschied?


    Bin gespannt auf die Antworten!!
    Luise

  • Hallo Luise,


    am Winter hat es mit Sicherheit nicht gelegen, der war eigentlich optimal für den Bien.
    Ich arbeite auch im Naturbau und habe bis auf ein buckelbrütiges Volk keine Verluste.


    Imkergrüße aus Sachsen
    Rainer

  • Hallo Luise,
    Verfall nicht in den Irrtum den Erfolg der Bienenhaltung an der Beute festzulegen.
    Über Erfolg oder Mißerfolg entscheiden andere Faktoren.
    Ich imkere ausschließlich mit Oberträgerbeuten, ( Warre Christ ).
    Von 24 Völkern eins eingegangen, eins Weisellos.
    Die Honigvölker kamen bei mir besser über den Winter. Was ich jetzt allerdings nicht kommentieren und verallgemeinern möchte. Hier muß man noch ein ganz paar Jahre abwarten um schlüssige Ergebnisse daraus zu ziehen. Und es spielen auch jede Menge anderer Faktoren mit, ( zB. Honigsorte, Pollenvorrat,Standort, Einwinterrungsstärke, usw.) die mitberücksichtigt werden müssen. ( Nicht jeder Honig ist zB. als Winterfutter geeignet.)


    Ein strenger Winter mit Temperaturen unter Null ist das beste was deinen Bienen passieren kann. Mit ausreichend Futter und genügend Stark eingewintert sind auch strenge Winter kein Problem für ein Volk. Die Bienen sitzen ruhig und gehen nicht vorzeitig in Brut. Der Futterverbrauch ist dadurch niedrig und sie können so auch lange Frostperioden ohne Reinigungsflug durchhalten. Meine Völker sind in diesem Winter zB. von Mitte November bis Ende Februar gar nicht geflogen.
    Probleme gab es nur an einem Stand durch Fremdeinwirkung. ( Akute Lärmbelästigung durch Motorschlitten.)


    Die Unterschiede zum Imkern mit Rähmchen merkst du in erster Linie beim Umgang mit den Bienen. Sie sind deutlich friedlicher. Aber das liegt nicht an der Beute , sondern in erster Linie daran das bei der Warrebetriebsweise deutlich weniger im und am Volk manipuliert wird.
    Das eine Betriebsweise der reiner Naturbau zugrunde liegt wesensgemäßer ist, und das sich dies auch in punkto Vitalität bemerkbar macht ist verständlich. Der Bien wird dadurch weit weniger Stress ausgesetzt als in herkömmlichen Beuten und Betriebssystemen. Und Stress ist zB., unter anderem, einer der Hauptfaktoren für eine gesteigerte Agrssivität.


    gruß Finvara
    und viel Glück beim Beginn

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.