Apis Cerana

  • Hallo!
    Ich bin Neuimker und mache derzeit einen Imkerkurs des hessischen Imkerverbandes mit. Beim letzten Treffen erwähnte der Dozent, wie die Varroa nach Europa gekommen ist und warf bei mir damit ein paar Fragen auf, die er leider nicht beantworten konnte und bei denen mir auch g00gle leider nicht geholfen hat:


    Ist es möglich die Apis cerana und die Apis mellifera zu kreuzen und so eine ertragreiche Biene zu züchten, die sich besser gegen die Milbe "wehren" kann? Gab es dazu schon Versuche?


    Ich habe im Internet einiges dazu gefunden, dass die Apis cerana "weniger Ertrag" bringt als die Apis mellifera - aber wieviel weniger ist das? In Asien wurde die A. cerana ja schon ewig als Honiglieferantin genutzt, von daher muss es ja schon genug sein, um sich zu lohnen. Weiß jemand, was man so an Ertrag bei der A. cerana erwarten kann? Gibt es Leute in westlichen Ländern (Europa, USA), die die A. cerana zur Honiggewinnung halten?



    Vielen Dank für Antworten und sorry, wenn schon mal jemand die Fragen gestellt hat - bin neu hier und habe bei der Suche nichts gefunden.


    Luise

  • Hallo Luise,


    abgesehen von den zu erwartenden Problemen bei Winterfestigkeit und Ertrag ist es auch gar nicht nötig, da die europäischen A. mellifera-Herkünfte zur Varroatoleranz fähig sind. Das wurde in Uruguay, Argentinien, Brasilien, USA und Frankreich beobachtet an Mellifera, Carnica, Ligustica und ihren Hybriden.


    Gruß Molle

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Hallo Luise,
    schon wegen der unterschiedlichen Begattungsorgane lassen sich Apis cerana und Apis mellifera nicht paaren.
    Genau wie mit den anderen Bienenarten (Zwerghonigbiene, Riesenhonigbiene, Rote Honigbiene usw.).
    Wegen der Winterfestigkeit sehe ich anders als Molle weniger Probleme.
    Apis cerana kommt ja auch im Himalaya, Japan und Sibirien vor.
    Ertrag lässt sich vielleicht auch steigern.
    Ich habe mal gelesen, das es Zusetzmethoden für Westliche Honigbienen-Königinnen in Cerana-Völker gab.
    Der Weg der Varroa in unsere Bienenvölker nur durch wissenschaftliche Versuche ist nicht der einzige Kontakt gewesen mit der Varroa.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Ich beschäftige mich darum auch mit dem Thema Apis cerana. Fall also jemand weiß, wo man welche bekommt bitte ich um Nachricht.


    Und - Wenn Du sie dann hättest, wie willst Du sie erhalten/ vermehren?
    Die Haltung von Mellifera und Cerana unmittelbar nebeneinander funktioniert anscheinend nicht, da sich die Sexuallockstoffe doch sehr ähneln.


    André

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)

  • Ah, das ist eine interessante Info! Ich habe aber keine Melliferia, sondern Carnica. Wie siehts da aus?
     
    Und ich nehme mal an, man müsste wohl mehrere Beuten mit Cerana haben.

  • Du müßtest etliche Cerana-Völker haben und auf Dauer künstlich besamen.
    Und dabei darauf achten, die seltenen Cerana-Herkünfte zu bekommen, die keinen Hang zum "Absconding" (Ausziehen aus der Beute, Wander- und Fluchtschwärme) haben.
    Und schleppst hoffentlich nicht noch eine neue Plage ein.
    Außerdem muß die Beute - und dies IMHO auch in Abhängigkeit der Cerana-Herkünft - kleiner ausfallen als für unsere heimische Biene.


    LG André

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)

  • Und schleppst hoffentlich nicht noch eine neue Plage ein.
    Außerdem muß die Beute - und dies IMHO auch in Abhängigkeit der Cerana-Herkünft - kleiner ausfallen als für unsere heimische Biene.


    LG André


    Genau das ist das Problem. Bei der Cerana gibt es noch ganz andere Milben, z., B. Tropilaelaps, die die Schäden der Varroa weit in den Schatten stellen.


    Und: die Größe des Nestes bei Cerana reicht offensichtlich gerade mal, um eine Mini-Plus-Beute zu füllen.


    Frag mal im Bieneninstitut Oberursel, dort wurden in den 1970er Jahren Cerana-Völker gehalten.
    Gruß
    KME

  • Hallo Peter,


    volle Zustimmung. Niemand kann ja ernsthaft wollen, die Cerana hier zu halten. Es wäre nicht nur Sünde an der Natur, sondern auch vollkommen ungeeignet, damit die Imkerei retten zu wollen.


    Aber werden wir es verhindern können? Die rechtliche Seite ist das eine. Die moralische Frage eine andere, siehe z. B. Gentechnologie, Klonen, etc. etc.


    Was auch zum Thema passt: mich ärgern dieses Jahr wieder ganz besonders die Braunen Spanischen Wegschnecken. Eine Plage. Dank Globalisierung müssen wir künftig wohl noch mit ganz anderen Plagen fertig werden.
    Gruß
    KME

  • Für die spanischen Schnecken importieren wir nun indische Laufenten. Die fressen diese Schnecken, sehen außerordentlich putzig aus - und komischerweise habe ich noch nichts von Nebenwirkungen gehört.


    LG