Flucht vor Raps - Idee - Problem ...

  • Moin,


    ich steh' im Obst. Es honigt. Noch ist der Raps nicht auf. Lang wird's nicht mehr dauern. Der Boden ist feucht, also wird er auch honigen, wenner auf geht. Da blühen die Äbbel noch. Mein Bestäubungseinsatz geht nur bis zur Pflaume. Äbbel könnte ich von ringsum mitnehmen wenn da dann der Raps noch nicht wär. Bißchen Obst im Raps wär auch kein Problem. Raps im Obst ginge auch, wenn's wenig ist. Problem ist da immer die Honigreife.


    (Hat jemand von Euch schonmal offene Honigräume abgefegt und später wieder gegeben? )


    Ich hab da auch noch so einen Gedanken:
    Ich könnte am Obstende bzw. wohl eher am Rapsanfang brutschwache Ableger bilden und den Ablegern die HR der Muttervölker über Gitter mitgeben. (Vielleicht gleich mal mittie Bien drin?) Das sind sowieso keine Flugbienen also nicht direkt Trachtrelevant. Damit hätte ich die Obsttracht unreif aus den Völkern raus und die Ableger hätten gleich Bienen und Futter und würden den Obsthonig entweder als offen und dünne wegfressen - sei's drum - oder endverarbeiten und reifen lassen.


    Die Völker kriegten am Rapsanfang noch im Obst blanke MW als HR und zwar die 3 Festbautage vor der Wanderung in den Raps. Da kommt dann also erst mal wenig Obst oben an, denn da sind ja noch MW und die Lager-Bienen oben fehlen erst mal auch. Dann führe ich mit den leeren Völkern in den Raps zur Tracht.


    Ehe die Ableger anfangen richtig Raps einzutragen nehme ich dort die HR runter, schleudere die und gebe die den Trachtvölkern im Raps als Erweiterung oder nach dem Raps für die Robinie.


    Ich suche einfach nach einem Weg in einem Raps-Gebiet Obst, Raps und Robinie halbwegs sortenrein ernten zu können, der auch noch halbwegs arbeitsoptimiert ist.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ich vertraue darauf,
    dass der Raps noch nicht soweit ist, nicht gleich von Anfang an Honigt und für meine Bienen eh nicht so attraktiv ist, es seihe denn, er steht direkt vorm Flugloch. Ich habe im letzten Jahr beobachtet, dass der Raps nicht von Anfang an angenommen wurde. Aber es gibt ja unterschiedliche Rapssorten und bei uns ist es auch sehr trocken gewesen. Also, nichts genaues weiß man nicht.
    Jedenfalls wandere ich in den Raps und werde kurz vor dem Ende der Tracht meine Ableger bilden, indem ich sämtliche Brut rausnehme und gleich behandele. Dabei ist der Plan, dass die allermeisten Flugbienen und natürlich die Königin im Muttervolk bleiben. Die räumen dann den Rest vom Raps ab und sind 3 Wochen später Mitte Rubinie wieder voll da, aber ohne Milben. An meinen Rubinienstandort habe ich auch danach noch eine ordentliche Waldtracht mit Rubinie.
    Der Ableger wird gleich behandelt, bekommt eine Königin zugesetzt und sollte zur Rubinie ordentlich Honig ernten, danach etwas schwächer werden um sich dann ordentlich bis zum Einwintern zu entwickeln.
    So ist der Plan.
    Viele Grüße
    Wolfgang, dem als Architekt natürlich klar ist, dass Pläne jeweils nur eine Momentaufnahme der gerade jetzt aktuellen Vorstellungen sind, und nie fertig

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hast Du das schon mal gemacht? Ich frage mich wenn Du alle Brutwaben raus nimmst wie in 2-3 Wochen sofort wieder wenn die queen stifte die Kiste voll werden soll. Das sind dann wenn alles nur ganz junge Bienen, und die Flugbienen die sind dann definitiv fertig mit dem Leben? oder sieht das jemand anders...

    Micha aus Leipzig, Fliegen lassen ist wie anschaffen lassen!!! :-)

  • oder sieht das jemand anders...

    Nö, ich wollte bloß nicht antworten weil das den Thread zerreißt und mein Thema nicht betrifft ...
    Ich weiß auch nicht womit man rausgenommene Brut behandeln könnte. Brutlos wird dabei das Muttervolk und das steht voll in der Tracht, kann also nicht behandelt werden.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,
    wie wärs wenn man mit einem Teil der Völker an einen Standort ohne Raps wandern würde und diesen abgewanderten Völkern die noch nicht vollen Obstzargen aufsetzt( evtl. auch über einer fast trennenden Folie, sowie wie es manche mit ausgeschleuderten Waben machen) ?
    Würden die Bienen dann umlagern und verdeckeln, das man volle verdeckelte und leere Waben bekommt ?


    Grüße
    Thomas

  • Nicht das Altvolk wird behandelt, sondern der Ableger, der im Rest des Jahres nur noch die Aufgabe hat, sich zu entwickeln, und das schafft er. Behandeln kann man den gleich mit Ameisensäure oder nach sieben Tagen auch mit Milchsäure.
    Das Altvolk selbst ist nach der Entnahme der Brut fast Milbenfrei:-), lässt man die Flugbienen drin und nimmt nur die Hälfter der Brutpflegerinnen, sollte ein weiterarbeiten auch in der Tracht möglich sein. Die Brutlücke sollte sich erst zwei bis drei Wochen später auswirken und ein bis zwei Wochen danach sollten auch wieder genügend Flugbienen zur Verfügung stehen. Laut Angaben des Bieneninstitutes in Hohenneudendorf sollte sich dieses Verfahren praktisch nicht oder nur kaum auf den Honigertrag auswirken. Dieses sog. Hohenneuendorfer Verfahren, wie auch die sog. Brutscheune werden seit Jahren angewandt, und wenn nam mir das richtig erklährt hat, hat schon Bruder Adama mit der Brutpause experimentiert.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • wie wärs wenn man mit einem Teil der Völker an einen Standort ohne Raps wandern würde

    Wo finde ich einen Standort ohne Raps in Westsachsen? :confused:


    und diesen abgewanderten Völkern die noch nicht vollen Obstzargen aufsetzt?

    Dazu wollte ich die Ablegers nehm, weil Vollvölker sofort Raps auftragen, wenner blüht.


    Würden die Bienen dann umlagern und verdeckeln, das man volle verdeckelte und leere Waben bekommt ?

    Das habe ich denen schon ganz oft angeordnet, befohlen und die drum gebeten. Nicht daß die unwillig wären, leider jedoch sind sie taub. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Wo finde ich einen Standort ohne Raps in Westsachsen? :confused:


    Standort: Stadt Leipzig, nicht so am Rand, da blüht kein Raps, weshalb ich keinen Rapshonig hab.:)



    QUOTE=Henry;229938]
    Das habe ich denen schon ganz oft angeordnet, befohlen und die drum gebeten. Nicht daß die unwillig wären, leider jedoch sind sie taub.[/QUOTE]


    Warum funktioniert es mit Resthonig in geschleuderten Waben ? Kann mir das jemand erklären? Verdeckelt sind die doch wohl noch nicht ? Vielleicht noch Leerzarge dazwischen setzen.?
    Grüße Thomas

  • Hallo Henry,


    bei uns im Verein gibt es auch alte Imker, die schon erzählt haben, das sie unverdeckelte Honigwaben in schwachen Völkern zwischenparken und dann nach Trachtschluss die nochmal zum verdeckeln in die starken Völker hängen. Wie das genau funktioniert kann ich aber nicht sagen. Wenn wir das nächste Mal zusammenkommen werde ich mich mal genauer erkundigen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)