Falscher Ausgang

  • Moin, Imkers!
     
    Bin ein wenig im Zweifel, was ich tun soll: Habe gestern ein nicht allzu starkes Volk geholt, durch eine Standauflösung, ein Ableger aus dem Vorjahr. Hatte es mal im Herbst in Augenschein genommen, wider allen Erwarten, auch entgegen einer langjährigen Imkermeinung, kam es über den Winter. Es hat also was, was andere nicht haben, obwohl klein und verdient eine Chance, dachte ich. War schon fast duster gestern, habe mich mit einem Blick unter die Folie begnügt. Volk würde fliegen und Pollen eintragen, saß auf ca. 5 Gassen (einzargig, Langstroth).
     
    Spanngurt drum, zu meinem Stand. Heute mittag kurz geschaut. Flugbetrieb, Pollensammler, stimmte also.... bloss am Flugloch tat sich nichts. Die landeten an der Beutenwand, krabbelten die Wand hoch und verschwanden unterm Deckel...
     
    Hätt' ich gewusst, dass da ein Loch unterm Deckel ist, wäre ich wahrscheinlich nicht so ruhig Auto gefahren... Aber anscheinend brauchte die Beute den Anpressdruck des Spanngurtes.
     
    Und nun? Deckel dicht machen und Chaos auslösen? Wackersteine einfach druff? Feines Flugloch oben platzieren? Dichtmachen und nochmal woanders hin verstellen? Einfach so lassen? Wollte sowieso umwohnen in DNM (das habe ich nun mal...), indem ich eine Zarge aufsetze und später die untere wegnehme.
     
    Das piept mich an...
     
    Habt ihr gute Tipps?
     
    Gruss
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Einfach umsetzen. Löchrige Beuten sind schlimmer als mal paar Stunden Durcheinander.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Einfach umsetzen. Löchrige Beuten sind schlimmer als mal paar Stunden Durcheinander.


     
    Also dann... ans Werk. Ich nehm die erst mal Auseinander, es wird wohl die erste Durchsicht diesjahr sein, hoffentlich erlebe ich keine weiteren Überraschungen.
     
    Gruss
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Zitat

    hoffentlich erlebe ich keine weiteren Überraschungen.


    Wenn die Kiste schon aussieht, wie ein Puzzleteil, dann freu dich auf Rähmchen und Waben!:cool:

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Moin!
     
    Ja, doch Überraschung.
     
    Auf zwei Waben jeweils handtellergroße Brutflächen, diese allerdings geschlossen, kleine Rundmaden mit dabei. Die brutnestnahen Waben leer, auf drei Waben noch bisschen Futter, Summe ca. 1,5kg. In nicht wenigen Zellen tote Bienen, die auf dem Weg zum Futter wohl verklammten. Dementsprechend hoch der Totenfall, vermischt mit Wachskrümeln, festgebacken zu einer Schicht auf dem geschlossenen Boden.
     
    Ursache für den oberen Ausgang war eine DNM- Folie auf der Langstroth- Beute, die vorn und hinten paar Zentimeter frei ließ und eine beschädigte, angeknapperte, ausgebrochene Styroporplatte als Innendeckel.
     
    In Anbetracht der Tatsache, dass sie sehr "luftig" wohnten und dieses in einer ziemlich rauhen Ecke, war es höchste Eisenbahn. Die leeren Waben an den Rand gehängt, die mit den Futterresten an das Brutnest. Dann über eine etwas zurückgezogene Folie einen meiner Selbstbau- Aufsätze aufgesetzt, dort 3 Futterwaben rein, zzgl Mittelwände. Futter angeritzt, eine halbleere Wabe mit Wasser eingesprüht, Futterspur auf Folie.
    edit: Flugloch eingeengt auf 3,5*0,8cm.
     
    Plan ist, die Waben unten zu entnehmen, sozusagen unten einzuengen, damit sie die aufgesetzte Zarge mit meinem Standmaß besiedeln. Muss ich noch einen Schied dazu basteln. edit: Folie wird sukzessive bei höheren Temp. zurückgezogen und bei Entwicklung des Volkes entnommen.
     
    Jetzt hoffe ich auf bienengünstiges Wetter, sonst war vielleicht die Mühe umsonst.
     
    War das alles soweit richtig?
    Ich hätte vielleicht, da ich sowieso wieder ran muss und mit Honig nichts wird aus diesem Volk, gleich noch Milchsäure sprühen sollen. Da habe ich zuspät dran gedacht.
     
    Ach so, bevor der Bienenhalter ins (an sich berechtigte) Kreuzfeuer gerät: Die Bienen waren sozusagen *Scheidungskinder*, wurden von ihrem Imkerpapa verlassen. Vielleicht nicht ganz freiwillig, aber dazu kann ich mich nicht äussern. Zumindest hat die *nichtimkerliche* Spätsommerpflege mit telef. Anfänger- Nothilfe (nur einmal dort gewesen, sozusagen zur Statusfeststellung) zumindest ein Überleben bewirkt (6 von 8). Es war damals schon spät, 26.9. erst die Hälfte Futter drin, noch keine Varroa- Behandlung. Sind dann mit 1 mal AS- Schwammtuch und Ox- Träufeln im Dez. übern Winter. Oh je.
     
    Gruss
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)