jetzt noch Oxalsäure?

  • Hallo zusammen,


    was haltet Ihr von der Idee, jetzt noch mit Oxalsäure (Bienenw.) gegen die Varroa zu behandeln. Ein eingefleischter Imker hat mir dies gestern noch empfohlen. Ich war etwas verdutzt, weil ich nun Honigräume aufsetzen wollte. Wie steht Ihr dazu? Was macht Ihr jetzt gegen die Varroa?


    Grüße Matthias

  • NEIN!


    Da sieht man wieder, was bei den "alten Hasen" so alles gepfuscht wird. Frühling ist Tabu, wenn Du Honig ernten willst. Wenn Du im Spätsommer und Winter alles richtig gemacht hast, ist das auch nicht nötig.

  • Wirklich auf keinen Fall!!! Oxalsäure wirkt jetzt auch gar nicht. Da Milben sich auch in der verdeckelten Brut befinden, diese werden von der Oxalsäure nicht erreicht. Entweder du machst das in der brutfreien Saison November-Ende Januar oder lässt es ganz bleiben. Auch Ameisensäure soll nach dem letzten Abschleudern erfolgen. Das gleiche gilt auch für die ganzen anderen chemischen Mittelchen, die ich hier gar nicht erwähnen will. Frühjahr ist keine Behandlungszeit!


    LG
    Der Bien
    Dominik

  • Finger weg von irgendwelchen Mittelchen, das ist jetzt in der Trachtzeit absolut tabu!
    Varroabehandlung geht jetzt nur per Drohnenbrutentnahme.

  • ...laut Gesetz, darfst Du dann erst im nächsten Frühjahr ernten!!!

    Robert - Versuch macht kluch... - und natürlich: KISS ME - keep it simple and stupid and most efficient!

  • Würde ich auf keinen Fall machen:


    1. Wirkt Oxalsäure nur auf Milben ausserhalb der Brut, derzeit sind aber sicherlich mehr als 95% der Milben in der Brut.
    2. Ist eine Behandlung im Frühjahr tabu, ausser Du willst von diese nBienen keinen Honig ernten.


    Diese Aussagen gelten aber nur, wenn Du auf die Behandlung eines ausgewachsenen Bienenvolks denkst.


    Anders sieht die Situation aus, wenn ein neues Volk z.B. Kustschwarm aufbaust und noch keine Brut hast, dann ist eine Behandlung mit Oxalsäure sinnvoll.


    Grüße Josef


  • was haltet Ihr von der Idee, jetzt noch mit Oxalsäure (Bienenw.) gegen die Varroa zu behandeln.


    Nix. Wenn man wirklich jetzt (bzw. die nächsten Monate bis zum Abschluß der diesjährigen Tracht) was machen will, dann sollte vor allem die Entnahme der gesammten verdeckelten Brut helfen. Blos: Das ist z.Z. kontraproduktiv! Zwar werden die Milben reduziert, die Völker aber auch... und die Ernte sollte entweder komplett ausfallen oder aber relativ spärlich sein......


    Ich denke, bis Ende Juni braucht man sich über den Milbenbesatz in den Völkern keine Gedanken machen.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Habe ich an anderer Stelle schon mal geschrieben.


    Du bist Dir der Toxizität von Oxalsäure aber schon bewusst ?


    Wirkung auf den menschlichen Körper:


    Oxalsäure und ihre Salze reizen Haut und Schleimhäute. Bei der inneren Einnahme treten Erbrechen und Durchfall, sowie Krämpfe auf. Auch schwere Nierenschädigungen können folgen. Die Giftwirkung beruht auf einer Störung des Calciumhaushaltes. Findet sich im Harn aufgrund einer Stoffwechselstörung (Oxalurie) zuviel Calciumoxalat, bilden sich Blasen- und Nierensteine.


    Ich habe auch einen alten Imker am Ort der im Frühjahr bis zu 6 Mal Oxalsäure verdampft.
    Er steht während der Behandlung im Oxalsäurenebel ohne Atemschutz und Handschuhe.
    Der isst seinen Honig sogar selber.
    So richtig Leid tun einem da nur seine Kunden, die denken sie bekommen guten Honig,
    stattdessen werden sie vergiftet.


    Gruß
    Schilling

    Es ist schwieriger ein Vorurteil zu zertrümmern, als ein Atom.


  •  
    Vielleicht sollte man ihn aufklären? Wäre doch nett von Dir :cool:

  • Schilling
    Vielleicht solltest Du einmal die zahlreichen Veröffentlichungen zu Arbeitsschutz und Rückständen im Honig/Wachs bei Oxalsäureanwendung lesen bevor Du diese "Meinung" nocheinmal veröffentlichst. Einfach mal die Begriffe googlen...

    Robert - Versuch macht kluch... - und natürlich: KISS ME - keep it simple and stupid and most efficient!

  • Schilling - ich will ja den heutzutage teilweise übertriebenen Arbeitsschutz nicht untergraben, hat schon seine Berechtigung und vielleicht gibt es auch neue Erkenntnisse. In einer früheren Zeit mit anderen Arbeitsschutzvorschriften hab ich (beruflich) Gerbsäureverfärbungen aus Eiche mit Oxalsäure ausgewaschen, so richtig mit Schaufel und Eimer und Wasser und dann mit der Bürste. Bei Kontakt Schweißhände-Eiche-Eisen dann werden die Hände so richtig schön schwarzblau, geht mit Oxalsäure wunderbar weg, da stand ein Eimer mit Oxalsäure neben dem Waschbecken.... - es ist schon über 20 Jahre her und ich lebe immer noch!
    Trotzdem, Feinstaubmaske ist wichtig! Hab die Oxalsäure auch nicht inhaliert.

  • @ Schilling:


    Das Vorgehen des Mannes ist (im Frühjahr) absolut unzulässig aber...


    ... der Honig ist deswegen sicher nicht vergiftet, vermutlich wenn überhaupt ist der Oxalsäurewert im Honig ( der ja um diese Jahreszeit noch nicht vorhanden ist) erhöht. :u_idea_bulb02:


    Wenn er selbst aber im Nebel steht, dürfte das für seine Gesundheit anders aussehen.


    Es macht einen riesigen Unterschied, ob man OS direkt im Körper aufnimmt (einatmet oder isst) oder ob diese im Bienenvolk ist, wo sie recht schnell wieder abgebaut wird. Drohn hat dazu einen hervorragenden Beitrag gebracht.
    Bitte mach Dich erst mal schlau, bevor Du auf Oxalsäure wetterst, dazu gibt es hier im Forum unzählige Beiträge.:wink: