Gedanken zu Begattungsvölker aus Sammelbrutableger

  • Hallo,
     
    ich plane in diesem Jahr aus meinen vier Wirtschaftsvölkern durch ziehen von jeweils 2 Brutwaben einen Sammelbrutableger zu bilden und diesen später in 8 Begattungsvölkchen aufzuteilen. Zu diesem Vorhaben las schon einiges im Internet und entsprechende Fachbücher. Da ich dies jedoch zum ersten mal versuche, bin ich mir etwas unsicher zu der Vorgangsweise.
     
    Die ganzen Infos zusammengefasst, ergibt sich für mich dieser Ablauf:
    Ich entnehme 2 überwiegend verdeckelte Brutwaben mit anhängenden Bienen aus dem Muttervolk und stelle diese in ein leeres Magazin. Diesen Vorgang wiederhole ich bei weiteren 3 Völkern.
    Dann stelle ich links und rechts noch jeweils eine Futterwabe dazu und verbringe diese Beute ausserhalb des üblichen Flugradius.
    9 Tage später breche ich alle Nachschaffungszellen aus und setze den Zuchtrahmen mit den jungen Larven ein. Weitere 10 Tage später kommen die Käfige auf die Weiselzellen.
    Wenn die Königinnen geschlüpt sind, kommt jeweils eine Brutwabe, eine Leerwabe, eine Futterwabe, 7 Mittelwände und eine Königin in eine neue Zarge.
    Wenn alles glatt läuft und es keine Verluste gibt, dürfte ich dann weitere 8 Völker haben.
     
    Ich denke jedoch, dass da irgendwo einen Denkfehler ist, da ja eigentlich im Sammelbrutableger keine Brutwaben mehr sein dürften.
     
    Es wäre toll, wenn ihr mir unter die Arme greifen könntet und ein wenig Licht in die Dämmerung bringt.
     
    Vielen Dank und Grüsse
    Jörg
     
    PS: Sorry, für den langen Text

  • Guten abend Jörg,


    in der Tat, es werden keine Brutwaben mehr vorhanden sein!
    Ich würde aber nur vier Völker daraus machen, da mir die Anzahl der ansitzenden Bienen ein wenig gering erscheint. Der Bienenabgang wäre mir bis zur Begattung und dem Stiften der Königin zu groß. Desweiteren würde ich auch diesen Sammelbrutaleger vor dem Schlupf der Königinnen aufteilen und die Weiselzellen in die neuen Ableger verschulen. Ich halte es für die Königin für sinnvoller, wenn diese im Volk und nicht im Käfig schlüpft.... muß aber nicht sein. Beides "funktioniert"!


    Gruß
    Andreas

  • Hallo


    die Brutwaben geben jede Menge Bienen wenn sie ausgelaufen sind.
    Das dürfte nicht das Problem werden.


    Die Zellen würde ich direkt nach dem Verdeckeln verschulen,
    sonst werden sie meist eingebaut.


    Und beim Aufteilen musst Du wieder aus dem Flugkreis.


    Die Brutwabe die Du dann mit umhängst,
    brauchen die Bienen für - Hier bin ich zuhause.


    Eine Wabe bei Zander und Dandant geht,
    bei DNM 2 nehmen.


    Und ständig in kleinen Mengen füttern,
    sonst kümmern die nur rum.


    Viel Erfolg


    Gruß Uwe

  • Hi,


    na das ging ja schnelle - danke.
    Heist also, dass mit Brutwabe eine der Waben gemeint ist, die ursprünglich mal welche enthielt?
    Die Idee, die Königin im Begattungsvölkchen schlüpfen zu lassen ist genial. Warum steht sowas in keinen der guten Bücher? Das würde bedeuten, dass nach 10 Tagen nicht der Käfig auf die Weiselzellen im Zuchtrahmen kommt, sondern die Begattungsvölkchen gebildet werden. Richtig?


    Grüsse
    Jörg

  • 10 Tage könnte schon zu spät sein. Wenn da eine von den Neuen ganz schnell ist killt sie dir die anderen. Ich würde auf alle Fälle nach 5 Tagen die Käfige draufmachen, egal ob du sie dann im Begattungsvolk oder im SBA schlüpfen lässt. mfg

    Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren? ( Vincent van Gogh )

  • wenn du insgesamt 8 Brutwaben geschröpft hast und zwei Futterwaben dazuhängst, wo kommt dann der Zuchtrahmen hin? Hast du 11-Waben-Kästen?
    Eine Futterwabe reicht vollkommen aus. Bei nahezu vollständig verdeckelten Brutwaben brauchen die fast nichts für die offene Brut. Verbrauch durch Heizen ist auch nicht der Rede wert.
    Richtig fette Begattungsvölkchen bekommst du wenn du zusätzlich zu den mit den geschröpften Brutwaben entnommenen Bienen auch noch die Bienen vom eventuell vorhandenen Drohnenrahmen dazutust.
    Käfigen würde ich kurz vor dem Schlupf, denn so werden die Zellen bis zum Verschulen optimal gewärmt.Die Weiselzellen im Zuchtrahmen werden möglicherweise eingebaut. diese muss man dann wieder mit einem scharfen Messer freischneiden, wenn man sie käfigen will.
    Vom Aufteilen des SBA´s vor dem Schlupf der Königinnen würde ich abraten, denn nicht alle verdecketen Weiselzellen enthalten schlupfreife und lebensfähige Königinnen.
    Mit 8 geschröpften Brutwaben machst du einen Sammelbrutableger, der 10 Völkchen bringt.
    Die Waben werden leer sein oder was bei mir meistens vorkommt, mit Honig gefüllt(zumindest Teilweise) sein.
    Aus dem SBA eine Wabe mit ansitzenden Bienen mit OS-Lösung(Varroabehandlung im brutfreien Zustand) besprühen und zusammen mit der Königin in eine eigene Zarge verbringen.
    Eine ausgebaute Wabe oder MW und eine Futterwabe dazu und restlichen Platz zur Transportsicherung mit MW auffüllen. Mit den anderen Waben genauso verfahren.
    Mindestens 4 Wochen in Ruhe lassen! Danach schlüpft die erste Brut. Eine Kontrolle auf Weiselrichtigkeit und Brutbild ist vorher nicht nur nicht nötig sondern schädlich.


    P.S.:Bis zur 5. Wabe werden zwei gegebene Leerrähmchen mit Arbeiterinnenzellen ausgebaut, danach gibt es arge Drohnenbauecken, deswegen dann MW geben. (ich spar mir das und gebe nur MW)

  • Uwe hat völlig recht.

    Zitat

    Käfigen würde ich kurz vor dem Schlupf, denn so werden die Zellen bis zum Verschulen optimal gewärmt.Die Weiselzellen im Zuchtrahmen werden möglicherweise eingebaut.


    Viel zu spät - die müssen bei "Akaziengefahr" sofort raus in Minis, auch gekäfigte Zellen werden gnadenlos eingebaut, und das gibt keine ordentliche Königinnen, sondern nur erstickte.:-(
    Freischneiden hilft da nix mehr wirklich.:-(

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • bei mir gabs noch keine Königinnen die Murks waren weil eingebaut...
    Alle Zellen wurden von mir freigeschnitten, trotzdem haben sie alle den Winter gut überstanden, auch ganz ohne so nen Kram wie Minis...
    Käfige wurden auch noch nie eingebaut.

    furchtlos und trew

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  • Hallo,


    ich muß die Frage oben von Jörg noch einmal etwas aufbohren.
    Meine geplante Vorgehensweise entspricht genau seiner Frage mit dem SBA und einige gute Tipps konnte ich so auch mitnehmen.


    Bei mir stehen die 4 Völker aber auf verschiedenen Standorten.
    Wie erstellt man da Sammelbrutableger?
    Ich müsste den SBA ja an jedem Stand aufmachen um wieder zwei Brutwabe mehr einzuhängen.
    Fliegen da nicht zu viele Bienen auf, die überhaupt nicht eingeflogen sind, sie wurden ja vorher 5 km eingesperrt transportiert und durchgeschüttelt.


    Gruß Jungbiene

    Das genaue Gegenteil was allgemein geglaubt wird, ist meistens die Wahrheit. [Jean de la Bruyère]

  • Moin,


    es gibt keinen Grund "weitgehend gedeckelte" Brutwaben zu nehmen, wenn Du ohnehin nach 9 Tagen etwas zum Ausbrechen haben und nur einmal umlarven willst. Ganz im Gegenteil. Du erzeugst einen weisellosen Haufen, der auch noch dazu hoffnungslos ist. Der Haufen ist nicht sehr anziehend für Bienen, bestenfalls für junge Königinnen. (Deshalb Gitter vor das Flugloch - wie immer bei Zucht.)


    Wenn Du offene Brut mitgibst, braucht diese ab Ei 21 Tage und bindet Bienen zu Pflegezwecken. Jüngste Brut in die Mitte. Am Stand setzte ich sowas auf den Platz des stärksten Fliegers, damit auch noch Flugbienen ankommen. Die Kiste soll nach 9 Tagen Randvoll und voller sein. Wenn sie tagsüber vorlagern und nachts Bienen am Flugloch zu sehen sind, weil sie in den Boden hängen ist das sehr gut. Jetzt wird durchgesehen, gebrochen und eine Wabe aussortiert. Dabei müssen die Waben abgestoßenen werden, denn sonst kann man sich das Kontrollieren auch sparen. Eine mittlere Gasse bleibt für 3 Stunden leer. Vielleicht gibt es die letzen offenen Larven rechts und links davon. Darein kommt die Latte bei mir mit 10 Näpfen.


    Nach dem Umlarven kontrolliere ich die Zellen auf Verdeckelung. Die die nach 3 Tagen schon verdeckelt sind ... (also wenn ich sie nicht nötigstens brauche.) Jetzt weiß ich auch, wieviele Königinnen und damit Ableger ich werde machen können oder müssen. Ich gehe von 100% Schlupf der gedeckelten Zellen aus und ich käfige nur im Notfall. (es kann keine eher schlüpfen, denn die hab ich ja ermurkst oder verkäfigt) Also teile ich die Ableger vor dem Schlupf auf. Dabei kann man sie erneut verstärken und sich bei engstem Flugloch und ausreichend Futter (was macht Ihr mit den Futterzargen im Sommer?) sich selbst überlassen. Kontrolle nach einem Monat. Ging was schief - gnadenlos auflösen oder mit begatteter Mutter beweiseln, keine erneute Zucht oder Nachschaffung aus der Weiselprobe.


    Wesentlich besser als die Sammelbrutablegerei geht bei ausreichendem Völkerbestand jedoch die Verwendung von legenden Königinnen aus Mini-Plussen. Wenn man Ableger bereits als Wirtschaftsfaktor sieht, ist einem dort unter Umständen ein Experiment schon zu gewagt.


    Ich haben gestern die erste Serie umgelarvt. Morgen werde ich sehen, wie der Pflegestand ist und am WE sofort die Zellen in die geteilten Minis geben. Meine Ableger wachsen noch in den Wirtschaftsvölkern und arbeiten da. Die Ablegerzargen bereite ich gerade vor.


    PS: Sicher kennt Ihr LW=Leerwaben, HW=Honigwaben, PW, FW ect. Aber kennt Ihr auch DW? Das sind Dreckswaben! Nüschd Halbes und nüschd Ganzes. Bebrütet, Bißchen Pollen, eine Seite Futter oder unbebrütet aber oben mit einem Viertel festem Futter oder Erlanger Seitenteile oder Wachsmotten am Hoffmannsträger oder eine Seite Pollen, die andere leer oder voll Kandis usw. Solche Waben fallen beim Engsetzen an oder beim Auflösen. Das sind die idealen Ablegerstartwaben. Die Königin richtet sich mit den Paar Bienen schon irgendwo darauf ein und wenn genug Bienen geschlüpft sind machen die sowieso Ordnung. Solche Waben im Ableger sind wesentlich besser als eine FW zwei geschlüpfte Sammel-BW und den Rest MW. 3 MW am fluglochfernen Ende reichen als Indikator völlig zu - Wir wollen ja Bienen und keinen Waben (Waben machen Vollvölker im Raps pro Woche eine Zarge) Und das Wichtigste: solche Drechs-Waben kommen auf diese Weise immer in einem untere Zarge oder verlassen die Imkerei ganz.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Jungbiene : Jungbienen fliegen nicht ab - Altbienen brauchst Du im Ableger nicht. Das geht alles ganz problemlos. Du mußt nur unbedingt das Wabenklappern verhindern. Du brauchst also immer eine volle Zarge (MW oder BauR ...) und was zum fixieren.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    wenn es wie jetzt anhaltend regnet und kein Nektar reinkommt, füttert Ihr die Sammelbrutableger dann, um sie in die richtige Schwarmstimmung zu bringen?
    Und wenn ja womit und wie viel davon?


    Viele Grüße


    Bela