Wie lange hält sich Honig?

  • Hallo!
    Ich habe noch etliche Gläser Rapshonig vom letzten Jahr. Wie lange ist Honig eigentlich in der Regel haltbar?

  • Man hat wohl schon Honig in antiken Gräbern gefunden, der noch genießbar war. :roll:


    Ich gebe als Mindesthaltbarkeit zwei Jahre an aber ich hab hier im Forum schon gelesen, dass bei richtiger Lagerung, fünf oder gar zehn Jahre möglich sind. oder so ähnlich.....:wink:

    "Wenn Neider, Hasser dich umringen, dann denk an Götz von Berlichingen."

  • Hallo,


    wenn ich es richtig verstanden habe, soll beim MDH (Mindesthaltbarkeitsdatum) ein Zeitraum von 2 Jahren nach Abfüllung angegeben werden.


    Theoretisch kann man dann den Honig aus den antiken Gräbern abfüllen und ihn in den dann folgenden 2 Jahren verbrauchen:wink:


    Im Ernst: ordentlich gelagert, (dass heißt, der Honig darf kein Wasser ziehen) hält Honig ewig. Der Rest ist Verwaltungswahn der EU.


    Gruß
    Werner

  • Hallo !


    Geht mal in einen größeren Supermarkt und schaut Euch an was dort als MHD auf den Honig-Gläsern steht:
    ... bis zu 4 Jahre habe ich schon gesehen !


    Gruß
    B.K.

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Moin


    Jepp, meinen Thymianhonig habe ich auch 5 Jahre nach Ernte noch gegessen.
    Nur für mich, kein Verkauf.


    Ich habe noch Met von 1997! das ist auch noch gut, aber auch fast alle :-(


    Gruß
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Hallo!
    Wie lange ist Honig eigentlich in der Regel haltbar?


     
    Wir hatten vor kurzem eine Wahlkreisversammlung mit einem Referenten des CVUA Freiburg, der in Baden Württemberg die amtliche Lebensmittelkontrolle für den Honig ausführt. Das Zentrallabor in Freiburg untersucht jährlich ca. 500 Honige im Auftrag des Wirtschaftskontrolldienstes. Immerhin gab es einige Beanstandungen wo Wassergehalt und Hydroxymethylfurfural überschritten wurden. Bei richtiger Lagerung (kühl und trocken) ist Honig schon einige Jahre haltbar. Laut DIB Richtlinie darf Honig nur einen HMF Gehalt von 15 mg/kg, laut Honigverordnung maximal 40 mg/kg enthalten. Es kommt also auch darauf an, ob ich im DIB-Imkerglas oder Neutralglas vermarkte. Das hat auch Auswirkungen auf den Wassergehalt: DIB höchstens 18%, Honigverordnung höchstens 20%. Bei der Vermarktung im DIB Glas sind auch noch Angaben zur Invertaseaktivität ( mindestens 64 Einheiten nach Siegenthaler) zu beachten, die im Neutralglas (Honigverordnung) entfallen.
    Sind diese Parameter überschritten, darf der Honig nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Interessant waren die Ausführungen des Referenten zum Mindesthaltbarkeitsdatum. Dieses wurde bei einigen Honigen als irreführende Angabe beanstandet, da Wassergehalt oder HMF - Gehalt über dem zulässigen Höchstgehalt lag.
    Ist die angegebene Mindesthaltbarkeit nur bei Einhaltung bestimmter Temperaturen oder sonstigen Bedingungen (Luftfeuchtigkeit unter 60%) gewährleistet, ist ein entsprechender Hinweis anzubringen, z. B.: mindestens haltbar bis 19.04.2012 bei kühler und trockener Lagerung. Innerhalb von 2 Jahren kann der HMF Gehalt und der Wassergehalt bei falscher Lagerung überschritten werden und der Honig ist nicht mehr verkehrsfähig. Die 2 Jahre Mindesthaltbarkeitsdatum sind beim Honig problematisch, da es
    von der richtigen Lagerung abhängig ist.
    Viele Grüße
    winolf

  • hallo
    ich hab ein altes haus gekauft und auf dem grundstück sind noch 3 grosse bienenhäuser
    nun beim aufräumen des hauses haben wir ca. 80 kg honig gefunden
    ein teil in plasticeimern zu 12,5 kg
    ein teil in kleinen blechdosen zu 2,5 kg etwa
    eine dose mal aufgemacht habe !! honig ist ganz fest und weiss
    meint ihr damit kann man noch was anfangen ?


    gruss
    rolf aus dem badischen

  • .....probieren geht über studieren:wink:
    ....wenn der Honig richtig (trocken) gelagert wurde kann eigentlich nichts damit sein. Wenn er in Gärung übergegangen wäre, wäre er auch nicht fest. Wenn die Behälter sauber und appetitlich aussehen hätte ich da keine Bedenken. Im Zweifelsfalle würde ich ihn an einen Abfüllbetrieb verkaufen. Der sollte ihn eigentlich vorher analysieren:wink:
    Beste Grüße aus dem Norden
    Gandalf

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo,


    Im Punkt 2.2 des Jahresberichts 2011 vom Institut in Celle steht eine ganze Menge zu dem Thema: http://www.laves.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=20139&article_id=73963 (oberste pdf Jahresbericht 2011)


    Einige Passagen daraus:


    Eine positive Überraschung zu den DIB Gläsern gab es: (der Honig wurde im DIB Glas gelagert)

    Zitat

    Wie zu erwarten war, gibt es bei einigen Parametern keine Veränderungen (z.B. pH-Wert,
    elektrische Leitfähigkeit). Ebenfalls keine signifikanten Veränderungen sind beim
    Wassergehalt festzustellen, obwohl in einigen Räumen eine erhebliche relative
    Luftfeuchtigkeit vorherrscht. Das heißt, die D.I.B.-Gläser sind dicht.


    Trockener Honig alleine schützt nicht gegen Gärung:

    Zitat

    Bei Lagerung über 20 °C sind nach 1,5 Jahren auch Honige mit niedrigem Wassergehalt (<
    17,0 %) in Gärung übergegangen. Ebenso traten deutliche Veränderungen bzgl. der
    Konsistenz (Entmischung) auf.


    Bei Enzymaktivität und HMF-Gehalt hingegen traten die größten Veränderungen auf:

    Zitat

    Der HMFGehalt
    hat bei Lagerung über 18 °C und bei Honigen mit niedrigen pH-Wert (z.B. Raps-,
    Frühtracht- oder Blütenhonig) von einem niedrigen Ausgangsniveau bereits nach knapp
    einem Jahr den Grenzwert der D.I.B.-Warenzeichensatzung von 15 mg/kg überschritten und
    nach 2 Jahren den der Honigverordnung von 40 mg/kg.


    Für den 80kg Honigfund heisst dies vermutlich. Der Honig ist (wenn nicht gärig), als Backhonig, oder für den privaten Verzehr noch geeignet, aber nicht mehr verkehrsfähig im Sinne des Lebensmittelgesetzes. Schon gar nicht ist er als Futtermittel für Bienen geeignet, (da HMF für Bienen giftig ist.)


    Wenn der Honig natürlich im Bienenhaus die ganze Zeit im Kühlschrank gestanden haben sollte, sähe die Sache natürlich anders aus. Insofern wäre für den Kunden auch nicht das Erntedatum, sondern Erntedatum + Lagerbedingungen relevant.


    Gruß
    Ludger