Ableger sofort am alten Standort großziehen?

  • Moin zusammen.
    In wenigen Tagen geht es endlich mit eigenen Bienen los.
    Leider habe ich derzeit nur einen Bienenstand.
    Kann ich einen Ableger - obwohl in Fachbüchern immer anderes erzählt wird - auch am alten Standort aufziehen?
    Wie verhindere ich, dass die FLugbienen nicht wieder in die alten Kästen zurückfliegen?
    Schöne Zeit

  • Ja das geht. Die Flugbienen fliegen zurück, das kann man aber tolerieren. Allerdings kann sich der Ableger dann in der ersten Woche nicht selbst versorgen. Man sollte eine Wasserwabe und nach Möglichkeit mindestens 1 Futterwabe hinzu geben. Falls keine Futterwabe verfügbar sein sollte, tut es auch Futterteig. Nützlich ist es auch, Bienen zusätzlich hinzu zu geben, um den Verlust an Bienenmasse auszugleichen. Die Ablegerbildung sollte während der Tracht erfolgen, da sich frisch gebildete Ableger nicht gegen Räuberei wehren können. Das Flugloch klein halten.


    Ralph

  • Ist möglich, aber etwas umständlicher. 4 Tage in den stockdunklen Keller und leicht füttern ist eine Möglichkeit. Eine andere ein Brutschrank für Brutwaben in den man gezielt vollständig verdeckelte Brutwaben umhängt. Mit den dort schlüpfenden Jungbienen kann man Ableger bilden und die gleich am Stand oder im Flugradius aufstellen. Daraus lassen sich ideal drohnenfreie Begattungseinheiten bilden. Vorsicht mit der Fütterung wegen Räubereigefahr bei Trachtlücken! Dann die FLKS, sie sind die idealen Ableger für Heimstände. Sie verhalten sich wie richtige Schwärme. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine legende Königin.

  • Moin,

    ... ein Brutschrank für Brutwaben in den man gezielt vollständig verdeckelte Brutwaben umhängt. Mit den dort schlüpfenden Jungbienen kann man Ableger bilden und die gleich am Stand oder im Flugradius aufstellen.


    Nur zum Verständnis: Wie unterscheiden sich als Brut in einen Ableger transportierte Bienen von Bienen, die in einem Brutschrank schlüpften und in Ableger geschüttet werden? :roll:


    Ablegerbildung ist keine große Kunst. Wichtig sind Drohnen und Drohnenbrut, denn das hält selbst weisellose und nur bejunferte Bienen in der Kiste. Außerdem fallen gedeckelte BauR mit Bienen drauf ohnehin an und verbrauchen keine Energie mehr - sind ja gedeckelt. Ableger mit gesammelter Brut zwei gedeckelten BauR können problemlos am Stand verbleiben. Man kann ihnen Flugbienen verschaffen indem man sie vor die geschröpften Völker stellt, wenn man glaubt daß das nötig ist. Aber ehrlich: Ableger macht man doch bei Bienen- und Trachtüberschuß, wenn also alles da ist - Futter und Bienenmasse und Königinnen bzw. Begatter. Schwächlinge teilt man nicht noch, weil die dann ja wieder nur Schwächlinge bleiben. Die Völker müssen die Bienen und die Brut problemlos abgeben können, weil sie überquellen, dann ist der Zeitpunkt richtig und den bestimmt die Natur und nicht der Imker oder der Beutenversandhändler ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Nur zum Verständnis: Wie unterscheiden sich als Brut in einen Ableger transportierte Bienen von Bienen, die in einem Brutschrank schlüpften und in Ableger geschüttet werden? :roll:

    Die unterscheiden sich nicht, aber man hat dann wirklich NUR Jungbienen, die noch nicht eingeflogen sind.

  • Aber ehrlich: Ableger macht man doch bei Bienen- und Trachtüberschuß, wenn also alles da ist - Futter und Bienenmasse und Königinnen bzw. Begatter. Schwächlinge teilt man nicht noch, weil die dann ja wieder nur Schwächlinge bleiben.


    Für den Fall, dass jemand nicht stark vermehren will, stimmt das sicher. Wenn jemand seinen Völkerbestand vervielfachen will, sei es zum Verkauf oder um Winterverluste auszugleichen, sieht die Sache anders aus.

  • Die unterscheiden sich nicht, aber man hat dann wirklich NUR Jungbienen, die noch nicht eingeflogen sind.

    Aus meinen Brutwaben direkt im Ableger schlüpfen auch immer NUR Jungbienen, die noch nicht eingeflogen sind.


    Zusätzlich sitzen beim Umhängen auch noch welche drauf und noch zusätzlicherweise schlüpfen jeden Tag neue dazu. Deshalb reicht auch "weitgehend, verdeckelte und schlüpfende Brut". Paar Larven auf einer Pollenwabe oder paar frische Stifte in einer schlüpfenden sind kein Problem. Offene Brut will man ja nur vermeiden, weil die versorgt werden muß. Gibt man soviel Bienen mit, daß die versorgt werden kann, ist auch etwas offene Brut kein Problem, sondern eher günstig, weil sie ja später schlüpft.


    Je mehr Schnulli man bei den Ablegern macht, desto besser geht es schief.
    1-zu-1-Ableger, also genau ein Ableger aus genau einem Volk geht übrigens am schiefsten, weil man immer hin und hergerissen ist, das Muttervolk nicht zu stark zu schröpfen oder dem Ableger viele Bienen und Brut mitzugeben. Sammelbrut und gut. Ableger werden also als Schröpfmaßnahme der prallen Muttervölker angesehen und verjüngen den Stand nebenbei. Will man viele Ableger als Ziel und reicht die sinnvoll schröpfbare Bienenmasse am Stand für dieses Ziel nicht aus, dann werden eben entsprechend Altvölker aufgelößt. Will man weniger Ableger (Materialschlacht, Hausfrauenbegrenzung), dann macht man die fetter, aber immer bestimmen die vorhanden Vollvölker die Maximalzahl.


    Ich habe es mehrfach erlebt: Wer gnadenlos im April gekaufte Völker gleich auf 4, 5 oder nochmehr Nachschaffungsableger aufteilt kauft nächstes Frühjahr wieder ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo zusammen, ich habe ein ähnliches Problem. Nur möchte ich keinen Ableger bilden sondern meinen Schaukasten bestücken. Und leider haben meine Eltern etwas dagegen das ich die Bienen mit nach Hause bringe zum umsetzen. Daher ist meine Frage kann ich auch ne Brutwabe und eine Futterwabe ca. 50- 60m neben dem eigentlichen Kasten in den Schaukasten umsetzen. Natürlich nehme ich die Königin mit. die nun verbliebenen Waben wollte ich zu dem anderen volk geben und den Kasten dann säubern und mit dem neuen Volk bestücken.
    Würde mich über eine Antwort freuen.


    Liebe Grüße der Drohn

  • Moin , Moin aus Hamburg ,
    Du willst jetzt einen Schaukasten bestücken und dafür ein Wirtschaftsvolk auflösen:roll: ?


    Grüße aus dem Norden
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo, noch ein Hinweis: Die Bienen neigen dazu, auch über eigentlich zu alten Maden Nachschaffungszellen zu errichten. Auch aus diesen Zellen schlüpfen Königinnen, die aber minderwertig sind und die dann auch noch die nachfolgenden eigentlich höherwertigen Königinnen killen. Deshalb ist es empfehlenswert, den Ableger am 7. Tag durchzusehen und alle verdeckelten Weiselzellen zu entfernen. Falls dann keine offenen Weiselzellen übrig bleiben sollten, empfiehlt es sich, Wabenmaterial einzubringen, das nur Stifte oder jüngste Maden enthält. Die Bienen können dann daraus eine vollwertige Königin ziehen.


    Viele Grüße Ralph

  • Kleingartendrohn
    Dann verliere ich aber 7 -10 Tage, die dem Ableger vielleicht am Ende des (Bienen)jahres fehlen. mfg

    Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren? ( Vincent van Gogh )

  • Ne das ist ein Schwaches Volk was mit 3 Waben aus dem Winter gekommen ist.
    Sorry hatte ich vergessen zu schreiben. Gruß


    Moin , Moin aus Hamburg ,
    ich halte es für zu früh einen Schaukasten zu besetzen. Wir haben teilweise Nachttemperaturen um den Gefrierpunkt. Vermutlich noch zu kalt für ein Paar Bienen auf einer Brutwabe im Schaukasten. Die Futterwabe ist wie ein Kühlakku. Futter speichert die Nachttemperaturen.


    Viele Grüße
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hi,


    wir haben bis jetzt alle Ableger am alten Standort großgezogen. Klappt problemlos. Aber ein kleiner Hinweis. Unter bestimmten Situationen kann es geschehen, dass Flugbienen zurück zu altem alten Volk fliegen und dort mitteilen, dass es sich lohnt den Ableger auszuräubern. Deswegen stellen wir den frisch zusammengestellten Ableger erstmal auf die Terasse. Erst wenn die Flugzeit um ist und die Flugbienen aus dem Ableger abgeflogen sind (am gleichen Abend), kommt er auf den Stand. Am nächsten Tag kannst Du beobachten, wie die Bienen auf der Terasse nach dem Ableger suchen.