Annahme des Honigraums

  • Ich las gerade noch einmal die Diskussion vom letzten Jahr um diese Zeit zu der Befürchtung, dass der aufgesetzte Honigraum nicht angenommen werden könnte.


    Auch ich erlebe in diesem Jahr wieder, dass man Geduld haben muss, bis die Bienen den Honigraum ausbauen. Noch haben sie es nicht getan, seit einigen Tagen haben sie ihn oben drauf.


    Ein Kollege aus meinem Imker-Lehrgang vor zwei Jahren sagte mir, man könne doch eine Wabe mit Brut aus dem Brutraum nehmen und über das Absperrgitter in den Honigraum hängen. Die Bienen würden dort oben die Brut versorgen bis die neuen Jungbienen schlüpfen und dann wird die Wabe mit Honig gefüllt.


    Mir widerstrebt ein solches Vorgehen. Soll man wirklich das Brutnest auseinander nehmen, um die Bienen auf die Sprünge zu bringen mit dem Eintragen von Honig in den HR? Da gefielen mir manche Äußerungen im Thread vom letzten Jahr besser, nach denen man es den Bienen überlassen sollte, wann es Zeit für den HR ist.


    Oder ist das Umhängen einer Brutwabe etwa eine verbreitete Methode in dieser Zeit des HR-Aufsetzens?


    Holbee

  • N`Aben Holbee!
    Ich schocke dich vermutlich, aber meine stärksten Völker sitzen bereits bis in den 3.HR und starten mit dem Ausbauen.
    Aso hänge keine Waben hoch oder sonstwas, sondern gib ihnen HR, "immer einen mehr als du meinst" :wink:.
    Und für die Zukunft: Setz` lieber "zu früh" auf, auch wenn es kein zu früh in dem Sinne gibt.
    Dann können die Bienen den neuen Raum in aller Ruhe VOR Einsetzen der Tracht erfassen, besetzen und bilden ein dem Raumvolumen entsprechendes Volk, welches reichlich Honig bringen sollte.


    Gruß Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Ich las gerade noch einmal die Diskussion vom letzten Jahr um diese Zeit zu der Befürchtung, dass der aufgesetzte Honigraum nicht angenommen werden könnte.


    Auch ich erlebe in diesem Jahr wieder, dass man Geduld haben muss, bis die Bienen den Honigraum ausbauen. Noch haben sie es nicht getan, seit einigen Tagen haben sie ihn oben drauf.
    Holbee


    Wie heiss ist es denn gerade südlich von Hamburg?

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • ....
    Ein Kollege aus meinem Imker-Lehrgang vor zwei Jahren sagte mir, man könne doch eine Wabe mit Brut aus dem Brutraum nehmen und über das Absperrgitter in den Honigraum hängen. Die Bienen würden dort oben die Brut versorgen bis die neuen Jungbienen schlüpfen und dann wird die Wabe mit Honig gefüllt.
    ........
    Oder ist das Umhängen einer Brutwabe etwa eine verbreitete Methode in dieser Zeit des HR-Aufsetzens?
     
    Holbee


     
    Diese Methode war früher Standart. Zumindest aus den Berichten der HBB- Imker hier. Ich glaube auch bei Pfefferle davon gelesen zu haben. In dem Büchlein "Kleine Imkerschule" (grete meierhoff), wird explizit noch davon geschrieben. Meine Ausgabe ist von 1978.
     
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Hallo,


    also ich bin jeden Tag in der Stadt wo Holbee herkommt. Ich würde keine Brut hochhngen!!! NICHT JETZT! wir hatten heute Nacht Frost.!! Ich hab gestern bei 2 Völkern die HR drauf. Beide belagern den HR auch schon. Holbee ist in der vegetation etwas weiter wie hier. vielleicht eine Woche, wenn überhaupt.
    Die HR sind über Absperrgitter und mit Mittelwnden.
    Bei dem einen Volk hab ich auch leere Waaben gegeben, 3 Stück, genau über das Brutnest. Honigkränze aufgerissen hab ich bei beiden. bei dem starken volk hab ich nur mit Mittelwänden erweitert und Honigkränze aufgerissen, da sind auf den ganzen MW schon bienen.


    Ich denke, reiss die Honigkränze auf. Immer Linien ziehen mit dem Stockmeissel bis an den Oberträger, dann klappt das schon.


    Wie viele Waaben Brut haben denn deine Völker? Kommt bei dir schon was rein? Die Mirabellen am KH sind gerade beim aufgehen.


    Gruß Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Mir widerstrebt ein solches Vorgehen. Soll man wirklich das Brutnest auseinander nehmen, um die Bienen auf die Sprünge zu bringen mit dem Eintragen von Honig in den HR? Da gefielen mir manche Äußerungen im Thread vom letzten Jahr besser, nach denen man es den Bienen überlassen sollte, wann es Zeit für den HR ist.
    Holbee


    Moin , Moin aus Hamburg ,
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=19786&highlight=gerstung.
    Gib Ihnen Zeit.Wir Menschen sind den Bienen da nicht ganz unähnlich. Nimm einen Studenten aus seine15 m² Zimmer und gib Ihm eine Wohnung mit 5 Zimmern. Die hat er auch nicht in einer Woche eingerichtet. Der "Geist " muß die Räume füllen können damit der Körper in Ihnen Leben kann.
    In geistlos gefüllten Räumen wird sich nie jemand wohl fühlen, sei es Mensch oder Tier.


    Grüße aus dem Norden
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Eine alte Imkerweisheit lautet:
    Bis nach den Eismännern sind die Brutwaben *heilig*.
    Übrigens gibt es geteilte Meinungen bezüglich des Hinaufhängens.
    Mir gefällt das Erweitern in ganzen Einheiten besser.
    Steigwabe, 2 MW, 4 schön helle,womöglich honigfeuchte Waben, 2 MW und 1 BR.
    Da wird der Wärmehaushalt nicht gestört -und die Bienen können den Honigraum annehmen,
    wenn es *ihnen gerecht* ist.
    Bei uns ist´s saukalt ( 4 Grad) - und Schneefall ist angesagt.
    Einen schönen Tag.
    Tschiwi
    Fritz

  • Hallo Miteinander,
    warum gleich mit Absperrgitter erweitern?
    Lasst doch erst mal die Bienen einige Tage "Ohne" schnuppern.
    Geht doch auch erstmal, solange nichts reinkommt von außen.
    Die Ursachen können auch unter dem ASG liegen:
    Volk noch zu schwach, viel Vorräte, die nicht überquert werden (können).
    Vielleicht mal das Futter über der Brut aufreißen, damit das Volk einen Drang nach oben bekommt.
    Das war es doch, was oben erwähnter Pfefferle propagierte.
    Das, was er "Reizzone" nannte und in der er die von ihm beschriebenen Arbeiten, wie das Vertauschen der alten Waben des Wabenkerns mit den frischgebauten Waben, betrieb.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Moin


    Ich erfahre jedes Jahr wieder, das die Honigräume nicht von allen Völkern gleichzeitig "erobert" werden.
    Einige beginnen direkt, einige lassen sich auch gerne mal 2 - 4 Woche Zeit.
    Ein Absperrgitter hindert aber immer beim "erobern".
    Nein, Brut wird bei mir nicht hochgehängt.
    Das war früher wohl allgemeiner standart und wird teils noch von den Imkern in meinem Verein gemacht und als "Geheimtip" so weitergegeben.


    Gruß
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Hallo Parrick,
    der Tipp bleibt solange gut, bis man das erste Mal eine Wabe mit verkühlter Brut entfernen muss...
    Und wenn man vergißt, das da evtl. noch Drohnen schlüpfen können, diese dann zumindest für Unruhe übern Absperrgitter sorgen.
    Naja, was soll man noch sagen, wenn man dann noch tote Drohnen aus dem Honigraum entfernen muss...
    Dieses Ritual stammt doch aus der Zeit, als es noch Beuten mit begrenztem Brutraum gab und man in den Honigraum ausweichen muste, damit unten wieder Platz geschaffen werden konnte.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Das ist das schöne wenn man eben zwei verschiedene Rähmchenmaße verwendet: Da kommt man gar nicht erst in die Versuchung sowas zu tun wie Brutwaben umhängen.
    Das ist das Schöne an flachen oder halben Bruträumen - die kann man beherzt schon aufsetzen wenn das Thermometer grad mal klettert aber von Tracht noch nichts zu sehen ist - die kleine Raumerweiterung ist wirklich kein Problem.


    Ich habe aufgesetzt und eingeengt und diesmal klettern sie schon ganz fleissig darin herum; zumindest die stärkeren Völker. Auch die Baurahmen werden ausgebaut und sind schon bestiftet. Bin also zuversichtlich daß es hier mal etwas Frühtracht gibt in diesem Jahr...zumindest in "Honigwährung".


    Melanie

  • Hallo Zusammen,


    auch hier gilt:
    nicht jedes Jahr ist gleich.
    Wenn wie letztes Jahr die Volksstärke der Vegetation hinterher hängt
    kann das hoch hängen schon eine Option sein. Aber bei Temperaturen wie im Moment ( Frühtemperaturen von 2°C) auf keinen Fall.
    Nächste Woche sieht das schon ganz anders aus.
    Wenn jemand nicht wandert und nur aus der Frühtracht Honig erntet ist die frühe Annahme des Honigraums wichtig.
    Ohne Absperrgitter geht die Annahme des Honigraums Ruck Zuck.
    Leider bleibt nach Einsetzen des Absperrgitters die eine oder Andere Königin im Honigraum, der dann leider keiner mehr ist.
    Also Holbee, wenn die Temperaturen Nachts nicht mehr unter 10 - 12°C fallen Deine Völker schon stark genug sind
    und Du überwiegend Frühtracht erntest und nicht wanderst, dann zieh ruhig eine Brutwabe nach oben, oder lass das Absperrgitter weg.
    Probieren geht über studieren.


    Gruß
    Schilling

    Es ist schwieriger ein Vorurteil zu zertrümmern, als ein Atom.

  • Danke für deinen gut begründeten Tipp, Schilling!


    Ich habe versuchsweise bei einem Volk den Honigraum mit Absperrgitter, bei einem anderen ohne AG aufgesetzt. Das Ergebnis entspricht ganz deiner Aussage - ohne AG waren die Bienen am nächsten Tag im Honigraum. Zur Besichtigung sozusagen. Die anderen mit AG interessieren sich heute nach vier Tagen anscheinend immer noch nicht für den neuen Raum. Beide Völker sind annähernd gleich stark und haben gleich viel Brut. Das ohne AG erscheint mir allerdings immer wieder das lebhaftere, aktivere zu sein. Die haben vor einem Jahr auch geschwärmt, bei den anderen machte ich einen Ableger.


    Im übrigen ist es hier im Norden der Nordheide noch recht frisch, bersonders nachts sind es meistens nur wenige Grade über Null. Raps blüht noch nicht, ich rechne in drei Wochen mit der Rapsblüte. Deshalb lasse ich mir bei den anderen Völkern noch etwas Zeit mit dem Honigraum.


    Holbee