Neue Herausforderungen der Bienenhaltung

  • Hallo zusammen,
    ich war heute auf dem Weissacher Imkertag und habe mir den Vortrag von Dr. Ritter: "Die neuen Herausforderungen der Bienenhaltung, vom Klimawandel bis zur Bienengesundheit." angehört. Am interessantesten waren für mich die Aussagen zur Varroamilbe. Während früher (80 ziger Jahre) eine Behandlung ausreichte, wurden ständig mehr Behandlungen notwendig, um die Bienenvölker am Leben zu erhalten. Heute haben wir fast zu jeder Jahreszeit Maßnahmen (rechnet man die Drohnenbrutentnahme dazu) und trotzdem werden die Probleme eher größer als geringer.
    Dr. Ritter führte aus, dass heute bei einer hohen Varroabelastung auch eine hohe Virenbelastung einhergeht und eine effektive Varroabehandlung die Varroen zwar abtötet, die Viren aber bleiben und das Volk früher oder später trotzdem an der Virenbelastung stirbt.
    Ziel der Imker muss seiner Meinung nach sein, die Varroabelastung auch wegen der Virenbelastung, so gering wie möglich zu halten. Für Dr. Ritter ist Drohnenbrutentnahme ein absolutes "muss" heute.
    Was meinen die Experten?
    Mit Grüßen aus dem Nordschwarzwald
    winolf

  • Na warum fragst du was die »Experten« meinen? Wenn du aufmerksam hier im Forum liest, wirst du viele lesen die keine Drohnen mehr schneiden weil sie keine Milben darin gefunden haben, andere können nicht weil sie nur Naturbau machen und wieder andere schnippeln fleißig weiter.
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • :roll: Aloha,
    wie schon mehrfach erwähnt, findet sich in Drohnenbrut mittlerweile fast keine Milbe mehr, dafür umso mehr in den Arbeiterinnenzellen.
    Dr. Ritter sollte vielleicht mal darüber nachdenken, daß 20 Jahre Empfehlung, Drohnenbrut zu schneiden, doch was bewirken können - nur leider entgegen seiner Meinung.
    Zur Milbenreduzierung trägt das jedenfalls nichts mehr bei - und damit auch nicht zur Virenreduzierung, aber gewaltig zu saumäßigen Begattungsergebnissen früher Königinnen durch Drohnenmangel.:evil:
    Normal stehen genug reife/fruchtbare Drohnen ab spätestens 1.Mai bereit (oft auch schon Mitte April!) aber durch die Schneiderei wird das alles durcheinandergebracht.:roll:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Nix schneidt der Simmerl mehr an den Drohnen rum. Schon sieben Jahr oder mehr, nicht mehr.


    Es bringt nix, außer schlechte Begattung!


    Und Batzerei und Kindesmord, ists noch dazu.


    Schnitterei, ist Kontraproduktiv.


    Warum verrecken soviele, trotz Schnitt und Behandlung?


    Sehr merkwürdig, das Ganze!?


    Gruß Simon

  • Hallo Miteinander,
    nun, das einfachste wäre um eine Belastung zu redutieren regelmäßige totale Bauerneuerung.
    Zu den Drohnen:
    Diese stehen jetzt auch unter Verdacht, Viren auf die Königinnen zu übertragen was deren Fruchtbarkeit schaden soll.
    (zu sehen bei NANO, gestern)
    Das soll nach Untersuchungen australischer Wissenschaftler mit schuld am Bienenvölkersterben sein.
    Komisch, das man dann bei den Völkern keine Spuren von Umweiselungsversuchen findet...
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo zusammen,
    gibt es es eine wissenschaftliche Seite und eine Erfahrungsseite der Imker auf diesem Gebiet?
    Ich zitiere aus: "Varroa unter Kontrolle" (Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung e.V), Seite 8: "Varroamilben befallen die Drohnenbrut fünf- bis zehnmal stärker als Arbeiterinnenbrut und können sich in Drohnenbrut wesentlich stärker vermehren!"
    Institusmeinung gegen Praktikermeinung?
    winolf

  • Hallo,
    es tut mir leid, aber ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier jeder sein fußlahmes Pferd reitet. Ich hab eins gelernt in 35 Jahren Imkerei, das meiste in den letzten 20 Jahren,
    die eigenen Erfahrungen sind die besten- sie sind frei von den Dollarzeichen in den Augen.


    lG
    bienenpeter

  • Sorry, aber :roll:


    Wenn du jahrzehntelang Drohnenbrut und damit die Milben beseitigst, die Drohnenbrut als Präferenz haben, wirst du davon irgendwann keine mehr haben, weil nur noch Milben übriggeblieben sind, die mit Arbeiterinnenbrut klarkommen.
    Im Naturbau ist es eh komplett anders, weil sehr viel weniger Drohnenbau außen in den kälteren Zonen des Brutnests errichtet wird, als mit einem Baurahmen am Rand des Brutnests.


    Was hier kaum jemand versteht/verstehen will: die Bienen bauen keinesfalls ungebremst Drohnenbau ad infinitum, sondern nur eine ganz bestimmte Menge, die sie zufriedenstellt - nach diesem Quantum sinkt die Drohnenbrut auf ein absolutes Minimum, und in den Zellen wird dann Honig gelagert.
    Damit bleibt der Energieeinsatz dafür im Rahmen (sie müssen sie nicht verausgaben dafür), und frühe Begattungen sind sichergestellt.


    Drohnenschneiden ist zu 100% kontraproduktiv gegenüber vor 10 oder 20 oder mehr Jahren.


    Und die sexuell übertragbaren Viren der Drohnen: Viren schlagen IMMER nur durch, wenn das Lebewesen ein Immunproblem hat - wieviel Energie verschwendet ein Volk den mit diesem ausgeschnittenen Drohnenbau?
    Die Überlebenden aus den hektisch-verzweifelt angesetzten "Drohnenecken" sind mit Sicherheit nicht so gut gepflegt wie die ersten planmäßig angesetzten Brutsätze.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Möchte auch hier nochmals aufmerksam machen:


    Am Montag, dem 19. April 2010 um 15 Uhr
    wird Herr Jens Radtke, Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf, einen Vortrag zum Problem der erneuten starken Völkerverluste und den Auswirkungen auf Landwirtschaft und Umwelt halten. Ein wesentlicher Schwerpunkt werden dabei effektive Strategien zum Vermeiden künftiger Winterverluste sein. Somit sind nicht nur Politik und Landwirtschaft, sondern auch die Imker angesprochen.


    Ort: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg,
    Von-Seckendorf-Platz 1
    Raum 5.09 (5. Etage / Dachgeschoss, mit Aufzug zu erreichen)
    (Zufahrt über Heideallee, umfangreiche Parkmöglichkeiten vorhanden)
    Halle (Saale).


    (Quelle: http://www.imkerverein-halle.de/aktuell.htm)

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo zusammen,
    noch eine Anmerkung von mir, denn ich war auch da:
    Dr. Ritter betonte auch auf Nachfragen, dass einmal, höchstens 2-mal Drohnenbrutschneiden völlig ausreichen (also nicht konsequent alle 14 Tage über längere Zeit), das würde das Volk noch nicht groß beeinträchtigen. Seine Berechnung:
    Die Varroaschadgrenze ist von ca. 5500 Milben in 1990 auf derzeit 2300 Milben gesunken. D.h., ein Volk, das mehr Milben drin hat, ist nicht zu retten. Wenn er (Dr. Ritter) also einmal Drohnenbrut entfernt und z.B. damit nur 30 Milben erwischt, so heißt das, dass im Sommer 3000 Milben weniger im Volk sind und evtl. somit die Schadgrenze nicht erreicht wird.
    Aber er äußerte auch noch etwas Anderes, was hier im Forum nämlich schon lang diskutiert wird. Wir behandeln mit immer mehr Chemikalien und der Erfolg bleibt aus, im Gegenteil. Seine These: Die Varroen, die unsere Behandlungen überstehen (und es bleiben immer welche im Volk zurück!), sind auch die stärksten und genau die vermehren sich. Wir selektieren also die Varroen auf Überleben trotz Behandlung. Deshalb wird er sich nun auch mehr mit anderen (ich sag mal mechanischen) Methoden zur Varroabekämpfung befassen, sprich: Brut-/Bauerneuerung, KS, Fangwabe.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • na endlich,


    ... eine neue Sau wird durch den Imkerhimmel getrieben.


    Die Drohnen sind`s die Vieren übertragen. Und die damit geschwängerte, virenverseuchte Königin produziert nun wieder unmengen damit infizierte Bienen und ... Drohnen. Die dann wieder die neue Königin ... .


    Insektizide, Pestizide, ... Fehlanzeige. Nö , Nö , Nö ... niemals kommt Hernn Dr. Ritter so ein Schweinekrom an die Biene. ... Nie Nie was davon gehört ... . Bienensterben durch Umweltvergiftung ??? ... alles nur dummes gesabber einiger renitenter Schwachköpfe. :evil:


    Also schnippelt man weiter.
    Gruß Finvara


    Ps.: Ich habe den Bericht bei Nano gesehen. Ihn zu kommentieren erübrigt sich.

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Wir behandeln mit immer mehr Chemikalien und der Erfolg bleibt aus, im Gegenteil. Seine These: Die Varroen, die unsere Behandlungen überstehen (und es bleiben immer welche im Volk zurück!), sind auch die stärksten und genau die vermehren sich. Wir selektieren also die Varroen auf Überleben trotz Behandlung.


    Ich höre mich reden. Wenn ich mich richtig erinnere sind das genau meine Worte, die ich immer wieder verwende. Wer sich erinnert, ich habe genau das gleiche bei meinem Vortrag in Fulda gesagt, und da nicht zum ersten Mal, nur zum ersten Mal quasi öffentlich. Nun ja, jetzt sagt es ein Wissenschaftler, dann wird es wohl stimmen. Wissenschaftler lehnen allerdings den Kontakt mit dem Pöbel ab und der Deutsche ist Wissenschaftshörig.


    Gruß
    Werner

  • Heute haben wir fast zu jeder Jahreszeit Maßnahmen (rechnet man die Drohnenbrutentnahme dazu) und trotzdem werden die Probleme eher größer als geringer.


     
    Na, die Schlußfolgerung liegt doch nahe, bei einer solchen Diagnose: Diesselbe Strategie anwenden, wie bisher. Nur höher, schneller, weiter. Mehr und mehr.