Naß ausschmelzen im Wurstkessel?

  • eh Bernhard, guten morgen und danke für das Video - sogar deine Gänslein waren begeistert :-))))


    aber sag, das heisse Wasser an den Pfoten ohne Handschuhe ist doch schmerzhaft, oder? Hast du den Trester dann auch wie Clemens abgeschöpft und mit dem Graze Wachstuch und einer Knüppelpresse ausgepresst?


    Die Rähmchen schaun sehr schön sauber aus, freut mich dass diese Methode auch so gut klappt.


    Schönen Wochenstart euch allen,


    LGF

  • Moin,


    ich habe so ein Küchensieb, mit dem ich regelmäßig den Trester abschöpfe. Ich schöpfe den Trester in einen Jutesack, der in einem Hobbock sitzt. Siehe Photos weiter oben. Im Sack habe ich unten und oben einen Ziegelstein. Nachdem ich fertig bin, versenke ich den Sack im Kessel und lasse das Ganze noch mal aufköcheln. Das Wachs treibt nach oben auf, während der Trester unter Wasser im Sack bleibt. Das ist einfacher als das Auspressen.


    Auf dem Video sieht man, daß ich die Rähmchen hin- und herschwenke. Die Bewegung bringt es. Am schwersten lösen sich Pollen und Futterreste vom Draht. Ich habe später so alte Schwarten mit Futterresten so circa zwanzig Sekunden unter Wasser gedrückt, die Luft perlt dann aus den Zellen heraus und die Wabe fällt dann schneller aus dem Rahmen. Außerdem ist eine Auf- und Ab-Bewegung - parallel zur Drahtung - sehr günstig, nachdem die Wabe gelöst ist.


    Das Wasser sollte leicht köchelnd sein. Nicht zu stark kochen, aber auch nicht zu kühl. Wenn ich einen Hitzeschub brauche, verbrenne ich ein Rähmchen mit Wabe, das heizt sehr schnell auf. Wenn ich etwas kühlere Temperaturen brauche, nehme ich etwas feuchteres Holz, das nur ein Jahr gelagert wurde. Und ich rühre den Sud beständig, das Wachs darf nicht kochen. Nur leicht köcheln. Ansonsten brauche ich für ein paar Stunden insgesamt drei Arme voll Holz.


    Der Durchsatz ist circa 60 Rähmchen pro Stunde. Man kann auch beidhändig arbeiten, dann schafft man mehr.


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Ein Warreimker, welcher den Wildbau verlassen hat und jetzt mit gedrahteten Rähmchen arbeitet, muss jährlich pro Volk 6 Magazine a 6 Rähmchen einschmelzen. Er benutzt einen Wurstkessel und hat 40 Völker. Für jedes Rähmchen benötigt er im Schnitt 45 Sekunden. Wie viel Liter Wasser sind im Wurstkessel? Jedes zehnte Rähmchen verheizt er. Wie schnell muss sich das Kreissägeblatt für die Neuanfertigung drehen?
    Guten Morgen
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • ....Wie schnell muss sich das Kreissägeblatt für die Neuanfertigung drehen?...


    Moin Krawallo!


    Die Schnittgeschwindigkeit hängt von der Wellendrehzahl und dem Blattdurchmesser ab. Völlig Unabhängig von Wassergehalt des Wurschtkessel oder Völkerzahl und Rähmchenmaß.


    Dir auch nen schönen Morgen und guten Tag!!


    Und halte deinen Neid unter der Schadschwelle - wie die Varroa!!! ;-)

  • Hallo ihr Wurstkesselwachskocher, sehr interessant wie das heute gemacht wird.


    Das erinnert mich an die Anfänge meiner Wachskocherei. Ich hatte damals die Altwaben aus den Rähmchen ausgeschnitten und die Drähte entfernt, dann kam das Altwachs in Jutesäcke. Dann kam darauf ein passendes Holzgitter mir einem Stein beschwert. Dann wurde Wasser aufgefüllt,bis alles unter Wasser war und dann angefeuert. Über Nacht war dann das Wachs ausgekocht und man konnte dann früh die Wachsplatte vom Wasser nehmen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Auch ich nehme zum sieben immer die guten alten Jutesäcke die ich mit dem Auskochbrei fülle und in einen schrägen Bock Ausdrücken auslaufen lasse


    Auskochen wie bei Bernhard`s Video

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • Wollte ich euch immer schon mal zeigen. Wie bei allen Arbeiten im Garten, bin ich von ein paar Hühnern umgeben. Es könnte ja mal ein Regenwurm abfallen.


    Im Winter und im Regen, und wie man sieht auch bei 20 Grad Celsius, lieben die Hühner es, sich am heißen Fass des Wachskochers zu wärmen. Daß die nicht reinkrabbeln, ist alles. :)




    Nebenbei: die Seerosenkörbe eignen sich ideal zum Abschöpfen des Tresters.

  • Moin!
    Danke für die Fotos - das Federvieh schaut ja aus wie totgeschossen - so tiefenentspannt :-)


    Dein Wachskocher ist ja so hoch dass du bald ein Hocker für die Beschickung brauchst ;-)


    Sind die Bienen nicht neugierig, was da so lecker duftet??


    Schönen Wochenstart euch allen!


    LG Frank

  • Ja, die Hühner sind tatsächlich absolut tiefenentspannt. Die mußt Du wirklich aufwecken, wenn Du dran vorbei mußt. Bei Regen liegen die noch näher dran. :-D


    Die Bienen haben im Moment Volltracht und es stehen nur Ableger und so bei mir rum, da kommt keiner vorbei.

  • Seerosenkörbe und Damenstrümpfe entwickeln sich zu echten Alleskönnern in der Imkerei.


    Hier nutze ich Seerosenkörbe und Damenstrümpfe, um Wachs zu klären. Die Methode mit dem Einkochgerät mit Entsafter-Aufsatz funktioniert sehr gut und vor allem schnell.


    Der Seerosenkorb hält grobe Verschmutzungen zurück und ermöglicht die schnelle Reinigung des Dampfentsafters. Das war bis dato immer eine riesige Sauerei. Jetzt einfach rausnehmen, abschütteln, fertig. Die Damenstrumpfhose ziehe ich über den Seerosenkorb und dient als Mikrofilter.


    Einkochgerät auf volle Pulle und dann immer schön nachfüllen.



    https://www.youtube.com/watch?v=VPsXK2QuAYQ

  • eh, Danke für dein Video! Schön, wenn man sich die ungeliebten Wachsarbeiten vereinfachen kann - das war auch immer mein bestreben!


    Kannst du den Rosenkorb öfters verwenden? Ich hatte bei Verwendung von Kunststoffen immer im Hinterkopf Bedenken bezüglich der Temperaturbeständigkeit und der Freisetzung von "Gift"-stoffen und habe immer versucht, lebensmittelzugelassenes Material zu verwenden.


    Wenn der Kunststoff ausreichend wärmebeständig ist - hab ich diesbezüglich kaum bedenken. Und selbst wenn da minimale Spuren ins Wachs übergehen würden - es kommt bei weitem nicht zu solch einer Anreicherung im Wachs, dass es irgendwann mal ins Bienenfutter und / oder Honig / Pollen übergeht ....


    Zumal ja viele Imker für ihren eigenen, offenen Wachskreislauf ja eh nur das sauberste Verdeckelungswachs zufliessen lassen und das alte Zeug oft gefiltert in Form von Kerzen verwertet wird. Und da sind sich wohl die Profis (Wissenschaftler) sicher, dass keine Rückstände die thermische Verwertung überstehen und noch schädlich sein könnten.


    LGF

  • Hallo,
    durfte an einem Imker-Nachlass partizipieren, wir haben einen Keller ausgeräumt. Für mich fiel dabei Wachsschmelzgerät an.
    Erster Test:


    Das von Bernhard propagierte Schwenken funktioniert gut, fand ich aber körperlich anstrengend. Habe mich von oben bis unten eingesaut, als ich Rähmchen abgeschlagen habe (ungeschickt). Die Waben mit Futter oder Honig lassen sich angenehm ausschmelzen, für die anderen würde ich den Gasschmelzer bevorzugen.

    Dann habe ich die Masse in diesen Korb geschaufelt. Muss ja jetzt noch gereinigt werden.

    Dies ist das Gerät, das dabei war. Ich fürchte, es benötigt Dampf? Es hat unten 3 Auslässe aus verschiedener Höhe.
    Meine Vermutung: Da wird Dampf eingeleitet und dann fließt das Wachs ab?
    Stimmt das?
    Da ich keinen Stromanschluss im Garten habe, werde ich wohl den ganzen Korb herausheben und als Ganzes in den Dampfwachsschmelzer (Gas) stecken.
    Oder geht das einfacher?
    Viele Grüße
    apirita