Naß ausschmelzen im Wurstkessel?

  • Moin,


    ich dampfwachsschmelze derzeit. Das braucht Gas und dauert. In einem Film sah ich das Ausschmelzen in einem Kessel fast kochenden Wassers. Reinschmeißen, umrühren, Waben sauber schütteln und fertig. Unten ging kostenfreies Holz rein. Anschließend aber wurde die Wachsbrühe abgeschöpft und heiß in eine Siebpresse gepackt und ausgepreßt. (Sowas hab' ich nicht.)


    Was erwartet mich, wenn ich Waben und BauR so ausschmelze und den Kessel einfach nur auskühlen lasse? Hab ich dann die Gespinnste im Wachs oder unten drunter?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Wenn du die Waben in einem alten Jutesack gibst, hast du relativ sauberes Wachs.
    So jedenfalls habe ich das zu Zeiten gemacht, als es noch ein Waschhaus samt Kessel im Hause gab....

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hab ich dann die Gespinnste im Wachs oder unten drunter?


    ich weiß nicht was Du mit Gespinsten meinst, aber ich habe vor kurzem mal ein Rähmchen in einen Schnellkochtopf gesteckt. Die alten Larvenhäutchen schwimmen oben auf und es sammelt sich ziemlich viel schönes wachs darin (also nichtmal abschöpfen hat gut funktioniert). Ich denke ich habe den besagten Film auch gesehen und mir war nach meinem Schnellkochtopfversuch klar, warum die eine Presse benutzen.

  • Hallo Henry!


    Man kann die Suppe sicher auch heiß mit nem Metalleimer aus dem Kessel schöpfen und durch ein großes Sieb oder einen aufgehängten Jutesack schütten. Das Trennen von Trester und Erntewachs ist auf jeden Fall im heißen Zustand leichter. Manche Kessel haben auch einen Auslaß, vor dem man ein Siebgitter anbringen könnte.


    Ich hab bisher bei so was auch nur zugeschaut, aber ich hab jetzt einen großen Wurstkessel geerbt, der ansonsten nicht mehr gebraucht wird...


    Gruß, Sammler

  • Moin


    Diese Methode funzt ganz gut.
    Nach dem Auskühlen war das Wachs immer oben.
    Nein, es ist noch lange nicht sauber.
    Aber der meiste Dreck ist unterhalb des Wachsblockes.


    Ich habe in einem sauberen Metallfässchen geschmolzen, was nach dem Abkühlen gut auf den Kopf gestellt werden konnte.
    Den Wachsblock dann mit ordentlich Wasser abspülen und weiter reinigen.


    Fragt bitte nicht nach der Ausbeute und weitern Kennzahlen.
    Wenn viel auszuschmelzen ist, ist das eine gute und schnelle Methode.


    Gruß
    Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Frage an die Physiker:


    Im Dampfwachsschmelzer treibt die Erdanziehung das Wachs/Wassergemisch durch das Bodensieb. Zudem der Dampfdruck, der nur auf dem vorgeschriebenen Weg weg kann.


    Wenn ich nun in die Wachs/Wasser/Siffsuppe eine Gaze absenke drückte doch nur der Dichteunterschied das Wachs da durch.


    Wird das reichen?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Frage an die Physiker:
    Im Dampfwachsschmelzer treibt die Erdanziehung das Wachs/Wassergemisch durch das Bodensieb. Zudem der Dampfdruck, der nur auf dem vorgeschriebenen Weg weg kann.
    Wenn ich nun in die Wachs/Wasser/Siffsuppe eine Gaze absenke drückte doch nur der Dichteunterschied das Wachs da durch.
    Wird das reichen?


    Das war auch mein Gedanke, deswegen ist mir unser Bodum Kaffeekocher eingefallen, da ist nicht nur der Dichteunterschied da, sondern auch Druck. Also eine "Presse" im Topf. Man könnte auf die Suppe nach dem ganzen Auskochen ja Gaze und dann ein passendes Lochblech auflegen und dann nach unten drücken.

  • müßte aber am Rande dicht sein :confused:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
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  • Man müßte den Trester ja nicht unbedingt tief nach unten drücken. Auch Pressdruck ist eigentlich nicht notwendig. Nur ein paar Zentimeter unterhalb der Grenzfläche zwischen Wachs und Wasser würden schon reichen.


    Gruß, Sammler

  • Welche Kraft drückt dann also das Wachs durch den Filter?


    Der bloße Dichteunterschied zwischen Wasser und Wachs! Und das ist nicht viel, oder?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
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  • Mag nicht jemand testen? ;-)


    Aber um nochmal auf den Druck zu kommen, der dann das Wachs durch den Filter presst... es wird wohl auf den Dichteunterschied hinauslaufen.


    Wie gesagt, das einzige was mich bei der Prozedur gestört hat, waren die Larvenhäutchen, die durch ihre Form (Näpfchen) ziemlich viel Wachs gebunden haben. Wenn man nun ein Lochblech nähme (Gaze erst im zweiten Schritt) und nur die Näpfchen nach unten drückt, aber so, dass sie sich noch frei bewegen können (unter dem Lochblech), nochmal aufkocht, damit die Näpfchen in Bewegung kommen und das Wachs aufsteigen kann, dass vorher noch in den Näpfchen "gefangen" war, dann sollte das schon reichen (Bauchgefühl). Der "Restdreck" ist bei mir zum größten Teil abgesunken.