Varroa im April - keine Ahnung woher und was zu tun

  • Guten Morgen,


    der schöne Tag ist bei mir schon wieder im Eimer bevor er begonnen hat :-(.
    Ich habe gestern meine Varroaschubladen mal wieder rein getan eigentlich nur damit unten zu is. Heute habe ich dann doch mal nachgeschaut. Ohhh Schreck. Bei 6 Völkern ist alles ok. Keine Milbe zu sehn.
    Bei einem Volk jedoch sind innerhalb 1 Tages ca. 30 Milben gefallen. Keine Ahnung wo die herkommen. Behandelt wurde es wie alle anderen auch. Bei der Winterbehandlung war auch noch alles ok.


    Was mich etwas stutzig macht ist, dass dieses Volk ungewöhnlich stark ist. Kann es sein, dass sich bei diesem jetz im Frühjahr ein anderes Volk das nicht von mir ist eingebettelt hat?


    Tja jetz stellt sich für mich die Frage was ich machen soll? Ehrlich gesagt hab ich keine Ahnung. Darf man jetz noch mit AS behandeln und dann trotzdem dieses Jahr Honig ernten? Noch tragen sie ja nichts ein und Honigraum ist auch noch nicht drauf.


    Liebe Grüße,
    die Feuerwehrbiene

  • Moin,


    wenn Du bei 30 Milben im Moment nichts tust, wirst Du auch keinen Honig ernten bzw. bestenfalls noch den aus der Frühtracht.


    Ich würde solch ein Volk schnellstens behandeln und wahrscheinlich verwursten, also zur Ablegerbildung aufteilen und die Ableger behandel, wenn sie brutfrei haben. Wenn Du das bei der Frühtrachternte machst hast Du vielleicht später sogar noch Spättracht aus den Ablegern.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo
    eine Alternative zur Auflösung des Volks wäre
    -eine sofortige OS-Blockbehandlung (4x Bedampfung im Abstand von 7 Tagen bei kaltem Wetter oder abends)
    -Aufsetzen des Honigraums 7 Tage nach der letzten Behandlung
    -Weitere Überwachung mit der Varroawindel
    -Verwendung des geernteten Honigs für den Eigenbedarf (selbst essen oder im Herbst dem Winterfutter untermischen)
    Anmerkung 1: Dass Oxalsäure in den Honigraum gelangt, ist ziemlich unwahrscheinlich, da diese im Brutraum in Lösung gegangen ist und dort zusammen mit dem dort gespeicherten Futter verbraucht wird.
    Anmerkung 2: Eine Behandlung mit Ameisensäure zu diesem Zeitpunkt würde die offene Brut töten und damit den Massenwechsel gefährden.


    Gruß Ralph

  • Hallo,
    noch eine kleine Überlegung. Wenn man ein Volk auseinander nimmt und auf Ableger aufteilt, können eine Menge Bienen auffliegen. Ein Teil hiervon können auch Stockbienen sein, die noch nicht eingeflogen sind und daher nicht wissen, wo sie wohnen. Diese werden sich am ganzen Stand einbetteln und die Varroa verteilen. Wenn ich also diesen Weg gehen würde, so würde ich die Ableger außerhalb des Flugkreises bilden. Dazu würde ich mich aber vergewissern, dass nicht ein anderer Imker dort unmittelbar benachbart ist, sonst schenkt man dem die Varroa. Mein bevorzugter Weg wäre die Ablegerbildung aus einem unbehandelten und stark mit Varroa befallenen Volk jedoch nicht.


    Gruß Ralph

  • @ kleingartendrohn,


    Du bist Dir der Toxizität von Oxalsäure aber schon bewusst ?
    Wirkung auf den menschlichen Körper


    Oxalsäure und ihre Salze reizen Haut und Schleimhäute. Bei der inneren Einnahme treten Erbrechen und Durchfall, sowie Krämpfe auf. Auch schwere Nierenschädigungen können folgen. Die Giftwirkung beruht auf einer Störung des Calciumhaushaltes. Findet sich im Harn aufgrund einer Stoffwechselstörung (Oxalurie) zuviel Calciumoxalat, bilden sich Blasen- und Nierensteine.


    Gruß
    Schilling

    Es ist schwieriger ein Vorurteil zu zertrümmern, als ein Atom.

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  • Hallo Schilling,
     
    für eine Bedampfung von 2 Zargen benötigt man 2g Oxalsäure. Davon verwandelt sich bei der Bedampfung ca. die Hälfte in AS + CO2. Das verbleibende Gramm verteilt sich in der Beute. Rhabarber enthält nach meiner Erinnerung ca. 0,3% Oxalsäure. Wenn du ein Rhabarberkompott von 100g gegessen hast, dann hast du ca. 0,3g Oxalsäure zu dir genommen. Ähnlich sind die Verhältnisse beim Verzehr von Spinat. Sieht du irgendeine Chance durch den Verzehr von Honig, den man nicht gerade 100g-weise in sich reinschaufelt, auf die Werte von Spinat oder Rhabarber zu kommen? Ich nicht.
     
    Gruß
     
    Ralph

  • N`Abend!
    Eine andere Possibility wäre vielleicht das Einsetzen von AS beim betroffenen Volk und damit das Akzeptieren des Verlustes der ersten 1,2 Trachten.
    In der Folge hätte man dann allerdings ein gesundes Volk das evtl. sogar eine noch folgende Tracht nutzen könnte. So habe ich es vor ein paar Jahren in einem solchen Notfall wie o.g. getan und das Volk hat es überlebt UND etwas Honig gebracht.
    Hierbei ist zu sagen das der/die HR bei der Behandlung selbstverständlich nicht drauf sein sollte!


    Gruß Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • AS verträgt die Queen im Frühling sehr sehr schlecht. Bei OS- Verdampfung weiss ich nicht, glaub aber, dass dass die Verträglichkeit besser ist.
    Dein Volk ist stark, es könnte durchgebrütet haben, und so haben sich die Varroen auch vermehrt.

  • "@junge Hengste:
    mal ruhig Blut!
    Habt ihr die Windel gesehen?
    Könnte es nicht auch sein, dass "alte" Brut, überstehende, ausgeräümt wurde und deswegen die Milben liegen?"


    Vielen Dank fürs Intervenieren Drohn bevor es schon wieder in den Rhabarber ging!


    Ich würde auch empfehlen die Windel ein zweites Mal einzuschieben und vorher auch mal zu schauen, ob der Totenfall jetzt schon komplett ausgeräumt ist.


    Grüße
    Bela

  • N`Abend!
    Eine andere Possibility wäre vielleicht das Einsetzen von AS beim betroffenen Volk


    Bitte niemals nicht im Frühjahr! Damit hatte ich dazumal schon mal einen Stand fast völlig ruiniert......


    Ich würde:
    Die schlüpfende Brut beobachten: Flügel oder Beine verkrüppelt oder nicht?

    • Wenn nicht, die Entwicklung des Volkes beobachten (im Vergleich zu den anderen Völkern am Stand)
    • Wenn ja, dann einfach ALLE Brut entfernen und dafür neue Waben/Leerrähmchen/Mittelwände ein
      hängen.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Doppelte Verneinung heißt Ja, er soll es allso im Frühjahr machen:lol::cool:


    :-( Asche auf mein Haupt! .. .da war ich wiedermal zu übereifrig......
    Also: Nein, bitte nicht! :wink: jedenfalls bei meinen Völkern war die Wirkung verheerend ....

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"


  •  
    Hallo Schillng,
     
    wird mit dem Oxamat (Verdampfung im geschlossenen Kreislauf) verdampft, ist maximal nur ein Gramm
    Oxalsäure, auch bei 2 Zargen nötig und das bei bester Wirkung. Die Belastung mit Oxalsäure ist hier sehr gering.
     
    2 Gramm werden bei den Kännchenverdampfern (Anwendung über Bodenbrett benötigt, hier bleibt die Oxalsäure größtenteils am Bodenbrett und unterem Wabenbereich liegen, wegen fehlender Zirkulation.
     
    Der Varroatiger