Mittelwände, macht das jetzt schon Sinn?

  • Hallo,


    was meint Ihr: Mach es Sinn, jetzt schon eine Mittelwand zu geben?


    Ich habe 3 Völker, wovon eines sehr stark ist (Dadant, 6 Waben fast voll besetzt), eines aber etwas schwächer (4 Waben). jetzt würde ich gerne 1 Brutwabe aus dem starken in das schwache Volk geben und dem starken eine Mittelwand dafür geben. Es ist ca. 13 Grad warm und trocken, die nächsten Tage sollen ähnlich bleiben (10-15 Grad), So + Mo leichter Regen, dann wieder freundlicher, Pollen wird reichlich eingetragen, die Bienen fliegen, dass es eine wahre Freude ist - besonders das starke Volk, da ist schon fast Stau am Flugloch. Oder soll ich erst mal alles so lassen, vielleicht bin ich ja auch etwas übereifrig, denn der Winter ist ja noch nicht vorbei (Alpennähe, 700müNN).


    Gruß aus Oberbayern

  • Hallo,
    ich würde warten bis zu den nächsten warmen Tagen. Wichtig ist der Schied!! Enge die Völker ein, damit die Brut gut versorgt wird.
    Dieses Jahr ist Witterungsbedingt alles etwas später, deßhalb das Ausgleichen der Völker ca 14 Tage später.


    beehead

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  • Eingeengt hab ich schon am 19.3., da war es warm, trotzdem noch 6 Waben besetzt. Ich hab mir grad die Windel angeschaut, die tragen den Pollen schon hinter das Schied, wo ich noch alte Futterwaben zum ausfressen reingehängt habe?? Anfängerfehler???????

  • Das muss nicht sein, dass die hinter dem Sied eintragen, die können die Alten auch ausräumen. Weiß nicht wie bei dir die aktuelle Situation ist, zum Teil blüht und honigt die Weide, dann kann man eine Mittelwand geben. Wichtig ist aber die optimale Versorgung der ersten Brut, vor allem weil es grad wiedr kühl geworden ist.
    Schu mal hier: http://www.buckfastimker.de/static/files/betrw.pdf
    Das gleich machen der Völker würde ich wie schon geschrieben etwas später machen, Situationsbedingt dieses Jahr.
    Ist aber nur meine Meinung.


    beehead

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  • Hallo Miteinander,
    lasst mal noch die Brutwaben wo sie sind: in den starken Völkern.
    Mit dem Zuhängen von Brutwaben sind schwache Völker überfordert.
    Wie sollen die Bienen eines schwachen Volkes diese zusätzliche Brut warm halten, wie versorgen?
    Ich glaube, die Bienen wissen selbst, wieviel Brut ihnen gut tut.
    Man bringt sich schlimmstenfalls um diese Brutwabe, wenn diese im schwachen Volk ausgeräumt wird, und eventuell noch um den Ertrag des starken Volkes.
    Wenn einer die Gefahr sieht, das ihn ein Volk zu stark wird (vor der Tracht ist eigentlich kein Volk zu stark),
    sollte er rechtzeitig Ableger einplanen.
    Dort sind "überschüssige" Brutwaben besser aufgehoben.
    Mittelwände werden zur Obstblüte zugehängt.
    Vom Einengen halte ich auch nicht viel.
    Dies nur im "Tausch" untere leere Zarge gegen neue Zarge oben.
    Diese dann mit Mittelwänden.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar,
    ich wiederspreche einem so kompetenten Kollegen nur ungern, aber die Dadantbetriebsweise ist in diesem Punkt etwas anders.
    Die Erkenntnis der letzten Jahre zeigt, dass durch das einengen des sehr großen BR einer Dadantbeute, die Aufzucht der jungen Maden besser von statten geht.
    D.h. die Brut wird besser gepflegt und die Bienen sind dadurch langlebiger. Im Frühjahr (Mitte/Ende März) werden die Schwarten am Rand entfernt und das Brutnest auf eine Seite gedrückt, die alten Waben hinter den SChied ebenso wie überschüssiges Futter. Das hat den beschriebenen Effekt. Das Brutnest wird jetzt Zug um Zug nur nach einer Seite hin durch Gabe von Waben erweitert, je nach Volksentwicklung. Damit hat man nur einen Eingriff am Brutnest, ansonsten bleibt dies unberührt. Die vorhandenen Bienen können die Larven optimal versorgen. Wenn 8 Waben mit Bienen besetzt sind und Tracht herrscht, kann schon der Honigraum gegeben werden und so erstaunlich es klingt, in so geführten Völkern sind eigentlich nicht weniger Bienen, auch wenn später mehrere HR aufgesetzt sind, denn die Bienen sind durch die gute Versorgung langlebiger.
    An der Frage bezüglich des Umhängen der BW sind wir ja einer Meinung. Dazu muss man natürlich sagen, dass Berufsimker ihre Völker auf gleiche Stand bringen, damit die Erträge und Entwicklungen gleichmäßiger laufen, aus Betriebstechnischen Gründen. Im Fall telefoner würde ich es nicht tun, zumindest jetzt nicht.
    Das ist natürlich nur eine der Betriebsweisen in Dadant, aber eine die Momentan sehr erforgreich von vielen ausgeführt wird.



    beehead

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    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von beehead () aus folgendem Grund: Nachtrag

  • Guten abend,


    ich habe meine Völker bereits ausgeglichen, und sie besetzen momentan 6 -7 Waben. Das Ausgleichen kann aus den von Lothar genannten Gründen problematisch sein! Wenn es jedoch sicherzustellen ist, daß die Bienen auf den Brutwaben nicht zurückfliegen in ihre Völker, ist es jedoch kein Problem. Jedoch müssen die Brutwaben auch mit Bienen besetzt sein! Eine "leere" Brutwabe macht keinen Sinn!


    Noch Mal zu "schwachen" Völkern und dem Ausgleichen: Wenn die Völker nach der Auswinterung zwischen 5 und 8 Waben besetzen, so werden diese ausgeglichen! Aber nicht welche mit 2 und 3 Waben. Dies sind dann die schwachen Völker! Hier macht es keinen Sinn. Bei den Ersteren jedoch schon, da die "Gesamtbienenmasse" dann im Laufe der gesammten Trachtperiode größer ist und damit sehr wahrscheinlich auch der Honigertrag. Die großen Völker würden eher auf Schwarmgedanken kommen und die kleinen auf Kosten des Ertrages sich entwickeln müssen. Dies schafft unnötige Arbeit!
    Insofern kann auch ein Volk vor der Tracht zu groß sein...


    Mit dem Einengen kann man die Völker, durch den dichteren Bienensitz, wärmer halten!


    Gruß
    Andreas

  • Andreas2010 ,
    Stimmt genau:daumen:
    Nur im Falle eines Anfängers mit zwei derei Völkern birgt das frühe Ausgleichen gewisse Gefahren, zumal sein Standort in Oberbayern, jetzt u.U. noch kältere Tage und Nächte bringen kann. Da ist es wichtig bei der Brutversorgung etwas vorsichtig zu sein.


    beehead

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  • @ Beehead


    Diese Vorsicht ist zweifellos berechtigt! Deswegen sage ich ja auch, daß die Waben mit Bienen besetzt sein müssen und das Volk eingeengt wird, auf die tatsächlich besetzten Waben. Sonst sollte man die Finger davon lassen!


    Gruß
    Andreas

  • Damit ich das richtig verstehe: mit »Ausgleichen« meint ihr dass man den starken Völkern 1-2 Brutwaben entnimmt und den schwächeren gibt? Mit ansitzenden Bienen?
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Yo, honey. Hat den Sinn, starken Völkern keine Schwarmtendenzen aufkommen zu lassen und etwas schwächeren auf die Sprünge zu helfen.


    beehead

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  • Hallo MIteinander,
    hmm,
    so habe ich mit Trogbeuten auch geimkert, erst einengen und dann erweitern.
    Bringt das Umhängen mit Bienen besetzter Waben was?
    Oder habe ich die am nächsten Tag abgestochen vorm Flugloch?
    So ein Ausgleichen kenn ich aus der Korbimkerei:
    Unter starken Völkern wurde ein Teller mit Futter gestellt und dann mit samt den Bienen darauf schwachen Völkern gegeben.
    Bienen mit voller Honigblase werden ja gerne aufgenommen.
    Leider haben diese Ausgleichsmaßnahmen einen Nachteil:
    Nichts für den Züchter.
    Die Leistung des Einzelvolkes kann nicht bewertet werden.
    Viele Grüße
    Lothar

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  • Daserwähnte Verfahren wird hauptsächlich von Berufsimkern praktiziert, auch um eine gleichmäßigere Volksentwicklung und Ernte zu bekommen. Diese Maßnahme erleichtert das Arbeiten an vielen Völkern, natürlich geht es nicht die Leistungen von Königinnen zu bewerten. Das ist auch was anderes, das hat was mit Zucht zu tun und dies steht in einem anderen Buch. Jos Guth verfährt bei seinen Ertragsvölkern jedenfalls genau so und da er ein sehr erfolgreicher Ertragsimker ist, scheint es sich zu bewähren. Meine Zuchtvölker schick ich auch nicht mit dem Wanderkarren durch die Lande, sondern stehen behütet, in meiner Nähe. Nur die Töchter so sie sich bewähren, werden sich in Wirtschaftsvölkern beweisen.


    beehead

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