Nicht verdeckelte Futterwaben

  • Schönen guten Abend
    Im November räumte ich ein totes Volk ab, es war massig eingefüttert, aber nicht alles Futter war verdeckelt. Ich lagerte sie in einem Zargenturm mit Absperrgitter, in einem unbeheizten Schuppen. Da mittlerweile Futtermangel herrscht, will ich diese teilweise unverdeckelten Waben nutzen. Frage: Warum ist das Futter in den Zellen nicht in Gärung übergegangen, da es doch hygroslopisch ist. Jedenfalls sieht es noch gut aus. Oder täuscht da der Anschein? Wer hat Erfahrung?

  • Moin, Schwarzluchs,
    wenn es bei dir auch nur annähernd so kalt war wie bei mir (bis zu -18°C), dann denk mal drüber nach, wie Gefriertrocknung funktioniert, und bei welchen Temperaturen eine alkoholische Gärung überhaupt erst möglich ist....Biochemie 101.:wink:
    Gefährlich wird es für das Futter erst jetzt bei steigenden Temperaturen.
    Probier es, es wird voll okay sein, außer es war deutlich wärmer in den letzten zwei Wochen als bei mir.:Biene:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Luxnigra,
    Fingerprobe und ablecken.
    Wen es irgendwie verdorben schmeckt, nicht den Bienen geben.
    Geruchsprobe dürfte auch gehen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • :lol: Moin, Drohn,
    so drastisch sehe ich das nicht, weil die Bienen es bei Verbleib im toten Volk eh hemmungslos ausräubern würden, also sollte man es eher wie eine Vorratskammerinhaltumschichtung betrachten.:Biene:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,
    da muß ich dem Drohn recht geben.
    Mir widerstrebt es allein aus Hygienegründen, vorjährige abgelagerte Honigwaben,
    dazu noch ungedeckelt, in ein aufstrebendes Volk zu hängen.
    Das ist so, wie den gleichen Maibaum im nächsten Jahr wieder zu behängen.
    Futtermangel im Frühjahr ist ein anderes Problem, das ich auch hatte. Ich muß mich verändern, um den
    Bienen besser gerecht zu werden.


    Liebe Grüße, Udo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Schönen guten Abend
    Im November räumte ich ein totes Volk ab...


    Hallo Luxnigra,
    woran ist denn Dein Volk gestorben?
    Ich kann mich an einen Artikel von Dr. Ritter ( die biene 5/2008) erinnern, dass er Waben aus Völkern, die an Varroa eingegangen sind, untersucht hat. Auf diesen Waben wurden noch Monate nach dem "Auszug" der Bienen Viren nachgewiesen.
    Er empfiehlt, solche Waben entweder einzuschmelzen oder alternativ eine dreitägige Begasung mit 60%iger Essigsäure.


    Viele Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Regina : aktive Viren oder "nur" alte Viren-DNS?
    Ich kann mir nicht vorstellen, daß Milben-Bienen-Viren außerhalb eines Wirts einen ganzen Winter überleben können - das schafft nicht mal die Schweinegrippe....:confused:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • ....Ich zitiere kurz den Artikel von Dr. Ritter:


    "Viele Imker fragen sich zurzeit, ob sie die Waben der eingegangenen Völker, bezügl. einer möglichen Infektion mit Viren, weiter verwenden können. Wir sind dieser Frage mit laboranalytischen Untersuchungen nachgegangen und möchten hier wegen der Dringlichkeit ein erstes Zwischenergebnis mitteilen.
    Wie schon gemeldet, lag bei den bis Dez. 07 eingegangenen Völkern neben einer starken Parasitierung mit Varroa-Milben meist auch eine Infektion mit verschiedenen Viren vor. In 90% der untersuchten über 100 Bienenstände konnte das DWV und in 50% das ABPV nachgewiesen werden. In einzelnen Fällen lag ein Befall mit dem SBV, BQCV und KBV vor.
    Zahlreiche Waben aus eingegangenen Völkern wurden ein bis drei Monate nach dem "Auszug" der Bienen auf den Befall mit Viren ( ABPV,DWV,SBV) untersucht. In den meisten Fällen konnten wir mit Hilfe molekulargenetischer Methoden (PCR) die auf den noch vorhandenen Bienen und der Brut nachgewiesenen Viren auch auf den Waben finden. Hängt man solche Waben nun anderen Völkern zu, muss dies nicht unbedingt zur Ansteckung der Bienen führen. Trotzdem ist Vorsicht geboten, und es sollten Vorsorgemaßnahmen getroffen werden...."

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Hallo, zusammen,
    anhand des Berichts, der soviele Abkürzungen enthält, wundere ich mich, daß ich noch Bienen habe.
    Ich versteh gar nichts.
    Grüße, Udo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Hallo Imkers
    Ich muß Udo rechtgeben. Ich glaube, man sollte zwar einerseits vorsichtig sein, mit Faulbrut und anderen eingeschleppten schweren Krankheiten, aber mit zahlreichen Viren ist unsere Honigbiene die letzten Jahrmillionen doch auch fertiggeworden. Wird ein Bienenvolk ausgeräubert ( was oft genug vorkommt ), oder wenn sich Bienen verfliegen ( was wahrscheinlich noch öfter vorkommt ), werden die ominösen Viren doch auch auf dem Stand verteilt. Man sollte sich nicht verrückt machen lassen, die Imkerei soll doch auch noch Spass machen. Ich würde die Futterwaben den Ablegern zuhängen. Einer eventuellen Krankheit wird durch einen hohen Bienenumsatz sicher schnell der Garraus gemacht. Ausserdem sind die Futterwaben doch von einem deiner Völker. Sollten wirklich "gefährliche" Viren im Spiel gewesen sein, dann ist wahrscheinlich eh schon dein ganzer Stand infiziert.
    Viele Grüsse Roland