Was würdet Ihr tun?

  • Hallo,
    Folgende Situation: Die Straße in der ich wohne ist von Linden gesäumt, die älteste von ihnen ist 1754 gepflanzt worden, die meisten sind aber jünger als 30 Jahre.


    Im Sommer summt und brummt es allenthalben ganz wunderbar!


    Natürlich will ich als Imker diese Tracht nicht verkommen lassen, und habe vor im Garten 4 Völker aufzustellen.


    Nun fragte ich vorsichtshalber einen Nachbarn (welcher als Renitenter "gegen-alles" Vollhonk bekannt ist) ob er damit einverstanden wäre, wenn ich dort Imkern würde.
    Naja was soll ich sagen: Er hat nicht nur abgelehnt, sondern rennt auch in der Nachbarschaft herum und lässt Sprüche ab wie: "Wenn auch sonst niemand was dagegen haben sollte, ich sorge dafür das hier keine Bienen hinkommen." Jaja er setzt sich sehr für die innere Dorfsicherheit ein...


    Jedesmal wenn ich daran denke rieche ich Alarmpheromone!


    Nun brachten meine Eltern bei einem Dorfkränzchen dieses Thema zur Sprache, und alle haben sich kaputtgelacht. Andere Nachbarn meinten das ich doch ruhig die Bienen dahinstellen solle.


    Ich lebe wie gesagt auf einem Dorf, direkt an unser Grundstück schließt eine Landwirtschaftliche Nutzfläche an, es gibt bereits 2 Imker im Dorf, die auch Bienen in ihren Gärten stehen haben (ergo ist Bienenhaltung "Ortsüblich").


    Nun denke ich darüber nach, ob ich nicht doch die paar Völker in den Garten stellen soll. Ärger mit dem Nachbarn ist dabei vorprogrammiert.


    Was würdet Ihr tun?

  • Hallo Andreas,


    ärgerlich so etwas. Dein Nachbar klingt ja nicht so, als würde er sich mit einem Glas Honig oder einem gemeinsamen Besuch bei den Völkern gnädig stimmen lassen.
    Ich habe - obwohl Standplatz reichlich vorhanden wäre - keine Bienen hier im Dorf stehen um Ärger aus dem Weg zu gehen. Auch wenn die Angst der Nachbarn idR unberechtigt ist, so verstehe ich es im Grunde schon dass jemand der sich kaum mit dem Bien auskennt ängstlich ist.
    Wenn ich an Deiner Stelle noch einen "problemfreien" Alternativplatz hätte, würde ich aus Rücksicht diesem den VOrzug geben - zugegebenermaßen mit einem leichten Grummeln im Hinterkopf.
    Gruß
    Roman

  • Moin, Andreas,
    stell die Völker hin, aber so, daß da niemand unbemerkt dran kommt.
    Bienenhaltung liegt im öffentlichen Interesse, und wenn dein Dorf nicht eins von denen mit 90% Neubauanteil ist, wwerden sich alle anderen auch über Bienen freuen.
    Ignorier den Nachbarn einfach - solange er keine echte(!) Allergie vorweisen kann, wird er bei noch zwei Imkern im Dorf keine Chance haben.
    (so einen überhaupt zu fragen, war ein taktischer Fehler, leider...der wird nicht mal Bienen von Wespen unterscheiden können. Bei solchen Leuten muß man vollendete Tatsachen schaffen)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Andreas,


    stell deine Bienen so auf das der Anflug so ist, das kein Mensch dadurch belästigt wird. Dem "bösen" Nachbarn schenkst du vom ersten Honig ein Glas, das ist ein rechtes "Trostpflaster für das mögliche Gesumme das er sich anhören muss.:wink:

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hi,


    ich habe auch gerade mein erstes Volk in meinen Garten gestellt. Ich habe vorher die Nachbarn "aufgeklärt" und auch mal an meinen auswärtigen Stand mitgenommen (um ein wenig die Angst zu nehmen).
    Ist denn der Stand im Garten von deinem Nachbarn gut einzusehen? Bei mir nicht und deshalb haben die meisten bislang noch nicht einmal bemerkt, dass die Bienen jetzt da stehen. Und Unbedarfte sehen in meinem Magazin offenbar gar keinen Bienenkasten. Bislang hat jedenfalls niemand darauf großartig reagiert. Ich glaube die meinen, das wäre ein Hasenstall... Der erste der die Bienen hat fliegen sehen fragte mich, ob ich Wespen im Garten hätte... (im März!)
    Was ich damit sagen will: nicht soviel drüber reden. Wenn die Bienen eine zeitlang bei dir stehen merken die leute, dass das alles halb so wild ist. bloß nicht vorher Ängste und Panik auslösen. Du musst mit dem Thema umgehen, wie man nun einmal mit völlig "normalen" Dingen umgeht.
    Ich habe übrigens vor alle Nachbarn im Sommer zum Honigschleudern einzuladen. Als Dankeschön fürs Verständnis und die Toleranz.


    Gruß
    Daniel

  • Hallo


    ich bin kein Rechtsanwalt
    deshalb nur so aus dem Bauch raus


    Ich würde in Deinem Fall, jetzt keine Völker hinstellen
    dann fühlt sich Dein Nachbar als Sieger und in Sicherheit
    Den Sommer durch dann Begattungskistchen oder Ableger hinstellen
    die fallen von der Größe her kaum auf.
    Wenn nach 2 Jahren nichts passiert ist, würde ich Trachtvölker hinstellen
    aber so das sie keiner direkt sieht


    Wenn sich wirklich einer aufregt
    kannst Du dann sagen ich halte hier schon jahrelang Bienen


    Gruß Uwe

  • Hallo Wabenklau,


    nach deiner Beschreibung wohnst du ja nicht in einer Reihenhaussiedlung. In auch Landwirtschaftlich genutzten Gebieten kann dir keiner die Bienenhaltung eigentlich verbieten. Allerdings darfst du die Flugrichtung nicht so wählen das jemand belästigt wird. Es könnte lediglich bei sehr kleinen Grundstücken ein Verbot der Bienenhaltung geben. Als Faustregel gilt glaube ich 5 Völker bei 1000 qm Grundstück. Ich empfehle so ca. 3m vor den Fluglöchern eine gut 2m hohe Pergola zu errichten. Dann sind die Damen gezwungen gleich zu steigen. Dann gibt es auch eigentlich keine Belästigungen.
    Ansonsten kannst du nur hoffen das der Nachbar einen Anwalt hat der nicht jeden hoffnungslosen Prozess versucht durchzuziehen. Solche Nachbarn wie du hast, die halten sich für die letzten Verteidiger des Abendlandes. Ich wette der Klagt wenn die erste Wespe auf seiner Terrasse erscheint.


    Gruß Olaf

  • Hallo Wabenklau

    Ich hatte ein ähnliche Problem und ganz einfach gelöst:lol:
    Einer der Nachbarn war strickt dagegen ( nur über meine Leiche) u.s.w.
    na da habe ich erst mal nur leere beuten hingestellt, worüber er sich tierisch aufgeregt hat, bis er dann von anderen gesagt bekam, sind doch nur Kästen. Nach 14 Tagen war Ruhe, nach drei Wochen das erste Volk da nach einer weitern Woche das nächst.
    Er hat nie wieder was gesagt und grüßt freundlich, mitlerweile habe ich hier 8 Völker stehen.:daumen:

    Versuchs mal.

    Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück

  • Hallo deiner Beschreibung der Sachlage nach (Ortsrandlage, weitere Imker im Dorf usw.) gehe ich davon aus, das Du dich bereits über deine Rechte Informiert hast. Fals nicht, spricht deine bisherige Beschreibung der Ausgangssituation aber eindeutig für dein Anliegen. Du solltest noch auf den Abstand der Beuten zum Nachbargrundstück achten ( 5m.) , und eine Hecke pflanzen oder Palisade aufstellen um den Flug der Bienen in unbedenkliche Höhen zu leiten. Ich empfehle Dir das Buch "Das Bienenrecht" von Dr.Achim Gercke.


    Gruß Mark

    Wer A sagt, der muß nicht B sagen. Er kann auch erkennen, daß A falsch war. (Bertolt Brecht)

  • da habe ich erst mal nur leere beuten hingestellt, worüber er sich tierisch aufgeregt hat, bis er dann von anderen gesagt bekam, sind doch nur Kästen. Versuchs mal.


    :daumen:Genau so würde ich es auch machen. Solche Leute müssen irgendwann ausgebremst werden.
    Ich würde vor allem gleich morgen schon mal einige in den Vorgarten stellen. Ist ein prima Datum dafür:wink:


    Grüße aus dem Norden

    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • :daumen:Genau so würde ich es auch machen. Solche Leute müssen irgendwann ausgebremst werden.
    Ich würde vor allem gleich morgen schon mal einige in den Vorgarten stellen. Ist ein prima Datum dafür:wink:



    Ich würde es auch so machen, leere Kisten kann er ja ruhig anmeckern:Biene:

  • Nocheinmal,
    die Idee mit der leeren Kiste ist die beste. Bis zur Lindenblüte hat er sich daran gewöhnt. Er wird sich durch seinen Protest lächerlich machen und die Klappe halten. Gut ist es bei Streit, wenn man im Imkerverein ist, dort gibt es Rechtshilfe. Das hören nicht alle gern aber ist so.
    Gruß
    remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Bin zwar mit Bienen erst am lernen hab aber in meinem Leben die Erfahrung gemacht daß man nicht immer nachgeben soll. Irgentwann bestimmen alle anderen über dein Leben. Rücksicht in der Nachbarschaft OK aber nicht schon bevor eine Beleästigung eingetreten ist.

    Wo kämen wir den hin wenn jeder fragt wo kämen wir den hin und keiner geht um nachzusehen wo wir hinkämen

  • Bis zur Lindenblüte hat er sich daran gewöhnt. Er wird sich durch seinen Protest lächerlich machen und die Klappe halten. remstalimker


    .....und was kannst Du dafür , wenn da über Nacht plötzlich Bienen einziehen ? Da muß man eben aus der Not eine Tugend machen :wink: Eigentlich wolltest Du die Kuben ja nur aus künstlerischen Aspekten in den Garten stellen. Ich würde sie auch schön bunt gestalten. Wenn Kunst zu Lebensraum wird um so besser:wink:


    Grüße aus dem Norden
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)