wirklicher Zeitgewinn- Aufzucht von Königinnen

  • Hallo Freunde,
     
    ich wollte eigentlich einige Könniginnen zuchten, doch heute kamm mir die Idee dass es uberhaupt kein Zeitgewinn ist...
     
    Vorgang: Ablegerbildung------könniginnen von selbst nach ca drei Wochen in jeden Ableger
     
    Vorgang: Könniginnenzucht----Kö im Pflegevolk nach drei Wochen...werden in Ableger gelegt.
     
    Ich glaube, dass ich einen logischen Aussetzer habe?!?!
     
    Das Pflegevolk wird geschwächt, weil die Kö weg ist. Ja und beim Ablegerbildung wird es auch geschwächt weil die Brut weg ist?!?:roll::-(

  • Hallo Mimis!


    Grundsätzlich hast du recht, dass mit beiden Verfahren etwa um die gleiche Zeit Königinnen entstehen.


    Aber es ergeben sich folgende Unterschiede und die könnten sich auswirken.


    1. Beim Ableger nehmen die Bienen nicht unbedingt die jüngsten Maden. Sie wollen ja möglichst schnell eine neue Königin. Aus älteren Maden (1/12 bis 3 Tage) werden keine vollwertigen Königinnen.


    2. Im Ableger ist außer den Königinnenzellen auch noch jede Menge Arbeiterinnenbrut zu pflegen. Unter Umständen bekommen die Weiselzellen nicht das nötige Futter bzw. Futterqualität.


    3. Beim Ableger werden aus Arbeiterinnenzellen die Weiselzellen geformt. Die waagrechte Arbeiterinnenzelle wird ausgezogen und die Larve wird mit Futtersaft so aufgepolster bis sie nach der Krümung in senkrechter Lage ist. Auf den ersten Blick schaut es aus, als ob jede Menge Weiselfutter in der Zelle wäre, aber dann stellt sich die Frage, kann das Futter von der neuen Königin überhaupt vom waagrechten Zellenteil genutzt werden?


    4. Bei der richtigen Königinnenzucht kann ein vererbungsmäßig nicht befriedigendes Volk als Pflegevolk benutzt werden. Man benötigt daher wesentlich weniger qualitativ hochwertigen Zuchtstoff.


    5. Alle Königinnen haben bei der Königinnenzucht etwa den gleichen Schlüpftermin. Bei der Nachzucht im Ableger kann ein Unterschied von bis zu 6 Tagen eintreten.


    6. Bei Sammelbrutablegern ( Zuchtvolk) kann mit jeder Brutwabe etwa ein Begattungsvölkchen gebildet werden. Bei der Zucht im Ableger ist jedenfalls die dreifache Menge erforderlich.


    Ev. gibt es noch weitere Unterschiede.



    MfG
    Honigmaul

  • mein Respekt Honigmaul:) für deine Ausführliche und konkrette Antwort.
     
    also tatsächlich um eine bessere Königin zu erhalten...hätte ich nicht gedacht...
     
    aber zu Punkt 6: für mich ist die Bienenmasse schon wichtig, denn ich habe zur Zeit zwei starke und ein schwaches Volk und eigentlich erhoffe ich von den zwei Starken Hooonig.
     
    Deshalb, wieso braucht man beim Begattungskästen weniger Waben? Es ist doch wichtig das Ableger oder Kleinableger die besten Voraussetzungen mit sich nehmen und dass ist doch Bienen Bienen Bienen und natürlich Futter und Wasser?!:roll:

  • Moin,
    die bestgepflegtesten Königinnen sind aber die Schwarmköniginnen - das Volk WILL sie, und kümmert sich exzellent darum.
    Und es ist ein Märchen, daß man damit den Schwarmtrieb noch anheizen würde - das wäre biologisch sinnlos, wenigstens in unserem Klima.
    Ich hab über die nix zu meckern, wennn denn die Begattung klappt (was bei den ganzen drohnenschneidenden Nachbarn langsam echt ein Problem wird.....:roll:)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Sabine wieso eigentlich? Wenn deine Nachbarn Drohnen schneiden ist das doch Klasse weil du keine Drohnen schneidest und somit deine Königinnen von deinen Drohnen begattet werden.

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Olli : ich will aber keine Inzucht, sondern Vielfalt.
    Außerdem reicht die reine Menge auch nicht, die Drohnen bleiben ja nicht hier, sondern betteln sich unterwegs auf ihrer Wanderung in jedem Volk ein zur Verpflegung.
    So besch*** Ergebnisse wie letztes Jahr hatte ich noch nie...:roll:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Gut das kommt dann auf die Anzahl der Völker an die man selbst hat. Wenn das so um die 20 sind sollten die Drohnen doch ausreichen und auch die Vielfalt gewahrt bleiben.

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

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    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

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  • Hallo


    sabi(e)ne


    erkläre mal wo bei Dir Inzucht herkommen soll
    vermehrst doch von allem was überlebt und hattest
    doch einige Völker mehr als 2-5


    SO bekommt man keine Inzucht und Drohnenmangel hast Du bestimmt auch nicht
    ok bei durch Pollenmangel geschwächten Drohnen sieht das anders aus


    Gruß Uwe

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  • also tatsächlich um eine bessere Königin zu erhalten...hätte ich nicht gedacht...
     
    aber zu Punkt 6: für mich ist die Bienenmasse schon wichtig, denn ich habe zur Zeit zwei starke und ein schwaches Volk und eigentlich erhoffe ich von den zwei Starken Hooonig.
     
    Deshalb, wieso braucht man beim Begattungskästen weniger Waben? Es ist doch wichtig das Ableger oder Kleinableger die besten Voraussetzungen mit sich nehmen und dass ist doch Bienen Bienen Bienen und natürlich Futter und Wasser?!:roll:


    Hallo Mimis!


    Genau das ist der Punkt!


    Bei der Vermehrung über selbst nachgezogene Königinnen im Ableger brauchts du für, sagen wir einmal, 3 Ableger ca 9 Brutwaben. Die Entnahme von 9 Brutwaben wirkt sich tatsächlich auf die Honigleistung der verbliebenen Völker aus und im besten Fall werden 3 neue Völker daraus, also eher geringe Vermehrungsrate.


    Man muss bei der notwendigen Bienenmasse unterscheiden:


    Während des Anpflegens muss die Kiste wirklich übervoll mit Bienen sein. Daher ist es notwendig, dass die Größe der Kiste zur Bienenmenge passt.


    Zur Zeit der Begattung reichen z.B. in einem kleinen Begattungskästchen 1000 Bienen (Joghurtbecher voll).


    Die Entnahme von 1 oder zwei Brutwaben pro starkem Volk wirkt sich auf die Honigernte eher pos. als neg. aus, da die Völker später oder überhaupt nicht in Schwarmstimmung geraten.


    In deinem Fall müsste man entscheiden, ob man das schwächer Volk nicht überhaupt zur Völkervermehrung heran zieht. Solle jedoch in deiner Gegend noch Spättracht zu erwarten sein, so würde ich dies nicht machen. Wenn nur Frühtracht ist, dass wird ein schwaches Volk so wie so zu spät kommen.


    Ich würde in deinem Fall vorschlagen:


    Entweder das Kleinvolk dazu zu verwenden oder:


    1. den starken Völkern je zwei sehr schöne bienenfreie Brutwaben entnehmen und dem stärkeren der beiden Völker über Absperrgitter aufsetzen.


    2. am nächsten Tag, es wurden zwischenzeitlich Pflegebienen angesaugt, die Brutwaben entnehmen, mit den angesaugten Bienen in einen Ablegerkasten geben und außerhalb des Flugkreises (damit die Flugbienen nicht zurück fliegen können) verbringen und möglichst alleinstehend aufstellen. Sollte kein passender Ablegerkasten zur Verfügung stehen, dann eine Zarge mit Styroporplatten oder ähnlichem entsprechend einengen. Je nach Futterversorgung ev. füttern, damit später Futtervorräte vorhanden sind.


    3. am 9. Tag, die gesamte Brut ist verdeckelt und in der Zwischenzeit sind eine Vielzahl von Bienen geschlüpft, die Brutwaben entnehmen, Bienen abschütteln (das ist wichtig, ansonsten wird sehr leicht einen Zelle übersehen), alle wilden Weiselzellen ausbrechen und den Zuchtrahmen einhängen. Jetzt müssen Bienen über Bienen in der Kiste sein.


    4. nach weiteren 5 Tagen (oder am 10 Tag) die Zellen käfigen.


    5. wenn die Weiselzellen am 12 Tag geschlüpft sind, das Pflegevolk in 4 oder 5 Begattungsvölker aufteilen und am besten auf dem späteren Standplatz aufstellen. Jedenfalls wieder außerhalb des jetzigen Flugkreise verbringen, ansonsten würden alle Flugbienen zurückfliegen. Bei der Begattung ist es nicht mehr notwendig, dass die Kiste rammelvoll mit Bienen ist.


    Sollte die Begattung gut gehen, hat man aus 4 Brutwaben 4 oder 5 Begattungsvölkchen erhalten. Man braucht das ganze nur frühzeitig im Jahr beginnen (bei mir etwa um den 20. April herum) und den ganzen Sommer über reichlich füttern. Am besten geht dazu Futterteig, ist wenig Arbeit und löst nicht so schnell Räuberei aus. Das ergibt tadellose Völker bis zum Herbst. Man muss aber wirklich immer gut füttern. Den Sommer über die Völker darben lassen und im Herbst auffüttern geht nicht. Außerdem geht kein Gramm Futter verloren, entweder wird es in Brut umgesetzt oder es wird als Winterfutter eingelagert.


    Das ganze System ist hier im Forum oder auch sonst im Internet unter "Völkervermehrung in 4 Schritten" nachzulesen.


    Wenn es dir wegen der Königinnenqualität keine Sorgen macht, könntest du am 9 Tag die Völker einfach in Pflegevölker aufteilen ( jedes Pflegevolk mindestens eine Weiselzelle). Da dürfen aber die Waben nicht abgeschüttelt werden, das könnte die Weiselzellen beschädigen.


    Grundsätzlich gilt immer, dass man mehr Ableger/Begattungsvölker erstellt als gebraucht werden. Es ist immer mit einem gewissen Ausfall zu rechnen. Das Schönste ist, wenn man im Herbst nach der Varroabehandlung noch mehr Völker hat als man überwintern will. Da kann man dann die schwächeren, oder die Völker mit der ältesten Königinnen auflösen und dadurch die restlichen Völker noch verstärken.


    MfG
    Honigmaul

  • honigmaul
    danke dir.
    also deine Antwort werde ich mir auf jeden Fall öfter durchlesen, aber eins kann ich direkt sagen...ufff soviel Arbeit. Ich will auch eher das schwache Volk für die Aufzucht verwenden und ich will wirklich viele Ableger, weil ich weiss das irgenwas immer schief geht und man von 10 neuen kö nur noch sechs oder sieben übrig hat.
    Also ein Argument ist das man mehr Völker bekommt!? Lohnt sich also die Mehrarbeit?!


    SaBiene
    Ich würde aber auch gerne Sabienes Meinung hören...
    heisst das Sabiene, dass es am besten ist wenn man den Zeitpunkt abwartet wo die Völker von selber Kö bilden um zu schwärmen?! und dann die Zellen die man braucht ausbricht und damit Ableger zu machen?!?



    Scheint die zweite Lösung nicht einfacher zu sein? eh zu meiner Person...ich bin eher der Faule Typ, möchte so wenig Eingriffe wie möglich machen

  • Hallo Mimis!


    Wieso Mehrarbeit!


    Das Ganze geht schneller als das Schreiben hier.


    In diesem Fall Brutwaben abgeschüttelt und über Absperrgitter aufgesetzt, pro Wabe ca 15 Sekunden, samt Futterkontrolle und Kleinkram höchstens 5 Minuten.
    Einen Tag später: Neues Bodenbrett irgendwo daneben stellen und die untere Zarge mit der Königin darauf (2 Minuten) Die Flugbienen fliegen zurück und verstärken noch das Pflegevolk. Die alte Königin legt weiter und liefert ev. Brutwaben für diverse Völkerverstärkungen. Eigentlich der Idealfall.


    Am 9. Tag Waben abschütteln, Zellen suchen und ausbrechen und Zuchtrahmen einhängen, geschätzte Zeit auch unter 5 Minuten. Zuvor noch umlarven, geschätzte Zeit, 10 Minuten.


    Das Vorbereiten des Zuchtrahmens ist etwas mehr Arbeit, kann aber in aller Ruhe zu Hause vorbereitet werden. Würde sagen mit dem Befestigen der Stopfen (am besten ein System verwenden wo später die Schutzkäfige aufgesteckt werden können) ca 20 Minuten.


    Am 5. oder 10. Tag die Schutzkäfige aufstecken, ca 5 Minuten.


    Am 12. Tag Nachschau halten wie viele Königinnen geschlüpft sind. Die Ablegerkästen oder dergleichen zu Hause vorbereiten, eine Futterwabe, oder falls eine solche nicht vorhanden ist, ein gutes Stück Futterteig zugeben. Am Stand je eine (ehemalige) Brutwabe samt den ansitzenden Bienen in die Ablegerkästen, eine Königin dazu geben und außerhalb des Flugkreises aufstellen. Ein Begattungsvölckchen sollte am ehemaligen Standplatz verbleiben und die nun heimatlosen Flugbienen aufsammeln. Ich würde sagen, das ganze lässt sich auch innhalb einer Stunden bewältigen.


    Ich würde sagen, dass Ganze lässt ich unter zwei Stunden bewerkstelligen.


    MfG
    Honigmaul

  • hei honigmaul, bei mir dauert nur das Anlegen der Schutzausrüstung und das Rauch machen 10-15 minuten. Umlarven habe ich noch nie gemacht, dass heisst ich stelle mich besonders langsam an und mache trotzdem Fehler, also vor den Umlarven da furchte ich mich...die Wabe aus den Volk raus, Bienen runter, dann die jüngste finden und dann noch herumfuchteln und schlieeslich alles wieder zurück dauert bei mir bestimmt eine Stunde.
    Egal, wenn es klar besser ist, dann will ich mir die Mühe auch machen, weil ich ja ein gutes Ergebnis haben möchte. Die Frage ist eben, ob das tatsächlich notwendig ist kö zu zuchten oder ob es nicht besser ist Schwarmköniginnen zu rauben...