Futterkranzprobe

  • Viel lese ich hier von der A Faulbrut und dem Ziehen von Futterkranzproben.
    In meinem Verein wurde gerade dafür plädiert, regelmäßig einmal im Jahr die Futterkranzprobe zu machen. Ein fleißiges Vereinsmitglied hat dafür die Vorgehensweise aufgeschrieben, die ich hier für euch alle wieder geben möchte.


    Verfahren zur Entnahme der Futterkranzprobe


    • Man nimmt einen normalen Gefrierbeutel
    • Ausreichend großen Aufkleber auf den Beutel kleben mit Name, Vorname, Wohnort, Teil.Nr. Standort der Bienen, Anzahl der entnommenen Proben (Beute 1 - ...)
    • Gefrierbeutel in ein leeres Honigglas stellen
    • Oberen Teil nach außen umschlagen
    • Mit jeweils einem frischen sauberen Esslöffel pro Beute oben aus der Wabe die Futterkranzprobe entnehmen und im Beutel abstreifen. Es werdenalle Proben in diesen einen Beutel gegeben
    • Umgeschlagenen Teil des Beutels aufnehmen und auslaufsicher verknoten


    Die Futterkranzproben werden im Verein eingesammelt und zum Hygieneinstitut befördert.


    Irgendwelche Kommentare? Macht Ihr's auch so? Oder anders? Oder gar nicht:-(.


    Holbee

  • So mache ich es auch. Die Einzelproben pro Volk entnehme ich so etwa einen gut gefüllten Esslöffel.
    Hauptsache es läuft der ganze Kram nicht beim Transport aus. Ich knote die Tüte immer zu und stecke sie in eine 2. Tüte, welche nochmals verknoter wird.

  • Hallo Jungs,
    vom Prinzip her mache ich es auch so.
    Wobei ich mir in der Apotheke für ein paar Cent "Urinbecher mit Deckel 100ml, unsteril " besorge.
    Da ist die Sauerei mit dem Gemansche für mich besser ertragbar und die Becher sind von außen abwaschbar.
    Manche Untersuchungsstellen (z.B. Mayen) stellen diese Becher kostenfrei zur Verfügung, wenn man die Untersuchungen bei ihnen machen lässt.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Der Drohne Daniel hat mir letztens dazu auch ein Video gezeigt.


    Zur optischen Untermalung
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Hallo,
    als Ergänzung. Der Veterinärmitarbeiter hat bei mir ca. 100 g Honig eingesammelt, mittels Esslöffel. In der von Holbee geschilderten Methodik: Gefrierbeutel, eher suboptimal geeignet, geht aber, ohne Verwendungs eines Honigglases. Wichtig war ihm die Menge, ca. 100 g.


    Viele Grüße
    Stefan

    So mache ich es auch. Die Einzelproben pro Volk entnehme ich so etwa einen gut gefüllten Esslöffel. ...

  • Toll da weis ich jetzt wenigstens wie praktisch Futterkranzproben genommen werden. Theoretisch wusste ich das natürlich schon.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Macht Ihr die Futterkranzproben aufs Geratewohl, oder bei konkretem Verdacht? Bei uns werden eigentlich nur bei ganz konkretem Verdacht die Proben genommen.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Auf's Geratewohl nicht gerade. Einmal im Jahr, veranlasst wird es im Verein, wo einer die Proben zusammen sammelt und einschickt.


    Ich habe das Ziehen der Futterkranzproben eben gerade gemacht (zum erstenmal), heute abend ist Vereinstreffen, zu dem sie mit gebracht werden sollen. Ich habe für meine vier Völker fast zwei Stunden gebraucht, zum Glück wurde es heute nachmittag wärmer, so dass die Brutnester nicht so schnell auskühlten. Es widerstrebte mir, den Löffel in die Waben zu drücken und durch zu ziehen. Der kleine Film von Daniel hat mir sehr geholfen, vielen Dank, Daniel:daumen:.


    Vorgestern verabschiedete ich mich von einem Freund in der Nachbarschaft, der schon seit zwanzig oder mehr Jahren imkert. Er rief mir nach: "Ich habe meine eigene Meinung dazu (zur Amerikanischen Faulbrut). Ich meine, dass die Bienen damit alleine am besten fertig werden." Ich konnte darauf nicht weiter eingehen, werde ihn aber bestimmt noch genauer nach seiner Einstellung zur AF und seinem Umgang damit befragen.


    Bisher habe ich von der AF nur als gefährlichste Bienenseuche schlechthin gehört, mir schien es eine einhellige Meinung zu sein, dass das Auftreten der AF genau beobachtet und noch konsequenter bekämpft werden muss. So nahm ich diesen für die Bienen brutalen Eingriff des Futterkranzproben-Ziehens hin. Eben zur allgemeinen Bekämpfung dieser Seuche.


    Gibt es wirklich ernst zu nehmende andere Meinungen, wie sie anscheinend von meinem Nachbarn vertreten wird? Proben ziehen ist danach unnötig.



    Holbee

  • Moin ,Moin aus Hamburg,
    wie schon geschrieben, ist meine persönliche Meinung (als potentieller Moderators eines Psychopathenstadls) , das eine jährliche Futterkranzprobe zur imkerlichen Pflicht gehören sollte.
    Eine einfache Sorgfaltspflicht aus rein egoistischen Gründen, weil man immer davon ausgehen kann, das vermutlich die wenigsten Imker in der Lage sind, Faulbrut schnell und sicher zu erkennen und es in der Regel immer die starken Völker erwischt. Da starke und gesunde Völker eines jeden Imkers Ziel sind, steigt das Risiko, je näher ich diesem Ziel komme.
    Eine Sammelprobe tut niemanden weh, schädigt oder hemmt die Völker nicht und kostet wirklich wenig (regionale unterschiede). Außerdem ist die die Grundlage für Standortveränderungen bei den Bienen und auch für jeden seriösen Verkauf von Bienenvölkern.


    Wichtig bei der Probenentnahme ist das auf gar keinen Fall Pollen mit in die Probe gelangt und das die Menge des Probenmaterials ausreichend ist. Lieber etwas mehr als zu wenig.


    Grüße aus dem Norden


    Daniel (ohne Bienenführerschein)

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Moin , Moin
    ich kann als Vortragsreder eigentlich sehr Guido Eich (Celle ) empfehlen. Anschaulich, auf keinen Fall langweilig und praxisbezogene Schulungen.
    Ich hatte gestern Abend das Vergnügen.


    Grüße aus dem Norden
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Ich möchte noch einmal auf das Ziehen der Futterkranzproben zurück kommen.


    Für jedes Volk hatte ich eine Probe genommen und in separate Beutel getan. Für meine vier Völker brachte ich also vier Beutel mit Proben zum Verein, dort erfuhr ich dann, dass ich das falsch verstanden hätte. Jeder Imker sollte alle Proben seiner Völker in einen Beutel zusammen füllen. Jede Analyse solle nämlich ca. € 15 kosten, bei mir wären das bei vier Analysen € 60 statt nur € 15.


    Wie kennt ihr die Vorgehensweise beim Einschicken der Futterkranzproben an ein Hygieneinstitut?


    Holbee


  •  
    Alle Proben von den Völkern in EIN Beutel, so ist es richtig !

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"


  •  
    Man braucht auch, wie im Video zu sehen nur einen oder eben zwei Löffel. Pro Volk einen eigenen Löffel zu nehmen ist nicht unbedingt nötig. Es sei denn man wechselt den Stand, dann muss man das sogar machen. Es ist davon auszugehen, dass wenn AF gefunden wird, eh alle Völker auf einem Stand infiziert und saniert werden. Daher schleppt man nicht neue Sporen der AF in jedes Volk ein, da sie eh schon vorhanden sind. Also zwei Löffel. Bei 10 Völkern müsste man ja schon einen ganzes Besteck mitschleppen :) Ansonsten super Anleitung und danke für die Diskussion!


    LG
    Der Bien
    Dominik

  • Alle Proben von den Völkern in EIN Beutel, so ist es richtig !


    Das hängt davon ab, wie viele Völker pro Stand erfasst werden müssen. Die Sammelproben schwanken da so zwischen 6 bis 10 Völker pro Beutel.

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter