Ameisenproblem am Waldstandort

  • Hallo Imkergemeinde !
    Hoffentlich weiss einer von euch einen Rat. Ich habe am Waldrand ein paar Völker aufgestellt, in ca. 30m Entfernung ist ein Waldameisenhügel. Ich kann leider mit meinen Immen nicht ausweichen. Die Ameisen haben natürlich die Proteinquelle schon entdeckt und belagern die Völker. Wenn eine Biene im Gras landet, wird sie sofort zerteilt und abtransportiert. Ausserdem sind die Bodenschubladen völlig abgeräumt. Jetzt habe ich Angst, das der Ameisendruck so gross wird , dass sie in die Beuten eindringen. Ich habe die Beuten auf Palletten gestellt, die mit Dachpappe abgedeckt ist. Bin für jeden Rat dankbar.
    Viele Grüsse

  • Hallo,


    grunsätzlich muß das mit den Bienen und Ameisen funktionieren. Ein Bekannter hat unmittelbar neben seinem Bienenhaus auch einen Waldameisenhaufen, bei ihm war es ähnlich wie bei dir. Er hat dann alten Fußbodenbelag ausgelegt, somit konnten die gesunden Bienen schneller wieder starten und es klappt bis heute. Das kranke und flugunfähige Bienen sofort entsorgt werden kann ein großer Vorteil sein.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo,


    bei einem mir bekannten Imker habe ich folgendes gesehen:
    Die Wanderstände hat er mit Gestellen aus Rundeisen/Rohren aufgeständert. An den Standbeinen hat er Literdosen mit der Öffnung nach unten befestigt. Die Öffnung im Dosenboden, durch die die Standbeine geführt werden, müssen natürlich ameisendicht verschlossen sein.
    Wenn dann im Bereich des Wanderstandes alle Pflanzen kurz gehalten werden, so dass kein Nebenaufstieg besteht, sollten die Ameisen die Beuten nicht erreichen.
    Entsprechen kannst du dir dann auch eine Konstruktion für große Anflugbretter bauen.
    Viel Erfolg!


    Wolfgang

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • ...Die Öffnung im Dosenboden, durch die die Standbeine geführt werden, müssen natürlich ameisendicht verschlossen sein.


    Nun, daß wäre das geringste Problem: Silikon.


    Und die krabbeln nicht um die Ecke und außen wieder hoch?


    Ich habe auch einen Ameisenhaufen in der Nähe.
    Noch haben sie die Bienen nicht entdeckt.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Radix,


    so hat es mir der Imker bestätigt.


    Auch er nahm die Kartusche zum Abdichten. Ich weiß aber von anderen Ameisenwegen, die mit Silikon verschlossen wurden, dass sie nach einer gewissen Zeit wieder freigefressen sind.
    Ich würde auf das Rundprofil eine Karrosseriescheibe schweißen (lassen) und darauf von oben die Dosen mit irgendeinem Taufelskleber (z.B. WEICON Flex+bond, Weicon GmbH & CoKG, Münster; 85 ml "nur" fast 10 Euro) festkleben und die Naht abdichten.


    Viel Erfolg. Und berichte dann bitte.


    Wolfgang

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Hallo Zusammen
    ich habe 4 Edelstahl-Gewindestäbe als Füße in die Beutenholzböden eingeschraubt. Diese "Füße" stehen in abgeschnittenen Konservendosen. Die Dosen werden mit billigem Salatöl gefüllt.


    Viele Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

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  • Guten Morgen!
    Auch ich hatte ein Ameisen-Problem.
    Dies hab ich wie folgt gelöst.
    Ich habe Schaumstoffstreifen - ca 15 cm breit so geschnitten, dass sie etwas länger waren als der Umfang
    der Lärchenstempel, die als Träger des Standes eingeschlagen wurden.
    Die Streifen habe ich in Diesel (oh...bei diesen Preisen!) Öl getränkt und um die Stempel gebunden. Durch das Binden
    haben die Schaumstoffstreifen ein X gebildet, sodass die Ameisen nicht aufsteigen konnten, bzw. nicht wollten.
    Das X entsteht,weil sich durch die Enge des Drahtes der Schaumstoff unten und oben auseinander richtet.
    Aufden Bewuchs im Ständerbereich ist aber zu achten.
    Im Umkreis meines Waldstandes habe ich bestimmt 10 Ameisennester. Schliesslich hab ich ja auch bewusst die
    Ameisen Anwesenheit gesucht.

  • Ameisen hab ich an jedem Standplatz. Zum Teil nur Rasenameise, an einem die Rote Waldameise. Bis jetzt herrscht Burgfrieden, obwohl die Nester in unmittelbarer Nähe sind. (3 -5m ) Die Ameisen halten Umfeld , Paletten und Anflugbretter peinlich sauber . Ab und an schaut sich mal eine in der Beute um. Aber bis jetzt hält sich alles im Ramen.
    Eigendlich müssen sie miteinander klarkommen. Beides sind Waldbewohner. Beide Arten leben also seit Jahrmillionen zusammen.
    Ich persönlich habe bis heute noch nie erlebt das ein gesundes Volk von Ameisen platt gemacht wurde. Wenn Ameisen eine Beute stürmten , dann war das Volk IMMER entweder schon in den "letzten Zügen", oder anderweitig nicht in Ordnung. Gesunde Völker lebten bei mir, unter anderem, immer schon mit den Ameisen.


    gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Hallo Regina,


    Blattfall und Regen kein Problem?


    Nein. Die Dosen werden teilweise von Beutenboden und Flugbrett verdeckt. Und sollt es wirklich in die Dosen regnen, macht das nix. Hauptsache die Dose ist mit Flüssigkeit gefüllt.:wink: 
    Ich habe auch den Eindruck, dass die Ameisen nach der Dosenaufstellung relativ schnell aufgeben.....Nach dem Motto: Die "Futterquelle" ist versiegt, was sollen wir also noch die Stäbe hochklettern?
    Wenn ich heute Zeit habe, mache ich ein paar Bilder und stelle sie ein.:wink:


    Viele Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Finava....
    .....genau so ist`s!


    Nur, wenn sie ein *angegriffenes* Volk entdecken ist dies natürlich dem Tode geweiht, obwohl eine Gesundung/Heilung möglich wäre.
    Gleichzeitig versuchen sie auch gesunde Völker zu belästigen und machen eine Plage daraus.
    Wenn die Gefahr wieder vorbei, gibt´s wieder ein friedliches Nebeneinander.
    Fritz

  • womit wir dann bei der Frage wären : " ... ist es sinnvoll und richtig solche Völker noch zu retten ? "


    Ich sage nein. ... Aus eigener Erfahrung.
    Solche Völker bleiben immer Problemvölker. Eigenartigerweise auch dann wenn eine neue Königin zugegeben wird. Irgendwie besitzen sie nie jene Harmonie und Vitalität von gesunden Völkern.
    Ganz krass konnte ich solche Unterschiede immer in der Auswinterung feststellen.


    gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Hallo Finvara
    Klar dass sie seitz X-Millionen Jahren miteinander auskommen. Nur, trifft das auch auf unsere auf "Friedfertig" gezüchtete Carnica zu? Ich habe zum Beispiel beobachtet, dass, wenn eine Biene auf eine Ameise trifft, sie sofort erschreckt umkehrt, anstatt zum Kampf überzugehen. Auch denke ich mir, dass durch den Ameisendruck unnötig Kräfte gebunden werden, die besser zur Brutaufzucht eingesetzt werden sollten. Ausserdem werden die Bodeneinlagen ständig abgeräumt, sodas ich keine Möglichkeit mehr habe zur Gemüllkontrolle.
    Danke an alle Antworter!!!!

  • Noch eine Frage von einem Anfänger an alle:
    Wenn ich schon einen Ameisenhaufen in der Nähe habe, kann man denen die ausgeschnittene Drohnenbrut ausfressen lassen?:confused: Oder fressen sie das Wachs auch gleich mit?:-? Manche altgediente Imker werden bei dieser Frage bestimmt schmunzeln, aber ich würde gerne das Praktische mit dem Nützlichen verbinden.
    viele Grüsse an alle !